{"id":678,"date":"2011-05-18T15:03:42","date_gmt":"2011-05-18T13:03:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=678"},"modified":"2011-05-18T15:03:42","modified_gmt":"2011-05-18T13:03:42","slug":"%c2%bbzeit-fur-zeugen%c2%ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=678","title":{"rendered":"\u00bbZeit f\u00fcr Zeugen\u00ab"},"content":{"rendered":"<p>Quelle:\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/05-18\/005.php\" target=\"_blank\">http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/05-18\/005.php<\/a><br \/>\n<strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/gingold.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-679\" title=\"gingold\" src=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/gingold-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/gingold-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/gingold.jpg 380w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Begegnung mit unerm\u00fcdlichen K\u00e4mpfern: Film \u00fcber die Antifaschisten, Kommunisten und Friedensaktivisten Ettie und Peter Gingold in Frankfurt\/Main uraufgef\u00fchrt<\/strong><\/p>\n<p>Zum Jahrestag der Befreiung vom Faschismus hatte in Frankfurt am Main der Film \u00bbZeit f\u00fcr Zeugen\u00ab Urauff\u00fchrung. Er ist eine Hommage an Ettie und Peter Gingold. Die beiden 2001 und 2006 verstorbenen j\u00fcdischen Antifaschisten, Kommunisten und Widerstandsk\u00e4mpfer gegen das Naziregime waren au\u00dfergew\u00f6hnliche Menschen. Als j\u00fcdische Emigranten k\u00e4mpften sie in den 40er Jahren in der franz\u00f6sischen Widerstandsbewegung R\u00e9sistance. Nach der Befreiung lebten sie in Frankfurt am Main und waren als Kommunisten aktiv in der KPD, in der Friedensbewegung, den Gewerkschaften und vor allem in der antifaschistischen Bewegung.<br \/>\nF\u00fcr breiteste B\u00fcndnisse<br \/>\nPeter Gingold (1916\u20132006) geh\u00f6rte in der Bundesrepublik zu den aktivsten Nazigegnern. Zeit seines Lebens k\u00e4mpfte er gegen Neonazis, f\u00fcr Frieden, Freiheit und Demokratie, f\u00fcr sozialen Fortschritt und f\u00fcr eine bessere Gesellschaft. Seine Frau Ettie (1913\u20132001) war eine der engagiertesten Kriegs- und R\u00fcstungsgegnerinnen. Sie allein sammelte Anfang der 1980er Jahre 12000 Unterschriften f\u00fcr den Krefelder Abr\u00fcstungsappell und war bei nahezu allen Aktionen der Friedensbewegung dabei.<\/p>\n<p>Wenn Peter Gingold, der an vielen antifaschistischen Aktionen mitwirkte und bei kaum einer Antinazikundgebung oder -demo fehlte, vor Sch\u00fclern, Jugendgruppen oder auf anderen Veranstaltungen von seinen Erlebnissen und Erfahrungen im Kampf gegen den Faschismus sprach, dann fesselte und beeindruckte er sein Publikum immer wieder durch seine unkonventionelle, lebhafte und offene Art der Schilderungen und des Gespr\u00e4chs. Vor allem bei jungen Menschen fand er dadurch Anklang und Aufmerksamkeit. Er berichtete eindrucksvoll aus eigenem Erleben, argumentierte locker und lebensnah, verzichtete auf Stereotype \u2013 und war dadurch ungemein glaubw\u00fcrdig und \u00fcberzeugend.<\/p>\n<p>Mit seinem antifaschistischen Engagement fand der Kommunist Peter Gingold Achtung und Anerkennung auch bei Menschen mit anderer Weltanschauung, ja selbst bei politischen Gegnern. Er selbst trat immer wieder f\u00fcr breitestm\u00f6gliche B\u00fcndnisse im Kampf gegen Neofaschismus, Rassismus und Antisemitismus ein. Dabei verstand er es, Antifaschisten aller Couleur zu integrieren. Gingold war bei autonomen Antifaschisten ebenso angesehen wie bei \u00bbtraditionellen\u00ab und \u00bbb\u00fcrgerlichen\u00ab Nazigegnern.<\/p>\n<p>\u00dcber eben dieses praktische Wirken und \u00fcber Erfahrungen aus dem antifaschistischen Kampf berichtet die etwa 30min\u00fctige neue Dokumentation \u00bbZeit f\u00fcr Zeugen\u00ab \u2013 mit Aufzeichnungen und Ausschnitten von Aufnahmen, Videos, Filmen und Fernsehberichten \u00fcber die Gingolds oder der Wiedergabe von Interviews mit j\u00fcngeren und \u00e4lteren Freunden und Bekannten des Paares. Sie geben ihre Erlebnisse und Eindr\u00fccke als Zeugen der Zeit wieder. Zu den Interviewten geh\u00f6ren neben vielen anderen der Schauspieler Rolf Becker, die Musikerin und Auschwitz-\u00dcberlebende Esther Bejarano, die Linke-Politikerin Ulla Jelpke, der VVN-Bundesvorsitzende Heinrich Fink. Im \u00fcberf\u00fcllten Gro\u00dfen Saal des Frankfurter Gewerkschaftshauses fand der Film bei der Urauff\u00fchrung gro\u00dfe Zustimmung und Anerkennung.<br \/>\nAuftrag: Aufkl\u00e4rung<br \/>\nProduziert wurde er im Auftrag der Ettie-und-Peter-Gingold-Erinnerungsinitiative von der Mainzer Filmwerkstatt Kontrastfilm. Die Autoren sind Mathias Meyers und Tidi von Tiedemann. Die Herstellung wurde durch die finanzielle Unterst\u00fctzung des Frankfurter Vereins LAGG (Leben und Arbeiten in Gallus und Griesheim) erm\u00f6glicht, der die Erinnerung und Aufkl\u00e4rung \u00fcber die Nazizeit in den beiden Frankfurter Stadtteilen und insbesondere \u00fcber das KZ-Au\u00dfenlager Katzbach in den Frankfurter Adlerwerken zum Ziel hat.<\/p>\n<p>Ab Mitte Juli wird die Dokumentation \u2013 erg\u00e4nzt durch weiteres Material wie Dokumente, Redentexte und Verweise auf weitere Quellen \u2013 als DVD erh\u00e4ltlich sein. Sie d\u00fcrfte als Unterrichtsmaterial in Schulen und f\u00fcr Veranstaltungen mit Jugendlichen bestens geeignet sein.<\/p>\n<p>Die DVD ist bei der Ettie-und-Peter-Gingold-Erinnerungsinitiative in Frankfurt am Main zu beziehen (info@gingold-initiative). Weitere Informationen: <a href=\"http:\/\/www.gingold-initiative.de\" target=\"_blank\">www.gingold-initiative.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Jahrestag der Befreiung vom Faschismus hatte in Frankfurt am Main der Film \u00bbZeit f\u00fcr Zeugen\u00ab Urauff\u00fchrung. Er ist eine Hommage an Ettie und Peter Gingold. Die beiden 2001 und 2006 verstorbenen j\u00fcdischen Antifaschisten, Kommunisten und Widerstandsk\u00e4mpfer gegen das Naziregime waren au\u00dfergew\u00f6hnliche Menschen. 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