{"id":2599,"date":"2016-07-06T11:06:57","date_gmt":"2016-07-06T10:06:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=2599"},"modified":"2016-07-06T11:06:57","modified_gmt":"2016-07-06T10:06:57","slug":"zerstorte-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=2599","title":{"rendered":"Zerst\u00f6rte Zukunft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Weltweit sind 65 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung. Mehr als die H\u00e4lfte sind Kinder<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>Weltweit lebten Ende vergangenen Jahres 65,3 Millionen Menschen als Vertriebene und Fl\u00fcchtlinge. Das geht aus dem Jahresbericht hervor, den das UNHCR, die f\u00fcr diesen Personenkreis zust\u00e4ndige Hilfsorganisation der Vereinten Nationen, am 18. Juni ver\u00f6ffentlichte. Das ist ein Anstieg von 9,75\u00a0Prozent, zw\u00f6lf Monate zuvor hatte die Zahl bei 59,5 Millionen gelegen. Fast die H\u00e4lfte der neu Hinzugekommenen, 2,5 Millionen Menschen, entf\u00e4llt auf den Jemen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate f\u00fchren dort seit M\u00e4rz 2015 einen von den USA unterst\u00fctzten Interventionskrieg.<\/p>\n<p>40,8 Millionen Menschen sind Vertriebene in ihrem eigenen Land, haupts\u00e4chlich aufgrund von B\u00fcrgerkriegen. Hinzu kommen 24,5 Millionen, die gezwungen sind, au\u00dferhalb ihres Heimatlands zu leben. Nur diese werden vom UNHCR als \u00bbRefugees\u00ab, Fl\u00fcchtlinge, bezeichnet. Lediglich 3,2\u00a0Millionen von ihnen befinden sich auf dem Gebiet der EU, der USA oder in anderen Industriel\u00e4ndern. Das sind gerade mal 4,9 Prozent der Gesamtzahl.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/flucht.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2600\" src=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/flucht-300x175.jpg\" alt=\"flucht\" width=\"300\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/flucht-300x175.jpg 300w, https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/flucht.jpg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Im Gegensatz dazu leben 86 Prozent aller vom UNHCR registrierten Fl\u00fcchtlinge und Vertriebenen \u00bbin L\u00e4ndern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen, die in der N\u00e4he von Krisensituationen liegen\u00ab. Der Anteil erh\u00f6ht sich auf mehr als 90\u00a0Prozent, wenn man die pal\u00e4stinensischen Fl\u00fcchtlinge hinzurechnet. Unter den zehn L\u00e4ndern, die am meisten Fl\u00fcchtlinge aufgenommen haben, sind f\u00fcnf afrikanische Staaten mit ausgesprochen niedrigem Pro-Kopf-Einkommen. An ihrer Spitze liegt \u00c4thiopien, gefolgt von Kenia, Uganda, der Demokratischen Republik Kongo und dem Tschad. Weltweit betrachtet, hat kein anderes Land so viele Fl\u00fcchtlinge aufgenommen wie die T\u00fcrkei, die von der deutsch gef\u00fchrten EU in die Rolle eines Pufferstaats f\u00fcr die \u00bbFestung Europa\u00ab gedr\u00e4ngt wird: 2,5 Millionen Menschen sind es nach Angaben des UNHCR. Im Verh\u00e4ltnis zur Bev\u00f6lkerung leben am meisten Fl\u00fcchtlinge im Libanon, dort kommen 183 Schutzsuchende auf 1.000 Einwohner.<\/p>\n<p>Unter den Herkunftsl\u00e4ndern der Fl\u00fcchtlinge liegen Syrien mit 4,9 Millionen, Afghanistan mit 2,7 Millionen und Somalia mit 1,1 Millionen an der Spitze. Zudem sind auch innerhalb dieser drei L\u00e4nder viele Menschen auf der Flucht. Die meisten solcher \u00bbBinnenvertriebenen\u00ab gibt es mit 6,9 \u00a0Millionen in Kolumbien, gefolgt von Syrien mit 6,6 Millionen und Irak mit 4,4 Millionen. 51 Prozent aller Fl\u00fcchtlinge und Vertriebenen weltweit sind nach Angaben des UNHCR Kinder.<\/p>\n<p>Fakten und Prognosen zur Lage von Kindern und Jugendlichen insbesondere in den afrikanischen L\u00e4ndern s\u00fcdlich der Sahara enth\u00e4lt ein am Dienstag vergangener Woche ver\u00f6ffentlichter Bericht des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF). Zwar sei es seit den 1990er Jahren weltweit gelungen, die Kindersterblichkeit und den Anteil der Menschen, die in \u00bbextremer Armut\u00ab leben m\u00fcssen, um fast 50 Prozent zu senken. Aber die Lage und die Zukunftssaussichten sind immer noch erschreckend und f\u00fcr die vergleichsweise reichen Industriel\u00e4nder besch\u00e4mend. Falls nicht massive Verbesserungen umgesetzt werden, w\u00fcrden UNICEF zufolge zwischen 2016 und 2030 fast 70 Millionen neugeborene Kinder \u00bbaus verhinderbaren Gr\u00fcnden\u00ab sterben, ohne das f\u00fcnfte Lebensjahr zu erreichen. Insgesamt 167 Millionen Kinder w\u00fcrden 2030 in \u00bbextremer Armut\u00ab leben. Derzeit haben Angola, der Tschad und Somalia weltweit die h\u00f6chste Kindersterblichkeit. 15,7 Prozent, 13,9 Prozent bzw. 13,7 Prozent aller Neugeborenen werden in diesen L\u00e4ndern nicht einmal f\u00fcnf Jahre alt.<\/p>\n<p>UNICEF weist auch darauf hin, dass gegenw\u00e4rtig ungef\u00e4hr 124 Millionen Kinder im entsprechenden Alter keine Schule besuchen. Dar\u00fcber hinaus h\u00e4tten in einigen Regionen 40 Prozent der Kinder, die die Grundschule absolviert haben, trotzdem nicht ausreichend lesen, schreiben und rechnen gelernt. F\u00fcr Babys von M\u00fcttern ohne Schulbildung sei das Risiko, vor dem f\u00fcnften Lebensjahr zu sterben, fast dreimal so hoch wie f\u00fcr andere Kleinkinder. Um die Situation entscheidend zu verbessern, w\u00e4ren riesige Investitionen erforderlich. Derzeit fehlen laut UNICEF j\u00e4hrlich 8,5 Milliarden Dollar, um die Schulbildung von 75 Millionen Kindern in den am schlimmsten betroffenen Krisengebieten zu finanzieren.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2016\/07-06\/076.php\">http:\/\/www.jungewelt.de\/2016\/07-06\/076.php<\/a><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weltweit sind 65 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung. 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