{"id":1735,"date":"2013-03-08T10:21:48","date_gmt":"2013-03-08T09:21:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=1735"},"modified":"2013-03-08T10:21:48","modified_gmt":"2013-03-08T09:21:48","slug":"frauen-raume-subito-gemeinsam-fur-selbstbestimmte-raume","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=1735","title":{"rendered":"Frauen R\u00e4ume, subito! Gemeinsam f\u00fcr selbstbestimmte R\u00e4ume"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wer wir sind<\/strong><br \/>\nDas 8. M\u00e4rz Frauenb\u00fcndnis ist ein revolution\u00e4res B\u00fcndnis aus verschiedenen Organisationen, Gruppen und Einzelfrauen. Als Kommunistinnen, Feministinnen, Autonome und Anarchistinnen setzen wir uns inhaltlich mit verschiedensten Themen rund um den Frauenkampf auseinander und organisieren seit rund 25 Jahren jedes Jahr eine Demo zum internationalen Frauenkampftag.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/frauenraeume.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1736\" title=\"frauenraeume\" src=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/frauenraeume-210x300.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/frauenraeume-210x300.jpg 210w, https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/frauenraeume.jpg 448w\" sizes=\"auto, (max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><\/a>Frauenr\u00e4ume, eine Notwendigkeit<\/strong><br \/>\nEntgegen dem Zeitgeist, der behauptet, dass der Frauenkampf nicht mehr n\u00f6tig sei, weil Frauen auch in Politik und Wirtschaft ihren Platz einnehmen k\u00f6nnen &#8211; entgegen diesem Mainstream und dem damit verbundenen  konservativen Backlash fordern wir Frauenr\u00e4ume, subito! Es reicht nicht aus, dass in den Unternehmen der \u00abGender Mainstream\u00bb zum guten Ton geh\u00f6rt, dass Frauen auch Kanzlerinnen werden und in Wirtschaft und Politik mitreden k\u00f6nnen. Gleichberechtigung und Gleichstellung sind zu einem Allgemeinplatz geworden, der dar\u00fcber hinwegt\u00e4uscht, dass Sexismus und Diskriminierung sowie die mit viel Unfreiheit verbundene geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und Doppelbelastung immer noch zum Alltag von Frauen geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>In einer Zeit, in der Angriffe auf selbstbestimmte Frauenr\u00e4ume stattfinden, ist der Kampf um solche elementar. Wenn Frauenh\u00e4user von AntifeministInnen \u00f6ffentlich denunziert werden, und das Recht auf Abtreibung von rechter und religi\u00f6ser Seite her in Frage gestellt wird, gilt es diese \u00abR\u00e4ume\u00bb zu verteidigen. Wenn frauenfeindliche Spr\u00fcche im Alltag und sexistische Plakatw\u00e4nde an jeder Hausecke uns Frauen eine ganz bestimmte Rolle in der Gesellschaft zuweisen; wenn der Hauptteil an (Gratis-)Reproduktionsarbeit in Familien noch immer von Frauen geleistet wird und Frauen immer noch viel weniger verdienen; wenn geschlechtsspezifische Fluchtgr\u00fcnde von Migrantinnen nicht anerkannt werden, wenn M\u00e4dchen- und Frauenf\u00f6rderungen gestrichen werden und wenn heteronormative Zw\u00e4nge unsere kreativen Lebens- und  Liebesentw\u00fcrfe  erschweren\u2026, dann brauchen wir andere Orte, andere Denkweisen und eine andere Politik: Kreative, antipatriarchale, revolution\u00e4re, herrschaftsfreie R\u00e4ume!