Wann hast du das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht?

20/06/2016

Das Haus an der Sternmattstrasse 68 wird nach jahrelangem Leerstand wiederbelebt. Es ist ein Raum, wo Menschen gemeinsam leben, machen, denken und lernen, ohne einem Nutzungskonzept gerecht werden zu müssen, ohne sich einer höheren Instanz oder einer Geldgeberin gegenüber zu rechtfertigen, ohne beim Staat oder bei Privatpersonen dafür zu betteln.

offene HäuserLeben ist eine Tätigkeit, kein Zustand.

Wir alle stecken in Strukturen und Mechanismen fest, die uns im Alltagstrott gefangen halten. Wir sind umgeben von einer Gesellschaft, die uns weismachen will, dass Stillstand der kapitalistischen Wirtschaft tödlich ist. Deshalb fällen wir unsere Entscheidungen meistens in Abhängigkeit von Kapital und Rentabilität.
Diese Zwänge hindern uns daran, zu überlegen, was wir für unser Leben wirklich wollen. Wir sind gefangen in einem Klima von Ängsten; Die Angst davor, den Job zu verlieren. Angst davor, andere könnten produktiver – was gleichgesetzt wird mit „besser“ – sein. Angst davor, die eigene soziale Stellung zu verlieren. Angst vor der ungewissen Zukunft. Angst davor, frei zu sein und aus der Reihe zu tanzen.
Und was ist die Angst vor Not denn anderes als Not?
Diese Ängste sind Symptome unserer Gesellschaft. Einer Gesellschaft, in welcher ein ständiges Konkurrenzdenken herrscht und die auf Egoismus aufbaut.

Leben ist aktiv, nicht passiv.

Wenn wir anfangen, uns gemeinsam zu überlegen wie wir unsere Leben gestalten wollen, schaffen wir ein Klima, in dem wir unsere Entscheidungen auf Grundlage dessen treffen, was wir tatsächlich wollen und nicht darauf, was gerade am besten aussieht in unserem Lebenslauf. Es ist absurd, unser Leben nach Regeln auszurichten, denen wir nie zugestimmt haben.

Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein!

Mit einem Ort, der sich nicht nach den bestehenden Konventionen richtet, schaffen wir eine Basis, die es uns ermöglicht, unser Leben selber zu gestalten. Wir schaffen uns ein Versuchslabor, um uns selber auszuprobieren. Frei von der Angst, zu scheitern.

Es sind alle Menschen herzlich willkommen, Teil dieses Ortes zu sein und diesen mit eigenen Ideen mitzugestalten.

– Stella Matta –

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Renitente Nr. 2

renitente renitente ist ein offenes Zeitungsprojekt, das vielfältige kritische Stimmen zu Migrationsregimen veröffentlicht. renitente vertritt keine Einheitsmeinung, sondern verschiedene Positionen im Kampf gegen Rassismus, das Camp-System und Fremdbestimmung. Willst Du mitschreiben oder hast eine Kritik an den Texten, dann schreib uns auf: renitente@immerda.ch

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