{"id":2742,"date":"2017-04-07T09:49:13","date_gmt":"2017-04-07T08:49:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=2742"},"modified":"2017-04-07T09:50:11","modified_gmt":"2017-04-07T08:50:11","slug":"bodum-villa-stadt-gab-das-aus-schon-vor-einem-jahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=2742","title":{"rendered":"Bodum-Villa: Stadt gab das Aus schon vor einem Jahr"},"content":{"rendered":"<p><strong>Quelle: <\/strong><a href=\"https:\/\/www.zentralplus.ch\/de\/news\/politik\/5530653\/Bodum-Villa-Stadt-gab-das-Aus-schon-vor-einem-Jahr.htm\">https:\/\/www.zentralplus.ch\/de\/news\/politik\/5530653\/Bodum-Villa-Stadt-gab-das-Aus-schon-vor-einem-Jahr.htm<strong><br \/>\n<\/strong><\/a><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Besetzung der Bodum-Villa hat es an den Tag gebracht: Das Geb\u00e4ude an der Obergrundstrasse 99 ist verwahrlost, die Substanz gesch\u00e4digt. Der Stadt ist das jedoch egal. Denn wie Recherchen von zentralplus zeigen, erhielt der Besitzer bereits vor mehr als einem Jahr das Einverst\u00e4ndnis zum Abriss des gesch\u00fctzten Geb\u00e4udes.<\/strong><\/p>\n<p>Kaum ist die zweite \u00abGundula\u00bb-Besetzung zu Ende, kommen neue Tatsachen ans Licht: Wie die Stadt jetzt best\u00e4tigt, wurde dem Besitzer J\u00f8rgen Bodum vor \u00fcber einem Jahr eine Bewilligung zum Abriss in Aussicht gestellt. Bodum habe von Anfang an kommuniziert, einen Neubau an der Obergrundstrasse 99 realisieren zu wollen.<\/p>\n<p><strong>In stetem Austausch mit dem Besitzer<\/strong><\/p>\n<p>Doch das ist nicht ganz einfach, denn die Villa geh\u00f6rt zur Ortsbildschutzzone B und liegt im Gebiet des Bundesinventars der sch\u00fctzenswerten Objekte (ISOS). Das heisst: Die Auflagen f\u00fcr einen Abbruch eines Hauses sind sehr hoch. Dennoch ist man seitens der Stadt bereits vor der ersten Besetzung zur Einsicht gekommen: Das Haus darf abgebrochen werden.<\/p>\n<p>Das \u00e4ndert nat\u00fcrlich die Situation. Vom absichtlichen Verfall wurde gesprochen, vom willk\u00fcrlichen Offenlassen von Fenstern. Noch am Dienstagmorgen sagte eine Sprecherin von \u00abGundula\u00bb: \u00abDas Haus war in einem guten Zustand. Wir gingen letzten Fr\u00fchling raus, weil Frau Jost (die st\u00e4dtische Baudirektorin, Anm. d. Red.) uns versprochen hat, dass das Haus asbestsaniert wird.\u00bb\u00a0Dies wurde zwar gemacht, doch: \u00abIm obersten Stock sind seit l\u00e4ngerer Zeit die Fenster sperrangelweit offen. F\u00fcr uns ist es offensichtlich, dass der Besitzer es absichtlich verlottern l\u00e4sst.\u00bb<\/p>\n<h4>Sanierung wirtschaftlich unverh\u00e4ltnism\u00e4ssig<\/h4>\n<p>Am Montag sagte Manuela Jost im <a href=\"https:\/\/www.zentralplus.ch\/de\/news\/politik\/5530509\/Manuela-Jost-%C2%ABIch-lasse-mir-nichts-vorwerfen%C2%BB.htm\" target=\"_blank\">Interview<\/a> mit zentralplus: \u00abDa das Haus nicht der Stadt geh\u00f6rt, liegt es in der Freiheit des Besitzers, mit dem Haus umzugehen, wie er m\u00f6chte.\u00bb Die Aussage bekommt eine neue F\u00e4rbung, wenn der Hintergrund klar ist: Der Besitzer darf das Haus theoretisch so schnell oder so langsam verrotten lassen, wie er will, abgerissen wird es sowieso. Und dass der Ball beim Eigent\u00fcmer selber liegt, machte die Baudirektor ebenfalls am Montag klar: \u00abWir befinden uns gemeinsam mit dem Team von Herrn Bodum in einem Prozess. Werden die n\u00f6tigen Kriterien erf\u00fcllt, k\u00f6nnte es sehr rasch vorw\u00e4rtsgehen.\u00bb<\/p>\n<p>Der Luzerner Stadtarchitekt J\u00fcrg Rehsteiner sagt dazu: \u00abEs ist wichtig zu verstehen: Der Hausbesitzer hat das Haus in sehr schlechtem Zustand \u00fcbernommen.\u00bb Bodum habe von Anfang an offen kommuniziert, er wolle einen Neubau realisieren. \u00abWir haben gemeinsam den Weg beschritten und standen in stetem Austausch\u00bb, so der Stadtarchitekt.