{"id":2542,"date":"2016-04-08T08:39:50","date_gmt":"2016-04-08T07:39:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=2542"},"modified":"2016-04-08T08:39:50","modified_gmt":"2016-04-08T07:39:50","slug":"medienmitteilung-von-lagota-zur-absage-der-gruppe-tamara-und-salle-modulable-auf-dem-inseli","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=2542","title":{"rendered":"Medienmitteilung von Lagota zur  \u201eAbsage der Gruppe Tamara\u201c und \u201eSalle modulable auf dem Inseli\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Auf Kulturteil.ch haben wir gelesen, dass eine Gruppe junger Menschen namens Tamara, die sich aus Kultur-, und Kunstaktivist_Innen zusammensetzt, gerne die lehrstehenden Villen an der Obergrundstrasse zwischengenutzt h\u00e4tte.\u00a0 Mit der Besitzerin Bodum wurde Kontakt aufgenommen, diese antwortete mit klarer Absage auf das Vorhaben.<\/strong><br \/>\n<strong>Konkret wollte die Gruppe einen Begegnungsort f\u00fcr Menschen erschaffen,\u00a0 mit Fokus auf die aktuelle Situation gefl\u00fcchteter Menschen, welche momentan in Luzern kaum Ankn\u00fcpfungspunkte haben. F\u00fcr sie gibt es wenig bis keine M\u00f6glichkeiten mit anderen Menschen ausserhalb ihrer Unterkunft in Kontakt zu treten. Mit dieser Erkenntnis wollten die Aktivist_Innen von Tamara einen Ort erschaffen, in der sich Menschen treffen, austauschen und Zeit verbringen k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben die Nachricht der Absage an dieses Projekt mit Bedauern zur Kenntnis genommen.<br \/>\nDie Diskussion um Freir\u00e4ume ist aktueller denn je.<br \/>\nIn einer Stadt, welche den \u00f6ffentlichen Raum f\u00fcr Tourist_Innen und Konsument_Innen reserviert und allen Anderen die Nutzung dieses Raumes verweigert, ist es umso wichtiger, Orte zu schaffen, an denen versucht werden kann, eigene Ideen und Vorstellungen gemeinsam mit anderen umzusetzen. Auch wenn Politiker_Innen und Verantwortliche der Stadt die Tatsache gerne leugnen und ignorieren, gibt es viele Menschen, die keine Lust haben, existierende Kulturangebote zu nutzen, sondern sich diese lieber nach eigenen Vorstellungen selber erschaffen!<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Voraussetzung f\u00fcr einen freien Kulturort einzig und allein ein passender Ort im Zentrum der Stadt w\u00e4re, welcher f\u00fcr die \u00f6ffentliche Hand keinerlei Kosten oder sonstige Aufwendungen bedeutet, wird in Luzern \u00fcber ein Projekt namens Salle Modulable diskutiert. Dieses neue Theater wird Baukosten in der H\u00f6he von mindestens 90 Millionen verursachen. Die Kosten f\u00fcr Betrieb und Unterhalt des Geb\u00e4udes lassen wir mal aussen vor. Eine solche Vorderung wird mit Handkuss bejubelt und es wird eine Notwendigkeit konstruiert, als ob elit\u00e4re Kultur nicht schon genug Platz einnehmen w\u00fcrde! Da wird davon getr\u00e4umt, Luzern zum\u00a0 neuen \u201eKulturmekka\u201c zu machen.<\/p>\n<p>Der gr\u00f6sste Affront an der ganzen Geschichte ist jedoch, dass mit diesem neuen Geb\u00e4ude einer der letzen \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tze welcher noch einigermassen frei ist, verdr\u00e4ngen wird, namentlich das Inseli! \u00abWir wollen das Inseli zu einer Kultur-Br\u00fccke f\u00fcr die ganze Bev\u00f6lkerung machen.\u00bb heisst es da von Seiten Ursula St\u00e4mmers. Diese Br\u00fccke wird mit ziemlicher Sicherheit einseitig in Richtung Salle Modulable begehbar sein!<br \/>\nFest steht, dass sich das Inseli mit der Neuentstehung des Theaters extrem ver\u00e4ndern w\u00fcrde.<br \/>\nOb dann f\u00fcr Menschen die gerne draussen am See sitzen, Bier trinken oder sonst gerne Zeit im \u00f6ffentlichen Raum verbringen, noch Platz oder Akzteptanz \u00fcbrig bleibt, steht offen. Was klar auf der Hand liegt ist, dass zahlungskr\u00e4ftige Opern und Theaterbesucher_innen ihre Interessen eher durchsetzen k\u00f6nnen.Wie lange es dann dauern wird, bis auch da Polizeihilfsorgane in Form von SIP und Co. in Schaaren auflaufen werden um f\u00fcr die sogenannte Ordnung und Sauberkeit zu sorgen ist eine Frage der Zeit!<\/p>\n<p>Ein Kulturort, der schon in der Planung Menschen aufgrund zu kleiner materieller Ressourcen ausschliesst, wird niemals lebendig sein! Es wird ein neues Mekka f\u00fcr Kulturkonsument_innen entstehen. Mit gelebter, kreativer Kultur hat das alles aber nichts zu tun! Daran \u00e4ndert auch die Tatsache nichts, dass die Initiant_innen anbieten, die Vorstellungen auf die Hausfassade zu \u00fcbertragen!<\/p>\n<p>Eine heterogene, aufm\u00fcpfige und lebendige Kulturszene l\u00e4sst sich nicht von einem millionenschweren Geb\u00e4ude verdr\u00e4ngen oder \u00fcbernehmen, sondern muss sich in einem selbstbestimmten Prozess entwickeln k\u00f6nnen!! Das einzige was es daf\u00fcr brauchen w\u00fcrde, ist der geeignete Raum, welcher eigentlich vorhanden w\u00e4re.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Kulturteil.ch haben wir gelesen, dass eine Gruppe junger Menschen namens Tamara, die sich aus Kultur-, und Kunstaktivist_Innen zusammensetzt, gerne die lehrstehenden Villen an der Obergrundstrasse zwischengenutzt h\u00e4tte.  Mit der Besitzerin Bodum wurde Kontakt aufgenommen, diese antwortete mit klarer Absage auf das Vorhaben.<br \/>\nKonkret wollte die Gruppe einen Begegnungsort f\u00fcr Menschen erschaffen,  mit Fokus auf die aktuelle Situation gefl\u00fcchteter Menschen, welche momentan in Luzern kaum Ankn\u00fcpfungspunkte haben. F\u00fcr sie gibt es wenig bis keine M\u00f6glichkeiten mit anderen Menschen ausserhalb ihrer Unterkunft in Kontakt zu treten. 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