{"id":1821,"date":"2013-06-17T16:59:53","date_gmt":"2013-06-17T15:59:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=1821"},"modified":"2013-06-17T17:08:23","modified_gmt":"2013-06-17T16:08:23","slug":"das-grauen-von-genua","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=1821","title":{"rendered":"Das Grauen von Genua"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/g8_23.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1824\" title=\"G 8 Gipfel Genua verletzter Demonstrant\" src=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/g8_23-300x150.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/g8_23-300x150.jpg 300w, https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/g8_23.jpg 684w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Juli 2001: Stra\u00dfenschlachten beim G-8-Gipfel in Italien.  Schl\u00e4ge, Tritte, Reizgas. Aber f\u00fcr das, was die Verhafteten dann  erwartete, gibt es nur ein Wort \u2013 Folter <\/strong><\/p>\n<p>Der Gipfel der G-8-Staaten in Genua im Jahr 2001 wird f\u00fcr immer  mit einem Wort verbunden werden: Gewalt. Gewalt auf den Stra\u00dfen \u2013 und  Gewalt im Gef\u00e4ngnis in Bolzaneto. Der Prozess um die Ereignisse dort ist  noch nicht zu Ende \u2013 der Abschluss ist f\u00fcr den Fr\u00fchsommer geplant. Das  Urteil wird den Angeklagten pers\u00f6nliche Verantwortung und Strafen  zumessen. Die Tatsachen aber, die w\u00e4hrend der Verhandlung rekonstruiert  wurden, sind nicht mehr in Zweifel zu ziehen. Sie wurden gesichert,  dokumentiert und bewiesen. Und sie zeigen, dass Italiens Demokratie drei  Tage lang jene feine, aber unzerst\u00f6rbare Grenzlinie \u00fcberschritten hat,  die Menschenw\u00fcrde und Menschenrechte sch\u00fctzt.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"adition_tag_803\">\n<div><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/urban.adspirit.de\/adview.php?tz=1371484633&amp;pid=803&amp;kid=742&amp;wmid=1980&amp;sid=2&amp;target1=-\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/div>\n<\/div>\n<p>Es  gab an diesem Tag auch einen \u201eGuten\u201c unter den Polizisten. Viele  Gefangene erinnern sich an ihn. \u201eEin ganz junger\u201c, um die zwanzig, ein  Wehrdienstleistender vielleicht. Andere haben ihn etwas \u00e4lter in  Erinnerung. In den drei Tagen, als die Menschenrechte au\u00dfer Kraft waren,  gab es h\u00f6chstens zwei mitf\u00fchlende Menschen in Bolzaneto, unter zig  Polizisten, Carabinieri, W\u00e4chtern, Justizangestellten, Gener\u00e4len,  Offizieren, stellvertretenden Polizeipr\u00e4sidenten, \u00c4rzten und  Krankenpflegern der Gef\u00e4ngnisverwaltung. So gut er konnte, zeigte der  \u201egute\u201c Carabiniere den H\u00e4ftlingen, wie sie die Arme zu senken, das  Gesicht von der Wand zu drehen, sich zu setzen h\u00e4tten. Er gab die  Wasserflasche herum, es gab nur eine. Doch solche Pausen dauerten nur  ein paar Minuten. Der erstbeste Offizier, der vorbeikam, br\u00fcllte den  ungeschickt gutherzigen Carabiniere an, und die Folter begann von neuem.<\/p>\n<p>Folter. Das Wort ist weder unangemessener noch \u00fcberspannt. Zwei  Verhandlungsjahre mit 45 Angeklagten in Genua haben dokumentiert, was  w\u00e4hrend des G-8-Gipfels zwischen Freitag, dem 20. und Sonntag, dem 22.  