{"id":2979,"date":"2018-05-04T11:06:26","date_gmt":"2018-05-04T10:06:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=2979"},"modified":"2018-05-04T11:06:26","modified_gmt":"2018-05-04T10:06:26","slug":"neue-arbeitsverhaltnisse-neue-formen-des-widerstands","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=2979","title":{"rendered":"Neue Arbeitsverh\u00e4ltnisse, neue Formen des Widerstands"},"content":{"rendered":"<div class=\"crayon article-chapo-1084 chapo\">\n<p><strong>Alle Zeichen stehen auf Verschlechterung und nationalistische Restrukturierung. Doch die Lage ist nicht aussichtslos. Es gibt Alternativen zu Nationalismus, Rassismus, Spaltung und Konkurrenz \u2013 und es gib effektive Mittel gegen die Verschlechterungen unserer Lebens- und Arbeitsbedingungen. Wenn wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen, uns selbstorganisert und kollektiv wehren, bringt uns das zusammen statt auseinander.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"surlignable\">\n<div class=\"crayon article-texte-1084 texte-principal text\">\n<p>Wir erleben aktuell im globalen Massstab eine Welle von Angriffen des Kapitals auf das Proletariat: Sozialabbau, Demontage von Arbeiter*innenrechten, neue und aggressive Formen betrieblicher Ausbeutung. Die Arbeits- und Lebenssituationen vieler Menschen verschlechtern sich und sind von Arbeitshetze gepr\u00e4gt. Dies geschieht vielerorts in einem politischen Klima des Nationalchauvinismus, der Vereinzelung, der gesteigerten allgegenw\u00e4rtigen Konkurrenz und gesellschaftlicher Entsolidarisierung. Die passende Ideologie zur gesellschaftlichen Zersplitterung ist das Gebot der Eigenverantwortung und der Selbstvermarktung. Wenn der Kapitalismus so etwas wie Kollektivit\u00e4t im Angebot hat, dann nur in der Zombievariante der nationalen Volksgemeinschaft, die gegen Gefl\u00fcchtete die Z\u00e4hne fletscht und ohne zu z\u00f6gern Polizeistaat und Militarisierung bef\u00fcrwortet. Neoliberale Verb\u00e4nde wie die Avenir Suisse denken laut \u00fcber Arbeitszeitverl\u00e4ngerung und Deregulierung nach, um den Boden f\u00fcr kommende Angriffe zu bereiten. Doch bei den aktuellen Versch\u00e4rfungen sind die neoliberalen Stichwortgeber nicht die wichtigsten Akteure. Von links bis rechts haben sich die Parteien \u2013 in unterschiedlichen Tonlagen \u2013 fast durchwegs auf eine Politik des Sozialabbaus festgelegt. Nationalchauvinistische Verb\u00e4nde wie hier die SVP oder in Deutschland die AfD beschw\u00f6ren bei jeder Gelegenheit die nationale Volksgemeinschaft, und im Windschatten ihrer ideologischen Offensiven treiben sie K\u00fcrzung um K\u00fcrzung voran. Die parlamentarische Linke positioniert sich gegen die nationalchauvinistischen Parteien, gibt sich progressiv, um dann mit vielen Ausreden und Mitleidsbekundungen eine ebenso antisoziale Politik durchzudr\u00fccken. Nicht selten gelingt den sozialdemokratischen Sch\u00f6nredner*innen der Sozialabbau noch besser als den polternden Rechten. Die aktuellen Angriffe auf \u00f6ffentliche Dienste und soziale Sicherungssysteme sind also von den meisten Akteuren im parlamentarischen Betrieb gedeckt und werden durch die Propaganda der Kapitalverb\u00e4nde laufend legitimiert. Wer glaubt, dass die Teilnahme am parlamentarischen Zirkus die laufenden Verschlechterungen aufhalten kann, gibt sich einer Illusion hin. Um dem sich st\u00e4ndig versch\u00e4rfenden Arbeitsregime etwas entgegenhalten zu k\u00f6nnen, braucht es kollektive, selbstorganiserte und antagonistische Kampfformen. Nur der Aufbau einer breiten proletarischen Gegenmacht erm\u00f6glicht positive Ver\u00e4nderungen hin zu einer solidarischen Gesellschaft.