{"id":3092,"date":"2018-11-16T19:06:15","date_gmt":"2018-11-16T18:06:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=3092"},"modified":"2018-11-16T19:06:15","modified_gmt":"2018-11-16T18:06:15","slug":"kein-platz-fur-pnos-und-andere-nazis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=3092","title":{"rendered":"Kein Platz f\u00fcr PNOS und andere Nazis"},"content":{"rendered":"<div class=\"crayon article-chapo-1604 chapo\">\n<p><strong>Volles Programm im Kalender der Schweizer Neonazis. Viel haben sie sich vorgenommen in diesem Winter. Gleich mit zwei Mobilisierungen erscheinen sie auf dem Radar.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/baselnazifrei.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3093\" src=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/baselnazifrei-211x300.png\" alt=\"baselnazifrei\" width=\"211\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/baselnazifrei-211x300.png 211w, https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/baselnazifrei.png 614w\" sizes=\"auto, (max-width: 211px) 100vw, 211px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Obwohl das Feld rechter parlamentarischer Politik von der SVP bereits mit deren menschenverachtender Ideologie besetzt ist, existieren auch in der Schweiz nach wie vor offen neonazistische Kleinstparteien, welche vom aktuellen Rechtsruck profitieren wollen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"surlignable\">\n<div class=\"crayon article-texte-1604 texte-principal text\">\n<p><i>Die Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) ist eine 2001 von im militanten rechten Netzwerk &#8220;Blood &amp; Honour&#8221; organisierten Neonazis gegr\u00fcndete Partei. Sie probiert sich seit einigen Jahren unter ihrem Pr\u00e4sidenten und ideologischen F\u00fchrer Dominic L\u00fcthard neu zu formieren, um in der parlamentarischen Politik Fuss zu fassen und sich mit internationalen Akteur*innen der extremen\/neuen Rechten zu vernetzen.<\/i><\/p>\n<h4 class=\"spip\">Ausserparlamentarischer Aktionismus<\/h4>\n<p>Nach ihrem l\u00e4cherlichen und gescheiterten Versuch, ins Berner Kantonalparlament gew\u00e4hlt zu werden, suchen die PNOS-Mitglieder nun wieder andere Aufgaben, die sie im Namen des &#8220;biologischen Schweizer Volkes&#8221; in Angriff nehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6ren aktuell einerseits die vom Basler alt-Rassisten, Urkundenf\u00e4lscher und Wahlbetr\u00fcger <a href=\"https:\/\/barrikade.info\/Call-in-Aktionstage-gegen-Basler-Rassisten-1558\">Eric Weber sowie von dem PNOS Mitglied und Ku-Klux-Klan Fan Tobias Steiger<\/a> angemeldete <a href=\"https:\/\/barrikade.info\/Basel-Nazifrei-Gegen-die-PNOS-Kundgebung-am-24-11-1602\">Kundgebung am 24. November in Basel<\/a> und andererseits der Parteitag der PNOS am 1. Dezember mit internationalen G\u00e4sten.<\/p>\n<p>Die Vorstellung, dass in der drittgr\u00f6ssten Schweizer Stadt Nazis marschieren &#8211; flankiert vom parteieigenen Sicherheitsdienst \u00abAhnensturm\u00bb, welcher nicht nur durch die Wortgebung an die Sturmabteilung von Hitlerdeutschland erinnert\u00a0-, sollte alle fortschrittlich denkenden Menschen aufschrecken und zum Handeln bewegen. In Hinblick auf den 24. November muss die Parole \u00abKein Fussbreit dem Faschismus\u00bb ernst genommen und umgesetzt werden, egal in welcher Form und mit welchen Mitteln. Gerade in Basel, einer Stadt, in der es in j\u00fcngster Vergangenheit vermehrt zu <a href=\"https:\/\/barrikade.info\/barrikade.info\/rechtsradikale-gewalt-staat-auf-dem-rechten-auge-blind-1297\">gewaltvollen \u00dcbergriffen<\/a> gegen Minderheiten gekommen ist &#8211; so wurden unter anderem ein Person of colour und zwei Rum\u00e4nen mit Schlagwaffen brutal attackiert-, gilt es, sich solidarisch zu zeigen und reaktion\u00e4ren Tendenzen etwas entgegenzusetzen.