{"id":2383,"date":"2015-07-22T15:12:40","date_gmt":"2015-07-22T14:12:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=2383"},"modified":"2015-07-22T15:12:40","modified_gmt":"2015-07-22T14:12:40","slug":"demo-am-1-august-in-bern-no-borders-no-nations","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=2383","title":{"rendered":"Demo am 1. August in Bern: No Borders, No Nations!"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><strong><span class=\"Stil22\">Am 1. August findet in Bern nicht bloss das &#8220;No Borders, No Nations Festival&#8221; (Vortr\u00e4ge und Konzertliste siehe weiter unten) bei der Reitschule statt. Unter dem gleichen Motto wird es auch eine Demo geben: Gegen Grenzen und Nationen.<br \/>\nKommt am 1. August 2015 um 12:30 auf den Bahnhofplatz in Bern!<\/span><em><br \/>\n<\/em><\/strong><br \/>\nAn Mauern, Z\u00e4unen und auf der See sterben t\u00e4glich Menschen, die versuchen ohne Erlaubnis nach Europa oder in die USA zu gelangen. In den vergangenen Wochen kamen mehr Menschen ums Leben, als an der \u201eBerliner Mauer\u201c w\u00e4hrend ihrem rund 28 j\u00e4hrigen Bestehen.[1]<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/noborders1815.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2384\" src=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/noborders1815.jpg\" alt=\"noborders1815\" width=\"481\" height=\"627\" srcset=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/noborders1815.jpg 481w, https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/noborders1815-230x300.jpg 230w\" sizes=\"auto, (max-width: 481px) 100vw, 481px\" \/><\/a>Laut dem UNHCR sind weltweit 50 Millionen Menschen auf der Flucht. Die meisten dieser Menschen fl\u00fcchten, weil erfolgreiche kapitalistische Nationen ganze Weltgegenden zu billigen Rohstoffl\u00e4ndern und Armenh\u00e4usern nieder konkurrieren oder weil imperialistische M\u00e4chte aus nationalem Interesse dort Kriege f\u00fchren oder unterst\u00fctzen. Diese Menschen fl\u00fcchten vor Armut, Verfolgung und Krieg \u2013 und viele von ihnen sterben an den Grenzen von Staaten, weil sie die falschen oder keine \u201ePapiere\u201c haben[2] &#8211; nicht weil es zu wenig sichere Transportmittel und M\u00f6glichkeiten g\u00e4be[3]. Sie m\u00fcssen vor Hunger und Armut fl\u00fcchten, obwohl es auf der Welt Nahrungsmittel\u00fcberproduktion gibt und so viel Geld, dass Grossanleger*innen nicht mehr wissen, wo sie es investieren sollen.<\/p>\n<p>Diese M\u00e4chte, die f\u00fcr das Elend (mit)verantwortlich sind, haben andererseits kein Interesse Menschen bei der Flucht zu helfen: Sie hindern sie aktiv daran! Mit milit\u00e4rischen, polizeilichen und politischen Mitteln versucht man sie fernzuhalten. Denen, die es trotz alledem \u00fcber die Grenzen schaffen, droht viel eher Repression, Ausbeutung und Ausschaffung als die Gnade des Asyls. Der Grund daf\u00fcr ist, dass der Staat Menschen in In- und Ausl\u00e4nder*innen spaltet. Letztere sortiert er noch einmal nach wirtschaftlicher und politischer Verwertbarkeit (in der CH Bewilligung B, C, Ci, G, L, N, F, S oder eben keine). Diese Logik der Verwertbarkeit trifft uns jedoch alle. Auch die Inl\u00e4nder*innen sind Menschenmaterial, das sich f\u00fcr den Erfolg der Nation ins Zeug legen muss. In \u201efriedlichen\u201c Zeiten f\u00fcrs Wirtschaftswachstum (Produktivit\u00e4tssteigerung, Arbeitszeiterh\u00f6hung) und in kriegerischen ganz direkt, mit der Waffe in der Hand. So droht der einheimischen Bev\u00f6lkerung zwar nicht die Ausschaffung, aber dennoch in guten wie in schlechten Zeiten ein Leben als \u201eworking poor\u201c oder die \u201eAltersarmut\u201c.