<\/p>\n<p><strong>Frauenr\u00e4ume sind das, was wir aus ihnen machen<\/strong><br \/>\nFrauenr\u00e4ume sind f\u00fcr uns Orte, an denen wir ungest\u00f6rt diskutieren k\u00f6nnen, wo wir die M\u00f6glichkeit haben, mit feministischem Blick die Gegenwart zu analysieren und uns eine selbstbestimmte Perspektive zu schaffen. Hier bleibt der homophobe und sexistische Alltag draussen und es gibt Luft und Mut f\u00fcr Neues.<\/p>\n<p>Frauenr\u00e4ume sind nicht ohne weiters widerspruchsfrei oder revolution\u00e4r. Sie entstehen in einer widerspr\u00fcchlichen gesellschaftlichen Situation und spiegeln diese teilweise wieder. Wir wollen Frauenr\u00e4ume &#8211; aber wer sind  wir? Und wen schliessen wir damit aus? Trotz dieser wiederkehrenden  Fragen finden wir es notwendig, dass wir Frauen uns unsere R\u00e4ume erhalten und erk\u00e4mpfen. Frauenr\u00e4ume erm\u00f6glichen es uns, uns zu organisieren und gegen Sexismus, Rassismus und Homophobie laut zu werden.<\/p>\n<p><strong>K\u00e4mpfen wir gemeinsam!<\/strong><br \/>\nDas Selbstverst\u00e4ndnis, dass es richtig ist, Frauenr\u00e4ume einzufordern, darf ruhig wieder einen festen Platz in unseren K\u00f6pfen und Herzen einnehmen. Wo sind die unz\u00e4hligen erk\u00e4mpften R\u00e4ume hin, die sich  Frauen seit den 60er Jahren zu eigen gemacht haben? Wo sind die Frauen hin, die diese R\u00e4ume besetzt, betrieben und genutzt haben? Die Geschichte zeigt, dass viele Frauenr\u00e4ume verschwunden sind. Einige wurden institutionalisiert, wie zum Beispiel das Fraueninformationszentrum, die Frauenh\u00e4user oder das Meitlihuus und einige konnten sich halten, wie der Partyraum TanzLeila oder die j\u00e4hrliche Demo zum internationalen Frauenkampftag in  Z\u00fcrich.<\/p>\n<p>8. M\u00e4rz Frauenb\u00fcndnis Z\u00fcrich, frauenbuendnis(aet)immerda.ch<\/p>\n<p>Raus auf die Strasse am 9. M\u00e4rz 2013, an die Frauendemo zum internationalen Frauenkampftag! 13.30 Hechtplatz Z\u00fcrich<\/p>\n<p>8. M\u00e4rz Frauenb\u00fcndnis Z\u00fcrich, frauenbuendnis(aet)immerda.ch<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong>Gegen den Sozialabbau, die Arbeitslosigkeit, Armut und die sexistischen Gesetze auf die Strasse!<\/strong><\/p>\n<p>Bei dem Streik der Textilarbeiterinnen am 8. M\u00e4rz 1857 in New York, den sie f\u00fcr bessere Arbeits- und Lebensbedingungen organisierten, wurden 129 Frauen ermordet. Auf der zweiten Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen im Jahre 1910 schlug Clara Zetkin vor, dass ein Tag im Jahr als internationaler Einheits-, Kampf- und Solidarit\u00e4tstag der Frauen eingef\u00fchrt werden solle. Festgelegt wurde der 8. M\u00e4rz dann zu Ehren des Kampfes der New Yorker Textilarbeiterinnen.<\/p>\n<p>Am 8. M\u00e4rz 1917 hoben die Arbeiterinnen von St. Petersburg die Fahne des Kampfes in die H\u00f6he. Dieser Streik war der Beginn der Oktoberrevolution und richtete sich gegen den Zarismus und die Armut. Der 8. M\u00e4rz ist auch zu ihren Ehren der internationale Kampf- und Solidarit\u00e4tstag der Frauen. Somit entwickelte sich der 8. M\u00e4rz zu einem Tag, den internationale Arbeiterinnen mit ihrem Leben bezahlten, an dem der Gleichheits- und Befreiungskampf gemeinsam gefeiert wird und an dem die aktuellen Forderungen der Frauen formuliert werden.