{"id":1257,"date":"2012-03-01T13:34:05","date_gmt":"2012-03-01T12:34:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=1257"},"modified":"2012-03-01T13:35:55","modified_gmt":"2012-03-01T12:35:55","slug":"frauen-haut-auf-den-putz-gemeinsam-gegen-rechte-hetze-und-sexismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=1257","title":{"rendered":"Frauen, haut auf den Putz! Gemeinsam gegen rechte Hetze und Sexismus!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wer wir sind<br \/>\n<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/frauendemo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1259\" title=\"frauendemo\" src=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/frauendemo-202x300.jpg\" alt=\"\" width=\"202\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/frauendemo-202x300.jpg 202w, https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/frauendemo.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 202px) 100vw, 202px\" \/><\/a>Das 8. M\u00e4rz Frauenb\u00fcndnis Z\u00fcrich ist ein revolution\u00e4res B\u00fcndnis aus verschiedenen Organisationen, Gruppen und Einzelfrauen. Als Kommunistinnen, Feministinnen, Autonome und Anarchistinnen setzen wir uns inhaltlich mit verschiedensten Themen rund um den Frauenkampf auseinander und organisieren seit rund 25 Jahren jedes Jahr eine Demo zum internationalen Frauenkampftag.<\/p>\n<p><strong>Gegen Rechtsstrutsch und Sexismus<\/strong><br \/>\nMit dem Motto f\u00fcr 2012 \u2013 \u00abFrauen, haut auf den Putz! Gemeinsam gegen rechte Hetze und Sexismus!\u00bb \u2013 m\u00f6chten wir einerseits auf den gesellschaftlichen und politischen Rechtsrutsch aufmerksam machen und andererseits daran erinnern, dass wir gemeinsam stark sind. Wir sind nicht bereit, den Abbau von Errungenschaften und die Versch\u00e4rfung von Ungleichheiten einfach so hinzunehmen. Wir wehren uns entschieden gegen die vorgegaukelten Sachzw\u00e4nge sowie die Individualisierung und Privatisierung gesellschaftlicher Probleme, die dazu f\u00fchren, dass die Reichen immer reicher werden, die Armen immer \u00e4rmer und die Prekarisierten immer prek\u00e4rer leben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wieso wir auch dieses Jahr auf die Strasse gehen<br \/>\nWeil Sexismus allt\u00e4glich ist, weil halbnackte Frauen in der Werbung zum Kaufen animieren sollen, weil durch Initiativen wie \u00abAbtreibung ist Privatsache\u00bb die erk\u00e4mpfte Selbstbestimmung der Frau \u00fcber ihren K\u00f6rper wieder in Frage gestellt wird, weil frauenspezifische Fluchtgr\u00fcnde im Asylverfahren ignoriert werden, weil durch Sozialabbau und Sparprogramme Frauen im \u00f6ffentlichen Dienst besonders hart getroffen werden, weil geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, Doppel- und Dreifachbelastung und ein Lohnunterschied von durchschnittlich 28% in Z\u00fcrich Realit\u00e4t sind, weil Migrantinnen aufgrund ihres Geschlechts, ihres Aufenthaltsstatus und des rassistischen Klimas mehrfach diskriminiert werden, k\u00e4mpfen wir am 8. M\u00e4rz und das ganze Jahr um den rechtskonservativen Rollback zur\u00fcckzuschlagen.<\/p>\n<p><strong>Frauen, kommt alle an die Demo: Samstag,10. M\u00e4rz, 13.30 Uhr, Hechtplatz (ZH)!<\/strong><\/p>\n<p>8. M\u00e4rz Frauenb\u00fcndnis Z\u00fcrich, frauenbuendnis(a)immerda.ch<\/p>\n<p>:: Die Geschichte des 8. M\u00e4rz und des Frauenkampfes von seinen Anf\u00e4ngen&#8230;<br \/>\nDie Wahl des Datums geht auf die K\u00e4mpfe der Textilarbeiterinnen in den USA zur\u00fcck. Bereits 1857 kam es am 8. M\u00e4rz in New York zu einer Demonstration gegen unmenschli\u00adche Arbeitsbedingungen und f\u00fcr gleichen Lohn. Im Jahr 1908 kam es w\u00e4hrend einem Streik von Textilarbeiterinnen zu ei\u00adnem Massaker: 129 Arbeiterinnen starben in einem Feuer, weil Fabrikbesit\u00adzer und Vorarbeiter sie in der Fabrik einsperrten, um ihre Kontaktaufnahme mit der Gewerkschaft zu verhindern.