<\/p>\n<p><span class=\"spip_document_1365 spip_documents spip_documents_center\"> <a href=\"https:\/\/barrikade.info\/home\/chroot_ml\/ml-barrikade\/ml-barrikade\/public_html\/local\/cache-vignettes\/L614xH276\/img43-51c7f.jpg?1525296334\" data-toggle=\"lightbox\" data-gallery=\"gallery\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"img-fluid col-12 col-sm-12 col-md-12 col-lg-12\" src=\"https:\/\/barrikade.info\/home\/chroot_ml\/ml-barrikade\/ml-barrikade\/public_html\/local\/cache-vignettes\/L614xH276\/img43-51c7f.jpg?1525296334\" alt=\"\" width=\"614\" height=\"276\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<h3 class=\"spip\">Neue Profitstrategien, versch\u00e4rfte Arbeitsbedingungen<\/h3>\n<p>Sozialabbau und neue Formen der Ausbeutung sind eng miteinander verzahnt. Die Institutionen des Sozialstaats werden zu Zwangsmitteln in neuartigen Arbeitsregimes umgebaut. Mit dem R\u00fcckbau der sozialen Sicherungssysteme werden die Menschen massenweise in prek\u00e4re und repressive Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse gedr\u00e4ngt. Gleichzeitig blasen die Kapitalverb\u00e4nde zum Angriff auf die Arbeiter*innenrechte. K\u00fcndigungsschutz, Arbeitszeitbeschr\u00e4nkungen und per Gesamtarbeitsvertr\u00e4ge abgesicherte Mindestl\u00f6hne werden publikumswirksam in Frage gestellt, weil sie das \u00f6konomische Wachstum hemmen und den Profit der Kapitalist*innen schm\u00e4lern. Ob Sozialabbau, Deregulierung oder Privatisierung, es geht immer um dasselbe: Die herrschende Klasse will uneingeschr\u00e4nkten Zugriff auf die Arbeitskraft, die Quelle ihrer Gewinne. Das Kapital will profitabel investieren und versucht darum seine Macht auszuweiten. Daf\u00fcr sabotieren die Funktion\u00e4r*innen des Kapitals gewerkschaftliche Organisierung und schaffen neue Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse, die auf Individualisierung setzen und kollektiven Widerstand zu unterbinden versuchen. Eine Variante dieser hochprek\u00e4ren Besch\u00e4ftigungstaktik hat unl\u00e4ngst Schlagzeilen gemacht: das de-Facto-Akkordsystem des Taxiunternehmens Uber. Die Besch\u00e4ftigten bei Uber sind komplett vereinzelte Ich-AGs und haben kaum Spielraum f\u00fcr den Aufbau betrieblicher Macht. Das System Uber d\u00fcrfte in anderen Branchen Schule machen. Bereits heute lagern viele Firmen einzelne T\u00e4tigkeiten auf digitale Crowdworking-Plattformen aus. Dort wird die Produktion von G\u00fctern und Dienstleistungen in kleinste Arbeitsschritte aufgeteilt. Arbeiter*innen werden durch die Ausf\u00fchrung solcher Minijobs zu selbstst\u00e4ndigen Auftragnehmer*innen ohne vertragliche und soziale Absicherung, ihre Arbeit wird durch Algorithmen \u00fcberwacht, ausgewertet und rationalisiert.