<\/p>\n<p>Genauso gilt es den Parteitag der PNOS am 1. Dezember unter dem Namen \u00abEuropa Nostra II\u00bb im Grossraum Bern zu verhindern und zu thematisieren. Abgesehen von der Notwendigkeit, ein Erstarken der Partei und ihrer Basis zu verhindern, ist in diesem Fall die internationale Vernetzung mit anderen rechtsextremen und faschistischen Parteien sowie Bewegungen ein weiteres Unterfangen der PNOS, welches es vehement zu bek\u00e4mpfen gilt. Die diesj\u00e4hrige G\u00e4steliste unterstreicht den rassistischen und menschenverachtenden Charakter des Parteitags und gibt Anlass, n\u00e4her auf diese einzugehen.<\/p>\n<h4 class=\"spip\">Von Wiederholungst\u00e4tern und Symbolfiguren<\/h4>\n<p>Schon zum zweiten Mal bei der PNOS zu Gast ist neben dem schon erw\u00e4hnten Eric Weber auch das deutsche AfD-Mitglied Lutz Urbanczyk. Urbanczyk besitzt eigentlich kein Mandat oder Amt in der Partei, tritt jedoch unter ihrem Namen als Redner bei rechten Demos und Veranstaltungen auf. Mit dem Hashtag #wirsindnochmehr (gegen linke Hetze) bekennt sich der Berliner, welcher oft auf Anl\u00e4ssen wie Pegida oder Th\u00fcgida anzutreffen ist, als Teil des rassistischen Mobs in Chemnitz. Ein weiterer internationaler Gast, welcher Raum f\u00fcr seine Hetze erhalten soll, ist Markus Ripfl, Vorsitzender von &#8220;Die Stimme&#8221; aus \u00d6sterreich \u2013 eine Partei, die sich als \u00abheimatliebende soziale Alternative\u00bb darstellt. Ripfl wurde Anfang des Jahres aus der rechtspopulistischen und Regierungsverantwortung tragenden FP\u00d6 ausgeschlossen, weil er in der Silvesternacht auf YouTube ein Lied des Rechtsrock-Projekts &#8220;Division Germania&#8221; aus M\u00f6nchengladbach mit einem \u201eLike\u201c versehen hatte. Der 23-j\u00e4hrige Videoblogger ist zudem Mitglied in der rechtsextremen \u00abAkademischen Burschenschaft Olympia\u00bb in Wien, wo er sich gerne auch mal mit Keltenkreuzfahne und Hitlergruss ablichten liess.<\/p>\n<p>Als absoluter Stargast wurde der F\u00fchrer der US-amerikanischen Alt-Right-Bewegung, Richard B. Spencer, angek\u00fcndigt. Spencer und die Alt-Right-Bewegung stehen f\u00fcr eine \u00abarisch\u00bb gepr\u00e4gte Bev\u00f6lkerungspolitik und sind ausgesprochen antisemitisch. 2016 wurde Spencer weltweit bekannt, als er anl\u00e4sslich des Wahlsiegs von Trump \u201eHeil Trump! Heil unserem Volk! Sieg Heil!\u00bb schrie, und einige Anwesende den Hitlergruss zeigten. Ob Spencer allerdings tats\u00e4chlich vor Ort sein oder nur per Videobotschaft zugeschaltet wird, steht noch in den Sternen, denn gegen den 40-j\u00e4hrigen Neonazi besteht anscheinend im Schengen-Raum \u2013 und damit auch in der Schweiz \u2013 ein Einreiseverbot.<br class=\"autobr\" \/> Neu auf dem braunen Parkett der PNOS erscheint Pal Peter Walter. Der in Olten wohnhafte Schweiz-Ungare vertritt die Partei \u00abMi Hazank\u00bb aus Ungarn und spielt sich zum Interessenvertreter f\u00fcr in der Schweiz lebende Ungar*innen auf. &#8220;Mi Hazank&#8221; steht f\u00fcr \u00abUnsere Heimatbewegung\u00bb und ist eine rechtsextreme Partei, welche vom ehemaligen Vize-Pr\u00e4sidenten der faschistischen Jobbik und anderen Partei-Abweichler*innen gegr\u00fcndet wurde, da ihrer Meinung nach die Jobbik-F\u00fchrung ihre radikalen Wurzeln verlassen hatte.