{"id":1913,"date":"2013-10-08T16:56:09","date_gmt":"2013-10-08T15:56:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=1913"},"modified":"2013-10-08T16:56:09","modified_gmt":"2013-10-08T15:56:09","slug":"communique-zu-den-protesten-gegen-die-piusbruder-in-aarau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=1913","title":{"rendered":"Communiqu\u00e9 zu den Protesten gegen die Piusbr\u00fcder in Aarau"},"content":{"rendered":"<p><strong>F\u00fcr den Samstag, 5. Oktober, mobilisierten die  Piusbr\u00fcder f\u00fcr eine Kundgebung ihrer Kampagne \u00abJa zum Kind\u00bb in Aarau.  Gegen die rechts-fundamentalistische Gruppierung innerhalb der  katholischen Kirche und gegen den von ihnen propagierte Sexismus, die  Homophobie und den Antisemitismus wurde Widerstand angek\u00fcndigt. Dieser  wurde jedoch von der Kapo in Zusammenarbeit mit der Stapo und der  Bahnpolizei beinahe unm\u00f6glich gemacht.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/ftpaarau.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1914\" title=\"ftpaarau\" src=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/ftpaarau.jpg\" alt=\"\" width=\"608\" height=\"347\" srcset=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/ftpaarau.jpg 608w, https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/ftpaarau-300x171.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 608px) 100vw, 608px\" \/><\/a><br \/>\nReaktion\u00e4re Hetze in Aarau<\/p>\n<p>Unter  dem Namen \u00abJa zum Kind\u00bb werden bereits seit sechs Jahren j\u00e4hrlich neun  Kundgebungen in verschiedenen Schweizer St\u00e4dten durchgef\u00fchrt. Am 5.  Oktober fand eine solche Kundgebung zum f\u00fcnften Mal in Aarau statt. Die  Kundgebungen diesen Jahres in Basel und Z\u00fcrich wurden bereits gest\u00f6rt  und auch der \u00abMarsch f\u00fcrs L\u00e4be\u00bb in Z\u00fcrich konnte dieses Jahr zum dritten  Mal in Folge nicht ohne lautstarke Kritik \u00fcber die B\u00fchne gehen. Auch in  Aarau kamen zahlreiche Menschen zur Igelweide, um die Piusbr\u00fcder nicht  kommentarlos ihre reaktion\u00e4ren Positionen verbreiten zu lassen.<\/p>\n<p>Die  Piusbruderschaft, die regelm\u00e4ssig in einschl\u00e4gig  rechts-nationalistischen Medien zu Wort kommt, fordert einen autorit\u00e4ren  Gottesstaat mit \u00abchristlicher Gesellschaftsordnung\u00bb. Wie eine solche  Gesellschaftsordnung auszusehen hat, beschreiben die Piusbr\u00fcder gerne  und oft. Sie brauche \u2013 Zitat des deutschen Piusbruders Franz  Schmidberger \u2013 \u00abM\u00e4nner, die M\u00e4nner sein wollen, Frauen, die Frauen sind  und Frau sein wollen, das heisst Gehilfin des Mannes und Mutter der  Kinder\u00bb. Dass eine solche Frau weder verh\u00fcten noch abtreiben darf,  versteht sich laut den Piusbr\u00fcdern von selbst. Des Weiteren bezeichnen  die Piusbr\u00fcder Homosexualit\u00e4t als \u00abMoralische Umweltverschmutzung\u00bb und  behaupten, dass j\u00fcdische Menschen Gottesm\u00f6rder seien und auch heute noch  f\u00fcr den Tod Christi zur Verantwortung zu ziehen w\u00e4ren. Das Phantasma  einer Verschw\u00f6rung des \u00abWeltjudentums\u00bb, welches Wirtschaft und Politik  in ihrer Hand h\u00e4tte, reiht sich bei manchem Piusbruder nahtlos neben  Holocaustleugnungen und -relativierungen ein.<\/p>\n<p>Kein Fussbreit den Abtreibungsgegner_innen<\/p>\n<p>Ein  Abtreibungsverbot, wie die Piusbr\u00fcder es fordern, w\u00e4re ein fataler  Angriff auf die weibliche Selbstbestimmung. Ein solcher herrschaftlicher  Zugriff auf den Frauenk\u00f6rper sichert dem Staat bzw. der Gesellschaft  die Kontrolle \u00fcber die Reproduktion der Bev\u00f6lkerung und zementiert  Beherrschungsverh\u00e4ltnisse. Die Frau, die vom \u00ablieben Gott\u00bb zugedachte  Rolle als f\u00fcrsorgliche Mutter gedr\u00e4ngt wird, die brav Zuhause bleibt,  Familie und Manne ehrt sowie fleissig Kinder geb\u00e4rt, w\u00fcrde in ihrer  \u00abchristlichen Gesellschaftsordnung\u00bb so immer dem Manne untergeordnet  bleiben. Ein Abtreibungsverbot, wie die \u00abLebenssch\u00fctzer\u00bb es fordern,  schafft Abtreibungen nicht aus der Welt sondern kriminalisiert sie nur.  M\u00f6gliche Folgen sind Pfuscherei, Selbstabtreibungen, Zwangsgeburten  sowie massiver finanzieller und moralischer Druck auf die Betroffenen.  