<\/p>\n<h3 class=\"spip\">Digitaler Taylorismus in modernen Fabriken<\/h3>\n<p>Um seine Macht auszuweiten und die Gewinnmargen zu erh\u00f6hen, greift das Kapital nicht nur erk\u00e4mpfte Rechte an, sondern r\u00fcstet auch auf der technologischen Ebene auf. Mithilfe von digitaler Technologie werden Betriebsabl\u00e4ufe neu organisiert. Mittels dieser neuen Arbeitsorganisation erfasst das Kapital Arbeitsschritte, speichert sie und wertet sie aus. Die digitale Maschinerie tr\u00e4gt dazu bei, das Kommando \u00fcber die Arbeit und die Arbeiter*innen zu festigen. Eine Vorreiterrolle in der Anwendung der digitalen Maschinerie nimmt Amazon ein. Das Arbeitsregime in den Verteilzentren des global t\u00e4tigen Onlineh\u00e4ndlers zeigt die Bedingungen auf, unter denen immer mehr proletarische Menschen arbeiten werden. Die Logistikzentren von Amazon sind modernste Fabriken, mithilfe digitaler Technologie sind sie auf h\u00f6chste Effizienz getrimmt. Die Arbeitsabl\u00e4ufe werden in kleinste Einheiten zergliedert und bis auf den letzten Handgriff optimiert. F\u00fcr die Arbeiter*innen bedeutet die Arbeit bei Amazon st\u00e4ndige Arbeitshetze, monotone Abl\u00e4ufe und permanente \u00dcberwachung.<\/p>\n<h3 class=\"spip\">Neue Formen der Streikmacht<\/h3>\n<p>All diese Versch\u00e4rfungen, Angriffe und Reorganisierungen bedeuten zun\u00e4chst einen Machtgewinn f\u00fcr das Kapital. Die Ausbeutung wird optimiert, der potenzielle Widerstand der Arbeiter*innen erschwert. Doch die Lage ist nicht ausweglos. Mit jeder technischen Neuorganisation von Betrieben ergeben sich auch neue M\u00f6glichkeiten des Widerstands. In Lohnk\u00e4mpfen und Streiks wird die Vereinzelung durchbrochen, die k\u00e4mpfenden Arbeiter*innen finden neue Formen der Organisierung. Die Amazon-Arbeiter*innen kennen die Schwachpunkte der durchtechnisierten Logistikzentren und wissen sie zu nutzen. In den vergangenen Jahren konnten Amazon-Arbeiter*innen an mehreren Standorten in Deutschland, Polen und den USA durch Streiks, kleinere Sabotageaktionen, politischen Druck und ausserbetriebliche Solidarit\u00e4t Gegenmacht aufbauen. Sie setzten Lohnforderungen und Umstrukturierungen durch, probierten Kampfformen aus und schufen internationale Verbindungen. Gerade die Kampfzyklen bei Amazon zeigten, was Revolution\u00e4r*innen schon immer klar war: \u00abArbeiter*innen haben kein Vaterland\u00bb und \u00abder Kampf um Befreiung ist international\u00bb. Als in Deutschland Angestellte des Logistikriesen in den Streik traten, lagerten die Konzernbosse die Bestellungen auf polnische Verteilzentren aus. Arbeiter*innen des polnischen Logistikzentrums solidarisierten sich daraufhin mit ihren Kolleg*innen in Deutschland und unterst\u00fctzten sie mit Bummelstreiks. So konnten sich die Arbeiter*innen der Streikbrecher-Strategie der Leitung widersetzen und Teilerfolge erzielen. Die hochrationalisierte Just-in-time-Produktion moderner Betriebsanlagen er\u00f6ffnet ein Potential proletarischer Streikmacht im Bereich der Logistik. Die Verwertungsketten des globalen Kapitalismus sind sehr empfindlich. Die K\u00e4mpfe der Weltarbeiter*innenklasse f\u00fchren uns vor Augen, in welchem Ausmass die Profitstrategien des Kapitals gest\u00f6rt werden k\u00f6nnen. Im Mai 2017 streikten die Lastwagenfahrer*innen in Karachi, einer Hafenstadt in Pakistan. Dies f\u00fchrte zu Verz\u00f6gerungen und grossen Verlusten f\u00fcr verschiedene multinationale Unternehmen. Bis im August 2017 war die Wirkung dieses dreiw\u00f6chigen Streiks in den G\u00fcterh\u00e4fen Hamburgs und Rotterdams zu sp\u00fcren. Aber auch in Europa zeigt sich die Streikmacht im Bereich der Logistik. In den letzten Jahren bestreiken basisgewerkschaftlich organisierte, zumeist migrantische Lagerarbeiter*innen und Packer*innen in Italien multinationale Distributionskonzerne. Dadurch wird der G\u00fctertransport auf der Strasse immer wieder unterbrochen und es gibt R\u00fcckstau in den Zulieferungsketten. Der seit April dieses Jahres andauernde Bahnstreik in Frankreich f\u00fchrt zu Zugsausf\u00e4llen \u00fcber die franz\u00f6sischen Grenzen hinaus. Aufgrund fehlender Transportmittel kommt es in den n\u00e4chsten Monaten zu millionenfachen Arbeitsausf\u00e4llen und damit zu einschneidenden Gewinneinbussen f\u00fcr das Kapital.