{"id":1754,"date":"2013-03-27T12:50:51","date_gmt":"2013-03-27T11:50:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=1754"},"modified":"2013-03-27T12:50:51","modified_gmt":"2013-03-27T11:50:51","slug":"literatur-aktion-der-luchs-spezialeinheit-in-krimi-form","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=1754","title":{"rendered":"Literatur: Aktion der LUCHS-Spezialeinheit in Krimi-Form"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/hohlegasse.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1756\" title=\"hohlegasse\" src=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/hohlegasse.jpg\" alt=\"\" width=\"211\" height=\"321\" srcset=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/hohlegasse.jpg 211w, https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/hohlegasse-197x300.jpg 197w\" sizes=\"auto, (max-width: 211px) 100vw, 211px\" \/><\/a>In der Luzerner Hirschmatt Buchhandlung fand  eine besondere Buch-Vernissage statt. Ein Luzerner Grossrat im Ruhestand  pr\u00e4sentierte einem interessierten Publikum seinen Regional-Krimi.  Dieser lehnt an einen landesweit bekannt gewordenen Einsatz der  Zentralschweizer Polizeitruppe LUCHS vom Juni 2005 im schwyzerischen  Arth Goldau gegen zwei jugendliche Disco-Heimkehrer an. Die Polizei  filmte sogar die Zuf\u00fcgung der Misshandlungen und Verletzungen, l\u00f6schte  die schlimmste Sequenz auf dem Video aber hinterher. Unter dem Vorwand,  es sei ihr \u201eein Missgeschick passiert\u201c. Nun mischte sich die Polizei  sogar in diese Buch-Vernissage ein, um ihre Unschuld zu behaupten. Unter  die geladenen G\u00e4ste schlich sich ein polizeilich bezahlter \u201eGutachter\u201c,  der den Inhalt der gel\u00f6schten Sequenz als harmlos darstellte, obwohl  diese offiziell nicht r\u00fcckverfolgbar war.<\/strong><\/p>\n<p>Der Inhaber der polizeilich beauftragten \u201eFCS  Forensic Computing Services\u201c, c\/o Seedamm Plaza, Pf\u00e4ffikon, gab sich bei  der Buch-Vernissage als \u201eder Gutachter\u201c bez\u00fcglich des \u201eversehentlich\u201c  \u00fcberspielten Polizeivideos aus, ohne sich weiter vorzustellen. Was er  ebenso verschwieg: erst im Oktober 2008, und damit 40 Monate nach dem  Ueberfall der LUCHS-Truppe gelangte die Schwyzer Justiz an ihn, \u201edas  Missgeschick\u201c mit der fehlenden Stelle beim Videoband zu \u201euntersuchen\u201c.  F\u00fcr diesen Klacks ben\u00f6tigte der Experte abermals fast ein Jahr.  Begr\u00fcndung: \u201eF\u00fcr den komplexen Fall\u201c sei \u201eeine neue Software\u201c  erforderlich, die es zuerst zu schreiben gelte, etc.<\/p>\n<p>Bei der  Krimi-Vernissage wandte der \u201eGutachter\u201c ein, die gel\u00f6schte Sequenz habe  nicht 10 sec. wie im Buch beschrieben, sondern nur 6,72 sec. gedauert.  Auch habe die kameraf\u00fchrende Polizistin das Videoger\u00e4t wiederholt auf  STOPP gestellt. So seien eben nur Bruchteile des Polizeizugriffs gefilmt  worden. Wie die Verletzungen der beiden Jugendlichen entstanden seien,  sei somit (leider) nirgends dokumentiert.<\/p>\n<p>Der Krimi analog zum  LUCHS-\u201eMissgeschick\u201c erscheint unter dem Titel \u201eHohle Gasse\u201c und ist das  dritte Werk des ehemaligen Chemie-Kantilehrers und alt-Grossrats Peter  Beutler, Jahrgang 1942. Schon bald nach dem LUCHS-Ueberfall vom Juni  2005 zog er sich aus Luzern auf seine urspr\u00fcngliche Heimat an den  Thunersee zur\u00fcck. Zuvor hatte er im Luzerner Parlament u.a. gefragt, ob  beim (von 10vor10 mehrfach gezeigten) Polizeivideo polizeiseitig  manipuliert worden sei. Dies wurde durch Polizeikommandant Beat Hensler  wider besseres Wissen bestritten. Erst vor der Rekursinstanz des  Schwyzer Kantonsgerichts (das die Verfahrenseinstellung durch die  Schwyzer Staatsanwaltschaft gleich 6 Mal wegen Untersuchungsweigerung  ref\u00fcsierte) gab Hensler die Manipulationen zu.