{"id":1661,"date":"2013-01-09T21:01:26","date_gmt":"2013-01-09T20:01:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=1661"},"modified":"2013-01-09T21:01:26","modified_gmt":"2013-01-09T20:01:26","slug":"grauzone-konzert-in-schutzi-olten-nach-oschwand-verschoben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=1661","title":{"rendered":"Grauzone-Konzert in Sch\u00fctzi (Olten) nach Oschwand verschoben"},"content":{"rendered":"<p>Da beim Thema Deutschrock eine gewisse Vorsicht geboten ist, haben wir das Konzert etwas genauer unter die Lupe genommen und Recherchen zu den Bands angestellt..<br \/>\nZu \u00abRock Rotten&#8217;s 9mm Assi Rock&#8217;n&#8217;Roll\u00bb sind generell bloss wenige Informationen zu finden, aber nichts desto trotz st\u00fcrzten auch sie sich zur Fussball-WM 2010 in nationalistischen Taumel und ver\u00f6ffentlichten das Lied \u00abSchwarz Rot Gold\u00bb. Auf einem Youtube Videoclip eines Konzerts erkennen wir nebst unz\u00e4hligen Deutschland-F\u00e4hnchen und einer \u00d6sterreich-Fahne im Hintergrund der B\u00fchne in manchen Einstellungen auch eine wehende Schwarz-Weiss-Rote Fahne. Die Schwarz-Weiss-Rote Fahne war eine der Reichskriegsfahnen w\u00e4hrend der Zeit des deutschen Nationalsozialismus, die sich in nationalistischen Kreisen grosser Beliebtheit erfreut, da sie im Gegensatz zur Hakenkreuz-Fahne in Deutschland nicht verboten ist. An einen Zufall angesichts des identit\u00e4tsstiftenden \u00abwir unsre Heimat lieben\u00bb-Gesangs glauben wir nicht. Das Band-Logo, bestehend aus Totenkopf, Munition und Eisernem Kreuz, l\u00e4sst uns ebenfalls erschaudern, da sich das Eiserne Kreuz als deutsche Kriegsauszeichnung (unter anderem auch w\u00e4hrend der Zeit des Nationalsozialismus) im nationalistischen Spektrum ebenfalls grosser Beliebtheit erfreut und wie der \u00abDeutsche Stahlhelm\u00bb, der in Videoclips zelebriert wird, Symbol des deutschen Soldatentums ist. Nebst dem, dass \u00abRock Rotten&#8217;s 9mm Assi Rock&#8217;n&#8217;Roll\u00bb sich gerne mit einem sehr gewaltverherrlichenden und frauenverachtenden Vokabular pr\u00e4sentiert (beispielsweise der Song \u00abF.I.C.K.E.N.\u00bb aus dem Album \u00abChampagner, Koks und Nutten\u00bb), sind sie bei \u00abNapalm Records\u00bb unter Vertrag. Das Label l\u00e4sst nicht nur mit seinem Namen erschaudern, der Vertrieb von unpolitischen und auch offen faschistischen Bands (unter Vertrag sind und waren beispielsweise \u00abNokturnal Mortum\u00bb, \u00abInfernum\u00bb, \u00abGraveland\u00bb, \u00abTotenburg\u00bb und \u00abAd Hominem\u00bb) und der Versand von Tontr\u00e4gern wie \u00abKriegsnebel\u00bb von \u00abNargaroth\u00bb lassen oft berechtigte Kritik am Label ert\u00f6nen.<\/p>\n<p>Aber auch \u00abMartens Army\u00bb mit dem \u00abGerbenok\u00bb-S\u00e4nger St\u00f6bi ist kein unbeschriebenes Blatt. Zahlreiche Konzerte, unter anderem mit den Grauzone-Bands \u00abHaggis\u00bb, \u00abKrawallbr\u00fcder\u00bb, \u00abFlat Sprockets\u00bb und offenen Nazibands wie \u00abHeadcase\u00bb und der \u00abBlood &amp; Honour\u00bb-Band \u00abThe Pride\u00bb, mit welchen sie im f\u00fcr seine rechten Konzerte bekannten Lokal \u00abSkinhouse Menfis\u00bb, spielten, zeigen ganz klar, aus welcher Ecke die Band kommt. Dass \u00abGerbenok\u00bb nicht nur homophob und nationalistisch ist, sondern auch RAC (Rock against Communism (Nazi-Gegenst\u00fcck zu \u00abRock gegen Rechts\u00bb)) abfeiert, dringt also auch bei \u00abMartens Army\u00bb durch. St\u00f6bi berichtete im rechten \u00abMeinungsfreiheit Zine\u00bb, dass die Szene einen F\u00fchrer brauche. Das in Schwarz-Weiss-Rot gehaltene Cover ihrer neuen Platte \u00abEin kleines bisschen Violence\u00bb zeigt da auch das typische \u00abBordstein-Beissen\u00bb. Das ist eine unter Neonazis verbreitete Praxis, jemanden durch das Brechen des Genicks zu t\u00f6ten, welche durch den Film \u00abAmerican History X\u00bb traurige Bekanntheit erlangte. Die Band scheint sich also nebst einer politischen Position durch die Verherrlichung dieser Gewaltpraxis klar zu positionieren.