<\/p>\n<p>Komplettiert wird diese demagogische Runde durch den 87-j\u00e4hrigen Rassisten, Geistheiler, National\u00f6kologen und ehemaligen Nationalrat f\u00fcr die Schweizer Demokraten Valentin Oehen. \u00dcber Jahre hinweg war er die F\u00fchrungsfigur der \u00abNationalen Aktion f\u00fcr Volk und Heimat\u00bb und war als Mitbegr\u00fcnder der \u00abEcopop-Initiative\u00bb verantwortlich f\u00fcr die Verschmelzung von Anti-Ausl\u00e4nder-Politik und \u00d6kologie.<\/p>\n<h4 class=\"spip\">Zur Ideologie der PNOS<\/h4>\n<p>Macht es Sinn, eine Partei, die praktisch nichts auf die Reihe kriegt, so in den Mittelpunkt zu r\u00fccken? Dies ist eine berechtigte Frage. Die Analyse ihres Parteiprogramms und ihrer Ideologie jedoch machen antifaschistisches Handeln durchaus notwendig. Ebenso ihre Vernetzung im Schweizer Neonazi-Milieu, welche von den &#8220;Hammer Skins&#8221; bis zu &#8220;Blood &amp; Honour&#8221; und &#8220;Combat18&#8221;-Aktivisten reicht.<br class=\"autobr\" \/> Laut PNOS sollte ein &#8220;biologisch gewachsenes&#8221; Volk die Nation ausmachen. Dieser Nation mit ihrem Volk sollte absolute und einzige politische Treue geschworen werden, doch w\u00fcrden geheime Logen und B\u00fcnde diese nationale Loyalit\u00e4t momentan untergraben. Solche Ausfl\u00fcge ins Land der Verschw\u00f6rungstheorien kommen in ihrem Parteiprogramm wiederholt vor. Zum Beispiel, wenn sie von der Gleichschaltung der Kinder in Tageskrippen phantasieren und diese darum abgeschafft geh\u00f6ren. Oder dass die Schweizer Rechtsprechung mittlerweile zur H\u00e4lfte von der EU und anderen multinationalen, &#8220;demokratisch nicht legitimierten&#8221; Organisationen bestimmt w\u00fcrde. Wie ihre Fascho-Freund*innen der italienischen &#8220;Casa Pound&#8221;-Bewegung bezieht sich die PNOS auf das Konzept des Ethnopluralismus. Sodenn m\u00fcssten alle Massnahmen zur Integration von Gefl\u00fcchteten verhindert werden, da diese nur die R\u00fcckf\u00fchrung und Reintegration in das jeweilige Herkunftsland erschwerten.<\/p>\n<p>Es wird klar, welche Ziele die PNOS verfolgt. Eine Gesellschaft, welche nach &#8220;Rassen&#8221; getrennt werden sollte. Separate Schulen f\u00fcr Kinder mit fremdsprachigem Hintergrund. Einb\u00fcrgerungen nur in absoluten Sonderf\u00e4llen und mit eingeschr\u00e4nkten Rechten. Sofortiger Landesverweis f\u00fcr straff\u00e4llige Ausl\u00e4nder*innen, egal wegen welchem Gesetzesbruch. Der reaktion\u00e4re Charakter der Partei kommt ebenso in der Familienpolitik zur Geltung. In ihrem patriarchalem Weltbild nimmt die Frau eine zweitrangige Rolle ein. Zuhause in der Familie &#8211; der &#8220;kleinsten Zelle der nat\u00fcrlichen Volksgemeinschaft&#8221; &#8211; soll sie f\u00fcr die Kinder. Die traditionellen Familienstrukturen sollten aufrecht gehalten werden. Homo-Ehen, Geschlechtervielfalt- und gleichstellung sowie unterschiedliche Sexualit\u00e4ten seien f\u00fcr diese Strukturen eine Bedrohung, so die Partei. Dass die PNOS-Mitglieder f\u00fcr ein Abtreibungsverbot einstehen, ist nur eine logische Konsequenz.