<\/p>\n<p>Seit dem ersten organisierten Streik der Frauen am 8. M\u00e4rz 1857 sind 155 Jahre vergangenen. In diesen 155 Jahren haben Frauen einige Rechte gewonnen und einen langen Weg zur\u00fcckgelegt. Doch die Profitgier der Kapitalherrscher, die eine t\u00f6dliche Kriegspolitik betreiben, die zu Krisen f\u00fchrt, die Arbeitslosigkeit produziert und die Armut wie eine Lawine wachsen l\u00e4sst, f\u00fchrt auch St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck zu der R\u00fccknahme der ArbeiterInnenrechte, die jahrelang erk\u00e4mpft wurden.<\/p>\n<p>Die Frauen, die die Sklaven der Sklaven sind, werden nur aufgrund der Tatsache, dass sie Frauen sind, dies wissend gepr\u00e4gt und so gebildet. Ebenso wird zu Gewalt gegriffen, um ihnen gewisse Verhaltensweisen zu lehren. Sie werden zweifach unterdr\u00fcckt und im Namen der Ehre ermordet. Ihre Sexualit\u00e4t wird vermarktet, wird gekauft und verkauft. Sie werden vergewaltigt und sexuell bel\u00e4stigt. In Kriegen sind sie die zu erobernden Sch\u00e4tze. Obwohl die Frau jeden Tag aufs Neue diejenige ist, die das Leben reproduziert, hat sie in keinem Bereich des Lebens ein Mitspracherecht, nicht einmal \u00fcber ihren eigenen K\u00f6rper und ihr Leben. Frauen sind diejenigen, die als billige Ersatzarbeitskraft eingestellt werden, und in Krisenzeiten als erste entlassen werden. Wenn innerhalb der Familie die Arbeitslosigkeit steigt, wird die gesellschaftliche Rolle der Frau immer wichtiger. Denn trotz der Armut ist es weiterhin die Aufgabe der Frau, die Familienmitglieder satt und gl\u00fccklich zu stimmen. Sobald Gesundheit, Bildung und soziale Sicherheit keine Rechte mehr sind, sondern privatisiert und als Ware verkauft werden, sind auch hier die Frauen die ersten, die diese Rechte verlieren. Doch damit nicht genug! Auch \u00fcbernehmen Frauen \u2013 als sei es ein ungeschriebenes Gesetz \u2013 die Pflege von Hilfsbed\u00fcrftigen. Arbeitslosigkeit und Armut f\u00fchren dazu, dass Frauen weltweit zur Zielgruppe des Sexsektors werden; dass die psychischen Probleme innerhalb der Gesellschaft und die h\u00e4usliche Gewalt zunehmen; und dass Frauenmorde und Gewalt an Frauen in grausamer Art und Weise steigen.<\/p>\n<p>Die Zahlen der Streikenden auf Stra\u00dfen, in Fabriken und Schulen weltweit gegen diese Ungerechtigkeiten, die Ausbeutung und Grausamkeiten nehmen zu und Frauen scheuen sich nicht, ihren Platz an den Fronten einzunehmen. Die Fackel, die 1857 durch die streikenden Frauen entflammte, lodert heute in den H\u00e4nden der Arbeiterinnen.<\/p>\n<p>Arbeiterinnen, liebe Frauen, liebe Freunde,<br \/>\nlasst uns gemeinsam gegen dieses Leben als Sklaven, das uns aufgezwungen wird, auf die Stra\u00dfen gehen! Lasst uns gemeinsam gegen den Sozialabbau, die Arbeitslosigkeit, Armut und sexistische Gesetze k\u00e4mpfen! Lasst uns am 8. M\u00e4rz solidarisch unsere gemeinsamen Parolen rufen!<\/p>\n<p>Es lebe der 8. M\u00e4rz, der internationale Frauenkampftag!<br \/>\nRuhm denjenigen, die den 8. M\u00e4rz erschaffen haben und heute am Leben halten!<\/p>\n<p>Yeni kadin, yenikadindergisi(aet)yahoo.de<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong>Den h\u00e4uslichen Raum aus dem Privaten zerren<\/strong><\/p>\n<p>Die Frage, wer die private Sorgearbeit in Zeiten allseits geforderter Erwerbsarbeit \u00fcbernehmen soll, ist tats\u00e4chlich keine Frage. Sie wird noch immer und selbstverst\u00e4ndlich den Frauen abverlangt. Die herrschende Klasse versucht, die tiefe \u00f6konomische und kulturelle Krise unter anderem durch die wieder erh\u00f6hte Verpflichtung der Frauen im privaten Raum zu l\u00f6sen. Denn durch die Sparprogramme der \u00f6ffentlichen Hand werden bezahlte Sorgearbeiten in den privaten unbezahlten Bereich verlagert.