{"id":828,"date":"2011-08-12T21:35:38","date_gmt":"2011-08-12T19:35:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=828"},"modified":"2011-08-12T21:35:38","modified_gmt":"2011-08-12T19:35:38","slug":"2-autonome-sommeruni-luzern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=828","title":{"rendered":"2. Autonome Sommeruni Luzern"},"content":{"rendered":"<p><strong>23. August \u2013 03. September<\/strong><strong>, Frigorex, <a title=\"Frigorex-Areal\" href=\"http:\/\/maps.google.com\/maps?q=B%C3%BCrgenstrasse+34,+Luzern,+Schweiz&amp;hl=de&amp;ie=UTF8&amp;sll=37.0625,-95.677068&amp;sspn=42.089199,93.076172&amp;z=16\" target=\"_blank\">B\u00fcrgenstr. 34<\/a>, Luzer<em>n<\/em><\/strong><\/p>\n<h6><em>Vortrags- und Diskussionsreihe<\/em><\/h6>\n<h2><a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/plaki_2sommeruni_web.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-830\" title=\"plaki_2sommeruni_web\" src=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/plaki_2sommeruni_web-202x300.jpg\" alt=\"\" width=\"202\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/plaki_2sommeruni_web-202x300.jpg 202w, https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/plaki_2sommeruni_web-691x1024.jpg 691w, https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/plaki_2sommeruni_web.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 202px) 100vw, 202px\" \/><\/a>\u00bbDen Gesellschaftsvertrag aufk\u00fcnden!\u00ab<\/h2>\n<h5><strong>Zum Ende des politischen Primats der Rationalit\u00e4t und zur Emotionalisierung der Politik<br \/>\n<\/strong><\/h5>\n<p><strong>Die Emp\u00f6rten<\/strong><br \/>\nIn Spanien rufen die Indignad@s, die Emp\u00f6rten, lautstark zum Wahlboykott  auf. In Griechenland legt die Bewegung emp\u00f6rter B\u00fcrger, den politischen  Alltag lahm. Auch in Frankreich, Portugal, London und anderswo str\u00f6men  Tausende in gemeinsamer Unzufriedenheit zusammen. Dabei f\u00e4llt auf: Die  Emp\u00f6rten sind keiner politischen Partei oder Str\u00f6mung zuzuordnen. Es  sind auch nicht in erster Linie die gemeinsamen politischen Forderungen,  die sie auf die Strasse treibt, sondern Wut, Emp\u00f6rung, Frust und  vielleicht auch Orientierungslosigkeit. Und dort finden sie  Gleichf\u00fchlende, Gleichgesinnte und gerade darin eine grosse  Zufriedenheit. Eine Zufriedenheit die ihnen genommen wurde von einem  politischen und \u00f6konomischen System, in welchem sie sich nicht  repr\u00e4sentiert f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Das politische Gesch\u00e4ft ist global, sekundenschnell, undurchsichtig,  unberechenbar und kolossal geworden. Gigantisch wie too-big-to-fail  Unternehmen, wahnhaft wie die staatsvernichtende Schuldenberge und  m\u00e4chtig wie Ratingagenturen. In dieser Welt f\u00fchren sie eine  perspektivenlose Existenz, weil sie noch Jahrzehnte die Folgen der  Finanzmarktkrise ausbaden sollen, weil sie auf die eh schon geringe  Rente oder Sozialhilfe verzichten sollen, weil nicht mehr nur der Lohn  nicht reicht, sondern es auch an Arbeit fehlt. Das alles, w\u00e4hrend und  weil unvorstellbare Milliardenbetr\u00e4ge in eine abstrakte Finanzwirtschaft  gepumpt werden. Vor diesem Ruin stehen sie, obwohl \u00fcber Generationen  hinweg an die politische Vernunft geglaubt, und der soziale Kompromiss  gepflegt wurde. Oder gerade deshalb? Der Glaube an L\u00f6sungen der  politischer Vernunft hat sie in den Alptraum und an den Rand ihrer  Existenz gef\u00fchrt. Sie erwachen, und ihre Gef\u00fchle werden politisch.<\/p>\n<p>Die Sommeruni will ausgehend von diesen konkreten Ereignissen den  Ursachen f\u00fcr die ver\u00e4nderte politische Ausdrucksweise auf die Spur gehen  und stellt dazu die These eines aufkommenden Paradigmas der politischen  Emotionalit\u00e4t auf. Wir fragen: Ist es nicht auch diese Emotionalit\u00e4t,  die \u201eWut im Bauch\u201c der Menschen, welche die SVP geschickt aufnimmt, um  damit Stimmung zu machen? Ist deshalb Emotionalit\u00e4t schlecht? Und: wohin  hat uns denn die Vernunft gef\u00fchrt?