Das Recht auf Abtreibung ist also nicht nur ein wichtiges Moment der  weiblichen Selbstbestimmung; die M\u00f6glichkeit von medizinisch seri\u00f6sen  Schwangerschaftsabbr\u00fcchen und ideologiefreier Beratung bedeutet auch  einen Schutz der k\u00f6rperlichen und psychischen Gesundheit von Frauen.  Solche Machtaus\u00fcbungen folgen immer auch aus finanziellen Interessen und  stehen im Kontext von heuchlerischen gesellschaftlichen  Moralvorstellungen und sozialen Zw\u00e4ngen. Darum muss auch der Widerstand  gegen die rechte Hetze ein Widerstand sein, der ums Ganze geht.<\/p>\n<p>Wir lassen uns nicht einsch\u00fcchtern!<\/p>\n<p>In  Aarau wurden schon am Mittag im Bahnhof, im Graben, um den Kasinopark  und in der Igelweid Menschen kontrolliert. Obwohl bereits vor Beginn der  Kundgebung Menschen, die aufgrund des Aussehens der \u00ablinken Szene\u00bb  zugeordnet wurden, in Handschellen abgef\u00fchrt wurden, fanden sich etwa  50-60 kritische Menschen neben der station\u00e4ren Demonstration der  Piusbr\u00fcder ein. Als dann kurz nach 15 Uhr ein Megafon auftauchte, um  lautstark Kritik zu \u00e4ussern, reagierten die anwesenden Polizist_innen  \u00e4usserst agressiv. Ohne zu z\u00f6gern und ohne die Aufl\u00f6sung der  \u00abunbewilligten Demonstration\u00bb zu fordern \u2013 die notabene noch nicht  einmal formiert war \u2013 wurden Menschen verhaftet, die Parolen riefen.  Auch Menschen, die durch das Verteilen von Flyern auff\u00e4llig geworden  sind, wurden abgef\u00fchrt. Trotzdem war es m\u00f6glich, die Kundgebung  zumindest zeiweise durch Pfiffe, Rauch und vereinzelte Parolen zu  st\u00f6ren.<br \/>\nDie anwesenden Piusbr\u00fcder und ihre Sympathisant_innen  reagierten sichtlich genervt und die Polizei f\u00fchrte erneut Menschen ab.  So wurden an diesem Nachmittag \u00fcber 20 Personen verhaftet, die jedoch  alle im Verlauf des Abends wieder entlassen wurden.<br \/>\nDie Menschen  mussten in einem improvisierten Gewahrsam teilweise \u00fcber eine Stunde  ausharren, bis sie zur Einvernahme mussten. Einzelne Personen mussten in  Einzelhaft und Handschellen darauf warten. Trotzdem war die Stimmung im  Polizeiposten im Amtshaus \u00fcberraschend gut und k\u00e4mpferisch, auch wenn  vereinzelt vielleicht Anzeigen wegen \u00abTeilnahme an einer unbewilligten  Demonstration\u00bb auf Menschen zukommen k\u00f6nnten. Falls dies geschehen  sollte, kann mensch sich beim Antirep Aarau  (antirepaarau[at]immerda[punkt]ch) melden, um Unterst\u00fctzung zu bekommen.<\/p>\n<p>Wir lassen uns von Repression nicht einsch\u00fcchtern!<br \/>\nGegen reaktion\u00e4re Ideen, Sexismus, Homophobie und Antisemitismus!<br \/>\nF\u00fcr ein selbstbestimmtes Leben!<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/ch.indymedia.org\/de\/2013\/10\/90578.shtml\" target=\"_blank\">http:\/\/ch.indymedia.org\/de\/2013\/10\/90578.shtml<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr den Samstag, 5. Oktober, mobilisierten die Piusbr\u00fcder f\u00fcr eine Kundgebung ihrer Kampagne \u00abJa zum Kind\u00bb in Aarau. Gegen die rechts-fundamentalistische Gruppierung innerhalb der katholischen Kirche und gegen den von ihnen propagierte Sexismus, die Homophobie und den Antisemitismus wurde Widerstand angek\u00fcndigt. Dieser wurde jedoch von der Kapo in Zusammenarbeit mit der Stapo und der Bahnpolizei beinahe unm\u00f6glich gemacht. <a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=1913\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13,242,6,16],"tags":[185,332,577,132,568,27,576,68],"class_list":["post-1913","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-antifa","category-emanzipation","category-news","category-schweiz","tag-aarau","tag-antisemitismus","tag-homophobie","tag-kapo","tag-piusbruder","tag-repression","tag-sexismus","tag-widerstand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1913","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1913"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1913\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1916,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1913\/revisions\/1916"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1913"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1913"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1913"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}