{"id":3122,"date":"2019-01-04T12:58:15","date_gmt":"2019-01-04T11:58:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=3122"},"modified":"2019-01-04T12:58:15","modified_gmt":"2019-01-04T11:58:15","slug":"luzerner-eichwaldli-gilt-nun-offiziell-als-besetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=3122","title":{"rendered":"Luzerner \u00abEichw\u00e4ldli\u00bb gilt nun offiziell als Besetzung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die vereinbarte Schl\u00fcssel\u00fcbergabe f\u00fcr das Eichw\u00e4ldli ist wie erwartet gescheitert. Vielmehr zeigte sich, wie stark die Fronten verh\u00e4rtet sind. Eine Alternative zum jetzigen Geb\u00e4ude will das Kollektiv nicht akzeptieren. Trotzdem dr\u00fcckt die Stadt aufs Tempo.<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>Nun ist er gekommen, der 3. Januar, an welchem die Bewohner der alten Soldatenstube beim Luzerner Eichw\u00e4ldli das Haus definitiv h\u00e4tten verlassen sollen. Dass sie der Aufforderung nicht nachkommen w\u00fcrden, hatten sie am Dienstag jedoch offiziell verk\u00fcndet (<a href=\"https:\/\/www.zentralplus.ch\/de\/news\/gesellschaft\/5584511\/%C2%ABEichw%C3%A4ldli%C2%BB-Bewohner-weigern-sich-zu-gehen.htm\" target=\"_blank\">zentralplus berichtete<\/a>).<\/p>\n<p>So erstaunte es auch nicht, dass sich am Mittag und fr\u00fchen Nachmittag gegen 50 Leute, darunter zahlreiche Kinder, zum t\u00e4glichen gemeinsamen Mittagstisch versammelten. Die Botschaft, welche sie vermitteln wollten, war sofort klar: Die Eichw\u00e4ldli-Familie hat fest vor, noch eine Weile zu bleiben.<\/p>\n<p><strong>Die Diskussion dreht sich im Kreis<\/strong><\/p>\n<p>Daran konnten auch die zwei Beamten der st\u00e4dtischen Baudirektion nichts \u00e4ndern, die am Nachmittag wie vereinbart zur Schl\u00fcssel\u00fcbergabe zum Eichwald kamen, um das Ende des Mietverh\u00e4ltnisses offiziell zu besiegeln. Dabei hatten die Beamten eine Einladung zu einem Gespr\u00e4ch mit Baudirektorin Manuela Jost sowie eine erneute schriftliche Aufforderung, das Geb\u00e4ude umgehend zu verlassen.<\/p>\n<p>Doch anstatt die T\u00fcren bis auf Weiteres zu schliessen, mussten sich die beiden Herren vor einigen interessierten Zuh\u00f6rerinnen auf eine Grundsatzdiskussion \u00fcber Sinn und Unsinn der aktuellen Nutzung des Geb\u00e4udes einlassen. Wiederholt wiesen die Beamten in diesem Zuge darauf hin, dass es absolut unverantwortlich und fahrl\u00e4ssig sei, weiterhin im Haus zu bleiben.<\/p>\n<p>Deutlich zeigte sich w\u00e4hrend des eigentlich nicht \u00f6ffentlichen, kurzen Gespr\u00e4chs in der Soldatenstube, dass man sich auf komplett unterschiedlichen Ebenen bewegt. Die Stadt richtet sich nach vorgegebenen rechtlichen Linien betreffend Sicherheit des Geb\u00e4udes, w\u00e4hrend die Eichw\u00e4ldli-Familie auf der gesellschaftlichen Relevanz \u00f6ffentlicher Gemeinschaftsprojekte beharrt, die auch von Verordnungen und Paragrafen nicht infrage gestellt werden d\u00fcrften.