{"id":3484,"date":"2020-09-14T13:56:53","date_gmt":"2020-09-14T12:56:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=3484"},"modified":"2020-09-14T13:58:29","modified_gmt":"2020-09-14T12:58:29","slug":"carnaval-des-rues-communique","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=3484","title":{"rendered":"Carnaval des Rues Communiqu\u00e9"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Heute Nacht, am 12.9. auf den 13.9.2020 sollten die Strassen und Quartiere von Bern Zeug*in eines unvergesslichen Anlasses werden . Ein lautes Fest, eine h\u00f6rbare Stimme f\u00fcr Ver\u00e4nderung in schweizer St\u00e4dten. Wir haben die Stadtenwicklung und ihre diskriminierende Verdr\u00e4ngung satt. Gemeinsam sollte der Kreativit\u00e4t und der Tr\u00e4umerei freien lauf gelassen werden. Der Carnaval des Rues will uns allen zeigen, dass es auch anders geht!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"280\" class=\"wp-image-3485\" style=\"width: 500px;\" src=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/carnevaldesrues.png\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/carnevaldesrues.png 710w, https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/carnevaldesrues-300x168.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><br><br>Doch die Polizei als Marionetten eines unterdr\u00fcckerischen Systems empfand unseren geplanten Carnaval als Bedrohung und stoppte den Umzug bereits kurz nach dem Start.<\/p>\n\n\n\n<p>Musik und Kunst, Farbe und L\u00e4rm, h\u00e4tten die Strassen erhellt, um ein erneutes Mal dem Thema Stadtentwicklung Raum zu erm\u00f6glichen. Spass machen f\u00fcr die Menschen die dabei sind, Gedanken ins Rollen bringen bei allen Beteiligten. Vor allem aber dem Wunsch nach urbaner Umgestaltung eine \u00f6ffentliche Plattform bieten. Das Kollektiv hinter der Organisation des CdR setzt sich aus Menschen aus verschiedensten St\u00e4dten zusammen. Bern ist daher auch eher zuf\u00e4llig gew\u00e4hlter Schauplatz des Geschehens. Symbolisch f\u00fcr viele andere St\u00e4dte, die mit gleichen oder \u00e4hnlichen Problemen konfrontiert sind. Eine einheitliche politische Ausrichtung gibt es in diesem interst\u00e4dtischen Vernetzungskollektiv nicht. So divers die Probleme und Themen des urbanen Raumes sind, so unterschiedlich die Menschen des Kollektivs, die davon betroffen sind. Sei es der Konsumzwang, die Gentrifizierung von Quartieren, die leerstehenden H\u00e4user, die steigenden Mieten, das Racial Profiling oder die Kommerzialisierung von \u00f6ffentichem Raum, Gr\u00fcnde gibt es genug um unzufrieden zu sein.<br>Das Kollektiv w\u00fcnscht sich dabei vor allem Eines: N\u00e4mlich eine Ver\u00e4nderung der Maximen, nach denen St\u00e4dte sich entwickeln.<br>Weg von Verdr\u00e4ngung, Kommerzialisierung und menschenfeindlicher Aufwertung, hin zu einer solidarischen und selbstbestimmten kreativen Idee des Zusammenlebens.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entwicklung dieser Gesellschaft l\u00e4sst uns keine Ruhe mehr. Wir mussten ausbrechen aus der Lethargie, der Gleichg\u00fcltigkeit. Genug davon, wie unser Leben immer mehr von Kommerz, Konsum, Arbeit, Vereinzelung und \u00dcberwachung dominiert wird. Wir m\u00f6chten, dass sich die Welt in eine andere Richtung dreht.<br>Wir glauben nicht daran, dass die existierenden Systeme wie Neoliberalismus, Nationalstaaten oder Grenzen eine L\u00f6sung f\u00fcr all die Probleme bieten k\u00f6nnen mit denen wir konfrontiert sind. Wir denken sie sind die direkte Ursache dieser Probleme!<\/p>\n\n\n\n<p>Wie sich unsere St\u00e4dte entwickeln ist ein offensichtlicher Auswuchs davon, wie der Kapitalismus sich immer neue Geldquellen krallt und unser Zuhause verschlingt.