{"id":1767,"date":"2013-04-17T11:38:31","date_gmt":"2013-04-17T10:38:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=1767"},"modified":"2013-04-17T11:38:31","modified_gmt":"2013-04-17T10:38:31","slug":"offizieller-aufruf-zum-antikapitalistischen-festival-am-samstag-4-mai-ab-14-uhr-beim-pavillon-am-kurplatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=1767","title":{"rendered":"Offizieller Aufruf zum antikapitalistischen Festival am Samstag 4. Mai ab 14 Uhr beim Pavillon am Kurplatz"},"content":{"rendered":"<p>Jahrzehntelang f\u00fchrte uns das Dogma der ungez\u00fcgelten freien Marktwirtschaft durch irreale Wachstumsraten, fantastische Renditen und spekulative Gesch\u00e4fte mit unseren Lebensgrundlagen schnurstracks in die n\u00e4chste Weltwirtschaftskrise und an den Rand des Ruins. Ein System, dass nur noch durch immer beispiellosere Ausbeutung von Menschen, Tieren und der Natur Absatz findet und deren Nachfrage nur noch durch immer ma\u00dflosere Verschuldung aufrechterhalten werden kann. Wer glaubt heute noch an das Geschwafel der Selbstregulierung der M\u00e4rkte? Ein Prinzip der verbrannten Erde, dessen Auswirkung uns allt\u00e4glich ein Bild der Zerst\u00f6rung pr\u00e4sentiert. Multinationale Konzerne betreiben \u00f6kologische Verw\u00fcstung, rauben der Bev\u00f6lkerung die Lebensgrundlage und zwingen Menschen in eine ruin\u00f6se Abh\u00e4ngigkeit. Ein von den M\u00e4rkten, dem Wettbewerb und dem Finanzkapital dominiertes \u00dcberleben und diktiertes Sterben. Das soll unsere Zukunft sein?<\/p>\n<p>Nur Profiteur_innen glauben an dieses politische und ideologische Leitbild. Selbstgerechte Eliten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit \u00e4u\u00dferst fragw\u00fcrdiger Legitimation, welche vehement eine Umverteilung von Unten nach Oben betreiben und erfolgreich soziale Grundrechte bek\u00e4mpfen. Diese gesteuerte Destabilisierung des ohnehin schwachen gesellschaftlichen Zusammenhaltes, f\u00fchrt zu einer stetig wachsenden Entsolidarisierung und schlussendlich in eine tiefschwarze Zukunft, deren Vorboten im ungarischen Parlament einsitzen, oder in griechischen St\u00e4dten Pogrome vollstrecken oder unsere Strassen mit rechtpopulistischer Propaganda vergiften.<\/p>\n<p><strong>Unsere Ideen befreien<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Freiheit Aller<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Antwort kann nur die des kollektiven Bewusstseins sein. Eine Kollektivit\u00e4t, die sich \u00fcber alle Grenzen hinweg und befreit von nationaler, konfessioneller und ideologischer Identit\u00e4t versteht und sich daf\u00fcr einsetzt, dass ausnahmslos alle Bestrebungen politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Strukturen der Gemeinn\u00fctzlichkeit und der Nachhaltigkeit verpflichtet sind. Dies hat f\u00fcr alle Menschen weltweit zu gelten. Daraus versteht sich von selbst, dass Alle einen gleichwertigen Zugang zu Allgemeing\u00fctern haben. Als Allgemeingut definieren wir in erster Linie alles, was ein Leben in W\u00fcrde garantiert. Also ein Recht auf sauberes Wasser, saubere Luft, gen\u00fcgend Nahrung, freien Zugang zu medizinischer Versorgung, Bildung und Informationen, uneingeschr\u00e4nkte Bewegungsfreiheit und ein Recht auf Freiheit und Unversehrtheit. Es muss ein Prozess von unten in Kraft treten, welcher diese soziale Gerechtigkeit weltweit kontinuierlich und konsequent durchsetzt und ein Leben Aller des Lebens wegen m\u00f6glich macht.<\/p>\n<p>Wenn wir diese elementaren Forderungen im Bezug auf den globalen Zusammenhang betrachten, wird augenscheinlich, dass die Entwicklung gegens\u00e4tzlicher nicht sein k\u00f6nnte. Aus einem einfachen Grund, das kapitalistische Wirtschaftssystem funktioniert nur dank dieser krassen Ungleichheit, der gewaltigen Unterdr\u00fcckung und ma\u00dflosen Ausbeutung. Unsere Forderungen jedoch sind selbstverst\u00e4ndlich und unverhandelbar. Deshalb m\u00fcssen wir jeder Entwicklung den Kampf ansagen, welche im Widerspruch dazu steht. In allen Lebensbereichen und auf allen Ebenen, lokal wie global.