<\/p>\n<p>Die Pr\u00fcfung, welche bereits letztes Jahr abgeschlossen war, zeigte laut der Stadt: Es w\u00e4re wirtschaftlich unverh\u00e4ltnism\u00e4ssig gewesen, das Haus sanieren zu m\u00fcssen. Aus diesem Grund kann gem\u00e4ss Bau- und Zonenreglement eine Abbruchbewilligung ausgestellt werden. Der Abbruch darf erst erfolgen, wenn ein bewilligtes Neubauprojekt vorliegt, das ist noch nicht der Fall.<\/p>\n<p>Rehsteiner sagt dazu: \u00abWir haben die Fragestellung zum ausnahmsweisen Abbruch der Liegenschaft eingehend gepr\u00fcft und sind zum Schluss gekommen, dass ein Neubau an der Obergrundstrasse 99 m\u00f6glich sei.\u00bb Grund daf\u00fcr, dass der Abbruch bef\u00fcrwortet wurde: \u00abDer Vorbesitzer hat am Haus sehr provisorische Arbeiten vorgenommen.\u00bb Diese provisorischen Arbeiten haben scheinbar den Wert des Hauses bereits vor dem Kauf durch Bodum massgeblich verschlechtert.<\/p>\n<h4>Besetzung 2016 unterbrach Neubauprojekt<\/h4>\n<p>Dass das Haus nun kaputt geht, ist also aus Sicht der Stadt zweitrangig \u2013 ihre Analyse ist bereits lange abgeschlossen, man wartet auf das Neubauprojekt. Warum wurde das nicht klarer kommuniziert? Stadtarchitekt Rehsteiner sagt, die Besetzung 2016 habe den \u00abbei einem Abbruchbegehren n\u00f6tigen Prozess\u00bb unterbrochen.<\/p>\n<figure class=\"cs_img cs_fl_\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zentralplus.ch\/get_img?ImageWidth=720&amp;ImageHeight=480&amp;ImageId=7559914\" alt=\"So sieht es momentan in der Bodum-Villa an der Obergrundstrasse aus.\" \/><figcaption class=\"cs_img_caption\"> So sieht es in der Bodum-Villa an der Obergrundstrasse aus. (Bild: facebook) <\/figcaption><\/figure>\n<p>Weiter f\u00fchrt der Stadtarchitekt aus: \u00abEs war dann auch l\u00e4ngere Zeit nicht ganz klar, was der Grundeigent\u00fcmer beabsichtigt.\u00bb Trotzdem bleibe f\u00fcr die Baudirektion klar: Der Abriss der Villa ist verh\u00e4ltnism\u00e4ssig und \u00abausnahmsweise m\u00f6glich\u00bb.<\/p>\n<h4>Grossstadtr\u00e4te verlangen klare Kommunikation<\/h4>\n<p>Noch am Mittwochmorgen ver\u00f6ffentlichte die SP- und Juso-Fraktion der Stadt Luzern eine Interpellation, in der sie den Stadtrat fragt, ob es m\u00f6glich sei, dem Verfall \u00fcberlassene Liegenschaften auf Kosten des Besitzers zu sanieren. Von einer abgeschlossenen st\u00e4dtischen Analyse der Villa war Interpellant Simon Roth (SP) nichts bekannt. \u00abEs w\u00e4re w\u00fcnschenswert, dass die Stadt transparenter kommuniziert.\u00bb<\/p>\n<p>Ins gleiche Horn bl\u00e4st SP-Grossstadtrat Gianluca Pardini. Der Historiker sagt: \u00abWir wollen von der Stadt, dass sie k\u00fcnftig bei leerstehenden Geb\u00e4uden aktiver und transparenter kommuniziert.\u00bb Aber dass die Stadt nur zusehen kann beim Zerfall der H\u00e4user, liege daran, dass die Stadt \u00abnoch kein griffiges Mittel hat gegen Liegenschaftsbesitzer, welche sich gegen sinnvolle Zwischennutzungen wehren und ihr Eigentum verlottern lassen\u00bb, so Pardini.<\/p>\n<p>Simon Roth f\u00fchrt weiter aus:\u00a0\u00abDie Analyse der Stadt heisst noch nicht, dass ein Geb\u00e4ude in der Ortsbildschutzzone tats\u00e4chlich abgerissen werden darf. Es gibt verschiedene Einsprachem\u00f6glichkeiten, welche das Haus erhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<figure class=\"cs_img cs_fl_\"><figcaption class=\"cs_img_caption\"><\/figcaption>Vielleicht verl\u00e4sst sich die Stadt (und Herr Bodum) da zu sehr auf ihre eigene Analyse \u2013 m\u00fcsste am Ende aufgrund von Einsprachen saniert werden, k\u00e4me das umso teurer. Stadtarchtitekt Rehsteiner sagt aber, man wolle den Entscheid nicht \u00fcberdenken: \u00abMit dem heutigen Wissensstand ist es f\u00fcr die Baudirektion klar und sie steht nach wie vor dazu, dass die Liegenschaft Obergrundstrasse 99 ausnahmsweise abgebrochen werden kann.\u00bb<\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Besetzung der Bodum-Villa hat es an den Tag gebracht: Das Geb\u00e4ude an der Obergrundstrasse 99 ist verwahrlost, die Substanz gesch\u00e4digt. Der Stadt ist das jedoch egal. 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