{"id":1811,"date":"2013-06-05T13:08:11","date_gmt":"2013-06-05T12:08:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=1811"},"modified":"2013-06-05T13:08:11","modified_gmt":"2013-06-05T12:08:11","slug":"wir-sehen-die-stadt-nicht-als-dialogpartner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=1811","title":{"rendered":"&#8220;Wir sehen die Stadt nicht als Dialogpartner&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wie in Bern, so auch in Aarau? Am  8. Juni findet dort zum dritten Mal das \u00abN\u00e4chtliche Tanzvergn\u00fcgen\u00bb  statt. Mitveranstalter K.* erkl\u00e4rt, dass die Party durchgef\u00fchrt werden  soll \u2013 auch wenn die Polizei eingreift.<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/tanzspass.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1812\" title=\"tanzspass\" src=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/tanzspass-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/tanzspass-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/tanzspass.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Was tun Sie daf\u00fcr, dass sich die Szenen von Bern in Aarau nicht wiederholen?<\/strong><br \/>\nWir suchen keine Konfrontation mit der Polizei. Wir  haben eine Tanzdemo angek\u00fcndigt und wollen auch eine durchf\u00fchren. Wenn  sich die Polizei zur\u00fcckh\u00e4lt, sehen wir keinen Grund, warum es zu  Ausschreitungen kommen soll. Wenn die Polizei aber einschreitet, werden  wir versuchen, unsere Tanzdemonstration durchzusetzen.<\/p>\n<p><strong>Was heisst das?<\/strong><br \/>\nDas will ich nicht genauer ausf\u00fchren, weil es sehr  situationsbezogen ist. Aber ich m\u00f6chte betonen, dass wir von unserer  Seite die Konfrontation nicht suchen. Wenn sich die Polizei uns nicht in  die Quere stellt, dann sollte es keine Probleme geben.<\/p>\n<p><strong>Die Veranstaltung nennt sich  \u00abN\u00e4chtliches Tanzvergn\u00fcgen\u00bb. Das klingt harmlos und wenig politisch.  Wof\u00fcr gehen Sie auf die Strasse?<\/strong><br \/>\nWir wollen zeigen, wie wichtig autonome Freir\u00e4ume  sind und dass es immer weniger von ihnen werden. Das zeigt sich am  Beispiel der Binz, die momentan ger\u00e4umt wird. Wir k\u00e4mpfen schon lange  f\u00fcr ein autonomes Kulturzentrum in Aarau. Dieses Anliegen wird  heruntergespielt, die Beteiligten werden kriminalisiert. Ausserdem wird  der \u00f6ffentliche Raum zunehmend privatisiert. Das \u00abN\u00e4chtliche  Tanzvergn\u00fcgen\u00bb ist eine M\u00f6glichkeit, diesen Raum in Anspruch zu nehmen.<br \/>\n<strong><br \/>\nStellen Sie konkrete Forderungen?<\/strong><br \/>\nEin autonomes Zentrum kann nur funktionieren, wenn  es ohne st\u00e4dtische, wirtschaftliche oder religi\u00f6se Einfl\u00fcsse umgesetzt  werden kann. Die Stadt Aarau ist kein Gespr\u00e4chspartner f\u00fcr uns, daher  stellen wir auch keine Forderungen.<br \/>\nDie Stadt Aarau hat Sie zum Gespr\u00e4ch eingeladen. Niemand ist gekommen.<br \/>\nLukas Pfister, der FDP-Stadtrat, hat vor einem Jahr  gesagt, dass die Stadt kein Gespr\u00e4chspartner f\u00fcr ein autonomes Zentrum  sei. Wir haben also einen Konsens mit der Stadt, dass wir beide nichts  miteinander zu tun haben wollen. Jetzt macht sich die Stadt halt Sorgen,  aber mit Blick auf die Vergangenheit ist diese Angst unbegr\u00fcndet.<\/p>\n<p><strong>Wie der \u00abTanz dich frei\u00bb-Umzug in  Bern ist auch das \u00abN\u00e4chtliche Tanzvergn\u00fcgen\u00bb nicht bewilligt. Warum  haben Sie keine Bewilligung eingeholt?