<\/p>\n<p>Durch die Abkehr einer Absicherung bei Krankheit, Erwerbslosigkeit und im Alter wird auch die Familienarbeit immer weiter prekarisiert. Kranke erhalten nicht mehr die umfassende Versorgungim Gesundheitssystem, die L\u00fccken sollen von pflegenden Familienmitgliedern ausgef\u00fcllt werden. Lernprozesse von Kindern sind in \u00fcberf\u00fcllten Klassenzimmern mit \u00fcberforderten Lehrpersonen nicht mehr zu realisieren und Familien werden zu Nachhilfebetrieben. Sorgearbeitende ben\u00f6tigen ein ausgekl\u00fcgeltes System des Zeitmanagements, um die vielf\u00e4ltigen Aufgaben \u00fcberhaupt realisieren zu k\u00f6nnen. Die Zementierung der Verantwortlichkeitder proletarischen Frauen an die Haus- und Sorgearbeit verst\u00e4rkt wieder unsere Mehrfachbelastung &#8211; sofern wir es uns nicht leisten k\u00f6nnen, eine Haushaltshilfe, oft eine schlechtbezahlte Migrantin, zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>Die Zur\u00fcckbindung der Frauen an den h\u00e4uslichen Raum soll unsere Anspr\u00fcche auf den \u00f6ffentlichen Raum zur\u00fcckdr\u00e4ngen und unseren Widerstand b\u00e4ndigen. Diese Tendenzen zeigen sich ideologisch durch die Reaktion\u00e4ren, wie auch durch die \u00f6konomischen Zw\u00e4nge. Dazu kommt die Weigerung vieler M\u00e4nner, im Haus- und Sorgebereich mehr Verantwortung zu \u00fcbernehmen, trotz des Verlusts der &#8220;Ern\u00e4hrerfunktion&#8221; und trotz vermehrter weiblicher Lohnarbeit. Heute findet zur Sorgearbeit im Privaten l\u00e4ngst, aber zu lange, ein m\u00fchsamer Aushandlungsprozess statt.<\/p>\n<p>Der Fokus der Geschlechterverh\u00e4ltnisse muss heute weniger auf der Gleichberechtigung, sondern mehr auf der Gleichverpflichtung liegen. Auf der Verpflichtung der M\u00e4nner, Familienarbeit zu \u00fcbernehmen, v.a. heute, wowir uns wieder mehr von der Vergesellschaftung der Sorgearbeit entfernen. Nicht nur M\u00e4dchen, sondern auch Buben soll die moralische Verpflichtung der F\u00fcrsorglichkeit und Verantwortlichkeit vermittelt werden. M\u00e4nner sollen genauso zur notwendigen Subsistenz- und Lebensarbeit von klein auf erzogen werden. Dringlich ist eine gesellschaftliche Transformation, welche statt der Profitmaximierung die Erf\u00fcllung menschlicher Lebensbed\u00fcrfnisse zum Ziel hat. Eine radikale Neuaufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeitszeit bei gleichzeitiger Sicherung der Existenzgrundlage, der Ausbau \u00f6ffentlicher Bereiche zur Unterst\u00fctzung famili\u00e4rer Reproduktionsarbeit, der Ausbau staatlicher oder vergesellschafteter Dienstleistungen in Bildung, Gesundheit, Sozialdiensten und Pflege und die Aufwertung personenbezogener Dienstleistungen.<\/p>\n<p>Klar ist, dass kapitalistische Profitgesetze diese Forderungen verhindern. Ebenso ist die Gleichverpflichtung eine politische Forderung, die die Grenzen des Kapitalismus sprengt. Sie stellt gesellschaftliche Arbeitsstrukturen und Geschlechterrollen in Frage, die in allen Bereichen reproduziert werden. Gleichverpflichtung ist keine private Forderung, sondern muss auf politischer Ebene erk\u00e4mpft werden.