<br \/>\nDa auf Kritik auf der Facebook-Veranstaltungsseite mit Drohungen von Fans und dem anschliessenden L\u00f6schen der Kritik seitens des \u00abDeutschrock Events (Verein FKS)\u00bb reagiert wurde, sahen wir keinen Sinn darin, uns mit diesen Leuten zu unterhalten und richteten uns am 21. November direkt an Oliver Krieg, den Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Sch\u00fctzi. Wir unterstrichen die Notwendigkeit einer Absage mit dem stetigen Wachstum der Nazi-Problematik in Olten. Vor einigen Jahren gab es am Bahnhof Olten regelm\u00e4ssig \u00dcbergriffe auf Punks, \u00abRandst\u00e4ndige\u00bb und alternative Jugendliche. In letzter Zeit tauchen wieder vermehrt Neonazis bei Spielen des EHC Olten auf, welche vor Gewalt nicht zur\u00fcckschrecken. Sowohl Oliver Krieg, als auch Ronald Url, \u00fcbrigens im EHCO-G\u00f6nnerverein \u00abProhockey Olten\u00bb aktiv, kann das nicht entgangen sein.<br \/>\nTrotzdem erhielt nicht der Veranstalter, sondern wir eine Absage von Oliver Krieg. Er h\u00e4tte bisher nur gute Erfahrungen mit der Orga-Gruppe gemacht und diese seien garantiert keine Neonazis. Er versuchte uns jedoch zu beruhigen, indem er anmerkte, dass er in engem Kontakt mit der Stadtpolizei Olten stehe, welche den Anlass beobachten w\u00fcrde.<br \/>\nDa wir uns nicht mit einer Absage zufrieden geben und unser Vertrauen schon gar nicht in die Polizei stecken, wendeten wir uns an das Stadtrats-Mitglied Iris Schelbert-Widmer von der Direktion \u00ab\u00d6ffentliche Sicherheit\u00bb. Da die Stadt Olten die Besitzerin des Kulturzentrums Sch\u00fctzi ist, hat Iris Schelbert-Widmer das letzte Wort, wenn es um Veranstaltungen in der Sch\u00fctzi geht.<br \/>\nDer Orga-Gruppe der Deutschrock-Nacht wurde darauf hin mitgeteilt, dass die Stadt Olten die Sicherheit nur gew\u00e4hrleisten k\u00f6nne, wenn eine Bereitschaftspolizei von 20 Polizist_innen vor Ort w\u00e4re, wobei die Kosten im f\u00fcnfstelligen Bereich von der Orga-Gruppe \u00fcbernommen w\u00fcrden m\u00fcssten. Da diese gegen die Kosten protestierte, wurde kurzerhand die ganze Veranstaltung von der Stadt Olten verboten.<br \/>\nDie inzwischen in \u00abSwitzerland rocks again\u00bb umbenannte Deutschrock-Nacht findet nun auf der Heub\u00fchne des Restaurants \u00abSonne\u00bb in Oschwand statt. Bei Bernhard \u00abB\u00e4nz\u00bb Fiechter, Wirt der \u00abSonne\u00bb, stiess die von uns formulierte Kritik auf taube Ohren; er wolle \u00abQuellen von seri\u00f6sen Medien\u00bb. Die veranstaltende Gruppe h\u00e4tte bei einer vergangenen Onkelznacht in der \u00abSonne\u00bb erkennbare Neonazis abgewiesen. Ausserdem seien auftretende Gruppen wie \u00abK\u00e4rbholz\u00bb und \u00abRock Rotten&#8217;s 9mm Assi Rock&#8217;n&#8217;Roll\u00bb bekannte Deutschrock-Bands, die auch auf etablierten Veranstaltungen wie dem \u00abWacken Open Air\u00bb auftreten d\u00fcrfen und deswegen unproblematisch seien.<br \/>\nObwohl Bernhard \u00abB\u00e4nz\u00bb Fiechter schreibt, dass ihm der Background fehle, um auf unsere Argumentation einzugehen, h\u00e4lt er am Konzert fest und l\u00e4dt uns dreisterweise ein, das Konzert zu besuchen, um unsere \u00abVorurteile abzubauen\u00bb, oder ihn von unserer Sichtweise zu \u00fcberzeugen, obwohl es dann eindeutig schon zu sp\u00e4t f\u00fcr eine Absage sei.