{"id":2698,"date":"2017-01-16T10:35:59","date_gmt":"2017-01-16T09:35:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=2698"},"modified":"2017-01-16T10:35:59","modified_gmt":"2017-01-16T09:35:59","slug":"medienmitteilung-zum-neonazi-konzert-in-willisau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=2698","title":{"rendered":"Medienmitteilung zum Neonazi-Konzert in Willisau"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem die Luzerner Kantonspolizei unbewilligte Aufm\u00e4rsche von NeofaschistInnen bereits 2015 wieder als zul\u00e4ssig befand, liest sich das gew\u00e4hren eines neonazistischen Konzerts in Willisau 2017 wie ein weiteres Kapitel in der Blau\u00e4ugigkeit und seltsam anmutender Zur\u00fccknahme in Fragen nationalistischer und ausl\u00e4nderInnenfeindlicher Umtriebe im Kanton Luzern. Dieser ist augenscheinlich zu einem sicheren Wert in der Neonazi-Szene geworden: W\u00e4hrend die Kantone St.<\/p>\n<p>Gallen und Aargau das Konzert pr\u00e4ventiv verboten, liessen sich die Neonazis im luzernischen in einem sicheren Hafen nieder. Wieder einmal tat sich die Luzerner Kantonspolizei als Zuschauer bei einer unbewilligten Veranstaltung hervor, wie dies bereits beim Aufmarsch in Sempach der Fall war. Auch in dieser denkbar passiven Rolle gef\u00e4llt sich die Kantonspolizei einmal mehr in einer Rolle, die allen engagierten B\u00fcrgerInnen als befremdlich, wenn nicht gar als anbiedernd angelastet werden sollte. Sich auf die Versammlungsfreiheit berufend liess ebendiese Polizei zu, dass eindeutig als neofaschistisch identifizierbare Musiker ihr menschenverachtendes Liedgut ohne jede Konsequenzen kundtun konnte.<\/p>\n<p>Obwohl alle Informationen \u00fcber die auftretenden Bands vorhanden waren, sah sich die Luzerner Kantonspolizei nicht gezwungen einzugreifen und wartete die zu erwartenden Straftaten ab. Die Zuschauerrolle begr\u00fcndete diese mit einem zu errichtendem \u00abGleichgewicht der politischen Extreme\u00bb (Kurt Graf, Zentralplus, 15.01.2017). Es ist nicht weniger als ein Hohn gegen\u00fcber allen tats\u00e4chlichen und potenziellen Opfern von Rechtsradikalismus, wenn bei einem Rapper wie Makks Damage davon gesprochen wird, man beobachte, ob \u00fcberhaupt Verst\u00f6sse gegen geltendes Recht get\u00e4tigt w\u00fcrden. Gleiches gilt f\u00fcr die Band \u00abBronson\u00bb. In beiden F\u00e4llen ist die Verh\u00f6hnung der Opfer faschistischer Diktaturen Programm, ebenso wie der Aufruf zu einer Wiederholung der bekannten Verbrechen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr uns stellen sich mehr denn je die Fragen:<\/p>\n<ol>\n<li>Wieso h\u00e4lt es die Luzerner Kantonspolizei nicht f\u00fcr n\u00f6tig, ein solches Konzert zu verbieten, obwohl Nachbarkantone dies bereits taten?<\/li>\n<\/ol>\n<ol start=\"2\">\n<li>Worin begr\u00fcndet sich die Annahme, dass antisemitische, fremdenfeindliche und faschistisch orientierte Bands keine \u00c4usserungen t\u00e4tigen, welche gegen die Antirassismus-Strafnorm verstossen w\u00fcrden?<\/li>\n<\/ol>\n<ol start=\"3\">\n<li>Wovon ist konkret die Rede, wenn von einem \u00abGleichgewicht derpolitischen Extreme\u00bb gesprochen wird?<\/li>\n<\/ol>\n<ol start=\"4\">\n<li>Sieht die Kantonspolizei keinen Handlungsbedarf darin, dass der Kanton Luzern neu zu einem Refugium der extremen Rechten verkommt?<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem die Luzerner Kantonspolizei unbewilligte Aufm\u00e4rsche von NeofaschistInnen bereits 2015 wieder als zul\u00e4ssig befand, liest sich das gew\u00e4hren eines neonazistischen Konzerts in Willisau 2017 wie ein weiteres Kapitel in der Blau\u00e4ugigkeit und seltsam anmutender Zur\u00fccknahme in Fragen nationalistischer und ausl\u00e4nderInnenfeindlicher Umtriebe im Kanton Luzern. 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