<\/p>\n<p>Erst kollektive frauenk\u00e4mpferische Praxen erm\u00f6glichen uns, kritisch Hegemonien und Selbstverst\u00e4ndlichkeiten zu hinterfragen und anzugreifen. Erm\u00f6glichen uns, die momentanen gesellschaftlichen Zust\u00e4nde als Konstruktionen der Profitm\u00e4chtigen zu entlarven und Herrschafts- und Ausbeutungsverh\u00e4ltnissen die Stirn zu bieten, Widerstand zu leisten, unser eigenes Denken und Handeln entgegen zu setzen. Tun wir uns zusammen, k\u00f6nnen emanzipatorische Praxen, kollektive Formen und frauenk\u00e4mpferische Perspektiven sichtbar gemacht werden, kann das Einverst\u00e4ndnis der eigenen Unterwerfung hinterfragt werden. Verweigern wir uns den b\u00fcrgerlichen Wertmassst\u00e4ben und Erwartungen und begeben wir uns auf kreative Zwischenstationen im Hier und Jetzt.<\/p>\n<p>Den h\u00e4uslichen Raum aus dem Privaten zerren, Redomestizierung verweigern!<br \/>\nB\u00fcrgerlich-patriarchale Geschlechterordnungen demontieren!<br \/>\nDas kapitalistische System entwurzeln! F\u00fcr den Kommunismus!<\/p>\n<p>Frauenstruktur des Revolution\u00e4ren Aufbaus<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong>Selbstbestimmung von Frauen und Kindern verteidigen<\/strong><\/p>\n<p>Konservative Christ\/innen haben vor drei Jahren die Initiative &#8220;Abtreibung ist Privatsache &#8211; Entlastung der Krankenversicherung durch Streichung der Kosten des Schwangerschaftsabbruchs aus der obligatorischen Grundversicherung&#8221; lanciert. 2011 wurde die Initiative eingereicht. Sie ist derzeit im Parlament h\u00e4ngig; bis 2014 muss sie behandelt werden, um zur Abstimmung zu gelangen.<\/p>\n<p>Die Initiative stellt das Kostenargument in den Mittelpunkt. Behauptet wird, Abtreibungen belasteten als &#8220;unn\u00f6tige&#8221; Leistungen das Gesundheitssystem und d\u00fcrften deshalb nicht mehr von den Krankenkassen \u00fcbernommen werden. Das kommt gut an, gerade bei denen, die gerne auf dem Buckel der Wenigerverdienden sparen. Ausserdem wird behauptet, Abtreibungen seien ein &#8220;Ausl\u00e4nderproblem&#8221;, denn Ausl\u00e4nderinnen w\u00fcrden sie als kostenlose Verh\u00fctungsmethode missbrauchen und so das &#8220;Schweizer&#8221; Gesundheitssystem ausnehmen. Das ist billige rassistische Stimmungsmache.<\/p>\n<p>In den Publikationen des Initiativkomites werden Frauen die Abtreiben als leichtsinnig und unmoralisch verunglimpft. Doch nicht nur Abtreibungsgegner\/innen versuchen, mit ihrer Propaganda Frauen ihren Wertvorstellungen zu unterwerfen und ihre K\u00f6rper f\u00fcr ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Frauen, die sich ein Kind w\u00fcnschen, sind einem ganz anderen moralischen Druck ausgesetzt: In den westlichen L\u00e4ndern sehen sich schwangere Frauen immer mehr mit einem medizinisch-technischen Apparat konfrontiert. Die medizinische Begleitung von Frauen mit Kinderwunsch beinhaltet routinem\u00e4ssig eine Anzahl von Kontrollen und Untersuchungen, die dazu dienen Krankheiten und Behinderungen m\u00f6glichst schon vor der Geburt festzustellen. \u00dcber die Risiken der Tests wird aber selten aufgekl\u00e4rt. Die Schwangere und ihre zuk\u00fcnftigen Kinder werden kontrolliert und bewertet, mit dem Ziel, Menschen, die sich nicht gut genug in die<br \/>\nneoliberale Leistungsgesellschaft einf\u00fcgen, zu verhindern.<\/p>\n<p>Wohlgemerkt: dies gilt nur f\u00fcr einen kleinen privilegierten Teil der Welt. Anderswo wird mit ideologischer und finanzieller Unterst\u00fctzung des Westens die mythologische \u00dcberbev\u00f6lkerung bek\u00e4mpft. Die Regulierungsmassnahmen reichen von der Koppelung lebenswichtiger G\u00fcter an Geburtenkontrolle bis hin zu Zwangssterilisationen. So wurden im Rahmen eines bev\u00f6lkerungspolitischen Programms in Peru zwischen 1995 und 1998 \u00fcber 300&#8217;000 Frauen sterilisiert.