{"id":699,"date":"2011-06-04T20:42:59","date_gmt":"2011-06-04T18:42:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=699"},"modified":"2011-06-04T20:42:59","modified_gmt":"2011-06-04T18:42:59","slug":"bericht-zur-raumung-der-kulturbesetzung-waldheim-in-luzern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=699","title":{"rendered":"Bericht zur R\u00e4umung der Kulturbesetzung Waldheim in Luzern"},"content":{"rendered":"<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/ch.indymedia.org\/de\/2011\/06\/81970.shtml\" target=\"_blank\">http:\/\/ch.indymedia.org\/de\/2011\/06\/81970.shtml<\/a><br \/>\n<strong><br \/>\nLediglich eine Woche nach der Besetzung wurde das Haus an der Kaspar-Kopp-Strasse 95 in Ebikon, Luzern ger\u00e4umt. Die drei Festgenommenen wurden nach 18 Stunden wieder auf freien Fuss gesetzt. Hier der Bericht \u00fcber die Ereignisse des Tages.<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem R\u00e4umungsantrag bewies die  Pallottinergemeinschaft als Besitzerin, dass sie f\u00fcr die Argumente einer  kulturellen Nutzung des Hauses kein Geh\u00f6r hat. Zwei Stunden nach Ablauf  der Frist bagann die Polizei die R\u00e4umung. Zu Beginn wurden  Sympathisant_innen vor dem Haus kontrolliert, festgehalten und nach  einer m\u00fcndlichen Wegweisung wieder frei gelassen.<\/p>\n<p>Das eher  kleine Polizeiaufgebot musste verst\u00e4rkt werden, als die Versuche \u00fcber  das verbarrikadierte Treppenhaus durchzukommen scheiterten. Die  Behauptung der Besitzerin, dass das Haus zerst\u00f6rt wurde, ist falsch und  dient lediglich der Diffamierung der Besetzer_innengruppe, um von den  legitimen Gr\u00fcnden f\u00fcr die Besetzung abzulenken. Nachdem die Feuerwehr  mit zwei Kranwagen anr\u00fcckte, begannen die Beamt_innen die Fenster in den  oberen Stockwerken einzuschlagen, um sich Eintritt zu verschaffen.  Dadurch ist es ihnen nach zwei Stunden gelungen 3 Personen im Innern des  Hauses festzunehmen.<\/p>\n<p>In der Zwischenzeit versammelten sich  Unterst\u00fctzer_innen vor dem Haus. Unter lautem Protest f\u00fchrte die Polizei  die Festgenommenen ab. Der Abtransport konnte durch eine  Strassenblockade kurzzeitig verz\u00f6gert werden. Insgesamt zeigte die  starke Unterst\u00fctzung von Sympathisant_innen, wie auch von Passant_innen  und Sch\u00fcler_innen, dass die Anliegen, kulturellen Freiraum zu erk\u00e4mpfen,  eine breite Unterst\u00fctzung findet. Des Weiteren wurde immer wieder  bekundet, dass auch die geplante \u00dcberbauung bei den Nachbar_innen sehr  umstritten ist.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich machte sich die Polizei mit den  Gefangenen auf zum Polizeiposten Ebikon &#8211; gefolgt von einer Gruppe  Sympathisant_innen. Vor dem Polizeiposten konnte diese Kontakt mit den  Gefangenen aufnehmen und sich lautstark mit ihnen solidarisieren. Dabei  kam es zu weiteren Personenkontrollen und zu kurzen Rangeleien, als die  Polizei versuchte gewaltsam eine Person aus der Gruppe zu ziehen. Kurz  darauf sprachen sie allen Beteiligten eine Wegweisung aus.<\/p>\n<p>Nach  Durchsuchung und der Aufnahme der Personalien wurden die Festgenommenen  auf den Posten in Luzern gebracht, wo der erste Versuch der  ED-Massnahmen (Fingerabdr\u00fccke, Fotos, Wangenschleimhautabstrich f\u00fcr DNA)  scheiterte. Wegen der Verweigerung dieses Versuchs, wurde den  Betroffenen angedroht, dass dadurch alles nur l\u00e4nger dauert und der  Staatsanwalt wom\u00f6glich eine Untersuchungshaft beantrage. Nach einer  Nacht im Knast, probierten die Beamt_innen nochmals ihr Gl\u00fcck. Auf die  erneute Verweigerung aller 3 Festgenommenen reagierten sie gereizt. Denn  auf die Anordnung der Staatsanwaltschaft zu Zwangsmassnahmen zur  ED-Massnahme warteten sie vergeblich. Sie hatten somit ein weiteres Mal  nur geblufft und versucht ihre Datenbank weiter auszubauen. Bald danach  ging es wieder nach Ebikon, wo alle nach einer durch Aussageverweigerung  verk\u00fcrzten Befragung nach 18 Stunden frei gelassen wurden.<br \/>\nDie  lautstarken Solidarit\u00e4tsbekundungen von Au\u00dfen, sowohl w\u00e4hrend der  Festnahme als auch w\u00e4hrend der Zeit auf dem Polizeiposten, waren eine  gro\u00dfe St\u00fctze und sehr aufbauend f\u00fcr die Festgenommenen. 1000 Dank an  alle!<\/p>\n<p>Des Weiteren reiht sich die Wegweisung einer gesamten  Gruppe w\u00e4hrend einer politischen Aktion in eine Entwicklung ein. Seit  einiger Zeit kann auf dem Bahnhofsplatz ein h\u00e4rteres Vorgehen gegen  &#8220;unliebsame&#8221; Menschen beobachtet werden. Zwei Jahre nach Annahme des  Wegweisungsartikels zeigt sich, dass genau der Fall eingetreten ist,  welcher die politisch Verantwortlichen stets abzustreiten versuchten:  Die Wegweisung wird gegen Menschen angewendet, welche entweder das  saubere Image Luzerns st\u00f6ren, oder sich an politischen Aktionen  beteiligen. Einmal mehr zeigt sich, dass kulturelle Freir\u00e4ume in der  Stadt keinen Platz mehr haben und Andersdenkende aus dem \u00f6ffentlichen  Raum vertrieben werden<\/p>\n<p>Solidarit\u00e4t mit allen K\u00e4mpfen um autonome Freir\u00e4ume!<\/p>\n<p>Solidarit\u00e4t mit den sozialen Aufst\u00e4nden weltweit!<\/p>\n<p>Freiheit f\u00fcr Silvia, Costa, Billy und Marco und alle politischen Gefangenen weltweit!<\/p>\n<p>Der Kampf geht weiter! Wir kommen wieder! Jetzt erst Recht!<\/p>\n<p>Gentrifickt euch selber!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lediglich eine Woche nach der Besetzung wurde das Haus an der Kaspar-Kopp-Strasse 95 in Ebikon, Luzern ger\u00e4umt. Die drei Festgenommenen wurden nach 18 Stunden wieder auf freien Fuss gesetzt. 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