{"id":817,"date":"2011-08-09T09:29:43","date_gmt":"2011-08-09T07:29:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=817"},"modified":"2011-08-09T09:29:43","modified_gmt":"2011-08-09T07:29:43","slug":"die-emporten-in-spanien-trotzen-dem-papst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=817","title":{"rendered":"Die Emp\u00f6rten in Spanien trotzen dem Papst"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-818\" title=\"Spanien Revolution\" src=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/Spanien.jpg\" alt=\"\" width=\"260\" height=\"194\" \/>Es ist hei\u00df im spanischen Urlaubssommer, doch die Hitze h\u00e4lt die &#8220;<a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/149848\" target=\"_blank\">Emp\u00f6rten<\/a>&#8221; nicht von neuen massiven Protesten ab. Sie haben den zentralen Platz in der spanischen Hauptstadt Madrid nun wieder in Beschlag genommen. Die Polizei ist damit gescheitert, die &#8220;Indignados&#8221; vom &#8220;Puerta del Sol&#8221; fern zu halten. Dort werden auf den Massenversammlungen die Proteste f\u00fcr die kommende Woche vorbereitet, denn dann wird Papst Benedikt XVI. die spanische Hauptstadt zum katholischen Weltjugendtag besuchen.<\/strong><\/p>\n<p>Alle Versuche der Polizei, den Emp\u00f6rten ihren Treff- und Versammlungsort zu nehmen, sind damit gescheitert. Am vergangenen Mittwoch war der &#8220;Sol&#8221;, wie ihn die Protestierenden seit dem 15. Mai nennen, erstmals auch in der Hauptstadt von der Polizei ger\u00e4umt worden. Den hatten sie nach dem <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/35\/35187\/1.html\" target=\"_blank\">Marsch auf Madrid<\/a> wieder eingenommen, nachdem die Protestlager im Juni freiwillig aufgel\u00f6st worden waren. Doch ein gewaltsamer Einsatz gegen Protestierer vor dem Innenministerium hatte erneut zur massiven Ausweitung der Proteste gef\u00fchrt. Die Hoffnung, dass es im Urlaubssommer ruhig bleiben w\u00fcrde, ging nicht auf. Wegen einer Arbeitslosenquote von 21 Prozent &#8211; bei jungen Menschen sogar <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/150045\" target=\"_blank\">fast 50 Prozent<\/a> &#8211; k\u00f6nnen sich viele der <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/149848\" target=\"_blank\">Menschen ohne Job, ohne Wohnung und ohne Angst<\/a> auch keinen Urlaub leisten.<\/p>\n<p>Ein gutes Bild gab Madrid in der letzten Woche auch deshalb nicht ab, weil Touristen im Zentrum statt auf ein buntes Treiben auf eine Friedhofsruhe und auf ein massives Polizeiaufgebot trafen. Bisweilen konnten sie nicht einmal bestimmte U- oder S-Bahn verlassen, weil sie immer wieder gesperrt waren, um den Strom der Emp\u00f6rten ins Zentrum zu unterbinden. Das war nicht durchzuhalten und nun haben sie den Platz wieder eingenommen, auf dem aber nicht \u00fcbernachtet werden soll.<\/p>\n<p>Auf dem Sol werden aber neue Aktionen vorbereitet, debattiert und den Vollversammlungen zur Abstimmung gestellt. Nun stehen Vorbereitungen auf den Papst-Besuch im Vordergrund. Auch diese Proteste treffen auf viel Verst\u00e4ndnis in der Bev\u00f6lkerung. W\u00e4hrend \u00fcberall gespart wird, soll der katholische Weltjugendtag (vom 16. bis 21. August) mindestens 50 Millionen Euro kosten. Viele fragen sich, warum eine laizistische Regierung, die sich zudem sozialistisch nennt, die H\u00e4lfte dieser Kosten \u00fcbernehmen will.