<\/p>\n<p>Dies alles sind Facetten derselben Politik. Sie zielt darauf ab, Frauen ihre \u00f6konomische Unabh\u00e4ngigkeit und ihre Entscheidungsfreiheit im Umgang mit ihrem K\u00f6rper<br \/>\nabzusprechen.<\/p>\n<p>Welches Argument sie auch gebrauchen: es geht den Initiant\/innen schlicht darum, Abtreibungen wieder zu kriminalisieren. Via konservativer Sitten- und Morallehre wollen sie die Frauen wieder zur\u00fcck an den Herd kommandieren. In Frauen sehen sie nichts weiter als untert\u00e4nige Geb\u00e4rmaschinen.<\/p>\n<p>Dieselben Leute &#8211; darunter Exponent\/innen der SVP, EDU, EVP, CVP und FDP &#8211; w\u00e4hnen das &#8220;christliche Abendland&#8221; durch Sexualaufkl\u00e4rung und Aids-Pr\u00e4vention bedroht. Das Initiativkomitee der Abtreibungsinitiative ist mehr oder weniger deckungsgleich jenem der Initiative &#8220;Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule&#8221;. Man findet sie auch unter den Gegner\/innen des revidierten Epidemiegesetzes.<\/p>\n<p>Die christliche Rechte will um jeden Preis jegliche Selbstbestimmung von Frauen und Kindern verhindern. Denn es k\u00f6nnte ihre Macht und Gewalt \u00fcber die Familien schm\u00e4lern.<\/p>\n<p>Die Initiative &#8220;Abtreibung ist Privatsache&#8221; ist rassistisch und frauenfeindlich. Wehren wir uns gegen alle Angriffe der (christlichen) Rechten.<\/p>\n<p>Kinder oder keine entscheiden wir alleine!<\/p>\n<p>FrauenLesbenKasama, frauenlesben(aet)kasama.ch<br \/>\nFrauen-Caf\u00e9 Winterthur, rabia(aet)gmx.ch<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong>Migrationsregime: Von Verwertung zu Ausgrenzung<\/strong><\/p>\n<p>Um die gegenw\u00e4rtige Migrationspolitik in Europa zu verstehen, hilft es, sich klar zu machen, dass MigrantInnen danach beurteilt und behandelt werden, ob sie verwertbar sind oder nicht. Im Kontext der Krise, der gezielten Umstrukturierung ganzer Regionen, sowie den anzunehmenden Migrationsbewegungen aufgrund Klimaver\u00e4nderung und globaler Kapitalisierung der Landwirtschaft, bedeutet dies, dass immer mehr Menschen in der Kapitallogik \u00abunbrauchbar\u00bb werden, da sich ihre Arbeitskraft nur schlecht verkaufen l\u00e4sst. Dieses \u00f6konomische \u00ab\u00dcberfl\u00fcssig-werden\u00bb spiegelt sich im europ\u00e4ischen Migrationsregime: Der Fokus verschiebt sich von Verwertung zu Ausgrenzung. Es findet eine massive Ausgrenzung nach Aussen statt: Europa verkommt zur vermeintlichen Festung, das Mittelmeer zum Massengrab, die Aussengrenzen verschieben sich nach Nordafrika. Die Ausgrenzung versch\u00e4rft sich auch gegen Innen. In der Schweiz l\u00e4sst sich das zum Beispiel an der Planung von geschlossenen Internierungslagern und an den anderen Versch\u00e4rfungen des Asylrechts festmachen.<\/p>\n<p>Die Rede von \u00abder\u00bb Migration* geht von einem einheitlichen \u00abmigrierenden Subjekt\u00bb aus. Doch unterscheidet sich die Migration von Frauen von derjenigen von M\u00e4nnern in einigen Aspekten. Frauen fliehen oft aus anderen Gr\u00fcnden als M\u00e4nner und sind sowohl von der Verwertung als auch von der Ausgrenzung anders betroffen. Erst seit 1998 sind frauenspezifische Fluchtgr\u00fcnde im Asylgesetz verankert (z.B. h\u00e4usliche Gewalt, sexuelle \u00dcbergriffe, Zwangsverheiratung). Die Chancen auf Anerkennung sind jedoch gering. Generell werden die Aussagen von Frauen im Asylverfahren als nicht glaubw\u00fcrdig eingestuft und die Gesuche in erster Instanz oft abgelehnt.