<br \/>\nDie Ausrufung des Internationalen Frauentages geschah 1910 an der Internationalen Frauenkonfe\u00adrenz in Kopenhagen durch Clara Zetkin und weitere sozialistische Frauen aus 16 europ\u00e4ischen L\u00e4n\u00addern und der USA. Am achten M\u00e4rz1911 wurde der Internationale Frauentag dann erstmals in verschiedenen L\u00e4ndern begangen.<\/p>\n<p>In den folgenden Jahrzehnten wurden europaweit Veranstaltungen, Demonstrationen und Aktionen durchgef\u00fchrt zu Themen wie Krieg, Nationalismus und das Frauenwahlrecht, Arbeitsbedingungen, Ausbeu\u00adtung, Mutterschutz, Bildung, Recht auf Schwangerschaftsabbruch. Ab den 20er Jahren zudem der Kampf gegen Faschismus und Nationalsozialis\u00admus. Die Nazis verboten Anl\u00e4sse zum 8. M\u00e4rz, dennoch fanden heimliche Veranstal\u00adtungen gar im KZ statt. Frauen wurden einerseits ideo\u00adlog\u00adisch auf ihr Mutter- und Hausfrauenrolle reduziert, fanden sich aber real als Arbeiterinnen v.a. in der R\u00fcstungsindustrie wieder. Nach 1945 fand der 8. M\u00e4rz in den sog. wes\u00adtlichen L\u00e4ndern w\u00e4h\u00adrend des Kalten Krieges v.a. im Rahmen par\u00adteipolitischer Ver\u00adan\u00adstal\u00adtung\u00aden statt:\u00ad f\u00fcr den Frieden, gegen das Wettr\u00fcsten. In der Schweiz k\u00e4mpften b\u00fcrgerliche und pro\u00adletar\u00adisch\u00ade Frauen weiterhin ums Wahl\u00adrecht.<\/p>\n<p><strong>&#8230;zu den Befreiungs- und der neuen Frauenbewegung&#8230;<\/strong><br \/>\nAb den 60er Jahren eigneten sich die Frauen der Befreiungsbewegungen im Trikont den 8. M\u00e4rz als Kampftag an. Noch bevor die neue Frauenbewegung in den Metropolen den Tag wiederent\u00addeckten, fanden u.a. in Indien, Algerien und Ceylon Frauendemonstrationen statt, in Unter\u00adst\u00fctzung der Befreiungsk\u00e4mpfe und mit spezifischen Forderungen zu ihrer Lage als Frauen.<\/p>\n<p>Ende der 60er brach in den USA im Umfeld der Student\/innenbewegung und unter dem Eindruck der Black-Powerbewegung die neue Frauenbewegung aus. Rasch entwickelte sich in Europa \u00e4hn\u00adliches: Frauen, die zuvor in gemischten linken Gruppen t\u00e4tig waren, verabschie\u00addeten sich und gr\u00fcn\u00addeten ihre eigenen Gruppen.<\/p>\n<p>Die spezifische Situation von Frauen im gesellschaftlichen Gewaltverh\u00e4ltnis wurde analysiert. Das Private wurde politisch: Ins Zentrum ge\u00adr\u00fcckt wurden die patriarchalen Machtverh\u00e4ltnisse in Fami\u00adlie, Arbeit und Politik; die konkrete und strukturelle Gewalt von M\u00e4nnern gegen Frauen; der Zwang zur Heterosexualit\u00e4t und die Sozialisie\u00adrung zu zwei Geschlechter. Die Hausarbeit im kapi\u00adtalistisch\u00aden Produktionsverh\u00e4ltnis wurde zum Kampfterrain erkl\u00e4rt, das seine Bedeutung als Feld revolutio\u00adn\u00e4rer Auseinan\u00addersetzung neben der Fabrik beansprucht. Es entstanden Frauen\u00adr\u00e4ume aller Art: Frauen\u00adh\u00e4user, Nottelefone, Bibliotheken, Beratungsstellen etc. Frauen k\u00e4mpften auch f\u00fcr bessere Arbeits\u00adbeding\u00adungen, den 6-Stunden-Tag und Kinderbetreuungspl\u00e4tze.<\/p>\n<p>Im Laufe der 70er\/80er Jahre wurde um viele Fragen gestritten: um die rich\u00adtige Sexualit\u00e4t, um Mili\u00adtanz, Instituionalisierung, Parlamentarismus, um das Verh\u00e4ltnis von Ge\u00adschlecht, Klasse und Rasse und um die neue &#8220;Spiritualit\u00e4t&#8221;. Auch die Frage der M\u00e4nnerbeteiligung an Aktionen und Demos war bereits damals umk\u00e4mpft und f\u00fchrte zu Br\u00fcchen. Die Bewegung driftete auseinander. Ein Teil der Frauen entschied sich f\u00fcr eine Karriere in neuen und alten Par\u00adteien, ein anderer entschwand in den reaktion\u00e4ren Gefilden der Esoterik, weitere Teile professionalisierten ihr femi\u00adnis\u00adti\u00adsches En\u00adga\u00adge\u00adment. Erk\u00e4mpfte R\u00e4ume ver\u00adwandelten sich lang\u00adsam zu staatlicher Infrastruktur, viele For\u00adder\u00adun\u00adg\u00aden wurden vom Mainstream aufgenommen.