{"id":1396,"date":"2012-05-23T14:24:32","date_gmt":"2012-05-23T13:24:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=1396"},"modified":"2012-05-23T14:24:32","modified_gmt":"2012-05-23T13:24:32","slug":"exempel-griechenland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=1396","title":{"rendered":"Exempel Griechenland"},"content":{"rendered":"<div><a id=\"JL_content\" name=\"JL_content\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/demo-grichenland-540x304.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1397\" title=\"demo-grichenland-540x304\" src=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/demo-grichenland-540x304.jpg\" alt=\"\" width=\"540\" height=\"304\" srcset=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/demo-grichenland-540x304.jpg 540w, https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/demo-grichenland-540x304-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><\/a>Am heutigen Mittwoch d\u00fcrfte das erste gro\u00dfe Kr\u00e4ftemessen zwischen dem  neu gew\u00e4hlten franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Fran\u00e7ois Hollande und  Bundeskanzlerin Angela Merkel anstehen. Auf einem informellen  EU-Gipfeltreffen in Br\u00fcssel will Hollande offiziell auf die Einf\u00fchrung  von europ\u00e4ischen Anleihen \u2013 sogenannten Eurobonds \u2013 dr\u00e4ngen, mit denen  die Zinslast der s\u00fcdeurop\u00e4ischen Krisenl\u00e4nder verringert werden k\u00f6nnte.  Er werde diese von der Bundesregierung bisher abgelehnten Euro-Bonds  \u00bbnicht allein vorschlagen\u00ab, erkl\u00e4rte der franz\u00f6sische Staatschef omin\u00f6s  kurz nach dem G-8-Gipfeltreffen in Camp David. Bislang ist aber unklar,  welche Staats- und Regierungschefs au\u00dfer Italiens Premier Mario Monti  diese Forderung noch unterst\u00fctzen werde<\/div>\n<div>\nAus Berlin kamen umgehend negative Signale. Finanzstaatssekret\u00e4r Steffen  Kampeter bezeichnete Euro-Bonds am Montag gegen\u00fcber dem Deutschlandfunk  als das \u00bbfalsche Rezept zur falschen Zeit mit den falschen  Nebenwirkungen\u00ab. Auch ein Treffen der Finanzminister Deutschlands und  Frankreichs am selben Tag brachte keine Ann\u00e4herung. Berlin verweigert  sich diesem Vorhaben, da es die Zinslast f\u00fcr Deutschland anheben und den  Spardruck von den europ\u00e4ischen Krisenl\u00e4ndern nehmen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Kurz vor dem Showdown zwischen Merkel und Hollande deuteten sich aber  erste Risse in der Front der Bef\u00fcrworter der Euro-Bonds aus den  europ\u00e4ischen Krisenstaaten an. Spaniens konservativer Premier Mariano  Rajoy forderte rasche L\u00f6sungen, wie umfassende Interventionszusagen der  EZB auf den Kapitalm\u00e4rkten, da Eurobonds als schnelle Hilfsma\u00dfnahmen  ungeeignet seien. Polens Finanzminister Jacek Rostowski machte klar,  weshalb die \u00bbInterventionen\u00ab auf den Finanzm\u00e4rkten unabdingbar seien:  \u00bbEuropa mu\u00df dem Teufelskreislauf entkommen, einerseits Griechenland  nicht im Euro halten zu k\u00f6nnen, und andererseits es sich nicht leisten  zu k\u00f6nnen, Griechenland rauszuschmei\u00dfen\u00ab. Ohne massive Gelddruckerei der  EZB w\u00fcrden die Finanzsektoren und \u00f6ffentlichen Finanzen weiterer  s\u00fcdeurop\u00e4ischer L\u00e4nder nach einem Ausscheiden Griechenlands  zusammenbrechen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich gebe es in der Frage der Lockerung der Geldpolitik  \u00bbBewegung\u00ab, berichteten US-Medien kurz nach dem G-8-Gipfel. Berlin mu\u00df  schlicht die Geldschleusen der EZB \u00f6ffnen, um seine Drohung eines  Ausschlusses Griechenlands aus Euro-Zone und EU wahrmachen zu k\u00f6nnen.  