{"id":2507,"date":"2016-02-16T16:30:30","date_gmt":"2016-02-16T15:30:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=2507"},"modified":"2016-02-16T16:44:25","modified_gmt":"2016-02-16T15:44:25","slug":"pegida-schweiz-nichts-als-heisse-luft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=2507","title":{"rendered":"Pegida Schweiz: Nichts als heisse Luft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.zentralplus.ch\/de\/news\/politik\/5101799\/Pegida-Schweiz-Nichts-als-heisse-Luft.htm\">http:\/\/www.zentralplus.ch\/de\/news\/politik\/5101799\/Pegida-Schweiz-Nichts-als-heisse-Luft.htm<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>In Luzern meldete Pegida Schweiz eine Kundgebung an. Das tat sie in anderen St\u00e4dtchen auch. \u00dcberall vergebens. Ein Blick auf eine Bewegung, die nicht \u00fcber Ank\u00fcndigungen hinauskommt.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Pegida Schweiz erreicht zwar grosse Medienbeachtung, auch in den vergangenen Wochen. Nur: Wer ist denn Pegida Schweiz? Eine Volksbewegung \u2013 oder ein Zeitvertreib einiger politisch Rechtsaussenstehender?<\/p>\n<div class=\"content no-bottom-line clearfix article-detail equal-heights\">\n<div class=\"main\">\n<article class=\"icon-heart redirect-donation\">Ein Blick zur\u00fcck \u2013 Anfang Januar vergangenes Jahr. In Dresden im \u00f6stlichen Bundesland Sachsen treffen sich seit Wochen jeweils montags M\u00e4nner und Frauen, um zu demonstrieren, gegen Muslime, gegen Fl\u00fcchtlinge, gegen die \u00abL\u00fcgenpresse\u00bb. Sie nennen sich \u00abPatriotische Europ\u00e4er gegen die Islamisierung des Abendlandes\u00bb (Pegida) und halten sich f\u00fcr \u00abdas Volk\u00bb. Bis zu 25\u2019000 Menschen folgen in Dresden den Pegida-Aufrufen, doch in anderen deutschen St\u00e4dten (Ausnahme Leipzig) kommt die Bewegung nie \u00fcber einen Anfang hinaus. H\u00e4ufig stehen den Pegida-Teilnehmern mehr Gegendemonstranten gegen\u00fcber, manchmal auch in Dresden. Im Klartext: Pegida wird weltweit wahrgenommen, doch bleibt die Bewegung eine regionale Angelegenheit.<\/p>\n<p><strong>Die Schweiz gilt als Vorbild<\/p>\n<p><\/strong>Bei den Pegida-Leuten \u2013 wie bei vielen Islamophoben \u2013 hat die Schweiz einen guten Ruf. Sie sagen, es sei wegen der direkten Demokratie und sie freuen sich \u00fcber \u00abdas Minarettverbot\u00bb. Gibt es auch eine Pegida-Bewegung in der Schweiz? Auf Facebook erh\u00e4lt eine Pegida-Schweiz-Gruppe bereits im Dezember 2014 viel Unterst\u00fctzung, aber damit hat es sich, bis in Paris einheimische islamistische Terroristen die \u00abCharlie Hebdo\u00bb-Redaktion angreifen und zw\u00f6lf Menschen ermorden.<\/p>\n<p>Tage sp\u00e4ter berichtet die \u00abSonntagszeitung\u00bb: Nur wenige Stunden nach dem Pariser Attentat sei ein \u00abVerein Pegida Schweiz\u00bb gegr\u00fcndet worden, von einem \u00abDutzend Personen aus christlich-rechten Kreisen\u00bb. Die Gr\u00fcnder d\u00fcrfen anonym bleiben, erhalten aber Unterst\u00fctzung. \u00abIch begr\u00fcsse es, wenn auch in der Schweiz Pegida-Demos stattfinden\u00bb, meint Anian Liebrand, ehemaliger Pr\u00e4sident der JSVP Schweiz. Er kann sich vorstellen, dass die Jungpartei einen Protestaufruf offiziell unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Dann outet sich das ehemalige PNOS-Mitglied Ignaz Bearth als Pegida-\u00abSprecher\u00bb, und die SVP-Unterst\u00fctzung geht fl\u00f6ten. Die Glaubw\u00fcrdigkeit auch, Tage sp\u00e4ter tritt Bearth als Sprecher zur\u00fcck, \u00abzum Wohle von Pegida Schweiz\u00bb. Allerdings nur f\u00fcr kurze Zeit. Er hatte auf seinem pers\u00f6nlichen Facebook-Konto behauptet, dass nicht Pegida, sondern die Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Regierung die \u00abwirklichen Nazis in Berlin\u00bb seien. Support erh\u00e4lt Pegida nun von der PNOS, man werde \u00aban dem geplanten Aufmarsch selbstverst\u00e4ndlich teilnehmen!