{"id":3125,"date":"2019-01-08T09:39:03","date_gmt":"2019-01-08T08:39:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=3125"},"modified":"2019-01-08T09:39:03","modified_gmt":"2019-01-08T08:39:03","slug":"eichwaldli-bleibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=3125","title":{"rendered":"Eichw\u00e4ldli bleibt!"},"content":{"rendered":"<div class=\"crayon article-chapo-1763 chapo\">\n<p><strong>Seit einem halben Jahr leben wir, die Familie Eichw\u00e4ldli in einem wunderbaren Haus gleich neben dem Eichwald in Luzern. Unser Kollektiv lebt anarchistische Ideen und belebt ein Quartier mitten in der Stadt. Wir laden jeden Montag zu einer Vok\u00fc, am Mittwoch zum Yoga und am Donnerstag jeweils zum Mittagstisch ein. Der Mietvertrag der Liegenschaft ist Ende 2018 ausgelaufen und die Eigent\u00fcmerin (Stadt Luzern) verweigerte jegliche Gespr\u00e4che \u00fcber L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge f\u00fcr den Erhalt des Hauses. Daraufhin haben wir das Haus am 1.1.2019 besetzt.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"surlignable\">\n<div class=\"crayon article-texte-1763 texte-principal text\">\n<p>Mit unsere Energie f\u00fcr dieses Projekt wollen wir der Entwicklung entgegenwirken, dass in st\u00e4dtischen Wohngegenden anonym und zur\u00fcckgezogen aneinander vorbeigelebt wird. Die Familie Eichw\u00e4ldli will in einem Quartier leben, wo sich die Nachbar*innenschaft kennt, vertraut und unterst\u00fctzt. Auch in Luzern bedr\u00e4ngen Profitgier und Bodenspekulation die Wohnsituation von vielen Menschen. Die dadurch immer h\u00f6her werdenden Mietpreise f\u00fchren zu unn\u00f6tigen wirtschaftlichen Zw\u00e4ngen. Durch die Aufwertungspolitik der Stadt erleben die Quartiere eine Verarmung aller Lebensbereiche. Vordergr\u00fcndig bietet die Stadt Pl\u00e4tze, die offen, nonkonform und eigenst\u00e4ndig erscheinen. Orte, die bei genauerer Betrachtung als profitorientierte Konsumst\u00e4tten funktionieren. Deswegen und weil die Stadt weder Stadtenwicklungs- noch Antigentrifizierungskonzepte bereith\u00e4lt, braucht es selbstbestimmte und mutige Initiativen um den Gegebenheiten verantwortungsvoll und aktiv entgegen zu treten.<\/p>\n<p>Wie es weitergeht ist offen. Klar ist, dass die Familie von der Nachbar*innenschaft und Freund*innen unterst\u00fctzt wird. Die Solidarit\u00e4t ist gross, denn es gibt viele Menschen die Alternativen ausserhalb kapitalistischer Logiken als wichtig empfinden. Klar ist auch, dass wir f\u00fcr unsere Forderungen, Ideen und Visionen k\u00e4mpfen werden.<br class=\"autobr\" \/> Hier unser Manifest:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/eichwaldbleibt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3126\" src=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/eichwaldbleibt-300x200.jpg\" alt=\"eichwaldbleibt\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/eichwaldbleibt-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/eichwaldbleibt.jpg 614w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"texteencadre-spip spip\"><strong class=\"caractencadre-spip spip\">Eichenblatt \u2013 Herz \u2013 Faust<\/strong><\/div>\n<p>F\u00fcr ein Leben in Freundschaft und Solidarit\u00e4t<br class=\"autobr\" \/> In einem Haus neben dem Eichwald leben wir selbstbestimmt und mit Visionen im Kopf. Die vermeintlich Verantwortlichen fordern das Ende dieses Gl\u00fccks und das sofortige Verlassen des Hauses. Doch wir und unsere solidarischen Freund*innen denken nicht daran zu gehen. Stattdessen formulieren wir unsere Ideen und Forderungen:<br class=\"autobr\" \/> Wir fordern, dass die H\u00e4user denen geh\u00f6ren, die sie beleben.