<\/p>\n<p>Die jahrelangen  Vertuschungsversuche des LUCHS-Ueberfalls liessen den (noch immer)  akuten Justizskandal in Schwyz noch weiter eskalieren. Jener gekaufte  Staatsanwalt, der das LUCHS-Dossier am liebsten vollst\u00e4ndig geschreddert  h\u00e4tte, wurde kurz vor seiner Pensionierung gegen ein Jahresgehalt von  250\u2018000 freigestellt mit der Absicht, die \u201eUntersuchung\u201c noch weiter zu  komplizieren. Zur Anklage gelangten die von rund 30 LUCHS-T\u00e4tern den  zwei Jugendlichen zugef\u00fcgten schweren K\u00f6rperverletzungen nie. Dagegen  beg\u00fcnstigte das Schwyzer Strafgericht die LUCHS-Gruppenf\u00fchrer Willi  Eicher und Franz Renggli mit klaren Freispr\u00fcchen und hohen  Entsch\u00e4digungen, weil ihnen ab 2010, also 5 Jahre nach der LUCHS-Aktion,  zugemutet wurde, zu unwesentlichen Nebenpunkten befragt zu werden. Wie  geht es eigentlich den beiden Polizeiopfern? Beide sind sie seither  invalid, doch dieser Aspekt kam bei der Buch-Vernissage nicht zur  Sprache. Bei freigesprochener, bzw. nicht untersuchter Polizeigewalt  besteht kein Anspruch auf Entsch\u00e4digung.<\/p>\n<p>In \u201eHohle Gasse\u201c werden  etliche Details und Rituale aus der luzernischen Polizeiarbeit  authentisch und schl\u00fcssig dargestellt. Die Form des Krimis l\u00e4sst es zu,  bestimmte Vorg\u00e4nge, aber auch systemische Vernetzungen und  Abh\u00e4ngigkeiten durch beliebige Figuren an frei gew\u00e4hlten Orten abhandeln  und verhandeln zu lassen. F\u00fcr all jene, die mit dem Polizeisystem zu  tun haben, ist dies eine Fachlekt\u00fcre auf leisen Sohlen und best\u00e4tigt  Automatismen, die man in der Zeitung so nicht liest.<\/p>\n<p>Dass der  LUCHS-Ueberfall letztlich einem Krimi, und nicht einem Sachbuch als  Vorlage diente, hat wohl mit dem enormen Einsch\u00fcchterungs-Potenzial des  Polizei- und Justizapparats zu tun. Dies gilt besonders f\u00fcr die  Innerschweiz. Dort sieht man harte Fakten lieber ins Unwirkliche  verkl\u00e4rt. Beim Ueberfall vom 5. Juni 2005 in Arth waren nebst 26  LUCHS-Spezis auch 4 deutsche und \u00f6sterreichische \u201eG\u00e4ste\u201c zugegen, die  deutschen von der GSG 9. An der Buch-Soir\u00e9e war man sich einig: Das war  ein sadistischer Plausch-Ueberfall. Das hier angef\u00fcgte Dokument zeigt  ebenfalls diese Richtung an.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/ch.indymedia.org\/de\/2013\/03\/89145.shtml\" target=\"_blank\">http:\/\/ch.indymedia.org\/de\/2013\/03\/89145.shtml<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/luchshensler.pdf\">Einvernahmeprotokoll Hensler<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Luzerner Hirschmatt Buchhandlung fand eine besondere Buch-Vernissage statt. Ein Luzerner Grossrat im Ruhestand pr\u00e4sentierte einem interessierten Publikum seinen Regional-Krimi. Dieser lehnt an einen landesweit bekannt gewordenen Einsatz der Zentralschweizer Polizeitruppe LUCHS vom Juni 2005 im schwyzerischen Arth Goldau gegen zwei jugendliche Disco-Heimkehrer an. Die Polizei filmte sogar die Zuf\u00fcgung der Misshandlungen und Verletzungen, l\u00f6schte die schlimmste Sequenz auf dem Video aber hinterher. Unter dem Vorwand, es sei ihr \u201eein Missgeschick passiert\u201c. 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