Aufruf: Schweigen ist zustimmen – positioniert euch!

21/08/2017

Seitdem der Kanton Bern bekannt gab, in Wileroltigen einen Transitplatz für Fahrende zu bauen, entlädt sich im kleinen Dorf im Seeland der weitverbreitete Hass gegenüber Fahrenden. Koordiniert wird die antiziganistische Hetze nicht von Faschist_innen oder ihren Kompliz_innen seitens der SVP. Die Federführung liegt in den Händen des Gemeinderats und eines BDP-nahen Bürger_innenkomitees. Der Widerstand gegen die Hetze ist bisher schwach. Lasst uns das ändern.

Der Gemeinderat will Demo verbieten

arton336-45c44-3068dWenn Antiziganismus in der Schweiz benannt, kritisiert und bekämpft werden soll, bedeutet dies, dass wir dort wo er aktuell stattfindet, Raum und Aufmerksamkeit schaffen, um auf die Hetze zu reagieren. Deshalb wollen wir am Sonntag ,24. September in Wileroltigen, im aktuellen Herzen des Antiziganismus, demonstrieren. Der antiziganistische Gemeinderat will nun seine Macht dafür missbrauchen, um die Meinungsäusserungs- und Versammlungsfreiheit der Gegner_innen von Antiziganismus zu beschneiden. Unser Bewilligungsgesuch für eine Demonstration will er ablehnen (vgl. Mail unten).

Antiziganismus ist kein Randphänomen

Die Hetze in Wileroltigen ist möglich, weil Antiziganismus in der Schweiz bis heute fest in der Mitte der Gesellschaft und ihren Institutionen verankert ist. Leider kam es in öffentlichen Debatten bisher kaum zu Kritik an folgenden konkreten Vorfällen:

  • An offiziellen Versammlungen in Wileroltigen wurden antiziganistische Haltungen, Argumente und Handlungen toleriert und als legitim betrachtet.
  • Auf der Facebookseite, über welche die Gemeinde und das Bürger_innenkomitee zum menschenverachtenden „Volksfest gegen Fahrende“ aufriefen, wurden rassistische Äusserungen lange toleriert und geliked.
  • In Wileroltigen hängen bis heute antiziganistische Transparente.
  • Am Ort des geplanten Transitplatzes kam es wiederholt zu antiziganistischen Handlungen (Fotografieren zwecks Verleumdung, Beschimpfungen, Drohungen von und gegen Fahrende und sogar Zerstören des Zugangs zum Areal durch Pflügen).
  • Die Medien berichteten meist unkritisch, einseitig und gar parteiergreifend.
  • Parteien, NGOs oder staatliche Behörden, insbesondere die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus äusserten bisher keine oder kaum Kritik.

Antiziganismus, wie er in Wileroltigen zum Ausdruck kommt, lässt sich nicht durch schweigende Zurückhaltung überwinden
Antiziganistische Hetze muss – wie jede Form der Menschenverachtung – auf Widerstand treffen. Wir rufen alle auf, sich öffentlich gegen jegliche Herabsetzung, Verleumdung und Verdrängung von Roma, Sinti, Jenischen und diskriminierten Gruppen zu positionieren.
Die Demonstration ist nur ein Mittel unter vielen. Solidarisiert euch: Kein Fussbreit dem Antiziganismus!

***

Zitat von Gemeindeverwaltung Wileroltigen gemeindeverwaltung@wileroltigen.ch, 17. August 2017:

Sehr geehrte Damen und Herren

Der Gemeinderat Wileroltigen hat in seiner gestrigen Sitzung über Ihr Gesuch beraten und erwägt, dieses aus Sicherheitsgründen abzulehnen. Zur Wahrung des rechtlichen Gehörs erhalten Sie die Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen. Ihre Stellungnahme erwarten wir gerne bis Montag, 21. August 2017.

Wir danken Ihnen für die Kenntnisnahme.

Freundliche Grüsse

Gemeindeverwaltung Wileroltigen

Quelle: https://barrikade.info/Aufruf-Schweigen-ist-zustimmen-positioniert-euch-336

Tags: ,

Comments are closed.

Renitente Nr. 1

renitente renitente ist ein offenes Zeitungsprojekt, das vielfältige kritische Stimmen zu Migrationsregimen veröffentlicht. renitente vertritt keine Einheitsmeinung, sondern verschiedene Positionen im Kampf gegen Rassismus, das Camp-System und Fremdbestimmung. Willst Du mitschreiben oder hast eine Kritik an den Texten, dann schreib uns auf: renitente@immerda.ch

Suchen