<\/p>\n<p><strong>&#8230;bis 2011 dem Jahr der Frauen-Jubil\u00e4en<\/strong><br \/>\nDie Themen der hiesigen 8. M\u00e4rz-Demos der letzten Jahre gleichen oft jenen des fr\u00fc\u00adhen 20. Jahr\u00adhun\u00adderts und der 70er Jahre. Vieles was erk\u00e4mpft wurde, wird heute im Zuge des all\u00adgemein\u00aden Rechtsrutsches &#8211; gerade in den Metropolen &#8211; bedroht oder bereits wieder grunds\u00e4tzlich in Fra\u00adge gestellt. Einiges geriet in Verges\u00adsenheit, und sehr viele Forderungen sind bis heute un\u00ader\u00adf\u00fcllt ge\u00adblieben.<\/p>\n<p>Zu betonen ist, dass die patriarchalen Strukturen hierzulande von besonde\u00adrer verkrusteter Stand\u00adhaf\u00adtig\u00adkeit sind. Davon zeugt, dass es im Vergleich mit den umliegenden L\u00e4n\u00addern 50 Jahre l\u00e4nger dauerte, bis das Frauenstimmrecht 1971 (lokal gar erst mittels Zwang 1991) durchgesetzt wurde. Dass es \u00fcber 30 Jahre und mehrere Initiativen brauchte, bis die Abtreibung 2002 durch die Fristen\u00adl\u00f6sung lega\u00adlisiert wurde. Dass es zwar einen Gleich\u00adstellungs\u00adartikel in der Verfassung gibt, er\u00adk\u00e4m\u00adpft durch b\u00fcrgerliche Frauen in den 80ern, dass es aber &#8211; trotz Frauenstreik 1991 &#8211; bis heute keine reale Gleichstellung gibt.<\/p>\n<p>Die Einbin\u00addung von Frauen in die obersten Etagen der Herrschaft in Politik und (etwas sp\u00e4rlicher) Wirtschaft sind zwar Aus\u00addruck der Entwicklungen, die u.a. durch K\u00e4mpfe von Frauen erreicht wur\u00adden. Sie stel\u00adlen f\u00fcr uns aber nicht per se eine Verbesserung dar, sondern sind Teil einer Ausweit\u00adung der Einflussbereiche des kapi\u00adtalistischen Systems. Die zunehmende Erweiterung und Flexi\u00adbili\u00adsier\u00adung wei\u00adblicher Lohn\u00adarbeit \u00e4ndert nichts an den Grundlagen der Ausbeutung, sie sind lediglich eine Mo\u00addernisierung bestehender Verh\u00e4ltnisse. Wenn nun b\u00fcrgerliche Kreise 40 Jahre Frauen\u00adstimm\u00adrecht und 30 Jahre Gleichstellung bejubeln und uns weismachen wollen, die vier Bundes\u00adr\u00e4t\u00adinnen sei\u00aden Grund zum Feiern, wissen wir: Reine Augenwischerei. Auch Bundesr\u00e4tinnen gehen \u00fcber Lei\u00adchen, machen dabei nach altbekannter patriarchaler Logik einfach eine bessere Figur.<\/p>\n<p><strong>100 Jahre Frauenkampftag sind nicht genug!<br \/>\nF\u00fcr die \u00dcber\u00adwindung von Kapital und Patriarchat! Gegen ihre Kriege!<br \/>\nF\u00fcr eine Welt ohne Grenzen, ohne Ausbeutung und Unter\u00addr\u00fcck\u00adung!<\/strong><\/p>\n<p>8. M\u00e4rz Frauenb\u00fcndnis Z\u00fcrich, Februar 2011<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/ch.indymedia.org\/de\/2012\/02\/85539.shtml#aufruf\" target=\"_blank\">http:\/\/ch.indymedia.org\/de\/2012\/02\/85539.shtml#aufruf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Aufruf zur Frauendemo:<\/strong><br \/>\nSa. 10. M\u00e4rz, 13.30, Hechtplatz Zureich, Frauendemo<br \/>\nSa. 10. M\u00e4rz, Abends Frauenparty im Autonomen Beauty Salon &#8211; Hohlstr. &#8211; Zureich<\/p>\n<p>Do. 1. M\u00e4rz, Solikonzert mit zwei Frauenbands beim Bahnhof Wollishofen &#8211; ZH <br \/> <a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=1257\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10,242,16],"tags":[243,244],"class_list":["post-1257","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aus-aller-welt","category-emanzipation","category-schweiz","tag-frauenbundnis","tag-frauentag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1257","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1257"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1257\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1262,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1257\/revisions\/1262"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1257"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1257"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1257"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}