{"id":1970,"date":"2013-12-12T16:31:14","date_gmt":"2013-12-12T15:31:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=1970"},"modified":"2013-12-12T16:31:14","modified_gmt":"2013-12-12T15:31:14","slug":"get-swiss-or-die-trying","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=1970","title":{"rendered":"Get Swiss or Die Trying"},"content":{"rendered":"<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.vice.com\/alps\/read\/get-swiss-or-die-trying-v7-n8?Contentpage=-1\" target=\"_blank\">http:\/\/www.vice.com\/alps\/read\/get-swiss-or-die-trying-v7-n8?Contentpage=-1<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/Swiss1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1971\" title=\"Swiss1\" src=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/Swiss1.jpg\" alt=\"\" width=\"456\" height=\"303\" srcset=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/Swiss1.jpg 640w, https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/Swiss1-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 456px) 100vw, 456px\" \/><\/a>Stell dir vor, du lebst in einem Raum ohne Fenster. Dein  Schlafzimmer\u2014eine Milit\u00e4rkaju\u0308te\u2014teilst du mit fu\u0308nf Typen, die du kaum  zwei Wochen kennst. In dem Luftschutzkeller, den man hier Wohnzimmer  nennt, gibt es fu\u0308r 50 Insassen gerade mal einen Fernseher. Und die  meisten von ihnen sprechen eine Sprache, die du nicht im Geringsten  verstehst. Draussen erwartet dich nichts als die Steppenfratze einer  unbesiedelten Schweizer Alpenpampa. Es gibt weder B\u00e4ume noch  Strassenbeleuchtung. Nur endlos viele Steine und einen schwarzgl\u00e4nzenden  Stausee, der so kalt ist, dass dir die Haut brennt, wenn du die Fu\u0308sse  reinstreckst. Alles ist still. Bis auf das unabl\u00e4ssige Surren der  Starkstrommasten, die knapp 60 Meter vor deiner Tu\u0308r vorbeilaufen. Du  lebst hier, ohne zu wissen, wie lange du bleibst oder wohin du sp\u00e4ter  gebracht wirst. Dein Tagesablauf ist klar geregelt. Drei Mahlzeiten am  Tag, Nachtruhe um 22 Uhr, Ausgang am Wochenende. Eigentlich gibt es rein  gar nichts zu tun. Du hast nichts verbrochen, du bist nicht kriminell.  Du bist hier, weil du einen Antrag auf Asyl gestellt hast. Seit dem Juli  2013 befi ndet sich in einem ungenutzten Milit\u00e4rbunker auf dem  Lukmanierpass das abgelegenste Asylzentrum der Schweiz. Bis zum Oktober  sind hier zwischen 40 und 80 Asylbeantragende untergebracht. Sie  bleiben, bis sie in eine andere Unterkunft \u201everlegt\u201c werden, ihrem  Antrag stattgegeben wird oder sie in irgendein Land geschafft werden,  von dem man mutmasst, dass es ihr jeweiliges Heimatland ist. Wir sind  dorthin gefahren und haben versucht, mit den voru\u0308bergehenden Bewohnern  dieses modernen Verlieses in Kontakt zu kommen. Da die Sicherheitsleute  wie Trolle ihre H\u00f6hle bewachten und der Bund unser schriftliches Gesuch  auf Einlass in die R\u00e4umlichkeiten abgelehnt hatte, blieb uns nichts  anderes u\u0308brig, als zu warten, bis irgendwann jemand herauskam.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.vice.com\/content-images\/contentimage\/117501\/Swiss5.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<em>Nasri war der einzige unserer Gespr\u00e4chspartner, dem es nicht so kalt war. Ab und zu wagt er sogar einen Sprung ins Wasser.