{"id":3936,"date":"2022-10-07T13:00:23","date_gmt":"2022-10-07T12:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=3936"},"modified":"2022-10-07T13:00:23","modified_gmt":"2022-10-07T12:00:23","slug":"wir-wollen-das-kellerhaus-kaufen-wir-sind-schon-mal-drin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=3936","title":{"rendered":"Wir wollen das Kellerhaus kaufen. Wir sind schon mal drin."},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Wir, das Kollektiv Kellerhaus, eine Gruppe an Intressent*innen aus Luzern und Umgebung, die auf das seit 4 Jahren leerstehende Haus an der Kellerstrasse 28a aufmerksam geworden sind, m\u00f6chten dies gerne kaufen. Wir sind schon mal drin.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/arton5410.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"710\" height=\"398\" src=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/arton5410.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3937\" srcset=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/arton5410.png 710w, https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/arton5410-300x168.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Kollektiv Kellerhaus k\u00e4mpft daf\u00fcr, dass Raum im Allgemeinen und spezifisch im Zentrum, nicht leersteht. Wir sehen Gentrifizierung als Auswuchs einer kapitalistischen, klassistischen, neoliberalen, sexistischen und rassistischen Gesellschaft und Leerstand im Zentrum einer Stadt als Gipfel dieses Trauerspiels. Wir empfinden es als untragbar, dass Einige aufgrund der Profitgier Anderer, der Diskriminierung ihres Geschlechts halber oder infolge neokolonialer Strukturen \u00fcber ein niedrigeres Einkommen verf\u00fcgen und sich somit keine teure Wohnung im Zentrum der Stadt leisten k\u00f6nnen. Wir begreifen diese folgliche Isolierung und Abschottung als strukturelle Benachteiligung, welcher wir uns als Kollektiv entschlossen entgegenstellen. Zentrales Wohnen darf kein Privileg sein!<\/p>\n\n\n\n<p>Um das Eigentumsrecht des Hauses an der Kellerstrasse 28a wird seit dem Tod des ehemaligen Eigent\u00fcmers gestritten \u2013 mittlerweile bereits vor dem schweizerischen Bundesgericht. Seit den andauernden Verfahren steht das Haus an der Kellerstrasse 28a nun bereits \u00fcber 4 Jahre leer. Wiederholt schalteten sich Genossenschaften ein, die das Haus zu \u00fcbernehmen versuchten, um den Leerstand an dieser Adresse zu beenden. Konkrete Gespr\u00e4che bez\u00fcglich einem Kauf wurden stets durch die vertretende juristische Person abgew\u00fcrgt und der Streit vor den Gerichten nahm seinen Lauf, das Haus stand unterdessen weiterhin leer.<br>Wir haben uns \u00fcber diesen Fall informiert. Ein Streit, der vermutlich viel Energie wie auch Geld abverlangt. Klar ist jedoch, dass die Kellerstrasse 28a ein weiteres, seit Jahren leerstehendes Haus in Luzern ist. Ein leerstehendes Haus, in welchem Menschen leben k\u00f6nnen. Ein Haus, welches genutzt, belebt und geliebt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Haus ist nun besetzt, damit es unmittelbar JETZT genutzt werden kann. Und nicht erst nach zwei, drei oder zehn weiteren Jahren Leerstand, wenn dann endlich mal ein Gerichtsurteil gef\u00e4llt worden ist, das Haus noch erst saniert werden soll, die Genehmigung noch her muss, und dann noch Einsprachen dazu kommen. Es muss JETZT etwas passieren. Es wird JETZT genutzt.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem demokratischen System bleiben die Bed\u00fcrfnisse und Ideen von Minderheiten demzufolge Minderheiten, wie auch die Wege sich gegen Dinge, die \u00fcber einem entschieden wurden, zu wehren, begrenzt. In einer neoliberal kapitalistisch gepr\u00e4gten Demokratie mit einer rechten Mehrheit in politischen Positionen ist Mitentscheidung und Meinungsfreiheit immer mehr ein Schein statt Realit\u00e4t. Individuelle Selbstverwirklichung und Chancengleichheit wird grossgeschrieben, doch wer schlussendlich tats\u00e4chlich wirtschaftlichen Erfolg erziehlt und wer durch alle Maschen f\u00e4llt, bleibt unsichtbar. Wieviele Menschen arbeiten jeden Tag an einem