<\/p>\n<p>Auch viele Homosexuelle schlie\u00dfen sich den Proteste gegen den Besuch von Benedikt XVI. an. Sie erinnern sich noch an die Verhinderungsversuche der katholischen Kirche, angef\u00fchrt aus dem Vatikan, als in Spanien eine gleichgeschlechtliche Ehe mit <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/20\/20009\/1.html\" target=\"_blank\">Adoptionsrecht<\/a> eingef\u00fchrt wurde. Bei den Debatten sch\u00e4lt sich heraus, dass man sich mit den Teilnehmern am Weltjugendtag aktiv konfrontieren will, damit er nicht reibungslos \u00fcber die B\u00fchne gehen kann. Um die Rechte von Lesben- und Schwulen einzufordern, soll es unter anderem ein \u00f6ffentliches Massenk\u00fcssen vor dem Papamobil und eine gro\u00dfe Demonstration geben.<\/p>\n<p>Das von der konservativen Volkspartei (PP) regierte Madrid hat schon von der Regierung <a href=\"http:\/\/www.elmundo.es\/elmundo\/2011\/08\/08\/madrid\/1312800680.html\" target=\"_blank\">gefordert<\/a>, den Marsch zu verbieten. Ausnahmsweise hat sich die PP hinter das Vorgehen der Regierung gestellt. Der Vizeb\u00fcrgermeister Manuel Cobo begr\u00fc\u00dfte die R\u00e4umung der vergangenen Woche. &#8220;Kein \u00f6ffentlicher Raum kann nur von einer Gruppe genutzt werden.&#8221; Dass bei der R\u00e4umung auch Restaurants und Gesch\u00e4fte ger\u00e4umt wurden und der \u00f6ffentliche Nahverkehr stark beeintr\u00e4chtigt wurde, <a href=\"http:\/\/www.elpais.com\/articulo\/sociedad\/ayuntamiento\/respalda\/actuacion\/policial\/durante\/cierre\/Puerta\/Sol\/elpepusoc\/20110808elpepusoc_5\/Tes\" target=\"_blank\">bezeichnete<\/a> Cobo als &#8220;verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig&#8221;.<\/p>\n<p>Unklar ist, wie die \u00fcberforderte Regierung eines <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/150256\" target=\"_blank\">abst\u00fcrzenden Landes<\/a> mit den sich erneut ausweitenden Protesten umgehen wird. Vor den <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/35\/35224\/1.html\" target=\"_blank\">vorgezogenen Neuwahlen am 20. November<\/a> zeigen sich die regierenden Sozialisten (PSOE) noch deutlicher ohne jede Linie. M\u00f6glich ist deshalb, dass es erneut zu gewaltsamen Eins\u00e4tzen gegen die Protestbewegung kommt.<\/p>\n<p>Das zeigen auch Vorg\u00e4nge in M\u00e1laga. Dort wurde am fr\u00fchen Montag ein Sitzstreik aufgel\u00f6st. In der s\u00fcdspanischen Stadt hatten sich Emp\u00f6rte vor einem Abschieblager f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge versammelt. Rafael Palomo, ein Sprecher der Bewegung, <a href=\"http:\/\/www.publico.es\/espana\/390591\/seis-heridos-en-un-desalojo-policial-a-los-indignados-de-malaga\" target=\"_blank\">warf<\/a> der Sondereinheit der Polizei vor, &#8220;mit \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Gewalt&#8221; gegen die &#8220;friedliche Versammlung&#8221; vorgegangen zu sein. Man wollte vor dem Lager \u00fcber die Einwanderung debattieren und habe zu keiner Zeit den Zugang zum Lager versperrt. Sechs Personen seien bei dem brutalen Angriff der Polizei verletzt worden sein, zwei davon schwer.<\/p>\n<p>von <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/autor\/ralfstreck\/default.html\" target=\"_blank\">Ralf Streck<\/a> \/ Quelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/35\/35266\/1.html\" target=\"_blank\">Telepolis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist hei\u00df im spanischen Urlaubssommer, doch die Hitze h\u00e4lt die &#8220;Emp\u00f6rten&#8221; nicht von neuen massiven Protesten ab. Sie haben den zentralen Platz in der spanischen Hauptstadt Madrid nun wieder in Beschlag genommen. Die Polizei ist damit gescheitert, die &#8220;Indignados&#8221; vom &#8220;Puerta del Sol&#8221; fern zu halten. 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