<\/p>\n<p>Mit der Forderung nach der Wiedereinf\u00fchrung der Todesstrafe stehen sie ihren Nazifreund*innen in der USA und Deutschland in nichts nach. Denn schaut man sich auch andere Programme an, wie zum Beispiel jenes der nationalsozialistischen NPD aus Deutschland, erkennt man auff\u00e4llig viele Parallelen. Auch bei wirtschaftlichen Fragen kommt das wahre Gesicht der PNOS zum Vorschein. W\u00e4hrend sie einerseits den &#8220;globalisierten&#8221; Welthandel verteufeln, weil die Grenzen dadurch niedergerissen werden, propagieren sie ganz nach ihrem US-amerikanischem Vorbild einen geschlossenen protektionistischen Kurs. Der Wettbewerb soll sich innerhalb eines &#8220;reinen&#8221; Schweizer Marktes entfalten. Das so fortgef\u00fchrte kapitalistische System soll zus\u00e4tzlich von selbsternannten &#8220;v\u00f6lkischen&#8221; Schl\u00e4gerbanden gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n<h4 class=\"spip\">Antifaschistisch aktiv werden<\/h4>\n<p>All diese Informationen sollten zum Anlass genommen werden, um kommende Aktivit\u00e4ten der PNOS nicht mehr m\u00f6glich zu machen. Hier in der Schweiz sind wir in der privilegierten Lage, solchen Ausw\u00fcchsen noch Einhalt zu gebieten. Ganz im Gegensatz zu L\u00e4ndern mit faschistischen, rechtsextremen oder autorit\u00e4ren Regierungen wie in Ungarn, T\u00fcrkei oder Brasilien, in denen der t\u00e4gliche Kampf zur \u00dcberlebensnotwendigkeit geworden ist. Auch der Blick nach Deutschland, Italien oder \u00d6sterreich sollte uns aufr\u00fctteln und motivieren. Getreu dem Motto \u00abWehret den Anf\u00e4ngen\u00bb gilt es, diesem neonazistischen Gedankengut keinen Raum zu gew\u00e4hren.<\/p>\n<p>Das heisst konkret im Alltag: Vermieten wir diesen Neonazis keine R\u00e4ume! Machen wir keine Gesch\u00e4fte mit ihnen! Reden wir nicht mit ihnen! Isolieren wir sie! Denn Faschismus ist keine Meinung, \u00fcber welche man verhandeln kann, sondern ein Verbrechen. Dies war Gestern so, dies ist Heute so und dies wird Morgen so sein!<\/p>\n<p><strong>Antifaschismus hat viele Gesichter. Jedes einzelne ist notwendig im Kampf f\u00fcr eine solidarische und gerechte Gesellschaft. Ob auf dem Land oder in der Stadt, seid kreativ, seid laut, seid organisiert und seid wachsam.<\/strong><\/p>\n<p><i> <strong>Siamo Tutti Antifascisti!<\/strong> <\/i><\/p>\n<p><i> <strong>PNOS Demo und Parteitag verhindern<\/p>\n<p>Quelle:\u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/barrikade.info\/Kein-Platz-fur-PNOS-und-andere-Nazis-1604\">https:\/\/barrikade.info\/Kein-Platz-fur-PNOS-und-andere-Nazis-1604<\/a> <\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Volles Programm im Kalender der Schweizer Neonazis. Viel haben sie sich vorgenommen in diesem Winter. Gleich mit zwei Mobilisierungen erscheinen sie auf dem Radar.<\/p>\n<p>Obwohl das Feld rechter parlamentarischer Politik von der SVP bereits mit deren menschenverachtender Ideologie besetzt ist, existieren auch in der Schweiz nach wie vor offen neonazistische Kleinstparteien, welche vom aktuellen Rechtsruck profitieren wollen.<\/p>\n<p>Die Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) ist eine 2001 von im militanten rechten Netzwerk &#8220;Blood &#038; Honour&#8221; organisierten Neonazis gegr\u00fcndete Partei. Sie probiert sich seit einigen Jahren unter ihrem Pr\u00e4sidenten und ideologischen F\u00fchrer Dominic L\u00fcthard neu zu formieren, um in der parlamentarischen Politik Fuss zu fassen und sich mit internationalen Akteur*innen der extremen\/neuen Rechten zu vernetzen.<br \/>\nAusserparlamentarischer Aktionismus<\/p>\n<p>Nach ihrem l\u00e4cherlichen und gescheiterten Versuch, ins Berner Kantonalparlament gew\u00e4hlt zu werden, suchen die PNOS-Mitglieder nun wieder andere Aufgaben, die sie im Namen des &#8220;biologischen Schweizer Volkes&#8221; in Angriff nehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6ren aktuell einerseits die vom Basler alt-Rassisten, Urkundenf\u00e4lscher und Wahlbetr\u00fcger Eric Weber sowie von dem PNOS Mitglied und Ku-Klux-Klan Fan Tobias Steiger angemeldete Kundgebung am 24. November in Basel und andererseits der Parteitag der PNOS am 1. Dezember mit internationalen G\u00e4sten.