Juli 2001 in Bolzaneto in der Kaserne \u201eNino Bixio\u201c der mobilen Abteilung  der Staatspolizei mit 55 \u201eVerhafteten\u201c und 252 \u201eFestgenommenen\u201c  geschehen ist, mit M\u00e4nnern und Frauen. Alten und Jungen, mit  Jugendlichen und einem Minderj\u00e4hrigen. Menschen von \u00fcberall her und aus  allen Berufen: Spanier, Griechen, Franzosen, Deutsche, Schweizer,  Engl\u00e4nder, Neuseel\u00e4nder, drei US-Amerikaner, ein Litauer. Die meisten  Studenten, und Arbeitslose, Angestellte, Arbeiter, aber auch etliche  Freiberufler. Die Staatsanw\u00e4lte Patrizia Petruzziello und Vittorio  Ranieri Miniati schreiben in ihrer Anklageschrift, dass \u201enur Vorsicht\u201c  sie abhalte, von Folter zu sprechen. Man sei sicher \u201eder Folter sehr  nahe gekommen\u201c. Aber die Anklage war hier machtlos, Sie musste in  Straftatbest\u00e4nde und Strafen \u00fcbersetzen, was sie von den Aussagen der  326 Zeugen im Gerichtssaal dokumentiert hat. In Italien gibt es Folter  nicht als Straftat. Das Parlament fand nie Zeit \u2013 und sah sich zwanzig  Jahre auch nicht in der Pflicht dazu \u2013 das Strafgesetzbuch an  international g\u00fcltiges Menschenrecht anzupassen, an die UN-Konvention  gegen Folter, die Italien 1988 ratifiziert hat.<\/p>\n<p>Die Kaserne von  Bolzaneto ist heute nicht mehr die, die sie seinerzeit war. Mit gro\u00dfer  Umsicht hat man die \u201eOrte der Schande\u201c unsichtbar gemacht, sogar die  R\u00e4ume ver\u00e4ndert und die T\u00fcren Richtung Stadt ge\u00f6ffnet, f\u00fcr Beh\u00f6rden,  B\u00fcrger, Milit\u00e4r, Kirche. Sie sollte ein \u201eErinnerungszentrum f\u00fcr die  Opfer die \u00dcbergriffe werden. Es gibt jetzt einen Spielplatz in jenem  Innenhof, wo in zwei Reihen aufgestellte \u201eW\u00e4rter\u201c neu ankommende  H\u00e4ftlinge bespuckten, beleidigten, ihnen auf die K\u00f6pfe schlugen, sie  traten und mit Sprechch\u00f6ren empfingen wie \u201eWer ist der Staat? Die  Polizei! Wer ist der Chef: Mussolini!\u201c oder \u201eWillkommen in Auschwitz\u201c.  Wo das ber\u00fcchtigte \u201eEinschreibeb\u00fcro\u201c war, steht jetzt eine Kapelle und  in den G\u00e4ngen, wo 2001 \u201eTod den Juden\u201c gebr\u00fcllt wurde, gibt es jetzt  eine Bibliothek, die den Namen von Giovanni Palatucci tr\u00e4gt, dem letzten  italienischen Polizeipr\u00e4sidenten von Fiume (heute Rijeka in Kroatien,  die Red.), der im KZ Dachau umgebracht wurde, weil er 5000 Juden vor dem  Tod bewahrt hatte.<\/p>\n<p>An diesem 20. Juli sah der Ort anders aus und  die Luft war bleischwer. Hinter dem Kasernentor und dem weiten Innenhof  werden die Gefangenen zu dem Fabrikkomplex getrieben, in dem die  Turnhalle liegt. Es gibt drei oder vier Stufen und einen zentralen  Korridor von f\u00fcnfzig Metern L\u00e4nge. Hier liegt die Olimpo-Garage. Vom  Flur gehen drei Zimmer ab, eines links, zwei rechts, ein einziges Bad.  Hier wird man identifiziert und fotografiert. Alle werden gezwungen ein  Formular zu unterschreiben, dass man die Familie nicht habe anrufen oder  einen Anwalt \u2013 bei Ausl\u00e4ndern das Konsulat \u2013 kontaktieren wollen.  Ausl\u00e4ndern wird das Formular nicht \u00fcbersetzt. Einer Frau, die  protestiert und nicht unterschreiben will, zeigt man das Foto ihrer  Kinder mit den Worten: \u201eDie willst du also so bald nicht wiedersehen?