<\/em><\/p>\n<p>Der Erste, der sich mit uns unterhalten wollte, war Nasri. Er ist  achtzehn und urspru\u0308nglich aus Afghanistan. Nasri war total locker und  wirkte wie ein gew\u00f6hnlicher Student. Er ist sehr humorvoll, spricht  fliessend englisch und u\u0308berraschte uns mit seiner ansteckenden,  positiven Ausstrahlung. Er liebt Autos und hasst Produkte aus China. Er  ist gl\u00e4ubiger Muslim und so westlich wie Dosenbier. Sein Lieblingsauto  ist der Fort Mustang GTI. Er meinte, dass sich die Wanderwege der  Umgebung wohl perfekt fu\u0308r eine Rallye eignen wu\u0308rden. Sein  Facebook-Profil ist voll mit Fotos von ihm im schwarzen Blazer am Strand  und mit seinem geliebten Lexus. Ob er wirklich erst achtzehn ist? Sei  er, aber das sei eigentlich egal, wenn man keine Papiere hat. Da viele  behaupten, minderj\u00e4hrig zu sein, sind die Typen vom Amt ziemlich  misstrauisch. Um hierher verlegt werden zu k\u00f6nnen, muss man aber  vollj\u00e4hrig sein. Da wird bei Unklarheiten schon einmal etwas  nachgeholfen. Den gr\u00f6ssten Teil seiner Kindheit hat er, wie viele  Afghanen, im Iran verbracht. Weil seine Familie fu\u0308r sich dort keine  Zukunft mehr sah, reisten sie nach Istanbul. Am Tor zum Westen haben  sie, wie es ihnen empfohlen wurde, ihre P\u00e4sse ins Meer geworfen. Dann  trennten sich seine und ihre Wege. Jetzt sitzt er hier oben auf dem Pass  und raucht Zigaretten. 8.50 Franken kostet die Packung im Passhospiz.  Zwar hat er sich Europa viel gastfreundlicher vorgestellt, aber u\u0308ber  seine Lage beschwert hat er sich kaum. Nur die g\u00e4hnende Langeweile und  das ungesalzene Essen im Heim st\u00f6ren ihn. Nasri organisierte uns im  Handumdrehen ein paar weitere Gespr\u00e4chspartner.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.vice.com\/content-images\/contentimage\/117500\/Swiss4.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<em>Das ist der Typ, den sie Bierwolf nennen. Er steht neben der \u201eSchulungsbaracke\u201d, in der organisatorische Dinge gekl\u00e4rt werden.<\/em><\/p>\n<p>Zum Beispiel diesen Typen mit dem Spitznamen Bierwolf\u2014ein \u00c4thiopier,  dessen Namen wir einfach nicht aussprechen konnten. Der Bierwolf war um  Welten weniger positiv eingestellt als Nasri. Er ist Nichtraucher und  mag die Berge nicht. Er hasst sie. Und er hasst das Wandern. Dafu\u0308r mag  er Tupac und 50 Cent. Am liebsten w\u00e4re er bei seiner Frau und seinen  zwei kleinen T\u00f6chtern, die in Buchs, St. Gallen, leben. Falls das mit  dem Visum nicht klappen sollte, will er es in Griechenland versuchen.  Dort sei es angeblich ziemlich leicht, eine Aufenthaltsbewilligung zu  kriegen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.vice.com\/content-images\/contentimage\/117504\/Swiss7.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Und dann gab es noch Joseph, einen franz\u00f6sischsprechenden Blumenh\u00e4ndler  aus Eritrea mit dem Spitznamen Mafioso. Joseph ist ein bunter Hund.  Wenn sie im Asylbunker einen Preis fu\u0308r den besten Look vergeben  wu\u0308rden, er h\u00e4tte ihn garantiert schon zehnmal gewonnen. Als ich ihm  erz\u00e4hlt habe, dass ich viel zeichne, hat er mich u\u0308berredet, ihn zu  portr\u00e4tieren. Dabei hat er posiert wie ein Prinz aus dem 18.  Jahrhundert. Seine Freude zeigte er mir mit einem Blick, der nahelegte,  dass ich verdammt froh daru\u0308ber sein konnte, ihm diese Ehre erweisen zu  du\u0308rfen. \u00dcberhaupt war er entgegen seiner Coolness die ganze Zeit u\u0308ber  relativ nerv\u00f6s. Schon bei unserer ersten Begegnung hatte er ziemlich  aufgebracht telefoniert. Es stellte sich heraus, dass er sich \u201eschwierig  verhalten\u201c hatte und daher noch am selben Tag verlegt werden sollte.  Wohin, wusste er nicht. Sp\u00e4ter erfuhren wir, dass er nach Italien  u\u0308berstellt werden sollte. Aber schlecht gelaunt sei er ohnehin, weil es  hier oben keine warmen Kleider fu\u0308r die Insassen g\u00e4be, abgesehen von  den Arbeitskleidern. Die du\u0308rfen sie aber nur tragen, w\u00e4hrend sie einen  der vielen Sozialjobs in der Gemeinde verrichten, wie Schutt von  Wanderwegen wegr\u00e4umen oder Strassen sanieren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.vice.com\/content-images\/contentimage\/117503\/Swiss3.