{"id":124,"date":"2010-10-05T20:38:25","date_gmt":"2010-10-05T18:38:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=124"},"modified":"2010-10-05T20:45:18","modified_gmt":"2010-10-05T18:45:18","slug":"spanische-medien-schwingen-die-eta-keule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=124","title":{"rendered":"Spanische Medien schwingen die ETA-Keule"},"content":{"rendered":"<h2><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"border: 1px solid black; margin: 0px 5px;\" src=\"\/pic\/Flag_of_the_Basque_Country.jpg\" alt=\"\" width=\"268\" height=\"150\" \/>Angebliche ETA-Mitglieder sollen in Venezuela trainiert haben. Aussagen m\u00f6glicherweise durch Folter erpresst. Caracas weist Vorw\u00fcrfe zur\u00fcck<\/h2>\n<p>Von Jan K\u00fchn<br \/>\n<a href=\"http:\/\/amerika21.de\/nachrichten\/2010\/10\/15011\/eta-venezuela\" target=\"_blank\">amerika21.de<\/a><br \/>\nArtikel in El Pa\u00eds<\/p>\n<p>Madrid\/Caracas. Zwei mutma\u00dfliche Mitglieder der baskischen Untergrundorganisation ETA sollen spanischen Medienberichten zufolge in Polizeiverh\u00f6ren ausgesagt haben, in Venezuela ausgebildet worden zu sein. Wie die spanische Tageszeitung El Pa\u00eds am gestrigen Montag unter Berufung auf &#8220;Quellen aus dem Umkreis der Ermittlungen&#8221; berichtete, gestanden die am 29. September festgenommenen Juan Carlos Besance und Xabier Atristain im Gewahrsam der Guardia Civil ihren Aufenthalt in Venezuela. Nach einem Bericht der baskischen Tageszeitung Gara erkl\u00e4rten die Gefangenen nach dem Ende einer f\u00fcnft\u00e4gigen Kontaktsperre, bei den Verh\u00f6ren schwer gefoltert worden zu sein. Auch wiederholten sie ihre Aussagen nicht, als sie dem Haftrichter vorgef\u00fchrt wurden.<\/p>\n<p>Das venezolanische Au\u00dfenministerium wies die Vorw\u00fcrfe des spanischen K\u00f6nigreichs, ETA zu unterst\u00fctzen, am Montag erneut zur\u00fcck. Der Botschafter in Spanien, Isa\u00edas Rodr\u00edguez, erkl\u00e4rte gegen\u00fcber der Presse, dass die venezolanische Regierung in keiner Weise mit &#8220;irgendeiner terroristischen Organisation&#8221; verbunden sei, insbesondere nicht mit ETA. Er bekr\u00e4ftigte die Verurteilung des &#8220;Terrorismus in allen seinen Formen&#8221; und zweifelte die Glaubw\u00fcrdigkeit der Aussagen der Gefangenen an. Er glaube nicht, dass diese &#8220;v\u00f6llig freiwillig&#8221; gemacht wurden.<\/p>\n<p>Die Beschuldigungen, die El Pa\u00eds ein weiteres Mal erhebt, beziehen sich auf einen angeblichen Aufenthalt von Besance und Atristain in Venezuela im Jahr 2008. Dort sollen sie durch Arturo Cubillas Font\u00e1n empfangen worden sein und dann eine Ausbildung an der Waffe erhalten haben. Wer diese Ausbildung organisiert haben soll und ob die venezolanische Regierung davon wusste, erw\u00e4hnt der Artikel nicht. Der ehemalige ETA-K\u00e4mpfer Cubillas war 1989 aufgrund eines Abkommens zwischen dem damaligen venezolanischen Pr\u00e4sidenten Carlos Andr\u00e9s P\u00e9rez und dem spanischen Regierungspr\u00e4sidenten Felipe Gonz\u00e1lez in das s\u00fcdamerikanische Land gekommen. Der heute f\u00fcr das Landwirtschaftsministerium Venezuelas arbeitende Cubillas bestreitet in der Aktualit\u00e4t jede Verbindung zu ETA. Auch die venezolanische Regierung stellte sich im M\u00e4rz dieses Jahres hinter den Basken, der heute venezolanischer Staatsb\u00fcrger ist. Zu diesem Zeitpunkt hatte der spanische Ermittlungsrichter Eloy Velasco der Regierung Ch\u00e1vez vorgeworfen, ETA zu unterst\u00fctzen. Dabei bezog er sich unter anderem auf Dokumente aus dem Computer, der angeblich dem get\u00f6teten FARC-Kommandeur Ra\u00fal Reyes geh\u00f6rte und deren Beweiskraft von verschiedenen internationalen Institutionen angezweifelt worden ist.<\/p>\n<p>Die vermeintlichen Aussagen und die Medienkampagne deuten darauf hin, dass die Foltervorw\u00fcrfe der vermeintlichen ETA-Mitglieder stimmen. Weder wiederholten sie die Aussagen vor dem Haftrichter, noch ergibt ihre Aussage Sinn, sollten sie wirklich der ETA angeh\u00f6ren. Diese d\u00fcrfte relativ wenig interesse daran haben, die Version Venezuela als &#8220;Kurort f\u00fcr ETA&#8221; zu best\u00e4tigen. Was El Pa\u00eds nicht erw\u00e4hnte: Gefangene k\u00f6nnen bis zu f\u00fcnf Tage ohne jeden Kontakt zu einem Vertrauensarzt, einem Anwalt oder Familienangeh\u00f6rigen festgehalten werden, wenn ihnen Terrordelikte vorgeworfen werden. Genau in diese Zeit fallen die regelm\u00e4\u00dfigen Foltervorw\u00fcrfe, die auch von Menschenrechtsorganisationen und internationalen Institutionen angeprangert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei mutma\u00dfliche Mitglieder der baskischen Untergrundorganisation ETA sollen spanischen Medienberichten zufolge in Polizeiverh\u00f6ren ausgesagt haben, in Venezuela ausgebildet worden zu sein. Wie die spanische Tageszeitung El Pa\u00eds am gestrigen Montag unter Berufung auf &#8220;Quellen aus dem Umkreis der Ermittlungen&#8221; berichtete, gestanden die am 29. September festgenommenen Juan Carlos Besance und Xabier Atristain im Gewahrsam der Guardia Civil ihren Aufenthalt in Venezuela. Nach einem Bericht der baskischen Tageszeitung Gara erkl\u00e4rten die Gefangenen nach dem Ende einer f\u00fcnft\u00e4gigen Kontaktsperre, bei den Verh\u00f6ren schwer gefoltert worden zu sein. 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