\u2028Wir fordern, monet\u00e4ren Profit durch Wohn- und Lebensraum zu unterlassen.\u2028 Wir fordern, dass Geld nur Mittel zum Zweck sein darf. \u2028Wir fordern N\u00e4rr*innenfreiheit auch wenn die Themen ernst sind. \u2028Wir fordern, dass Menschen im Zentrum stehen und nicht Konzerne. \u2028Wir fordern eine Welt ohne Grenzen\u2028. Wir fordern Bewegungsfreiheit f\u00fcr alle.<br class=\"autobr\" \/> Wir wollen in einer Nachbar*innenschaft leben die sich kennt und unterst\u00fctzt. \u2028Wir wollen Beziehungen basierend auf Freiheit und Respekt.\u2028 Wir leben anarchistische Ideen. Das heisst nicht, keine Regeln zu haben, sondern keine zu brauchen.\u2028 Wir bringen uns gegenseitig Dinge bei.\u2028 Wir wollen frei sein von jeglichen Zw\u00e4ngen. \u2028Wir wollen uns ein Leben ausserhalb des Kapitalismus bauen.\u2028 Wir wollen aufzeigen, dass im Kleinen Grosses bewirkt werden kann.\u2028 Wir bauen Baumh\u00e4user.\u2028 Wir wollen in den grossen Pfannen kochen und alle herzlich einladen mit uns an den Tisch zu sitzen. \u2028Wir wollen politische Aktivit\u00e4ten als Teil unseres Zusammenlebens verstehen.\u2028 Wir wollen uns gemeinsam organisieren.\u2028 Wir wollen die Gesellschaft aktiv mitgestalten.\u2028 Wir wollen \u00fcber unser Sein und Werden selbst bestimmen. \u2028Wir wollen nicht vorverurteilt oder kriminalisiert werden.\u2028 Wir wollen die K\u00e4mpfe gegen Kapitalismus, Nationalismus, Sexismus, Gentrifizierung und Umweltzerst\u00f6rung vereinen.<br class=\"autobr\" \/> Wir sind ein Ort des Austauschs und der Diskussion. \u2028Wir sind kein st\u00e4dtisches Soziokulturprogramm.\u2028Wir sind solidarisch mit unseren Freund*innen und weiteren K\u00e4mpfenden.\u2028 Wir sind ein Beweis daf\u00fcr, dass nicht alles geplant oder konzeptualisiert werden muss, damit es funktioniert.\u2028Wir finden den Arbeitszwang unterdr\u00fcckend. Er wird durch hohe Mieten, Spekulation und sonstigen kapitalistischem Irrsinn verursacht.\u2028 Wir empfinden die Polizei als Institution die Gewalt schafft, legitimiert und leider nicht zur L\u00f6sung von Konflikten beitr\u00e4gt. \u2028Wir finden aus Privileg resultiert Verantwortung.<br class=\"autobr\" \/> Wir glauben es gibt genug f\u00fcr alle.\u2028 Wir glauben, Konkurrenz macht b\u00f6se.\u2028 Wir glauben an Kooperation. \u2028Wir glauben an die Weltunherrschaft.<br class=\"autobr\" \/> Wir pfeifen auf Stellenprozente und Zwischennutzungskonzepte.\u2028 Wir lassen uns nicht vereinzeln.\u2028 Wir fl\u00fcstern, wenn andere schreien.schreien, wenn andere schweigen.<br class=\"autobr\" \/> Wir glauben an Ver\u00e4nderung. In diesem Sinne wollen wir das Manifest sowie unsere Taten weiterhin reflektieren.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/barrikade.info\/Eichwaldli-bleibt-1763?fbclid=IwAR2dieY_nHVm2TrWYldlcxpPr6W1iUW88odrhB8sashqp1Qt5K7OrPAwwNg\">https:\/\/barrikade.info\/Eichwaldli-bleibt-1763?fbclid=IwAR2dieY_nHVm2TrWYldlcxpPr6W1iUW88odrhB8sashqp1Qt5K7OrPAwwNg<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit einem halben Jahr leben wir, die Familie Eichw\u00e4ldli in einem wunderbaren Haus gleich neben dem Eichwald in Luzern. Unser Kollektiv lebt anarchistische Ideen und belebt ein Quartier mitten in der Stadt. Wir laden jeden Montag zu einer Vok\u00fc, am Mittwoch zum Yoga und am Donnerstag jeweils zum Mittagstisch ein. Der Mietvertrag der Liegenschaft ist Ende 2018 ausgelaufen und die Eigent\u00fcmerin (Stadt Luzern) verweigerte jegliche Gespr\u00e4che \u00fcber L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge f\u00fcr den Erhalt des Hauses. 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