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<em>Joseph beweist, dass man Stil nicht kaufen kann.<\/em><\/p>\n<p>Vielleicht haben wir bisher den Eindruck erweckt, so ein Bunker im  Niemandsland sei etwas Besonderes. Das ist Schwachsinn. Die Situation  ist ziemlich symptomatisch dafu\u0308r, wie der gegenw\u00e4rtige Kurs der  Schweizer Einwanderungspolitik aussieht. Die folgenden drei Geschichten  zeigen, dass der Stil, mit dem das Bundesamt fu\u0308r Migration (BFM) die  humanit\u00e4re Tradition der Schweiz auslebt, durchaus drakonische Zu\u0308ge  entwickeln kann. August 2013 im Solothurner Dorf Kestenholz: Zehn  Asylsuchende demonstrieren gegen ihre Unterbringung in einem  Luftschutzkeller ohne Tageslicht und Frischluftzufuhr. Eigentlich h\u00e4tte  fu\u0308r sie eine Containeranlage gebaut werden sollen, aber die gut 1.700  Stimmbu\u0308rger lehnten die Finanzierung ab. Die Demonstration war ein  Desaster. Der Bahnhofsplatz verwandelte sich in einen modernen Pranger.  Die Querulanten wurden beschimpft und von einem Typen mit Bier und Milch  beschu\u0308ttet. Die Beh\u00f6rden verzichteten darauf, ihnen das zustehende  Tagesgeld oder Nahrungsmittel zukommen zu lassen. Nach vier Tagen wurde  das Spektakel von der Polizei aufgel\u00f6st. Die Demonstranten wurden  einzeln an Standorte \u201everlegt\u201c, die nach Angaben der Beh\u00f6rden auf keinen  Fall einen \u201eh\u00f6heren Standard\u201c wie bisher aufwiesen. Kaum 60 Kilometer  entfernt, in der aargauischen Kleinstadt Bremgarten, er\u00f6ffnete der Bund  im August 2013 ein Asylzentrum fu\u0308r bis zu 150 Personen. Das von der  Stadtregierung als \u201enicht ideal\u201c eingesch\u00e4tzte Geb\u00e4ude ist eine  ehemalige Truppenunterkunft der Armee. Bereits im April schloss das BFM  zusammen mit der Gemeinde eine sechsseitige Vereinbarung ab, die regelt,  wie sich die Migranten in der Stadt bewegen du\u0308rfen. Das heisst, die  Beh\u00f6rden verh\u00e4ngten de facto ein Rayonverbot fu\u0308r 32 \u201esensible Zonen\u201c  auf \u00f6ffentlichem Grund. Darunter der Sportplatz, das Schwimmbad,  Schulh\u00e4user und Kirchen. Kein Zutritt ohne ausdru\u0308ckliche Erlaubnis der  Heimleitung und Begleitung eines Sozialarbeiters. Kein Unterricht fu\u0308r  Migrantenkinder. Ausgangszeiten von 9 bis 17 Uhr.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.vice.com\/content-images\/contentimage\/117505\/Swiss2.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<em>Viel machen, ausser herumlungern und in die Gegend starren, kann man hier oben eigentlich nicht.<\/em><\/p>\n<p>Aber die ungeschlagene Gummizelle unter den Bundesasylzentren ist das  \u201eMinimalzentrum Waldau\u201c, eine Containersiedlung in der Bu\u0308ndner Gemeinde  Landquart. Es ist der Ort, an den Asylbewerber geraten, die in anderen  Bu\u0308ndner Unterku\u0308nften \u201everhaltensauff\u00e4llig\u201c geworden sind. Das Etikett  \u201eMinimal\u201c ist reine Sch\u00f6nf\u00e4rberei. Im Aufenthaltsraum\u2014einer 2,5 mal 6  Meter grossen Baracke\u2014gibt es gerade einmal einen alten Herd, kahle  W\u00e4nde, einen Plastikboden. Es gibt keine Betreuer vor Ort, dafu\u0308r aber  7,30 Franken Tagesgeld. Seit 2006 leben hier aufs\u00e4ssige Teenager  gleichermassen wie traumatisierte oder gewaltt\u00e4tige Kerle. Bereits drei  Monate nach Inbetriebnahme brannte die gesamte Anlage nieder. Im Juni  2012 fackelten erneut zwei Container ab. Ein algerischer Insasse  berichtete der Schweizer Wochenzeitung WOZ, dass er aus Angst vor einem  Zimmergenossen selbst im Winter n\u00e4chtelang im Freien u\u0308bernachtete. Aber  die bisher gr\u00f6sste Katastrophe ereignete sich wohl im Januar 2013, als  die Leiche des 32-j\u00e4hrigen Feras Motaleeb auf dem Gel\u00e4nde gefunden  wurde. Der pal\u00e4stinast\u00e4mmige Libanese gelangte wegen einer Schl\u00e4gerei im  Asylheim Davos nach Waldau\u2014und weil er sich im Transitzentrum Cazis  geweigert hatte, eine Zigarette auszul\u00f6schen. Die Staatsanwaltschaft  ermittelt wegen eines T\u00f6tungsdeliktes. Die Beh\u00f6rden weigern sich, das  Lager zu schliessen. Henri Dunant wu\u0308rde sich im Grab umdrehen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.vice.com\/content-images\/contentimage\/117506\/Swiss6.