\u00bb. Monate sp\u00e4ter freut sich auch Bearth \u00fcber die Unterst\u00fctzung der v\u00f6lkisch-inspirierten \u00abIdentit\u00e4ren\u00bb, einer Kleinstgruppierung, die ein Europa ohne Muslime anstreben, bewohnt von Menschen weisser Hautfarbe.<br \/>\n<strong>Wer macht das Pegida-Geschrei?<\/strong>Gerade einmal vier Herren bilden Pegida Schweiz: Ein Rechtsextremist (Eric Weber) und drei Mitglieder der \u00abDirektdemokratischen Partei der Schweiz\u00bb (DPS), einer politischen Totgeburt, die bei der Gr\u00fcndung viel Medienaufmerksamkeit auf sich ziehen konnte, aber nicht vom Fleck kommt. Pegida-Pr\u00e4sident ist der Thurgauer Mike Spielmann, Mitglied einer methodistischen Freikirche. Ansonsten k\u00e4mpft der christliche Fundamentalist gegen die EU und gegen die KESB.<\/p>\n<p>Der bekannteste DPSler und Mitbegr\u00fcnder ist der 31-j\u00e4hrige Uznacher Ignaz Bearth, einst Exponent der rechtsextremen \u00abPartei National Orientierter Schweizer\u00bb (PNOS), dann Mitglied und Aktivist der SVP Uznach, bis er einen Fanclub f\u00fcr den \u00f6sterreichischen FP\u00d6-Pr\u00e4sidenten Heinz-Christian Strache betrieb und seinen SVP-Platz r\u00e4umen musste. Aktuell kandidiert er auf der DPS-Liste f\u00fcr den St. Galler Kantonsrat.<\/p>\n<h4>Keine Verbindungen (mehr) zur SVP<\/h4>\n<p>Andernorts macht Bearth bereits Karriere. Als Schweizer Redner tritt er bei Pegida-Kundgebungen auf, in Deutschland, in \u00d6sterreich. In Leipzig wetterte er im Januar 2016 gegen \u00abrote Ratten\u00bb. Im Herbst bezeichnete er in Dresden die deutsche Bundeskanzlerin als \u00abVolksverr\u00e4terin\u00bb.<\/p>\n<p>Wie Bearth musste auch der dritte DPS-Aktivist die SVP unfreiwillig verlassen. Tobias Steiger war bis Juli 2015 Pr\u00e4sident der SVP Dornach. Er begr\u00fcsste dann den Ertrinkungstod eines Asylbewerbers (\u00abSollen sie mit Gott gehen, Hauptsache sie gehen zur\u00fcck.\u00bb) und meinte: \u00abWarum sollen wir uns von Rechtsradikalen abspalten, wo wir gemeinsame Interessen haben?\u00bb Da k\u00f6nne man zusammenspannen, auch wenn man nicht mit allem einverstanden sei. Vor dem drohenden Ausschluss verliess Steiger die SVP.<\/p>\n<h4>Le Pen war eingeladen<\/h4>\n<p>Und da ist noch Eric Weber, baselst\u00e4dtischer Grossrat und einziger Vertreter der \u00abVolks-Aktion gegen zu viele Ausl\u00e4nder und Asylanten\u00bb, er verhalf den darbenden Schweizer Pegida-Anh\u00e4ngern Anfang Januar zu einem weiteren Aufmerksamkeitsschub. Zuerst erreichte er in Basel eine Kundgebungsbewilligung, dann eine unkritische Berichterstattung in der Sonntagszeitung. \u00abDer lokale Anlass\u00bb Pegida-Demo drohe \u00abzu einem internationalen Aufmarsch von prominenten Rechtsextremen zu werden.\u00bb<\/p>\n<p>Auf der provisorischen Rednerliste st\u00e4nden \u00abunterdessen Ausl\u00e4nderfeinde aus mehreren L\u00e4ndern\u00bb, darunter der greise Jean-Marie Le Pen, langj\u00e4hriger Front-National-Anf\u00fchrer. Weber habe \u00abseine Kontakte zu europ\u00e4ischen Rechtsextremisten\u00bb genutzt. Die Kontakte beschr\u00e4nkten sich allerdings auf Webers Hobbys: Er liebt es, sich per Selbstausl\u00f6ser mit bekannten Rechtsextremen abzubilden, bereits vor dreissig Jahren sass er mit Le Pen auf einem Sofa. Die Folgen waren absehbar: Die Demo wurde von den Beh\u00f6rden abgesagt und die anderen Pegida-Exponenten distanzierten sich von Weber.<\/p>\n<p><strong>Fazit: nur Polit-Plag\u00f6ris<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Hinter Pegida Schweiz stehen wenige islamophoben Polit-Plag\u00f6ris, die mehr Gegendemonstranten als Unterst\u00fctzer mobilisieren k\u00f6nnen. In den vergangenen vierzehn Monaten hat sie drei Kleindemos (80 bis 300 Teilnehmer plus einige Gegendemonstranten) zu Stande gebracht, allerdings ennet der Grenze, zweimal in Weil am Rhein, einmal in Kandern (8000 Einwohner), im Schwarzwald noch hinter Weil am Rhein.<\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Luzern meldete Pegida Schweiz eine Kundgebung an. Das tat sie in anderen St\u00e4dtchen auch. \u00dcberall vergebens. 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