\u201c  Einer anderen, die sich auf ihre Rechte beruft, schneiden sie B\u00fcschel  aus den Haaren. Auch H. T. verlangt einen Anwalt. Sie drohen, ihm \u201edie  Kehle durchzuschneiden\u201c. M. D. steht vor einem Polizisten aus ihrer  Stadt. Er spricht sie im Dialekt an, fragt, wo sie wohnt und sagt:  \u201eWei\u00dft du was, ich werde bei dir vorbeikommen.\u201c Dann werden sie auf die  Krankenstation gef\u00fchrt wo die \u00c4rzte kl\u00e4ren sollen, wer behandelt werden  muss. In einer Ecke wird man erst einmal durchsucht. Was man bei sich  hat, wird abgerissen und auf den Boden geworfen danach muss man sich  ausziehen. Die Nackten m\u00fcssen sich b\u00fccken \u201eum Gegenst\u00e4nde in den  K\u00f6rper\u00f6ffnungen festzustellen\u201c.<\/p>\n<p>Noch kann niemand sagen, wie  viele Gefangene es in diesen drei Tagen gab \u2013 55 \u201eVerhaftete\u201c und 252  \u201eFestgenommene\u201c sind ungef\u00e4hre Zahlen. Die \u201eZeiten des Aufenthalts im  Objekt\u201c sind besser bekannt: Durchschnittlich zw\u00f6lf Stunden f\u00fcr die, die  das Gl\u00fcck hatten, am Freitag eingeliefert zu werden. Ab Samstag dauert  die durchschnittliche Haftzeit \u2013 vor dem Transport in die Gef\u00e4ngnisse  von Alessandria, Pavia, Vercelli, Voghera \u2013 20 Stunden. 33 Stunden  werden es am Sonntag, als nachts zwischen 1.30 und 3 Uhr die Leute aus  der Diaz-Schule ankommen. Sie werden am Eingang zum Hof mit rotem oder  gr\u00fcnem Filzstift auf der Wange gekennzeichnet.<\/p>\n<p>Im Prozess hat  sich herausgestellt, dass die Justizvollzugsbeamten einen Slang f\u00fcr die  \u201eschikan\u00f6se K\u00f6rperhaltungen beim Warten\u201c haben: Der \u201eSchwan\u201c \u2013  breitbeiniges Stehen mit erhobenen Armen, das Gesicht zur Wand \u2013 wird an  diesen hei\u00dfen Tagen im Hof stundenlang erzwungen, w\u00e4hrend man auf die  \u201eAufnahme\u201c wartet. Wenn die Stufen im Vorzimmer genommen sind, hei\u00dft es  in den Zellen und der Sporthalle weiter warten, wenn m\u00f6glich in  schlimmeren Varianten dieser Stellung. Auf Knien in Richtung Wand, die  H\u00e4nde hinter dem R\u00fccken mit Schn\u00fcren gefesselt oder in der  \u201eBallerina\u201c-Position, auf Zehenspitzen. In den Zellen werden alle  geschlagen, mit Schlagst\u00f6cken auf die Seite, es setzt Schl\u00e4ge auf den  Kopf, der Kopf wird gegen die Wand geschlagen. Alle werden gedem\u00fctigt,  die Frauen mit einem \u201eBis heute Abend ficken wir euch alle\u201c, die M\u00e4nner  mit \u201eBist du schwul oder Kommunist?\u201c Andere werden gezwungen, wie Hunde  zu kl\u00e4ffen, wie Esel zu schreien oder \u201eHoch der Duce\u201c oder \u201eEs lebe die  Gef\u00e4ngnispolizei\u201c zu rufen. Einige werden mit nassen Lappen geschlagen,  einige auf dem R\u00fccken liegend, die gespreizten Beine nach oben, mit  einer Salami auf die Genitalien. G. werden dabei die Hoden verletzt.  Einige werden mit Reizgas bespr\u00fcht. Einigen wird die Milz zerquetscht<\/p>\n<p>I. M. T. wird in der Diaz-Schule festgenommen. Man setzt ihm ein Barett  mit einer Sichel und einem Penis anstelle des Hammers auf. Sobald er  versucht, es abzunehmen, schlagen sie ihn. B. B.s Kopf schlagen sie  gegen das Fenstergitter, ziehen ihn aus, befehlen ihm, zehn Kniebeugen  zu machen, w\u00e4hrend sie weiter auf ihn einpr\u00fcgeln. S. D. werden die Hoden  gequetscht, er wird auf die F\u00fc\u00dfe geschlagen. A. F. wird gegen eine Wand  gedr\u00fcckt und angeschrien: \u201eDu Sau, du musst allen einen blasen.