<\/p>\n<p>Eine grosse Zahl der migrierenden Frauen ist vor und w\u00e4hrend der Flucht k\u00f6rperlicher und sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Die Befragungssituation, einem Verh\u00f6r \u00e4hnlich, ist zus\u00e4tzlich traumatisierend. Den Beh\u00f6rden geht es bei dieser Befragung vor allem darum, der Gesuchstellerin L\u00fcgen zu unterstellen, um ihr Gesuch abzulehnen. Die Aussagen werden als unlogisch beurteilt, das Denken der BefragerInnen ist von Stereotypen und Vorurteilen gepr\u00e4gt. Durch die geplante Einf\u00fchrung von Vorgespr\u00e4chen, die an Dritte ausgelagert werden k\u00f6nnen, wird die diese Situation weiter versch\u00e4rft. Ergibt die Befragung, dass es sich um ein nicht \u00abrechtm\u00e4ssiges\u00bb Asylgesuch handelt, wird sofort die R\u00fcckschaffung eingeleitet. Das Bundesamt f\u00fcr Migration st\u00fctzt sich dabei auf \u00abHerkunftsl\u00e4nderinformationen\u00bb, deren Quellen geheim sind. Asylgesuche aus sog. \u00absafe countries\u00bb werden nicht behandelt. Mit der neusten Revision wird zudem die M\u00f6glichkeit abgeschafft, in einer Schweizer Botschaft ein Asylgesuch zu stellen. Diese Massnahme trifft Frauen besonders hart, da eine Flucht f\u00fcr sie besonders risikoreich ist.<\/p>\n<p>MigrantInnen sind Zielscheiben f\u00fcr Rassismus. Seien es latente rassistische Vorurteile oder medial inszenierte Hetzjagden, Rassismus dient der Verschleierung struktureller Ausbeutung und soll ablenken von der Gemeinsamkeit des Verwertet-Werdens im Kapitalismus. Mittels Rassismus wird Migrantinnen verschiedene negative Stereotypen zugeschrieben: Sie gelten als Exotinnen oder als r\u00fcckst\u00e4ndig und unterdr\u00fcckt, sie verschwinden so in einer passiven Opferrolle, ihre Realit\u00e4t bleibt unsichtbar. Dies dient der Entsolidarisierung durch die Verschleierung der verschiedenen Unterdr\u00fcckungsmechanismen, die im Patriarchat alle Frauen betreffen.<\/p>\n<p>Der Umgang mit Migration ist Ausdruck der kapitalistischen Ausbeutung. Hier leben darf nur, wer n\u00fctzlich und verwertbar ist oder viel Verm\u00f6gen mitbringt. Die anderen sollen bleiben, wo sie sind oder werden in Lagern verwaltet.<\/p>\n<p>Ein gutes und w\u00fcrdiges Leben f\u00fcr alle ist nur jenseits des kapitalistischen Systems m\u00f6glich! Wehren wir uns gegen patriarchale und kapitalistische Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung!<\/p>\n<p>* Migration meint in diesm Text nicht die der oberen Klassen. Das Beschriebene gilt nur f\u00fcr die unten, die anderen erleben gerade das Gegenteil. Die Mobilit\u00e4t von ManagerInnen, Expats etc. ist erw\u00fcnscht und wird politisch gef\u00f6rdert<\/p>\n<p>Frauen-Caf\u00e9 Winterthur, rabia(aet)gmx.ch<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong>Es lebe der Internationale Kampftag der Frauen<\/strong><\/p>\n<p>Auf der sozialistischen Frauenkonferenz im August 1910 wurde beschlossen, \u201eals einheitliche internationale Aktion einen allj\u00e4hrlichen Frauentag\u201c, einen gemeinsamen Kampftag der Arbeiterinnenbewegung zu begehen. Unter dem Kampfruf \u201eHeraus mit dem Frauenwahlrecht\u201c gingen am ersten Internationalen Frauentag, am 19. M\u00e4rz 1911, alleine in Deutschland mehr als eine Million Frauen auf die Stra\u00dfe und forderten f\u00fcr alle Frauen soziale politische Gleichberechtigung.