<\/p>\n<p><span class=\"spip_document_1364 spip_documents spip_documents_center\"> <a href=\"https:\/\/barrikade.info\/home\/chroot_ml\/ml-barrikade\/ml-barrikade\/public_html\/local\/cache-vignettes\/L614xH461\/img46-dac17.jpg?1525296334\" data-toggle=\"lightbox\" data-gallery=\"gallery\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"img-fluid col-12 col-sm-12 col-md-12 col-lg-12\" src=\"https:\/\/barrikade.info\/home\/chroot_ml\/ml-barrikade\/ml-barrikade\/public_html\/local\/cache-vignettes\/L614xH461\/img46-dac17.jpg?1525296334\" alt=\"\" width=\"614\" height=\"461\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<h3 class=\"spip\">Lernen wir von den weltweiten K\u00e4mpfen und organisieren wir uns!<\/h3>\n<p>Es gibt Alternativen zum Buckeln und Austeilen in der kapitalistischen Konkurrenz. Wir leben in einer Zeit, in der die Proletarier*innen an vielen Orten f\u00fcr bessere Lebensbedingungen k\u00e4mpfen. Die Mittel, die sie w\u00e4hlen, sind vielf\u00e4ltig. Es beginnen sich auch diejenigen Arbeiter*innen zu organisieren, die durch die traditionelle Gewerkschaftspolitik vernachl\u00e4ssigt werden. Die Streiks in der Logistik, in der Pflege oder in Dienstleistungsbetrieben zeigen uns moderne Kampfformen auf. Es ist wichtig, dass K\u00e4mpfe aus ihrer lokalen Isolation heraustreten und international zusammengef\u00fchrt werden. So k\u00f6nnen wir voneinander lernen und uns gegenseitig unterst\u00fctzen \u2013 Klassenkampf kennt keine Grenzen.<br class=\"autobr\" \/> Auch wenn sich Streiks und K\u00e4mpfe am Arbeitsplatz oftmals auf die Durchsetzung spezifischer Tagesforderungen beziehen, tragen sie dazu bei, den Blick \u00fcber das Bestehende hinaus zu sch\u00e4rfen. Gemeinsame Kampferfahrungen machen Solidarit\u00e4t erfahrbar, lassen die M\u00f6glichkeit von Gegenwehr lebendig werden und f\u00fchren zu erh\u00f6htem Klassenbewusstsein. In Arbeitsk\u00e4mpfen gewinnt die Klasse ein St\u00fcck weit die Kontrolle \u00fcber die Produktion zur\u00fcck und findet Formen der Organisierung, die f\u00fcr eine bessere Form des Zusammenlebens wichtig sein werden. In den vielf\u00e4ltigen K\u00e4mpfen gegen die Zumutungen des Kapitalismus wie auch gegen die rassistischen und patriarchalen Strukturen dieser Gesellschaft gibt es immer verbindende Elemente. Diese m\u00fcssen wir herausstreichen und uns f\u00fcreinander stark machen. Wo immer es gelingt, K\u00e4mpfe in den Betrieben, in den Quartieren, Schulen, Universit\u00e4ten, auf den \u00c4mtern, im Familienalltag und auf der Strasse zusammenzuf\u00fchren, bilden sich wirksame Fronten proletarischer Gegenmacht. Diese Gegenmacht er\u00f6ffnet uns Handlungsm\u00f6glichkeiten gegen den Nationalchauvinismus und bereitet den Weg f\u00fcr den Kampf um die befreite Gesellschaft.<\/p>\n<p><strong>Solidarit\u00e4t statt Vereinzelung \u2013 organisieren wir uns gegen Arbeitshetze und Sozialabbau!<\/strong><br class=\"autobr\" \/> <strong>F\u00fcr eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung!<\/strong><br class=\"autobr\" \/> <strong>Her mit dem sch\u00f6nen Leben f\u00fcr alle!<\/strong><\/p>\n<p><i>Gruppe f\u00fcr eine antikapitalistische Praxis, 2018<\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"ps\">\n<h4>P.S.<\/h4>\n<div class=\"crayon article-ps-1084 surlignable\">\n<p><strong>Nationalchauvinismus<\/strong><br class=\"autobr\" \/> <i>F\u00fcr die vielen rechten Verb\u00e4nde und Parteien, die nicht unbedingt offen faschistisch auftreten, aber dennoch eine reaktion\u00e4re, nationalistische, antifeministische und rassistische Politik betreiben (SVP, Front National, Fidesz, Ukip und wie sie alle heissen) h\u00f6rt man oft die Bezeichnung \u00abrechtspopulistisch\u00bb. Wir halten dieses Wort f\u00fcr irref\u00fchrend. Es verharmlost rechte Politik und legt nahe, dass die rechten Parteien ein reales Volksempfinden lediglich aufgreifen und artikulieren. Wir sehen Parteien wie die SVP ganz im Gegenteil als elit\u00e4re Propagandazirkel. Sie stehen dem Kapital nahe und arbeiten an einem reaktion\u00e4ren und repressiven politischen Klima, in dem Sozialabbau, Arbeitshetze, \u00dcberwachung und allgegenw\u00e4rtige Konkurrenz zur Normalit\u00e4t werden. Der Unterschied zu faschistischen Organisationen liegt weniger in den politischen Inhalten als darin, dass SVP und Co. das b\u00fcrgerliche Parlament viel professioneller als B\u00fchne und Vollstreckungsorgan zu nutzen wissen. F\u00fcr ihre Politik halten wir die Bezeichnung Nationalchauvinismus f\u00fcr treffend.<\/i><\/p>\n<p><strong>Digitaler Taylorismus<\/strong><br class=\"autobr\" \/> <i>Digitale Technologie hat das Potential, uns von der l\u00e4stigen Arbeit weitgehend zu befreien und allen Menschen ein Leben in Luxus und Musse zu erm\u00f6glichen. In einer befreiten Gesellschaft wird die Technologie in unseren H\u00e4nden sein und darum andere Formen annehmen und andere Funktionen haben. Im Kapitalismus hingegen entwickelt sich die Technologie entlang den Anforderungen der M\u00e4chtigen. Sie dient der Rationalisierung von Arbeitsprozessen, der Vermarktung, \u00dcberwachung und Kriegsf\u00fchrung. Die digitale Technologie ist also nicht \u00abneutral\u00bb, sondern hat eine spezifische, kapitalistisch ausgepr\u00e4gte Form. Digitaler Taylorismus bezeichnet die Arbeitsorganisation in modernen Fabriken unter fl\u00e4chendeckendem Einsatz digitaler Technologien. Diese wird nicht zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen eingesetzt, sondern zur \u00dcberwachung der Arbeiter*innen sowie der effizienten Planung von Arbeitsabl\u00e4ufen. Ziel ist die Steigerung des Profits. Die digitale Maschinerie ist also ein Herrschaftsinstrument der Kapitalist*innen, ein Mittel, um die Arbeiter*innen zu entm\u00fcndigen, zu kontrollieren und maximal auszubeuten.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/barrikade.info\/Neue-Arbeitsverhaltnisse-neue-Formen-des-Widerstands-1084\">https:\/\/barrikade.info\/Neue-Arbeitsverhaltnisse-neue-Formen-des-Widerstands-1084<\/a><br \/>\n<\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alle Zeichen stehen auf Verschlechterung und nationalistische Restrukturierung. Doch die Lage ist nicht aussichtslos. Es gibt Alternativen zu Nationalismus, Rassismus, Spaltung und Konkurrenz \u2013 und es gib effektive Mittel gegen die Verschlechterungen unserer Lebens- und Arbeitsbedingungen. 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