\u201c S. P  wird in einen anderen, leeren Raum gebracht und muss sich dort  ausziehen, in F\u00f6tusposition legen und aus dieser Position heraus drei\u00dfig  Spr\u00fcnge machen, w\u00e4hrend zwei Polizeibeamte ihn schlagen. J. H. wird im  Flur verpr\u00fcgelt, man stellt ihm ein Bein und bespuckt ihn. Bei der  Durchsuchung muss er sich nackt ausziehen und \u201eseinen Penis heben, um  ihn den Beamten am Schreibtisch zu zeigen\u201c. J. S. f\u00fcgt man per Feuerzeug  Brandwunden zu.<\/p>\n<p>Der Gang durch den Flur ist ein  Spie\u00dfrutenlaufen. Dort steht eine Doppelreihe grau-gr\u00fcn und blau  Uniformierter, die pr\u00fcgeln und drohen. Im Krankentrakt ist es nicht  besser. Dort finden die doppelten Leibesvisitationen statt, eine der  Staatspolizei, die andere vom Gef\u00e4ngnispersonal. Die H\u00e4ftlinge sind  entkleidet. Die Frauen stehen lange nackt vor f\u00fcnf, sechs  Polizeibeamten. Vor ihnen, die h\u00f6hnisch lachen, findet alle Aktionen  statt. Sie sind dem\u00fctigend. Die Staatsanw\u00e4lte: \u201ePiercings wurden brutal  entfernt. Eine menstruierende junge Frau muss ihr Intimpiercing vor  vier, f\u00fcnf Personen entfernen.\u201c W\u00e4hrend der Untersuchung hagelt es  beleidigende Bemerkungen, Gel\u00e4chter und Hohn. P. B., einem Arbeiter aus  Brescia, droht man, ihn zu vergewaltigen. W\u00e4hrend der Untersuchung  findet man ein Pr\u00e4servativ bei ihm. \u201eUnd was machst du damit, die  Kommunisten sind doch schlie\u00dflich alle schwul?\u201c Eine Beamtin n\u00e4hert sich  und sagt: \u201eAber er ist h\u00fcbsch, mit dem w\u00fcrde ich es machen.\u201c Die Frauen  bleiben auf der Krankenstation l\u00e4nger als n\u00f6tig nackt und werden  gezwungen, sich drei- oder viermal um sich selbst zu drehen.<\/p>\n<p>Am  schlimmsten ist es in der einzigen Toilette. Sie hat einen Stehabort und  wird zum Ort von Folter und Terror. Die T\u00fcr steht offen und die  H\u00e4ftlinge m\u00fcssen sich vor ihrem Begleiter erleichtern. Einige der Frauen  brauchen Binden. Als Antwort bekommen sie zerkn\u00fclltes Zeitungspapier  zugeworfen. M., eine Frau fortgeschrittenen Alters, zieht sich ein  T-Shirt aus und \u201ebehilft sich so\u201c. E. P. bekommt im Flur w\u00e4hrend des  kurzen Gangs von der Zelle zur Toilette Hiebe, nachdem man sie gefragt  hat, ob sie schwanger sei. Auf der Toilette wird sie beleidigt (\u201eSau\u201c,  \u201eNutte\u201c) sie dr\u00fccken ihr den Kopf in die Toilette und sagen: \u201eWas f\u00fcr  einen sch\u00f6nen Arsch du hast\u201c und \u201eGef\u00e4llt dir der Schlagstock?\u201c Wer im  Saal ist, sieht die, die von der Toilette kommen. Alle weinen, einige  haben Verletzungen, die sie zuvor nicht hatten. Folglich wollen viele  nicht mehr fragen, ob sie zur Toilette d\u00fcrfen. Sie machen sich in die  Kleider, dort, in den Zellen, in der Sporthalle. Daraufhin werden sie im  Krankenzimmer geschlagen, weil sie \u201estinken\u201c, die \u00c4rzte protestieren  nicht.