<\/strong><br \/>\nWir sehen die Stadt Aarau nicht als Dialogpartner,  unter anderem weil sie immer wieder versucht, die Personen, die sich  engagieren, zu kriminalisieren. Kurz bevor die Einladung der Stadt kam,  hat der Kanton bekannt gegeben, dass man die Kosten vom \u00abN\u00e4chtlichen  Tanzvergn\u00fcgen\u00bb des letzten Jahres auf die Veranstalter abw\u00e4lzen will.  120&#8217;000 Franken! Da w\u00e4ren wir ja bl\u00f6d gewesen, wenn wir da hingegangen  w\u00e4ren. Unsere Erfahrungen zeigen ausserdem, dass sich Gespr\u00e4che mit der  Stadt und dem Kanton nicht lohnen.<br \/>\n<strong><br \/>\nSie k\u00f6nnten gemeinsam f\u00fcr die Sicherheit aller Beteiligten sorgen.<\/strong><br \/>\nDaf\u00fcr gibt es keinen Grund. Wir haben schon viele  unbewilligte Anl\u00e4sse durchgef\u00fchrt, ohne dass es zu Problemen gekommen  w\u00e4re. Das Konzept hat sich f\u00fcr uns bew\u00e4hrt.<br \/>\n<strong><br \/>\nEs gab nie Ausschreitungen in den letzten Jahren?<\/strong><br \/>\nIm letzten Jahr gab es eine kleinere  Auseinandersetzung, einige FC-Aarau-Fans oder Hooligans haben  Demonstranten angegriffen. Ansonsten gab es aber weder  Sachbesch\u00e4digungen noch Ausschreitungen.<br \/>\n<strong><br \/>\nWer sind die Veranstalter des \u00abN\u00e4chtlichen Tanzvergn\u00fcgens\u00bb? <\/strong><br \/>\nDie Kampagne f\u00fcr ein autonomes Zentrum (KAZ) ist ein  Zusammenschluss von mehreren Gruppierungen und Personen, die sich schon  in der Vergangenheit f\u00fcr ein Zentrum eingesetzt haben, aber nicht so  gut vernetzt waren. Nachdem die Ereignisse im letzten Sommer neue  Dynamik in die Diskussionen gebracht haben, kam es zum Zusammenschluss.<\/p>\n<p>Habt ihr den Berner \u00abTanz dich frei\u00bb-Umzug als Zugpferd genutzt?<br \/>\nKlar haben wir mehr Aufmerksamkeit erhalten, nachdem  im letzten Jahr in Bern 20&#8217;000 Leute am \u00abTanz dich frei\u00bb-Umzug  teilgenommen haben. Aber wir versuchen unser Ding zu machen. Ich  bezweifle, ob die diesj\u00e4hrigen Ausschreitungen in Bern ein Vorteil f\u00fcr  uns sind.<br \/>\n<strong><br \/>\nWaren Sie auch in Bern auf der Strasse?<\/strong><br \/>\nZu den Ereignissen von Bern will ich prinzipiell nichts sagen.<br \/>\n<strong><br \/>\nSind die Veranstalter in Bern auch am geplanten Umzug in Aarau beteiligt?<\/strong><br \/>\nIch weiss nicht, wer kommen wird. Ob Berner, Z\u00fcrcher  oder Tessiner. Hoffentlich kommen die Leute von \u00fcberall her.<\/p>\n<p><strong>Sympathisieren Sie mit den Veranstaltern aus Bern?<\/strong><br \/>\nWir vertreten die \u00e4hnlichen Anliegen wie die Berner  und erkl\u00e4ren uns solidarisch mit den Leuten von \u00abTanz dich frei\u00bb.<\/p>\n<p><strong>Auch mit den Chaoten?<\/strong><br \/>\nDazu will ich nichts sagen.<\/p>\n<p><strong>Es ist das dritte \u00abN\u00e4chtliche  Tanzvergn\u00fcgen\u00bb in Aarau. Im letzten Jahr kamen 2000 Personen. Wie viele  Teilnehmer erwartet Sie am 8. Juni?<\/strong><br \/>\nKeine Ahnung, das spielt auch keine Rolle.<\/p>\n<p><strong>Nicht nur der Name klingt  harmlos, auch das Plakat sieht aus wie jedes andere Plakat, mit dem die  Clubs um G\u00e4ste werben. Ist das Absicht?<\/strong><br \/>\nAnders als bei einer Hausbesetzerparty kommen auch  junge, normale Partyg\u00e4ngerinnen. Die sind dann ganz erstaunt, dass sie  f\u00fcr das Bier so viel bezahlen k\u00f6nnen, wie sie wollen. Trotzdem wissen  alle, worum es uns geht. Wir nutzen die Strasse ohne Bewilligung, also  ist das auch ein politischer Anlass.<\/p>\n<p><em>K.* ist Mitglied der \u00abKampagne  f\u00fcr ein Autonomes Zentrum\u00bb (KAZ), die das \u00abN\u00e4chtliche Tanzvergn\u00fcgen\u00bb  organisiert. Die KAZ-Mitglieder bleiben gegen\u00fcber der \u00d6ffentlichkeit  anonym<\/em><\/p>\n<p>Aargauer Zeitung \/ 30. Mai 2013<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie in Bern, so auch in Aarau? Am 8. 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