{"id":2237,"date":"2014-12-19T23:41:21","date_gmt":"2014-12-19T22:41:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=2237"},"modified":"2014-12-19T23:41:21","modified_gmt":"2014-12-19T22:41:21","slug":"kobane-an-der-seite-der-fluchtlinge-stehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=2237","title":{"rendered":"Koban\u00ea: An der Seite der Fl\u00fcchtlinge stehen"},"content":{"rendered":"<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.medico.de\/\">http:\/\/www.medico.de\/<\/a><\/p>\n<p>Koban\u00ea ist aus den Schlagzeilen und steht doch weiter unter Beschuss. Der gewaltt\u00e4tige Vormarsch der IS-Milizen hatte zuvor das kleinste, fast vollst\u00e4ndig eingekesselte Kanton der kurdischen Selbstverwaltung in Syrien zum Symbol des Widerstands gegen den IS-Terror gemacht. W\u00e4hrend in der Stadt weiterhin gek\u00e4mpft wird, versuchen sich die BewohnerInnen auf der anderen Seite der Grenze, im kurdisch-t\u00fcrkischen Suru\u00e7, auf den nahen Winter vorzubereiten.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/kobane3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2238\" src=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/kobane3.jpg\" alt=\"kobane3\" width=\"534\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/kobane3.jpg 534w, https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/kobane3-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 534px) 100vw, 534px\" \/><\/a>Durch die Angriffe des IS wurden alle vier Krankenh\u00e4user in Koban\u00ea zerst\u00f6rt, in einem war auch die von medico unterst\u00fctzte Blutbank untergebracht. Umso bedeutender ist daher jetzt die medizinische Versorgung in Suru\u00e7. Denn nicht nur die Fl\u00fcchtlingsfamilien brauchen Hilfe bei Alltagskrankheiten und der Versorgung der Kinder, auch von jenseits der Grenze kommen immer wieder Verwundete zu den ersch\u00f6pften \u00c4rztInnen.<\/p>\n<p>Unsere kurdischen Kollegen in Koban\u00ea berichten uns, dass sich durch das einsetzende k\u00fchle Wetter und die h\u00e4ufigen Regenf\u00e4lle die hygienischen Verh\u00e4ltnisse in der umk\u00e4mpften Stadt dramatisch verschlechtert h\u00e4tten. Dr. Hikmet vom medizinischen Komitee in Koban\u00ea sagte uns, dass vor allem die verbliebene Zivilbev\u00f6lkerung unter zunehmenden Alltagskrankheiten aufgrund des verschmutzten Wassers leiden w\u00fcrde: \u201eViele Kinder haben Haut- und Durchfallkrankheiten, \u00e4ltere Menschen k\u00f6nnen aufgrund der t\u00e4glichen Bombardierungen nicht mehr aus dem Haus gehen. Und wenn sie es k\u00f6nnen, dann haben wir keine M\u00f6glichkeiten ihnen zu helfen. Wir k\u00f6nnen mit den wenigen Medikamenten lediglich kleine Verletzungen behandeln oder f\u00fcr kurze Zeit das Blut stillen. Wir haben keinerlei Operationsr\u00e4ume, geschweige denn die notwendigen chirurgischen Ger\u00e4te, um ernsthafte Operationen durchzuf\u00fchren. Da wir auch keinen Strom haben, ist die Beleuchtung sehr mangelhaft, besonders jetzt, wo es schon fr\u00fch am Tage dunkel wird.\u201c Hinzu k\u00e4me der Mangel an vitaminhaltiger Nahrung, an Milch f\u00fcr die Kinder und Heizstoffen f\u00fcr die beginnenden kalten N\u00e4chte.<\/p>\n<h3>Grenz\u00fcberschreitende Nothilfe f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge aus Syrien und Kurdistan<\/h3>\n<p>Aber auch in Suru\u00e7 auf der t\u00fcrkischen Seite stellen die sinkenden Temperaturen die Menschen vor neue Herausforderungen. Die Zelte in den Fl\u00fcchtlingslagern haben nur ein provisorisches Fundament und drohen bei l\u00e4ngeren Regenf\u00e4llen weggeschwemmt zu werden oder im Morast zu versinken. Sie sind zumeist nicht winterfest, es fehlt an Heizquellen und an Kochm\u00f6glichkeiten. Hinzukommt, dass auch die Trinkwasserversorgung und die sanit\u00e4ren Einrichtungen nicht f\u00fcr die Winter ausgerichtet sind. All das geschieht jetzt in fieberhafter Eile. Viele helfen mit, die EinwohnerInnen in Suru\u00e7 teilen Hausrat und Kleider mit den Fl\u00fcchtlingen, die Stadtverwaltung stellt ihnen alle \u00f6ffentlichen Orte zur Verf\u00fcgung, Freiwillige versuchen die Lagerpl\u00e4tze auszubessern. Aber nat\u00fcrlich reicht das alles nicht, vor allem wenn erst der Schnee f\u00e4llt und die wirklich dunklen und kalten Tage beginnen.<\/p>\n<p>medico hat von Anfang an die Bev\u00f6lkerung in Koban\u00ea mit medizinischer und humanit\u00e4rer Nothilfe unterst\u00fctzt. Wir lieferten Medikamente in die Stadt, als sie noch belagert, aber noch nicht angegriffen wurde, wir brachten eine Blutbank in das dortige Krankenhaus, als der Angriff durch den IS unmittelbar bevorstand. Als die Zivilisten Koban\u00ea verlassen mussten, versorgten wir sie mit Decken, um die ersten N\u00e4chte auf der t\u00fcrkischen Seite schlafen zu k\u00f6nnen. Jetzt haben wir auf Bitten der \u00c4rzte von Koban\u00ea einen Krankenwagen bereitgestellt, um Menschenleben retten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Koban\u00ea ist aus den Schlagzeilen und steht doch weiter unter Beschuss. Der gewaltt\u00e4tige Vormarsch der IS-Milizen hatte zuvor das kleinste, fast vollst\u00e4ndig eingekesselte Kanton der kurdischen Selbstverwaltung in Syrien zum Symbol des Widerstands gegen den IS-Terror gemacht. 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