<\/p>\n<p>Das f\u00e4ngt an beim eigenen Zuhause. Im Einklang mit auf Standortwettbewerb fixierter Lokalpolitik lassen spekulative Investor_innen einen Stadtraum entstehen, welcher die tats\u00e4chlichen Bed\u00fcrfnisse der Bev\u00f6lkerung missachtet. Im Namen von Prestige und Profit werden Rahmenbedingungen geschaffen, welche eine soziale Gesellschaft verunm\u00f6glichen und eine gesteuerte Vertreibungspolitik erm\u00f6glichen. Dabei m\u00fcssen wir verstehen, dass diese Entwicklung, ohne die durch rechtspopulistische und publizistische Hetze vorangetriebene Entsolidarisierung, nicht durchsetzbar w\u00e4re.<\/p>\n<p>Ein Ausbruch daraus ist einerseits durch gegenseitige Unterst\u00fctzung und nachbarschaftliche Organisation m\u00f6glich, andererseits durch kollektiven Widerstand. Ein gutes Beispiel hierf\u00fcr ist die Industriestrasse in Luzern. Verhindern wir die Spekulation auf dem Wohnungsmarkt und schaffen wir nach den Prinzipien gemeinn\u00fctziger Genossenschaften lebenswerte R\u00e4ume. Die H\u00e4user den Bewohner_innen.<\/p>\n<p>Oder in der eigenen Stadt. Wenn wir die Zukunftsvisionen der Entscheidungstr\u00e4ger_innen betrachten, wird schnell klar, dass durch die neoliberale Stadtentwicklung der Kapitalismus auch in den letzten Winkel unseres Lebens vorgesto\u00dfen ist. Eine vollkommene Kontrolle eines auf Rentabilit\u00e4t reduzierten Lebensraumes. Begleitet von einem medial inszenierten Sicherheitswahn, dessen Produkt ein \u00fcberwachter und \u00fcberreglementierter \u00f6ffentlicher Raum ist und ein weiterer Auswuchs der Vertreibungspolitik darstellt. Menschen werden stigmatisiert und diskriminiert. Die Entsolidarisierungskampagnen haben uns vereinnahmt.<\/p>\n<p>Wir fordern autonome R\u00e4ume, befreit von der allgegenw\u00e4rtigen konsumorientierten Identit\u00e4t. R\u00e4ume in denen Solidarit\u00e4t gelebt wird, Begegnungen stattfinden und eine kulturelle Vielfalt bereichert durch den ungezwungenen Austausch den staatlich gef\u00f6rderten rassistischen und asozialen Konsens in unserer Gesellschaft durchbricht. Schauen wir hin und greifen ein, wenn Menschen schikaniert und diskriminiert werden. Schaffen wir die Wegweisungen ab, setzen wir das Bleiberecht f\u00fcr alle durch und sabotieren die Repressionsmaschinerie, wo es geht. K\u00e4mpfen wir gemeinsam f\u00fcr die R\u00fcckeroberung der Lebensr\u00e4ume.<\/p>\n<p>Oder bei der Arbeit. Wir verkaufen unser Leben einer Lohnabh\u00e4ngigkeit, welche einzig dem Reichtum einiger Weniger dient. Viele hingegen k\u00f6nnen von ihrer T\u00e4tigkeit nicht leben und werden durch Regulierungen in eine prek\u00e4re soziale Abh\u00e4ngigkeit gezwungen. Die Stossrichtung ist offensichtlich. Durch Flexibilisierung soll der Wirtschaft ein Umfeld geschaffen werden, wo maximale Renditen ohne arbeitsrechtliche und soziale Schranken in einem rigorosen Wettkampf um Marktanteile gesch\u00f6pft werden k\u00f6nnen. Wachstum und Profit gelten mehr als ein Menschenleben.<\/p>\n<p>Um diese Abw\u00e4rtsspirale aufhalten zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir die soziale Ungerechtigkeit global bek\u00e4mpfen. Einer grenzenlosen freien Marktwirtschaft k\u00f6nnen wir nur begegnen, wenn wir uns von den konstruierten Feindbildern und den nationalstaatlichen Gebilden verabschieden. Lokale Zusammenh\u00e4nge m\u00fcssen dabei so verankert werden, dass sie der sozialen Gerechtigkeit weltweit verpflichtet sind. Organisieren wir uns basisdemokratisch und global von unten.<\/p>\n<p>Boykottieren und sabotieren wir den Kampf gegen die soziale Gerechtigkeit weltweit. Greifen wir dort an, wo es weh tut, schaffen wir \u00d6ffentlichkeit und unterst\u00fctzen wir lokale Widerstandsbewegungen durch Information und Solidarit\u00e4t. Solidarit\u00e4t l\u00e4sst sich nicht delegieren, erheb auch du deine Stimme und beteilige dich aktiv an der Gestaltung unserer Zukunft<strong>.<\/strong> Die Freiheit aller muss einhergehen mit der gleichberechtigten Mitbestimmung. Die Ausbeutung l\u00e4sst sich durchbrechen, durch konkreten Widerstand. Komm auch du greif zu!<\/p>\n<p><strong>Auf zum antikapitalistischen Tanz 3.0!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jahrzehntelang f\u00fchrte uns das Dogma der ungez\u00fcgelten freien Marktwirtschaft durch irreale Wachstumsraten, fantastische Renditen und spekulative Gesch\u00e4fte mit unseren Lebensgrundlagen schnurstracks in die n\u00e4chste Weltwirtschaftskrise und an den Rand des Ruins. 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