<\/p>\n<p>Auch heute sind diese Forderungen aktuell: Weltweit leben Frauen in patriarchalen Herrschaftsverh\u00e4ltnissen und sind mit Unterdr\u00fcckung und Ausbeutung konfrontiert. Mehrheitlich Frauen und M\u00e4dchen sind Opfer von Armut und Gewalt, wobei laut WHO Statistik 2001 global Gewalt die Haupttodesursache f\u00fcr Frauen ist, noch vor Krebs, HIV und Herzinfarkt. In Deutschland verdienen sie im Falle von geregelten Arbeitsverh\u00e4ltnissen durchschnittlich 23% weniger als ihre m\u00e4nnlichen Kollegen und sind \u00fcberproportional h\u00e4ufig im Niedriglohnsektor besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern ist eine gesellschaftlich akzeptierte Tatsache, die in patriarchalen und heteronormativen Systemen zu dessen Aufrechterhaltung immer weiter reproduziert wird. Deshalb ist die Frage der Geschlechterverh\u00e4ltnisse nicht losgel\u00f6st von der grunds\u00e4tzlichen hierarchischen Beschaffenheit der Gesellschaft zu denken, die in ausgrenzenden Kategorien wie Geschlecht, sexueller Orientierung, Ethnizit\u00e4t, Nationalit\u00e4t, Behinderung, Klasse und anderen funktioniert.<\/p>\n<p>Und trotz allem, bleibt es noch ein weiter Weg, bis die Gleichheit in allen Bereichen und Augenblicken des Alltags Realit\u00e4t wird. Es gibt noch zahlreiche Situationen in denen sich die Diskriminierung der Frau fortsetzt, in der sie ungleich behandelt wird, Respekt und Gerechtigkeit fehlen. Es reicht ein Blick hin zu unseren Nachbarinnen, zu den Familien in unserem Wohnviertel, zu unseren Arbeitskolleginnen, zu den arbeitenden Frauen in anderen Kontinenten um festzustellen, dass noch immer Unterschiede, Diskriminierung und Gewalt auf Grund des Geschlechtes existieren. Wir beobachten, dass sich diese Situation heute, wegen der aktuellen globalen Krise versch\u00e4rft hat. Ohne Erbarmen trifft sie die Arbeiterklasse, aber auf eine viel brutalere Weise und sehr viel h\u00e4rter, die am leichtesten zu verletzenden und benachteiligten Gruppen, wie es, neben Anderen, die Frauen sind, insbesondere die armen und jungen Frauen, so wie die Migrantinnen.<\/p>\n<p>Wir k\u00e4mpfen f\u00fcr eine Gesellschaft, in der die kapitalistische Ordnung \u00fcberwunden ist und nicht der Profit im Mittelpunkt steht. F\u00fcr eine Welt, in der Patriarchat, Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung keinen Platz hat.<\/p>\n<p>Demokratische Frauenbewegung in der Schweiz, 2013<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/ch.indymedia.org\/de\/2013\/03\/88984.shtml\" target=\"_blank\">http:\/\/ch.indymedia.org\/de\/2013\/03\/88984.shtml<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer wir sind<br \/>\nDas 8. M\u00e4rz Frauenb\u00fcndnis ist ein revolution\u00e4res B\u00fcndnis aus verschiedenen Organisationen, Gruppen und Einzelfrauen. Als Kommunistinnen, Feministinnen, Autonome und Anarchistinnen setzen wir uns inhaltlich mit verschiedensten Themen rund um den Frauenkampf auseinander und organisieren seit rund 25 Jahren jedes Jahr eine Demo zum internationalen Frauenkampftag.Wer wir sind<br \/>\nDas 8. M\u00e4rz Frauenb\u00fcndnis ist ein revolution\u00e4res B\u00fcndnis aus verschiedenen Organisationen, Gruppen und Einzelfrauen. 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