<br>Die Innenst\u00e4dte werden immer exklusiver. Dort wo Menschen wohnen k\u00f6nnten, reihen sich Konsumtempel an Konsumtempel. Der Boden ist so teuer geworden, dass ihn sich nur eine kleine, meist weisse Oberschicht \u00fcberhaupt noch leisten kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Folge der Aufwertung des st\u00e4dtischen Bodens ist, dass die meisten Menschen sich das Leben in der Stadt nicht mehr leisten k\u00f6nnen. Es bedeutet, dass der Grossteil des Lebens statt f\u00fcr soziale Kontakte und Aufgaben, f\u00fcr tr\u00e4umerische Gedanken und f\u00fcr politische Ver\u00e4nderung der Arbeit zum Opfer fallen. Das, was dennoch absolut notwendig ist, die Haus- und Care-Arbeit, bleibt meistens an FLINT*-Personen h\u00e4ngen und f\u00fchrt dort zu einer enormen Mehrbelastung.<br>Die miese Entlohnung f\u00fcr sowieso schon schlechter gestellte Menschen und der erschwerte Zugang zu sozialen Leistungen und Teilhabe, machen den Teufelskreis perfekt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wer bestimmt, wo wir wohnen d\u00fcrfen?<br>Wer bestimmt, wie wir leben d\u00fcrfen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Carnaval des Rues steht ein f\u00fcr eine anderen Welt. Unser Leben geh\u00f6rt uns. Wir sind \u00fcberzeugt, dass ein anderes Leben m\u00f6glich ist.<br>Viele von uns haben Projekten kennengelernt oder in ihnen gelebt, die direkte Solidarit\u00e4t lebbar gemacht haben, die nachhaltige Lebensmittelproduktion, gegenseitige Hilfe oder Wissensaustausch \u00fcber Wettbewerbstreiben und Missgunst stellen. Wo W\u00e4nde so angemalt und Wohnr\u00e4ume so gebaut werden, wie die Menschen, die sie bewohnen es m\u00f6chten. R\u00e4ume, die versuchen Diskriminierung zu verunm\u00f6glichen.<br><strong><br>Der Carnaval des Rues fand heute nicht in geplanter Form statt. Doch dies ist nicht das Ende. Die Welten, Galaxien, Tr\u00e4ume und Pl\u00e4ne wurden er\u00f6ffnet. Der Carnaval des Rues kommt wieder!<br>Als n\u00e4chstes nehmen wir uns die Milchstrasse!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unser Leben geh\u00f6rt uns!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Was ist mit Corona?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Carnaval des Rues findet w\u00e4hrend der Covid19-Pandemie statt. Dadurch dass der Carnaval des Rues im Freien stattfindet wurde das Risiko f\u00fcr annehmbar empfunden. Dennoch soll darauf hingewiesen werden, zu deinem eigenen und vor Allem zum Schutz Anderer, eine Maske zu tragen, deine H\u00e4nde regelm\u00e4ssig zu waschen oder zu desinfizieren und dem Anlass fernzubleiben, falls du Fieber- oder andere Krankheitssymptome hast.<\/p>\n\n\n\n<p><em>*FLINT*: Frauen-Lesben-Inter-Nonbin\u00e4r-Trans*<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Awareness<\/em>:<\/p>\n\n\n\n<p>Hilf uns mit, den Carnaval des Rues zu einem Raum zu machen, wo sich alle Teilnehmenden m\u00f6glichst wohl und sicher f\u00fchlen k\u00f6nnen. Der Carnaval toleriert keine Diskriminierung, egal welcher Art!<\/p>\n\n\n\n<p>Hilf mit, Menschen zu sch\u00fctzen, die st\u00e4rker von Repression oder Gewalt betroffen sind als du.<\/p>\n\n\n\n<p>Falls du rassistische, sexistische oder andere diskriminierende Vorf\u00e4lle beobachtest, toleriere diese nicht. Melde dich am Awareness-Infopoint oder bei einem anderen Wagen. Frage die betroffene Person, was sie braucht und hilf ihr, das zu erm\u00f6glichen.<br><br>Quelle: <a href=\"https:\/\/barrikade.info\/article\/3845\">https:\/\/barrikade.info\/article\/3845<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute Nacht, am 12.9. auf den 13.9.2020 sollten die Strassen und Quartiere von Bern Zeug*in eines unvergesslichen Anlasses werden . Ein lautes Fest, eine h\u00f6rbare Stimme f\u00fcr Ver\u00e4nderung in schweizer St\u00e4dten. 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