<\/p>\n<p><strong>Das Ende des modernen Gesellschaftsvertrages<\/strong><br \/>\nWir setzen uns auseinander mit dem Verlust des Vertrauens in die  Parlamente, ins politische System, mit dem absehbaren Ende des  gesellschaftlichen Kompromisses\u00a0 \u2013 ja dem Ende des  Gesellschaftsvertrages? Wir beleuchten die wirtschaftlichen, sozialen,  medialen Ver\u00e4nderungen, die den Glauben an eine politische Repr\u00e4sentanz \u2013  auf der unser System die letzten Jahrzehnte basierte \u2013 in allen  Gesellschaftsschichten erblassen l\u00e4sst. Die politische Rationalit\u00e4t, sie  wird nicht m\u00fcde zu betonen, dass sie auf der Aufkl\u00e4rung basiert, hat  uns zweifellos in dieses Elend gef\u00fchrt. Zu Beginn und am Ende der  Entwicklung steht die Vernunft der Aufkl\u00e4rung, zahnlose Konzepte einer  volont\u00e9 g\u00e9n\u00e9rale, oder ein kategorischer Imperativ Kants; sie hat uns \u2013  begleitet von der Diskurstheorie eines Habermas\u2019 \u2013 in die Hegemonie des  neoliberalen Kapitalismus gef\u00fchrt. In ein politisches und \u00f6konomisches  System, welches die Grunds\u00e4tze der Aufkl\u00e4rung mit F\u00fcssen tritt, indem es  die politische Freiheit mit staatlicher Repression und sozialer  Exklusion vernichtet, die soziale Ungleichheit zur unumgehbaren Tatsache  macht und der individualisierte Wettbewerb die Geschwisterlichkeit  zwischen den Menschen abgel\u00f6st hat. Ohne dabei zur\u00fcck zu einem  aufkl\u00e4rerischen Idealismus zu fallen, wollen wir anerkennen, dass der  moderne Gesellschaftsvertrag bereits vor Jahren aufgek\u00fcndigt worden ist.<\/p>\n<p>Dieses Ende des Gesellschaftsvertrages ist dabei nicht nur eine  Chance f\u00fcr emanzipatorische Bewegungen. Dass rechtspopulistische  Str\u00f6mungen die entstehende Machtl\u00fccke schliessen, droht zuweilen \u00fcber  Europa. Es steht also auch die Frage im Raum, wie wir gegen die SVP und  Konsorten ank\u00e4mpfen k\u00f6nnen, ohne dabei zu den Verteidiger_innen des  b\u00fcrgerlichen Gesellschaftsvertrags zu werden. Deshalb m\u00f6chten wir zum  Ende der Sommeruni fragen: Wie geht das hier weiter? Welche Chancen und  Gefahren bietet uns die wiederentdeckte Emotionalit\u00e4t und der der Bruch  mit dem Primat der Vernunft? Der Pfad auf der Suche nach Antworten f\u00fchrt  nicht nur vorbei am neuen Insurrektionalismus und Philosophen wie  Antonio Negri, sondern auch zur\u00fcck auf den Syntagma-Platz in  Griechenland\u2026<\/p>\n<p><em>Diskussionsrunden und Textlekt\u00fcren jeweils Dienstags und  Donnerstags von 19.30 \u2013 21.30 Uhr; plus Samstag, 03.9. 14.00-17.00 Uhr:  Abschlussdiskussion.<\/em><\/p>\n<p><em>Eintritt frei<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"www.denknischen.ch\">www.denknischen.ch<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Spanien rufen die Indignad@s, die Emp\u00f6rten, lautstark zum Wahlboykott auf. In Griechenland legt die Bewegung emp\u00f6rter B\u00fcrger, den politischen Alltag lahm. Auch in Frankreich, Portugal, London und anderswo str\u00f6men Tausende in gemeinsamer Unzufriedenheit zusammen. Dabei f\u00e4llt auf: Die Emp\u00f6rten sind keiner politischen Partei oder Str\u00f6mung zuzuordnen. Es sind auch nicht in erster Linie die gemeinsamen politischen Forderungen, die sie auf die Strasse treibt, sondern Wut, Emp\u00f6rung, Frust und vielleicht auch Orientierungslosigkeit. Und dort finden sie Gleichf\u00fchlende, Gleichgesinnte und gerade darin eine grosse Zufriedenheit. Eine Zufriedenheit die ihnen genommen wurde von einem politischen und \u00f6konomischen System, in welchem sie sich nicht repr\u00e4sentiert f\u00fchlen. <a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=828\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11,4],"tags":[43,87,86,85],"class_list":["post-828","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-luzern","category-veranstaltung","tag-autonom","tag-emporte","tag-gesellschaftsvertrag","tag-sommeruni"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/828","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=828"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/828\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":832,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/828\/revisions\/832"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=828"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=828"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=828"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}