<\/p>\n<p>Die Vorstellung, dass in der drittgr\u00f6ssten Schweizer Stadt Nazis marschieren &#8211; flankiert vom parteieigenen Sicherheitsdienst \u00abAhnensturm\u00bb, welcher nicht nur durch die Wortgebung an die Sturmabteilung von Hitlerdeutschland erinnert -, sollte alle fortschrittlich denkenden Menschen aufschrecken und zum Handeln bewegen. In Hinblick auf den 24. November muss die Parole \u00abKein Fussbreit dem Faschismus\u00bb ernst genommen und umgesetzt werden, egal in welcher Form und mit welchen Mitteln. Gerade in Basel, einer Stadt, in der es in j\u00fcngster Vergangenheit vermehrt zu gewaltvollen \u00dcbergriffen gegen Minderheiten gekommen ist &#8211; so wurden unter anderem ein Person of colour und zwei Rum\u00e4nen mit Schlagwaffen brutal attackiert-, gilt es, sich solidarisch zu zeigen und reaktion\u00e4ren Tendenzen etwas entgegenzusetzen.<\/p>\n<p>Genauso gilt es den Parteitag der PNOS am 1. Dezember unter dem Namen \u00abEuropa Nostra II\u00bb im Grossraum Bern zu verhindern und zu thematisieren. Abgesehen von der Notwendigkeit, ein Erstarken der Partei und ihrer Basis zu verhindern, ist in diesem Fall die internationale Vernetzung mit anderen rechtsextremen und faschistischen Parteien sowie Bewegungen ein weiteres Unterfangen der PNOS, welches es vehement zu bek\u00e4mpfen gilt. Die diesj\u00e4hrige G\u00e4steliste unterstreicht den rassistischen und menschenverachtenden Charakter des Parteitags und gibt Anlass, n\u00e4her auf diese einzugehen.<br \/>\nVon Wiederholungst\u00e4tern und Symbolfiguren<\/p>\n<p>Schon zum zweiten Mal bei der PNOS zu Gast ist neben dem schon erw\u00e4hnten Eric Weber auch das deutsche AfD-Mitglied Lutz Urbanczyk. Urbanczyk besitzt eigentlich kein Mandat oder Amt in der Partei, tritt jedoch unter ihrem Namen als Redner bei rechten Demos und Veranstaltungen auf. Mit dem Hashtag #wirsindnochmehr (gegen linke Hetze) bekennt sich der Berliner, welcher oft auf Anl\u00e4ssen wie Pegida oder Th\u00fcgida anzutreffen ist, als Teil des rassistischen Mobs in Chemnitz. Ein weiterer internationaler Gast, welcher Raum f\u00fcr seine Hetze erhalten soll, ist Markus Ripfl, Vorsitzender von &#8220;Die Stimme&#8221; aus \u00d6sterreich \u2013 eine Partei, die sich als \u00abheimatliebende soziale Alternative\u00bb darstellt. Ripfl wurde Anfang des Jahres aus der rechtspopulistischen und Regierungsverantwortung tragenden FP\u00d6 ausgeschlossen, weil er in der Silvesternacht auf YouTube ein Lied des Rechtsrock-Projekts &#8220;Division Germania&#8221; aus M\u00f6nchengladbach mit einem \u201eLike\u201c versehen hatte. Der 23-j\u00e4hrige Videoblogger ist zudem Mitglied in der rechtsextremen \u00abAkademischen Burschenschaft Olympia\u00bb in Wien, wo er sich gerne auch mal mit Keltenkreuzfahne und Hitlergruss ablichten liess.<\/p>\n<p>Als absoluter Stargast wurde der F\u00fchrer der US-amerikanischen Alt-Right-Bewegung, Richard B. Spencer, angek\u00fcndigt. Spencer und die Alt-Right-Bewegung stehen f\u00fcr eine \u00abarisch\u00bb gepr\u00e4gte Bev\u00f6lkerungspolitik und sind ausgesprochen antisemitisch. 2016 wurde Spencer weltweit bekannt, als er anl\u00e4sslich des Wahlsiegs von Trump \u201eHeil Trump! Heil unserem Volk! Sieg Heil!