Arbeitsplatz, der sie kaputtmacht? Wieviele Menschen k\u00f6nnen sich Ende Monat neben dem Bezahlen von Mieten und Grundbed\u00fcrfnissen nicht mehr als Tr\u00e4ume leisten? Wieviele dieser Menschen haben neben Job und Care Arbeit noch Kapazit\u00e4t, sich politisch f\u00fcr ihre Rechte zu engagieren? Wievielen von diesen Menschen wird das Recht auf Mitbestimmung von Grund auf verwehrt, weil sie keinen Schweizer Pass besitzen? Es sind viele, viel zu viele Menschen, die unter dem kapitalitischen System, welches auf Macht und Ausbeutung beruht, leiden. In der heutigen globalisierten Welt scheinen Probleme oft weit weg von der reichen Schweiz, doch diese Machtstrukturen m\u00fcssen \u00fcberall, genauso in \u00f6konomisch einflussreichen L\u00e4ndern, bek\u00e4mpft werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Direkte Aktionen, welche sich gegen jegliche Art der Unterdr\u00fcckung dieser Machtstrukturen zu wehren versuchen, werden mehr und mehr kriminalisiert. So wurde in Vergangenenheit das Besetzten eine immer kurzfristigere, bloss informierende Aktion und Besetzungen ein unsicheres Terrain f\u00fcr genau die Menschen, die diesen Wohnraum am meisten brauchen. Doch wir wollen, dass JETZT Menschen im Zentrum wohnen k\u00f6nnen, denen der Zugang zu zentralem Wohnen verwehrt bleibt und die es sich nicht leisten k\u00f6nnen zu besetzten, geschweige denn zu streiten. Wir m\u00f6chten nicht nur \u00fcber die Missst\u00e4nde informieren, wir m\u00f6chten auch wirkliche Alternativen bieten. Wir wollen das Kellerhaus JETZT kaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4re der H\u00e4userkauf f\u00fcr uns ein Leichtes, h\u00e4tten wir wohl andere Mittel, um nach unseren Bed\u00fcrfnissen in dieser Welt leben zu k\u00f6nnen. Doch da sich in der Regel mehr Menschen gegen eine Sache wehren, die sie selbst betrifft, geh\u00f6ren auch wir zu den weniger zahlkr\u00e4ftigeren Klassen, die sich keine H\u00e4user leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Freilich sind wir aber nicht allein. Wir k\u00f6nnen uns vielleicht einzeln keine H\u00e4user leisten, doch zusammen k\u00f6nnen wir es. Die erzielte Vereinzelung staatlicherseit tr\u00e4gt zwar stark dazu bei, dass wir nicht gemeinsam k\u00e4mpfen. Dennoch ist es m\u00f6glich, K\u00e4mpfe zu verbinden, es erfordert just imensen Aufwand wie auch wieder dieses Geld. Genau deshalb bleibt es relevant, zu informieren, aufmerksam zu machen und sich zu vernetzen. Deshalb bleibt es relevant, H\u00e4user zu besetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberdies sehen wir eine langfristige L\u00f6sung im kollektiven H\u00e4userkauf. Wir wollen das Haus an der Kellerstrasse 28a durch kollektives Eigentum und Selbstverwaltung nachhaltig der Spekulation und dem kapitalistischen Immobilienmarkt entziehen. Wir wollen preisg\u00fcnstigen Wohnraum im Zentrum schaffen wie auch erhalten. Wir wollen selbstverwaltete Hausgemeinschaften. Wir wollen sie JETZT.<br>Das Mieth\u00e4user-Syndikat Schweiz bietet als Exempel progressive Ans\u00e4tze in diesem Metier. Eine Genossenschaft, die Geb\u00e4ude aus dem Immobilienmarkt herauskauft. Durch ihren Kauf werden die H\u00e4user endg\u00fcltig vom Markt genommen und sind dadurch frei von Spekulation und Profit. Mit Soli-Geldern und den bezahlten Mieten wird sowohl das Haus unterhalten als auch neue Projekte finanziert. mehr dazu findet mensch unter <a href=\"https:\/\/www.mietshaeusersyndikat.ch\/\">https:\/\/www.mietshaeusersyndikat.ch\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Widerst\u00e4ndige Gr\u00fcsse<br>Kellerhaus Kollektiv<\/p>\n\n\n\n<p>#alleswirdbesetzt<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/barrikade.info\/article\/5410\">https:\/\/barrikade.info\/article\/5410<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir, das Kollektiv Kellerhaus, eine Gruppe an Intressent*innen aus Luzern und Umgebung, die auf das seit 4 Jahren leerstehende Haus an der Kellerstrasse 28a aufmerksam geworden sind, m\u00f6chten dies gerne kaufen. Wir sind schon mal drin. 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