<\/p>\n<h4>Nun ist das Haus besetzt<strong><br \/>\n<\/strong><\/h4>\n<p>Weil die Bewohner weiterhin im Haus bleiben werden, handelt es sich im Eichw\u00e4ldli seit Donnerstagnachmittag offiziell um eine Besetzung. Wie wird die Stadt also reagieren? \u00dcber den Umgang\u00a0mit einer Besetzung\u00a0kann Baudirektorin Manuela Jost nicht eigenm\u00e4chtig entscheiden, wie sie auf Anfrage sagt. Es bedarf eines Beschlusses des Gesamtstadtrates.<\/p>\n<p>Zu den weiteren Schritten kann sich Jost daher noch nicht konkret \u00e4ussern. \u00abWann wir die Angelegenheit im Stadtrat diskutieren, geben wir nicht bekannt\u00bb, erkl\u00e4rt Jost. Ob sie die Sache allenfalls als dringlich beantragen wird, um rasch einen Beschluss zu fassen, sagt sie nicht.<\/p>\n<figure class=\"cs_img cs_fl_\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zentralplus.ch\/get_img?ImageWidth=1500&amp;ImageHeight=845&amp;ImageId=7587109\" alt=\"Marko Virant (links), Leiter Dienstabteilung Immobilien, im Gespr\u00e4ch mit Bewohnerinnen und Bewohnern des Eichw\u00e4ldli.\" \/><figcaption class=\"cs_img_caption\"> Marko Virant (links), Leiter Dienstabteilung Immobilien, im Gespr\u00e4ch mit Bewohnerinnen und Bewohnern des Eichw\u00e4ldli. (Bild: bic) <\/figcaption><\/figure>\n<h4>Am Dienstag kommen die Handwerker<strong><br \/>\n<\/strong><\/h4>\n<p>Dennoch will die Stadtr\u00e4tin aufs Tempo dr\u00fccken. Vorgesehen ist, dass ab dem kommenden Dienstag die dringendsten Stabilisierungsmassnahmen\u00a0am Haus in Angriff genommen werden. Dieses Datum ist schon seit Langem festgelegt.<\/p>\n<p>\u00abIch gehe aktuell davon aus, dass wir diese Arbeiten ab n\u00e4chster Woche durchf\u00fchren k\u00f6nnen\u00bb, sagt Jost. Von den Mietern habe sie jedenfalls Signale erhalten, dass man die Handwerker ungehindert ins Haus und ihre Arbeit verrichten lassen werde. Damit w\u00e4re laut Jost schon mal ein wichtiger, wenn auch nur kleiner Schritt gemacht. Vor Ort best\u00e4tigten die Eichw\u00e4ldli-Bewohner, dass die Handwerker freies Geleit haben werden.<\/p>\n<p>Bleiben d\u00fcrfen die Bewohner aber auch nach den Arbeiten nicht. \u00abAuch mit\u00a0den baulichen\u00a0Sofortmassnahmen k\u00f6nnen\u00a0wir ausschliesslich\u00a0eine niederschwellige Nutzung\u00a0zulassen\u00bb,\u00a0stellt Stadtr\u00e4tin Jost klar. Das Haus k\u00f6nne nicht bewohnt werden, solange man nicht wisse, welche weiteren konkreten Massnahmen gem\u00e4ss Sanierungskonzept umzusetzen seien. \u00abDieses sollte uns im Fr\u00fchjahr vorliegen\u00bb, sagt Jost.<\/p>\n<h4>Treffen am Freitagmorgen<\/h4>\n<p>Vor diesem Hintergrund sei die Schl\u00fcssel\u00fcbergabe vom Donnerstag eigentlich nur eine\u00a0wichtige\u00a0Formalit\u00e4t\u00a0zum Abschluss eines Mietverh\u00e4ltnisses\u00a0gewesen, welche \u2013 wie bei jedem anderen Mietvertrag \u2013 gewahrt werden m\u00fcsse, r\u00e4umt Jost ein. Dass die Bewohnerinnen das Haus\u00a0m\u00f6glicherweise\u00a0nicht wie vereinbart verlassen werden, war sich Jost bewusst, wie sie sagt.