<\/p>\n<p>Wir befinden uns in Zeiten, in denen v\u00f6lkisch-nationalistische Bands ihre menschenverachtende Ideologie nicht mehr offen in ihren \u00c4usserungen und Texten darlegen, sondern diese hinter dem Zelebrieren von breitumfassenden und schwammigen Begriffen wie Heimatliebe und Bewahrung urt\u00fcmlicher Werte verstecken. Durch die massentauglich gewordene und oftmals kommerziell aufgemachte Musik werden umstrittenen Bands, wie beispielsweise \u00abFrei.Wild\u00bb, eine Plattform mitten in der Gesellschaft geschaffen, so, dass eben genannte Band am Heitere Open Air, an dem \u00abauch musikalisch f\u00fcr die ganze Familie etwas dabei ist\u00bb, spielen durfte. Gerade bei Grauzone-Bands, bei denen die chauvinistische Grundhaltung nicht mehr so einfach f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit anzuprangern ist, sondern die schleichend und mit viel Show verpackt \u00fcbermittelt wird, scheint es umso wichtiger, bei Konzerten zu intervenieren und diese bestenfalls zu verhindern.<\/p>\n<p>Wir erachten es als Teil-Erfolg, dass das Konzert nicht im Kulturzentrum Sch\u00fctzi stattfinden wird und jetzt in eine unvorteilhaftere Location ausweichen muss.<br \/>\nNichtsdestotrotz kommt es viel zu oft vor, dass Konzerte mit rechtsoffenen und\/oder reaktion\u00e4ren K\u00fcnstler_innen ungehindert und unkritisiert \u00fcber die B\u00fchne gehen k\u00f6nnen.<br \/>\nDeswegen rufen wir auf, bei Grauzone- und Nazi-Konzerten nicht wegzuschauen, sondern laut zu werden und einzugreifen.<\/p>\n<p>Rechtsrock-Konzerten den Saft abdrehen!<br \/>\nNo Homezone for Greyzone!<\/p>\n<p>4. Januar 2013, Antifa Aarau<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/ch.indymedia.org\/de\/2013\/01\/88413.shtml\" target=\"_blank\">http:\/\/ch.indymedia.org\/de\/2013\/01\/88413.shtml<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 5. Januar h\u00e4tte im Kulturzentrum Sch\u00fctzi in Olten die Deutschrock-Nacht Vol.1 stattfinden sollen. Geplant wurde sie vom selbsternannten Organisationstalent Ronald Url aus Selzach, der auch schon Konzerte mit den Grauzone-Bands \u00abUnantastbar\u00bb, \u00abKillerton\u00bb, \u00abThekenproleten\u00bb, \u00abStainless Steel\u00bb, \u00abBerserker\u00bb, \u00abUnherz\u00bb, \u00abProoligans\u00bb, \u00abSlapshot\u00bb und den \u00abKrawallbr\u00fcdern\u00bb durchf\u00fchrte.<br \/>\nAn der Deutschrock-Nacht in der Sch\u00fctzi w\u00e4ren neben \u00abToxic Euphony\u00bbund \u00abK\u00e4rbholz\u00bb auch die problematischen Grauzone-Bands \u00abMartens Army\u00bb und \u00abRock Rotten&#8217;s 9mm Assi Rock n Roll\u00bb aufgetreten. Diese Veranstaltung wurde aufgrund antifaschistischem Druck abgesagt und findet jetzt im Restaurants \u00abSonne\u00bb in Oschwand statt. <a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=1661\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13,6,16],"tags":[440,444,441,443,442],"class_list":["post-1661","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-antifa","category-news","category-schweiz","tag-deutschrock","tag-martens-army","tag-olten","tag-rock-rotten","tag-schutzi"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1661","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1661"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1661\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1662,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1661\/revisions\/1662"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1661"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1661"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1661"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}