{"id":2192,"date":"2014-10-25T16:35:22","date_gmt":"2014-10-25T15:35:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=2192"},"modified":"2014-10-25T16:35:22","modified_gmt":"2014-10-25T15:35:22","slug":"unfall-oder-anschlag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=2192","title":{"rendered":"Unfall oder Anschlag?"},"content":{"rendered":"<div class=\"field-body\">\n<p><a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/serena.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2193\" src=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/serena.jpg\" alt=\"serena\" width=\"940\" height=\"458\" srcset=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/serena.jpg 940w, https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/serena-300x146.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 940px) 100vw, 940px\" \/><\/a>Der Tod einer Journalistin bei einem Autounfall in der S\u00fcdostt\u00fcrkei nahe der Grenze zu Syrien wirft Fragen auf. Die 30j\u00e4hrige US-amerikanische Journalistin libanesischer Herkunft Serena Shim berichtete f\u00fcr den staatlichen iranischen Auslandsfernsehsender <em>Press TV <\/em>unter anderem aus dem Irak, dem Libanon, der Ukraine und der T\u00fcrkei. Sie hielt sich im t\u00fcrkisch-syrischen Grenzgebiet auf, um \u00fcber die K\u00e4mpfe zwischen der Miliz \u00bbIslamischer Staat\u00ab (IS) und kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG um die Stadt Ain Al-Arab (Kobani) im Norden Syriens zu berichten. Auf der R\u00fcckfahrt von der Grenze zum Hotel stie\u00df ihr Wagen bei der Kreisstadt Suruc am vergangenen Sonntag mit einem Betonfahrmischer zusammen. Die Journalistin wurde dabei get\u00f6tet, ihre Kamerafrau Judy Irish verletzt.<\/p>\n<p>Schuld an dem Unfall sei allein Irish als Fahrerin des Wagens gewesen, hei\u00dft es im offiziellen Bericht, den die f\u00fcr l\u00e4ndliche Regionen zust\u00e4ndige Milit\u00e4rpolizei Jandarma am Freitag vorlegte. Irish sei zu schnell in eine Kurve gefahren und in den Gegenverkehr geraten. Den Fahrer des Lastwagens, der vor\u00fcbergehend festgenommen und verh\u00f6rt worden war, treffe keine Mitverantwortung.<\/p>\n<p>Als \u00bb\u00e4u\u00dferst suspekt\u00ab hatte dagegen der Leiter der Nachrichtenabteilung von <em>Press TV<\/em>, Hamid Reza Emadi, noch vor Bekanntgabe des Jandarma-Reports die Todesumst\u00e4nde der Journalistin bezeichnet. \u00bbEs handelt sich m\u00f6glicherweise um eine Folge ihrer kritischen Enth\u00fcllungsreports \u00fcber die wechselseitige Einflussnahme von t\u00fcrkischen und saudischen Politikern auf syrische Fl\u00fcchtlinge.\u00ab So hatte Shim \u00fcber die Unterst\u00fctzung der T\u00fcrkei f\u00fcr die dschihadistischen K\u00e4mpfer recherchiert und berichtet, wie diese unter der Tarnung humanit\u00e4rer Hilfskonvoys wie der \u00bbWorld Food Organization\u00ab oder auch t\u00fcrkischer NGOs die Grenze nach Syrien \u00fcberquerten. Entsprechende Beweisfotos l\u00e4gen ihr vor, gab Shim an.<\/p>\n<p>Zwei Tage vor ihrem Tod hatte Shim in einer Liveschaltung gegen\u00fcber <em>Press TV <\/em>beklagt, der t\u00fcrkische Geheimdienst MIT w\u00fcrde sie gegen\u00fcber Einheimischen als Spionin diffamieren. \u00bbIch mache mir etwas Sorgen, was der MIT gegen mich unternehmen k\u00f6nnte\u00ab, erkl\u00e4rte Shim und \u00e4u\u00dferte die Bef\u00fcrchtung, verhaftet zu werden. Derartige Bef\u00fcrchtungen sind in der T\u00fcrkei, wo in den letzten Jahren Dutzende Mitarbeiter regierungskritischer Medien unter Terrorismusvorw\u00fcrfen festgenommen wurden, nicht unberechtigt. Erst vor zwei Wochen hatte der t\u00fcrkische Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdogan generell ausl\u00e4ndische Journalisten und Menschenrechtsaktivisten der Agentent\u00e4tigkeit bezichtigt. Drei deutsche Fotojournalisten, die \u00fcber Proteste gegen die IS-Unterst\u00fctzung durch die t\u00fcrkische Regierung berichteten, waren in Diyarbakir vor\u00fcbergehend unter Spionagevorwurf festgenommen worden. Vergangene Woche wurde zudem ein langj\u00e4hriger Mitarbeiter der kurdischsprachigen Tageszeitung <em>Azadiya Welat <\/em>in Adana beim Verteilen von Zeitungen von zwei M\u00e4nnern auf einem Motorrad offenbar gezielt erschossen.Der Gouverneur der Provinz Sanliurfa, Izzetin K\u00fcc\u00fck, wies die Anschuldigungen von <em>Press TV<\/em>, staatliche Kr\u00e4fte k\u00f6nnten in den Tod von Shim verwickelt sein, als \u00bbg\u00e4nzlich haltlos\u00ab zur\u00fcck. \u00bbF\u00fcr einen Anschlag k\u00f6nnen wir derzeit keine Beweise erbringen\u00ab, erkl\u00e4rte auch ein Vorstandsmitglied der linken prokurdischen Partei der Demokratischen Regionen (DBP) aus Sanliurfa gegen\u00fcber <em>junge Welt<\/em>. Einen staatlichen Mord an der Journalistin h\u00e4lt der Politiker aufgrund bisheriger Erfahrungen dennoch f\u00fcr denkbar. \u00bbDer t\u00fcrkische Staat arbeitet in solchen F\u00e4llen sehr professionell.\u00ab<\/p>\n<p>Shim wurde am Mittwoch in Beirut beerdigt. Sie hinterl\u00e4sst zwei Kinder.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/schwerpunkt\/unfall-oder-anschlag\">https:\/\/www.jungewelt.de\/schwerpunkt\/unfall-oder-anschlag<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tod einer Journalistin bei einem Autounfall in der S\u00fcdostt\u00fcrkei nahe der Grenze zu Syrien wirft Fragen auf. Die 30j\u00e4hrige US-amerikanische Journalistin libanesischer Herkunft Serena Shim berichtete f\u00fcr den staatlichen iranischen Auslandsfernsehsender Press TV unter anderem aus dem Irak, dem Libanon, der Ukraine und der T\u00fcrkei. Sie hielt sich im t\u00fcrkisch-syrischen Grenzgebiet auf, um \u00fcber die K\u00e4mpfe zwischen der Miliz \u00bbIslamischer Staat\u00ab (IS) und kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG um die Stadt Ain Al-Arab (Kobani) im Norden Syriens zu berichten. Auf der R\u00fcckfahrt von der Grenze zum Hotel stie\u00df ihr Wagen bei der Kreisstadt Suruc am vergangenen Sonntag mit einem Betonfahrmischer zusammen. 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