{"id":2267,"date":"2015-01-28T11:05:31","date_gmt":"2015-01-28T10:05:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=2267"},"modified":"2015-01-28T11:05:31","modified_gmt":"2015-01-28T10:05:31","slug":"mythos-gebrochen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=2267","title":{"rendered":"Mythos gebrochen"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00bbIslamischer Staat\u00ab nach 133 Tagen aus syrisch-kurdischer Stadt Kobani vertrieben. Verteidiger sehen Gefahr dennoch nicht gebannt<\/strong><\/p>\n<p>Als \u00bbSieg der Freiheit \u00fcber die Dunkelheit\u00ab bezeichnete das Generalkommando der kurdischen Volksverteidigungskr\u00e4fte YPG am Montag abend die Befreiung der nordsyrischen Stadt Kobani (arabisch: Ain Al-Arab). 133 Tage lang hatte die Terrororganisation \u00bbIslamischer Staat\u00ab (IS) die haupts\u00e4chlich von Kurden bewohnte Stadt belagert und zeitweise gro\u00dfe Teile erobert. Seit Montag ist das vorbei. In kurdischen St\u00e4dten in der T\u00fcrkei l\u00f6sten die Siegesnachrichten spontane Jubelfeiern aus. Nun m\u00fcsste noch das Umland von Kobani befreit werden, erkl\u00e4rte das YPG-Generalkommando.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/kobane4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2268\" src=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/kobane4.jpg\" alt=\"kobane4\" width=\"700\" height=\"410\" srcset=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/kobane4.jpg 700w, https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/kobane4-300x175.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a>Die Befreiung von Kobani habe bewiesen, dass ein gerechter Widerstand nicht zu besiegen sei, erkl\u00e4rte die Co-Vorsitzende der sozialistisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD), Asia Abdullah, die w\u00e4hrend der K\u00e4mpfe in der Stadt geblieben war. \u00bbDer Widerstand in Kobani hat den Mythos der Unbesiegbarkeit des IS nun endg\u00fcltig gebrochen.\u00ab Das werde allen Menschen, die in Syrien und im Irak gegen den IS k\u00e4mpfen Hoffnung geben. Abdullah warnte zugleich, dass der Sieg nicht gleichbedeutend mit einem Ende der Gefahr sei. Der IS sammele seine Kr\u00e4fte f\u00fcr weitere Angriffe auf die kurdische Selbstverwaltungsregion. Auch sei jetzt internationale Unterst\u00fctzung beim Wiederaufbau der in weiten Teilen zerst\u00f6rten Stadt erforderlich, damit die in die T\u00fcrkei geflohene Zivilbev\u00f6lkerung in ihre H\u00e4user zur\u00fcckkehren kann.<\/p>\n<p>Kobani, der kleinste der drei Selbstverwaltungskantone im von Kurden Rojava genannten Norden Syriens, war schon mehrfach Ziel von Angriffen radikaler Dschihadisten, die stets zur\u00fcckgeschlagen werden konnten. Doch beim letzten, Mitte September 2014 begonnenen, Gro\u00dfangriff setzte der IS schwere Waffen einschlie\u00dflich Dutzender Panzer ein, die er zuvor im irakischen Mosul erbeutet hatte. Dem waren die nur leicht bewaffneten kurdischen Einheiten nicht mehr gewachsen. Unterst\u00fctzung erhielten die Angreifer zudem aus der T\u00fcrkei. So wurden ihnen in den Tagen vor der Offensive mit Z\u00fcgen Waffen und Munition an die Grenze geliefert. Zudem konnten die IS-K\u00e4mpfer ihre Verwundeten in t\u00fcrkischen Krankenh\u00e4usern versorgen und in mindestens einem Fall erm\u00f6glichte ihnen die t\u00fcrkische Armee einen Angriff von t\u00fcrkischem Territorium aus auf Kobani.<br \/>\nRLK 2015 Beilage<\/p>\n<p>Doch die Hoffnung des IS auf einen schnellen Sieg wurde durch die Guerillataktik der YPG verhindert. Nach einem auf drei Wochen ausgedehnten R\u00fcckzug aus den D\u00f6rfern des Kantons, der die Flucht der Zivilbev\u00f6lkerung erm\u00f6glichte, verwickelten sie die Miliz im Stadtgebiet von Kobani in einen verlustreichen H\u00e4userkampf. Sprecher des US-Verteidigungsministeriums hatten, zu dem Zeitpunkt, an dem die US-Luftwaffe bereits IS-Stellungen im Irak und in Syrien bombardierte, erkl\u00e4rt, der Fall Kobanis sei nicht auszuschlie\u00dfen. Erst in Reaktion auf den Widerstand in der Stadt begann die US-gef\u00fchrte Koalition, auch bei Kobani verst\u00e4rkt Angriffe zu fliegen. Andernfalls h\u00e4tte die Supermacht ihre Glaubw\u00fcrdigkeit eingeb\u00fc\u00dft. Die bald nur noch sporadisch geflogenen Luftangriffe stabilisierten zwar die Front der Verteidiger, doch sie verschonten die Nachschubrouten des IS weitgehend. So entstand der von Beobachtern kurdischer und sozialistischer Parteien vor Ort bekr\u00e4ftigte Eindruck, die USA zielten nicht auf Vernichtung des IS, sondern setzten auf ein gegenseitiges Aufreiben der Dschihadisten und der kurdischen Milizen.<\/p>\n<p>Die milit\u00e4rische Wende brachten 150 Peschmerga-K\u00e4mpfer der irakisch-kurdischen Regionalregierung, die ab November mit dringend ben\u00f6tigten panzerbrechenden Waffen den YPG-Einheiten Feuerschutz gaben. Auf Seiten der YPG k\u00e4mpften zudem mehrere hundert arabische Mitglieder der \u00bbFreien Syrischen Armee\u00ab, Internationalisten der Marxistisch-Leninistisch-Kommunistischen Partei (MLKP) aus der T\u00fcrkei und Freiwillige aus aller Welt. Wie viele Menschenleben der Krieg in Kobani gekostet hat, ist noch unklar. Sch\u00e4tzungen gehen von bis zu 500 Gefallenen auf Seiten der Verteidiger und einer mindestens doppelt so hohen Zahl get\u00f6teter IS-K\u00e4mpfer aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2015\/01-28\/016.php\">http:\/\/www.jungewelt.de\/2015\/01-28\/016.php<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbIslamischer Staat\u00ab nach 133 Tagen aus syrisch-kurdischer Stadt Kobani vertrieben. 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