Flankiert von der entsprechenden Berichterstattung in den Massenmedien  bereitet die Bundesregierung diesen Abschied von Griechenland bereits  vor. Finanzminister Sch\u00e4uble habe kurz nach den Wahlen in Hellas  gegen\u00fcber \u00bbverschreckten\u00ab EU-Diplomaten erl\u00e4utert, entsprechende  Eind\u00e4mmungsma\u00dfnahmen vorbereitet zu haben, sollten Griechenlands W\u00e4hler  nicht der Wahlempfehlung der Bundesregierung Folge leisten, berichtete  der britische Telegraph.<\/p>\n<p>Berlin wird auch alles daransetzen, an Griechenland ein Exempel zu  statuieren, um so einen Disziplinierungseffekt bei den anderen  europ\u00e4ischen Schuldenstaaten zu erreichen und hierdurch die eigene  Dominanz in der Euro-Zone zu zementieren: Die Frankfurter Allgemeine  Zeitung formulierte diese Machtlogik der Abschreckung folgenderma\u00dfen:  \u00bbWarum sollten andere Staaten noch sparen, wenn sie sehen, da\u00df ein  smarter Enddrei\u00dfiger in Athen die gesamte Euro-Zone in die Knie zwingen  kann?\u00ab Bundesbankpr\u00e4sident Jens Weidmann forderte die europ\u00e4ischen  Zentralbanken schon mal auf, ihre Exposition in Griechenland zu  reduzieren. Die Bundesregierung ist sichtlich bem\u00fcht, in dieser Hinsicht  m\u00f6glichst bald unumkehrbare Fakten zu schaffen, da die Krisendynamik  die Stimmungslage in der Euro-Zone weiter zuungunsten Deutschlands  verschieben d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Zugleich startete im Vorfeld des heutigen Gipfels das deutsche  EZB-Direktoriumsmitglied J\u00f6rg Asmussen einen Testballon, mit dem er eine  massive \u00bbVertiefung\u00ab der europ\u00e4ischen W\u00e4hrungsunion forderte. Die  \u00bbVorteile der W\u00e4hrungsunion\u00ab seien \u00bbso \u00fcberragend\u00ab, da\u00df diese durch eine  Fiskalunion, eine Finanzmarktunion und eine politische Union erweitert  werden m\u00fcsse. Diese in Vorfeldorganisationen deutscher Au\u00dfenpolitik  immer wieder lancierten \u00dcberlegungen zielen auf eine umfassende  Aush\u00f6hlung der Souver\u00e4nit\u00e4t der Euro-Staaten ab. Bisher verweigern sich  diesem Unterfangen angesichts der gegenw\u00e4rtigen Machtarithmetik nicht  nur die meisten europ\u00e4ischen Krisenstaaten, sondern auch das \u00f6konomisch  immer weiter hinter Deutschland zur\u00fcckfallende Frankreich.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2012\/05-23\/028.php\" target=\"_blank\">http:\/\/www.jungewelt.de\/2012\/05-23\/028.php<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Informeller EU-Gipfel in Br\u00fcssel: Die Fronten im Streit um den Kurs in der eskalierenden europ\u00e4ischen Schuldenkrise bleiben verh\u00e4rtet <a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=1396\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14,10,6,108],"tags":[312,315,133,316,317],"class_list":["post-1396","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-arbeitskampf","category-aus-aller-welt","category-news","category-wirtschaftskrise","tag-ezb","tag-g8","tag-griechenland","tag-hollande","tag-merkel"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1396","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1396"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1396\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1399,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1396\/revisions\/1399"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1396"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1396"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1396"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}