{"id":869,"date":"2011-09-07T11:13:38","date_gmt":"2011-09-07T09:13:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lagota.ch\/?p=869"},"modified":"2011-09-07T11:13:38","modified_gmt":"2011-09-07T09:13:38","slug":"italien-rebelliert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=869","title":{"rendered":"Italien rebelliert"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/italienprotest.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-871\" title=\"italienprotest\" src=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/italienprotest-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/italienprotest-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.lagota.ch\/wp-content\/uploads\/italienprotest.jpg 380w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Hunderttausende Menschen haben sich am Dienstag in ganz Italien an einem achtst\u00fcndigen Generalstreik gegen die milliardenschweren K\u00fcrzungspl\u00e4ne der Regierung von Ministerpr\u00e4sident Silvio Berlusconi beteiligt. \u00bbWir zahlen nicht f\u00fcr diese Krise\u00ab, lautete der Slogan der Demonstranten, die sich von Mailand bis Messina an Protestkundgebungen beteiligten. Das Land kam weitgehend zum Erliegen. In der Industrie, im \u00f6ffentlichen Dienst und im Nahverkehr wurde gestreikt. Auch die \u00c4rzte legten die Arbeit nieder und sicherten lediglich Notdienste. Betroffen waren zudem der Bahn- und Flugverkehr. Allein auf den r\u00f6mischen Flugh\u00e4fen Fiumicino und Ciampino fielen Dutzende Fl\u00fcge aus. Der Billigflieger Ryanair mu\u00dfte etwa 200 Fl\u00fcge streichen. Nach Angaben des st\u00e4rksten italienischen Gewerkschaftsverbands CGIL, der zum Streik aufgerufen hatte, beteiligten sich landesweit 58 Prozent der Besch\u00e4ftigten an dem Generalstreik.<\/p>\n<p>Der Protest richtete sich auch gegen die Pl\u00e4ne der Regierung, das Arbeitsrecht zu reformieren. Ziel ist demnach eine Flexibilisierung der bisher zumeist zentral geregelten Arbeitsvertr\u00e4ge, was von den Gewerkschaften vehement abgelehnt wird. \u00bbDie Lockerung des K\u00fcndigungsschutzes ist ein Schaden f\u00fcr die Besch\u00e4ftigung und die Arbeiter im Land\u00ab, rief CGIL-Chefin Susanna Camusso in Rom den Demonstranten zu. Vom Kolosseum wurde ein Spruchband ausgerollt: \u00bbDie Reichen werden gesch\u00fctzt, und Italien wird verschleudert!\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbWir stehen vor dem Abgrund. Wir m\u00fcssen Berlusconis Sparplan \u00e4ndern, um dem Land eine Zukunft mit mehr Wachstum, Besch\u00e4ftigung und Entwicklung zu garantieren\u00ab, sagte Camusso. Sie zeigte sich entt\u00e4uscht dar\u00fcber, da\u00df sich die regierungsfreundlich eingestellten Gewerkschaftsdachverb\u00e4nde CISL und UIL nicht dem Streik angeschlossen hatten. Diese hatten argumentiert, in einer f\u00fcr das Land derart schwierigen Zeit k\u00f6nne man die Arbeitnehmer nicht mit den Gehaltsausf\u00e4llen belasten, die mit einem Streik verbunden seien.<\/p>\n<p>Im Parlament wollen die Oppositionsparteien der f\u00fcr Donnerstag geplanten Verabschiedung des Sparprogramms \u00bbscharfen Widerstand\u00ab entgegensetzen. Das k\u00fcndigte die liberale Partei \u00bbItalien der Werte\u00ab an. Pier Luigi Bersani von der Demokratischen Partei forderte den R\u00fccktritt der Regierung, die jegliche Glaubw\u00fcrdigkeit verloren habe. Italien m\u00fcsse auf internationaler Ebene Vertrauen zur\u00fcckgewinnen, und dies k\u00f6nne nur mit einer \u00dcbergangsregierung erfolgen. Deren Aufgaben seien rigorose Sanierungsma\u00dfnahmen und die Verabschiedung eines neuen Wahlgesetzes, verlangte Bersani. Auch der Chef der Gr\u00fcnen, Angelo Bonelli, warnte, die Regierung Berlusconi versetze Italien den Todessto\u00df. \u00bbSie gef\u00e4hrdet die Besch\u00e4ftigung, die fundamentalen sozialen Errungenschaften und die Rechte der Italiener\u00ab, so Bonelli.<\/p>\n<p>Auch in den Industriest\u00e4dten Turin und Mailand gingen Zehntausende Menschen auf die Stra\u00dfen. \u00bbEs handelt sich um die gr\u00f6\u00dfte Demonstration in Turin in den letzten 15 Jahren\u00ab, sagte eine Gewerkschaftssprecherin in der Stadt des Autokonzerns Fiat. W\u00e4hrend hier nach Angaben eines Unternehmenssprechers lediglich 25 Prozent der bei Fiat Besch\u00e4ftigten die Arbeit niederlegten, bezifferte die Metallarbeitergewerkschaft FIOM die Streikbeteiligung in der industriereichen Region Lombardei auf 70 Prozent. In Mailand bewarfen Demonstranten die Sitze gro\u00dfer Banken mit Eiern. \u00bbMan will uns versklaven, aber wir rebellieren\u00ab, war auf einem Spruchband zu lesen.<br \/>\nVon Micaela Taroni, Rom<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/09-07\/069.php\" target=\"_blank\">http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/09-07\/069.php<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hunderttausende Menschen haben sich am Dienstag in ganz Italien an einem achtst\u00fcndigen Generalstreik gegen die milliardenschweren K\u00fcrzungspl\u00e4ne der Regierung von Ministerpr\u00e4sident Silvio Berlusconi beteiligt. \u00bbWir zahlen nicht f\u00fcr diese Krise\u00ab, lautete der Slogan der Demonstranten, die sich von Mailand bis Messina an Protestkundgebungen beteiligten. Das Land kam weitgehend zum Erliegen. In der Industrie, im \u00f6ffentlichen Dienst und im Nahverkehr wurde gestreikt. Auch die \u00c4rzte legten die Arbeit nieder und sicherten lediglich Notdienste. Betroffen waren zudem der Bahn- und Flugverkehr. Allein auf den r\u00f6mischen Flugh\u00e4fen Fiumicino und Ciampino fielen Dutzende Fl\u00fcge aus. Der Billigflieger Ryanair mu\u00dfte etwa 200 Fl\u00fcge streichen. Nach Angaben des st\u00e4rksten italienischen Gewerkschaftsverbands CGIL, der zum Streik aufgerufen hatte, beteiligten sich landesweit 58 Prozent der Besch\u00e4ftigten an dem Generalstreik. <a href=\"https:\/\/www.lagota.ch\/?p=869\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14,10,6],"tags":[109,111,110,88,1156],"class_list":["post-869","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-arbeitskampf","category-aus-aller-welt","category-news","tag-italien","tag-protest","tag-sparmassnahmen","tag-streik","tag-wirtschaftskrise"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/869","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=869"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/869\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":872,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/869\/revisions\/872"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=869"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=869"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lagota.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=869"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}