<\/p>\n<p>Wir wissen, dass Staaten und ihre Grenzen politische Konstrukte sind, die die Menschen in In- und Ausl\u00e4nder*innen teilen und ihnen vorgaukeln, es g\u00e4be ein \u201ewir\u201c und das h\u00e4tte mit \u201eden Anderen\u201c so wenig gemeinsam, dass man sie schlechter behandeln und ausnutzen, mitunter sterben lassen kann.<\/p>\n<p>Wir sp\u00fcren, dass es in diesen Konstrukten nicht darum geht, das Beste f\u00fcr die Menschen herauszuholen, sondern darum, in der Konkurrenz der Nationen erfolgreich zu sein \u2013 auf Kosten der einheimischen und ausl\u00e4ndischen Bev\u00f6lkerung, auf Gedeih und Verderb!<\/p>\n<p>Wir wollen, dass das nicht so bleibt! Wenn sich gen\u00fcgend Menschen finden, die sich nicht mehr f\u00fcr nationalstaatliche Logik, f\u00fcr Ausgrenzung und Ausbeutung einspannen lassen, sondern sich \u00fcber alle Grenzen hinweg, f\u00fcr ein gutes Leben f\u00fcr alle und f\u00fcr mehr Menschlichkeit einsetzen!<\/p>\n<p><span class=\"Stil27\">Auf dass No Borders, No Nations mehr wird, als ein Festival, als eine Parole:<\/p>\n<p>Heraus zur Demo! <\/span><\/p>\n<p>Fussnoten:<br \/>\n[1] In der Zeit zwischen August 1961 und November 1989 starben an der Berliner Mauer nach unterschiedli-chen Angaben insgesamt zwischen 138 Menschen 251 Menschen (wenn man nat\u00fcrliche Tode wie Herzin-farkte nach der Grenzkontrolle mitz\u00e4hlt), mindestens 100 starben auf der Flucht. Zwischen 2004 und 2013 kamen nach Angaben von Hilfsorganisationen mehr als 6200 Boatpeople ums Leben, die versuchten Lam-pedusa oder Sizilein zu erreichen. Die US Border Patrol registrierte zwischen 1998 und 2013 6029 Todesf\u00e4l-le von illegalen Migranten an der US-Grenze zu Mexiko. Quelle: Wikipedia.<br \/>\n[2] Diese Tatsache macht die Rechnungsart deutlich, die Staaten mit Menschen betreiben: Diplomaten wer-den entsprechend anders behandelt als Gastarbeiter aus dem EU\/EFTA-Raum und diese wiederum anders als Asylsuchende.<br \/>\n[3] Mit den Richtigen Papieren kommt man auch zum Beispiel aus Nigeria im Direktflug in die Schweiz &#8211; und erst noch g\u00fcnstiger, als mit den Schlepperbanden.<\/p>\n<p class=\"Stil34\" align=\"justify\">Vortr\u00e4ge rund um das <em>No Borders, No Nations<\/em> Festival<br \/>\n<span class=\"Stil41\"><br \/>\n<span class=\"Stil27\">Die Vortr\u00e4ge finden jeweils im Kino der Reitschule statt.<br \/>\n<\/span><br \/>\n<span class=\"Stil36\">FREITAG 31.07.2015<\/p>\n<p>18.45h: <span class=\"Stil27\">Nationalismus konkret.<\/span><\/p>\n<p>SAMSTAG 01.08.2015<\/p>\n<p><\/span><\/span><span class=\"Stil19\">14.30h: <span class=\"Stil27\">Calais &#8211; Unmenschlichkeit<\/span> <span class=\"Stil27\">kennt keine Grenzen<\/span><\/p>\n<p>17.30h: <span class=\"Stil27\">Nation? Heimat? Gemeinschaft? Die Nation &#8211; ein Grund zum Feiern?<\/span><\/span><br \/>\n<span class=\"Stil19\"><br \/>\nDie weiteren Veranstaltungen und Konzerte am 31.7 und 1.8. findet ihr auf <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/nobordersnonationsbern?_rdr=p\" target=\"_blank\">Facebook<\/a>.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.buendnis-gegen-rechts.ch\/\">http:\/\/www.buendnis-gegen-rechts.ch\/<\/a><br \/>\n<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 1. August findet in Bern nicht bloss das &#8220;No Borders, No Nations Festival&#8221; (Vortr\u00e4ge und Konzertliste siehe weiter unten) bei der Reitschule statt. Unter dem gleichen Motto wird es auch eine Demo geben: Gegen Grenzen und Nationen. Kommt am 1. 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