\u00bb schrie, und einige Anwesende den Hitlergruss zeigten. Ob Spencer allerdings tats\u00e4chlich vor Ort sein oder nur per Videobotschaft zugeschaltet wird, steht noch in den Sternen, denn gegen den 40-j\u00e4hrigen Neonazi besteht anscheinend im Schengen-Raum \u2013 und damit auch in der Schweiz \u2013 ein Einreiseverbot.<br \/>\nNeu auf dem braunen Parkett der PNOS erscheint Pal Peter Walter. Der in Olten wohnhafte Schweiz-Ungare vertritt die Partei \u00abMi Hazank\u00bb aus Ungarn und spielt sich zum Interessenvertreter f\u00fcr in der Schweiz lebende Ungar*innen auf. &#8220;Mi Hazank&#8221; steht f\u00fcr \u00abUnsere Heimatbewegung\u00bb und ist eine rechtsextreme Partei, welche vom ehemaligen Vize-Pr\u00e4sidenten der faschistischen Jobbik und anderen Partei-Abweichler*innen gegr\u00fcndet wurde, da ihrer Meinung nach die Jobbik-F\u00fchrung ihre radikalen Wurzeln verlassen hatte.<\/p>\n<p>Komplettiert wird diese demagogische Runde durch den 87-j\u00e4hrigen Rassisten, Geistheiler, National\u00f6kologen und ehemaligen Nationalrat f\u00fcr die Schweizer Demokraten Valentin Oehen. \u00dcber Jahre hinweg war er die F\u00fchrungsfigur der \u00abNationalen Aktion f\u00fcr Volk und Heimat\u00bb und war als Mitbegr\u00fcnder der \u00abEcopop-Initiative\u00bb verantwortlich f\u00fcr die Verschmelzung von Anti-Ausl\u00e4nder-Politik und \u00d6kologie.<br \/>\nZur Ideologie der PNOS<\/p>\n<p>Macht es Sinn, eine Partei, die praktisch nichts auf die Reihe kriegt, so in den Mittelpunkt zu r\u00fccken? Dies ist eine berechtigte Frage. Die Analyse ihres Parteiprogramms und ihrer Ideologie jedoch machen antifaschistisches Handeln durchaus notwendig. Ebenso ihre Vernetzung im Schweizer Neonazi-Milieu, welche von den &#8220;Hammer Skins&#8221; bis zu &#8220;Blood &#038; Honour&#8221; und &#8220;Combat18&#8221;-Aktivisten reicht.<br \/>\nLaut PNOS sollte ein &#8220;biologisch gewachsenes&#8221; Volk die Nation ausmachen. Dieser Nation mit ihrem Volk sollte absolute und einzige politische Treue geschworen werden, doch w\u00fcrden geheime Logen und B\u00fcnde diese nationale Loyalit\u00e4t momentan untergraben. Solche Ausfl\u00fcge ins Land der Verschw\u00f6rungstheorien kommen in ihrem Parteiprogramm wiederholt vor. Zum Beispiel, wenn sie von der Gleichschaltung der Kinder in Tageskrippen phantasieren und diese darum abgeschafft geh\u00f6ren. Oder dass die Schweizer Rechtsprechung mittlerweile zur H\u00e4lfte von der EU und anderen multinationalen, &#8220;demokratisch nicht legitimierten&#8221; Organisationen bestimmt w\u00fcrde. Wie ihre Fascho-Freund*innen der italienischen &#8220;Casa Pound&#8221;-Bewegung bezieht sich die PNOS auf das Konzept des Ethnopluralismus. Sodenn m\u00fcssten alle Massnahmen zur Integration von Gefl\u00fcchteten verhindert werden, da diese nur die R\u00fcckf\u00fchrung und Reintegration in das jeweilige Herkunftsland erschwerten.<\/p>\n<p>Es wird klar, welche Ziele die PNOS verfolgt. Eine Gesellschaft, welche nach &#8220;Rassen&#8221; getrennt werden sollte. Separate Schulen f\u00fcr Kinder mit fremdsprachigem Hintergrund. Einb\u00fcrgerungen nur in absoluten Sonderf\u00e4llen und mit eingeschr\u00e4nkten Rechten. Sofortiger Landesverweis f\u00fcr straff\u00e4llige Ausl\u00e4nder*innen, egal wegen welchem Gesetzesbruch. Der reaktion\u00e4re Charakter der Partei kommt ebenso in der Familienpolitik zur Geltung. In ihrem patriarchalem Weltbild nimmt die Frau eine zweitrangige Rolle ein. Zuhause in der Familie &#8211; der &#8220;kleinsten Zelle der nat\u00fcrlichen Volksgemeinschaft&#8221; &#8211; soll sie f\u00fcr die Kinder. Die traditionellen Familienstrukturen sollten aufrecht gehalten werden. Homo-Ehen, Geschlechtervielfalt- und gleichstellung sowie unterschiedliche Sexualit\u00e4ten seien f\u00fcr diese Strukturen eine Bedrohung, so die Partei. Dass die PNOS-Mitglieder f\u00fcr ein Abtreibungsverbot einstehen, ist nur eine logische Konsequenz.