<\/p>\n<p>Auch der leitende Arzt am Freitag wird \u201egesto\u00dfen und  gedr\u00e4ngt\u201c. Damit man ihn erkennen kann, erscheint er am n\u00e4chsten Tag in  Tarnhose und Shirt der Strafvollzugsbeamten, im G\u00fcrtel eine Pistole, die  F\u00fc\u00dfe in Springerstiefeln, dazu schwarze Lederhandschuhe. So macht er  seine Arbeit. Die Gefangenen entl\u00e4sst er mit den Worten \u201eDer ist bereit  f\u00fcr den K\u00e4fig\u201c. Bei der Arbeit tr\u00e4gt er, wie die anderen auch, nie den  wei\u00dfen Kittel und er ist es, der eine pers\u00f6nliche Sammlung von Troph\u00e4en  aus Sachen anlegt, die den Gefangenen abgenommen wurden: Ringe,  Ohrringe, Ketten und \u201ebesondere Kleidungsst\u00fccke\u201c. Er ist auch der Arzt,  der L. K. behandeln soll. L. K. ist mit Gas bespr\u00fcht worden, er spuckt  Blut und wird ohnm\u00e4chtig. Er wacht auf einer Liege auf, im Gesicht eine  Sauerstoffmaske. Jemand zieht eine Spritze auf. Er fragt: \u201eWas ist das?\u201c  Der Arzt antwortet: \u201eVertraust du mir nicht? Dann stirb halt in der  Zelle.\u201c G. A. l\u00e4sst im San Martino gerade die Wunden behandeln, die er  sich in der Via Tolemaide zugezogen hat, da wird er nach Bolzaneto  gebracht. Als er ankommt, schlagen sie ihn gegen eine kleine Mauer. Die  Beamten scheinen stark unter Adrenalin zu stehen. Sie sagen, ein  Carabiniere sei tot. Ein Polizist nimmt seine Hand, dr\u00fcckt die Finger  mit zwei H\u00e4nden auseinander und zieht. Er zieht von beiden Seiten und  rei\u00dft die Hand \u201ebis zum Knochen\u201c auf. G. A. wird ohnm\u00e4chtig. Auf der  Krankenstation wacht er auf. Ein Arzt n\u00e4ht seine Hand ohne Bet\u00e4ubung. G.  A. hat heftige Schmerzen. Er bittet um \u201eetwas\u201c. Sie geben ihm einen  Lappen zum Draufbei\u00dfen. Der Arzt sagt ihm, er solle nicht schreien.<\/p>\n<p>Nach Ansicht der Staatsanw\u00e4lte \u201ewaren die \u00c4rzte sich bewusst, was  passierte, sie waren in der Lage, die Schwere der Ereignisse zu  beurteilen, und sind nicht eingeschritten, obwohl sie dies h\u00e4tten tun  k\u00f6nnen. Sie haben es zugelassen, dass sich diese unmenschliche und  herabw\u00fcrdigende Behandlung auf der Krankenstation fortsetzte\u201c.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/das-grauen-von-genua\/1196376.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/das-grauen-von-genua\/1196376.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Juli 2001: Stra\u00dfenschlachten beim G-8-Gipfel in Italien. Schl\u00e4ge, Tritte, Reizgas. Aber f\u00fcr das, was die Verhafteten dann erwartete, gibt es nur ein Wort \u2013 Folter  <a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=1821\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[49,14,172,6,108],"tags":[538,537,315,539,55,27,540],"class_list":["post-1821","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-antirep","category-arbeitskampf","category-gefangeneninfos","category-news","category-wirtschaftskrise","tag-bolzaneto","tag-folter","tag-g8","tag-gefangnis","tag-genua","tag-repression","tag-sadismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1821","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1821"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1821\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1823,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1821\/revisions\/1823"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1821"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1821"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1821"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}