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Es sieht so aus, als seien diese F\u00e4lle erst der Anfang einer neuen,  dunklen Epoche europ\u00e4ischer Grenzpolitik. Als der durch die Schengener  Durchfu\u0308hrungseinkommen (Schengen II) geschaffene \u201eSchengener  Besitzstand\u201c Ende der neunziger Jahre in EU-Recht u\u0308berfu\u0308hrt wurde,  orientierte sich die EU mit ihrem asylpolitischen Konzept\u2014ein \u201eRaum der  Freiheit, der Sicherheit und des Rechts\u201c\u2014massgebend an der deutschen  Linie der \u201esicheren Dritt- und Herkunftsstaaten\u201c. Damit k\u00f6nnen Personen,  die ein Schengenland von einem solchen Land aus \u201eunrechtm\u00e4ssig\u201c  betreten haben, im Handumdrehen dorthin zuru\u0308ckverfrachtet werden. Die  Konsequenz: Leute, die nicht aus einem solchen Land stammen, werfen  reihenweise ihre P\u00e4sse weg. Das Ergebnis: Ein bu\u0308rokratischer Alptraum,  der tausende Migranten dauerhaft in Bewegung h\u00e4lt. Eine politische  Maschinerie der Isolation, bewaffnet mit einer Architektur des  Provisoriums. Mit der Annahme der Asylgesetzrevision im Juni 2013 wurde  in der Schweiz die gesetzliche Grundlage geschaffen, um diese Art von  Einwanderungspolitik systematisch etablieren zu k\u00f6nnen. Also eigentlich  trat ein Grossteil der Beschlu\u0308sse des neuen Asylgesetzes bereits im  Herbst 2012 ein, da sie vom Parlament als \u201edringlich\u201c eingestuft worden  waren. Bundeseinrichtungen wie etwa Milit\u00e4rbunker du\u0308rfen nun ohne  Bewilligung der Kantone fu\u0308r drei Jahre als Asylzentren genutzt werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.vice.com\/content-images\/contentimage\/117507\/Swiss8.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Aufs\u00e4ssige Asylbewerber k\u00f6nnen problemlos in speziellen Zentren  untergebracht werden. Und innerhalb einer zweij\u00e4hrigen Testphase  verfu\u0308gt der Bund u\u0308ber eine Blankovollmacht, die es ihm erlaubt,  s\u00e4mtliche Verfahrensbestimmungen ohne Referendumsanspruch zu \u00e4ndern. Ein  Trial-and-Error-Dekret. Nasri war zuversichtlich, dass er wenigstens  nicht aus der Schweiz abgeschoben wird, da sie das einzige europ\u00e4ische  Land ist, in dem seine Fingerabdru\u0308cke festgehalten sind. Er hofft  darauf, sich im Alpenland bald eine eigene Existenz aufbauen zu k\u00f6nnen  und nicht andauernd von Heim zu Heim gereicht zu werden. Es klingt  absurd, dass j\u00e4hrlich Unsummen dafu\u0308r ausgegeben werden, Menschen vom  sozialen Geschehen abzuschotten, w\u00e4hrend das Bev\u00f6lkerungswachstum  zuru\u0308ckgeht, die Arbeitslosenquote bei gerade einmal 3 Prozent liegt und  mehrere Berufssparten notorisch unterbesetzt sind. Aber noch absurder  ist das Bild, wie t\u00e4glich drei Dutzend Wanderer mit ihren Lunchpaketen,  ihrer Sonnencreme und ihren Wanderschuhen an den ger\u00f6llhackenden  Migranten vorbeimarschieren, ohne im Geringsten zu ahnen, wer diese  schuftenden Kerle sind. Als wir am Abend aufbrechen, habe ich ein  mulmiges Gefu\u0308hl im Bauch. Ich weiss, Nasri, das k\u00f6nnte genau so gut ich  sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stell dir vor, du lebst in einem Raum ohne Fenster. Dein Schlafzimmer\u2014eine Milit\u00e4rkaju\u0308te\u2014teilst du mit fu\u0308nf Typen, die du kaum zwei Wochen kennst. 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