<\/p>\n<p>Mit der Forderung nach der Wiedereinf\u00fchrung der Todesstrafe stehen sie ihren Nazifreund*innen in der USA und Deutschland in nichts nach. Denn schaut man sich auch andere Programme an, wie zum Beispiel jenes der nationalsozialistischen NPD aus Deutschland, erkennt man auff\u00e4llig viele Parallelen. Auch bei wirtschaftlichen Fragen kommt das wahre Gesicht der PNOS zum Vorschein. W\u00e4hrend sie einerseits den &#8220;globalisierten&#8221; Welthandel verteufeln, weil die Grenzen dadurch niedergerissen werden, propagieren sie ganz nach ihrem US-amerikanischem Vorbild einen geschlossenen protektionistischen Kurs. Der Wettbewerb soll sich innerhalb eines &#8220;reinen&#8221; Schweizer Marktes entfalten. Das so fortgef\u00fchrte kapitalistische System soll zus\u00e4tzlich von selbsternannten &#8220;v\u00f6lkischen&#8221; Schl\u00e4gerbanden gesch\u00fctzt werden.<br \/>\nAntifaschistisch aktiv werden<\/p>\n<p>All diese Informationen sollten zum Anlass genommen werden, um kommende Aktivit\u00e4ten der PNOS nicht mehr m\u00f6glich zu machen. Hier in der Schweiz sind wir in der privilegierten Lage, solchen Ausw\u00fcchsen noch Einhalt zu gebieten. Ganz im Gegensatz zu L\u00e4ndern mit faschistischen, rechtsextremen oder autorit\u00e4ren Regierungen wie in Ungarn, T\u00fcrkei oder Brasilien, in denen der t\u00e4gliche Kampf zur \u00dcberlebensnotwendigkeit geworden ist. Auch der Blick nach Deutschland, Italien oder \u00d6sterreich sollte uns aufr\u00fctteln und motivieren. Getreu dem Motto \u00abWehret den Anf\u00e4ngen\u00bb gilt es, diesem neonazistischen Gedankengut keinen Raum zu gew\u00e4hren.<\/p>\n<p>Das heisst konkret im Alltag: Vermieten wir diesen Neonazis keine R\u00e4ume! Machen wir keine Gesch\u00e4fte mit ihnen! Reden wir nicht mit ihnen! Isolieren wir sie! Denn Faschismus ist keine Meinung, \u00fcber welche man verhandeln kann, sondern ein Verbrechen. Dies war Gestern so, dies ist Heute so und dies wird Morgen so sein!<\/p>\n<p>Antifaschismus hat viele Gesichter. Jedes einzelne ist notwendig im Kampf f\u00fcr eine solidarische und gerechte Gesellschaft. Ob auf dem Land oder in der Stadt, seid kreativ, seid laut, seid organisiert und seid wachsam.<\/p>\n<p>Siamo Tutti Antifascisti!<\/p>\n<p>PNOS Demo und Parteitag verhindern  <a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=3092\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13,328,16],"tags":[67,1105,307,69],"class_list":["post-3092","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-antifa","category-antira","category-schweiz","tag-basel","tag-eric-weber","tag-pnos","tag-svp"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3092","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3092"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3092\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3094,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3092\/revisions\/3094"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3092"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3092"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3092"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}