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Runde erfolgt Morgen Freitag um 10 Uhr, wenn sich Vertreter des Eichw\u00e4ldli mit Manuela Jost im Hotel \u00abAnker\u00bb zum pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch treffen. Die Bewohner haben am Donnerstag eine Einladung der Baudirektorin angenommen. Mit der Einladung reagiert Jost ihrerseits auf Terminvorschl\u00e4ge, die vom Kollektiv gemacht wurden. \u00abWir stehen schon l\u00e4nger in\u00a0Kontakt\u00a0mit den Bewohnern, um einen Gespr\u00e4chstermin zu finden\u00bb, sagt die Stadtr\u00e4tin.<\/p>\n<h4>Bewohner wollen Verbindlichkeit<\/h4>\n<p>Ob sich in der Causa etwas bewegen wird, darf zumindest bezweifelt werden. \u00abUns geht es darum, von der Stadt gewisse Verbindlichkeiten zu erhalten. Wir wollen den Willen sp\u00fcren, dass man sich konstruktiv und l\u00f6sungsorientiert mit unserer konkreten Situation und unseren Vorstellungen auseinandersetzt und uns nicht einfach sofort aus dem Haus haben will\u00bb, bekr\u00e4ftigte ein Bewohner w\u00e4hrend des Gespr\u00e4chs in der Soldatenstube die Haltung der Eichw\u00e4ldli-Familie. Das sei bislang nicht der Fall gewesen, obwohl man einen breiten Spielraum f\u00fcr die Verhandlungen biete. Man sei ja auch bereit, einen finanziellen Beitrag zum Erhalt des Geb\u00e4udes zu leisten.<\/p>\n<p>\u00abF\u00fcr uns Bewohner ist es zentral, die Sicherheit zu haben, dass das Eichw\u00e4ldli in der heutigen Form oder zumindest auf \u00e4hnliche Art und Weise weiterhin betrieben werden kann\u00bb, sagte eine andere Bewohnerin. Die weitere Nutzung f\u00fchre ausschliesslich \u00fcber dieses Haus. Deshalb suche man seit einem halben Jahr den Kontakt mit der Stadt, um \u00fcber konkrete Projekte und die M\u00f6glichkeit von deren Umsetzung innerhalb des Geb\u00e4udes zu diskutieren.<\/p>\n<p>\u00abDenn sollte zum Beispiel die Quartierarbeit oder eine Institution, die von der Stadt eingesetzt wurde, ins Haus einziehen oder gar ein Neubau realisiert werden, so w\u00e4re diese an einen Leistungsauftrag gebunden und k\u00f6nnte das Haus in keiner Weise so beleben, wie es momentan der Fall ist\u00bb, bef\u00fcrchtet er.<\/p>\n<p>Ob sich das Beharren auf der Position f\u00fcr die Eichw\u00e4ldli-Familie letztlich auszahlen wird oder ob es sogar eher kontraproduktiv ist, muss sich zeigen. Marko Virant, Leiter Dienststelle Immobilien bei der Stadt, zeigte sich von der Situation und dem bisherigen Verlauf der Diskussion vor Ort jedenfalls wenig angetan.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.zentralplus.ch\/de\/news\/gesellschaft\/5584623\/Luzerner-%C2%ABEichw%C3%A4ldli%C2%BB-gilt-nun-offiziell-als-Besetzung.htm\">https:\/\/www.zentralplus.ch\/de\/news\/gesellschaft\/5584623\/Luzerner-%C2%ABEichw%C3%A4ldli%C2%BB-gilt-nun-offiziell-als-Besetzung.htm<\/a><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die vereinbarte Schl\u00fcssel\u00fcbergabe f\u00fcr das Eichw\u00e4ldli ist wie erwartet gescheitert. Vielmehr zeigte sich, wie stark die Fronten verh\u00e4rtet sind. Eine Alternative zum jetzigen Geb\u00e4ude will das Kollektiv nicht akzeptieren. 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