Aarau is still squating

Die Liegenschaft an der Torfeldstrasse 4 in Aarau wurde vorübergehend besetzt.

Heimlich und unbemerkt stieg am Freitag, 10. Dezember 2010 eine Gruppe Jugendliche in die Liegenschaft an der Torfeldstrasse 4 in Aarau ein. Noch am selben Abend erhielten wir eine SMS, dass morgen Samstag Barbetrieb im neu besetzten Haus sei. Da gab es nicht viel zu überlegen und so fuhren wir am nächsten Tag zum Squat. Das Haus lag ein wenig versteckt. Mensch findet es zwar nicht gleich auf anhin, was ja aber auch seine Vorteile mit sich bringen kann.

Das Haus war trotzdem ziemlich gross: Keller, Erdgeschoss, zwei Stockwerke und Estrich. Die oberen zwei Stockwerke waren mehr oder weniger unbenutzt. Wobei sich dies wohl schnell ändern würde. Im Erdgeschoss war das eigentliche Wohnzimmer mit Sofas, Tischen, Infoecke, Essen, etc. Der Keller ist der eigentliche Veranstaltungsraum. Am Samstag stand bereits eine Bar und eine Musikanlage war auch vor Ort. So fanden schlussendlich doch einige Leute an diesem Samstagabend in Aarau zusammen. Ein netter Auftakt, welcher Lust auf mehr machte.

Durch Nachfragen erfuhren wir, dass das Haus von einem namenlosen Besetzer_innen Kollektiv in Beschlag genommen wurde. Diese fanden heraus, dass die Liegenschaft der Immobilienfirma Mobimo gehört und höchstwahrscheinlich Ende 2011 abgerissen wird. Dies im Zuge der ganzen Umstrukturierung des Torfeldsüd-Areals. Daher hat man die Chance, das Haus bis zu diesem Zeitpunkt zwischenzunutzen, als nicht unwahrscheinlich betrachtet.

Am Donnerstag besuchten wir nochmals die Torfeldstrasse 4. Die Woche im besetzten Haus verlief ruhig, wie von einer Besitzerin zu erfahren war. Am Sonntag hatte man die Immobilienfirma per E-Mail informiert und am Montag den Verantwortlichen telefonisch kontaktiert. So wurde für den Mittwochabend ein persönliches Gespräch abgemacht um über eine Zwischennutzung zu diskutieren. «Als er mit der Polizei vor der Tür stand, dachte ich mir, dass wohl wieder nichts daraus wird», erzählte ein Hausbesetzer weiter. «Der Vertreter der Immobilienfirma hatte dann auch nicht viel zu sagen. Hausbesetzungen seien also gar nicht nett, das Haus sei ab Ende Dezember wieder vermietet und wir seien doch so nett das Haus bis am Sonntag zu verlassen.»

Ob das Haus am Sonntag verlassen werde und/oder ob sonst was geplant ist, dazu wollten die Hausbesetzer_innen nichts sagen. Es ist wieder einmal sehr schade, dass es nicht wirklich positiv aussieht. Mit der Überzeugung, dass es in Aarau immer weiter geht wünscht das Infoportal auch für nächstes Jahr viel Kraft und Energie.

Quelle: www.aargrau.ch (18.12.2010)

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Café Lagota

Am 30. Januar findet zum ersten Mal das (Info-)Café Lagota statt. Künftig gibt es diese Veranstaltung regelmässig am letzten Sonntag im Monat.

Ein Treffpunkt um sich austauschen, zu informieren oder einfach das Wochenende ausklingen zu lassen.

Zum Start gibt es für das Gemüt feinen Glühwein sowie tolle Kurzfilme!

Ort: Infoladen Romp, Luzern
Offen ab 15 Uhr, Ende ca. 19 Uhr

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Appell für WikiLeaks

Appell unterzeichnen

Appell gegen die Kriminalisierung von Wikileaks

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen Artikel 19: “Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.”

die taz, die Frankfurter Rundschau, der Freitag, der Tagesspiegel, Perlentaucher.de, die Berliner Zeitung, netzpolitik.org und European Center For Constitutionel and Human Rights (ECCHR) veröffentlichen diesen Appell gegen die Kriminalisierung von Wikileaks.

1. Die Angriffe auf Wikileaks sind unangebracht

Die Internet-Veröffentlichungsplattform Wikileaks steht seit der Veröffentlichung der geheimen Botschaftsdepeschen der USA unter großem Druck. In den USA werden die Wikileaks-Verantwortlichen als “Terroristen” bezeichnet, es wird sogar ihr Tod gefordert. Große internationale Unternehmen wie MasterCard, PayPal und Amazon beenden ihre Zusammenarbeit mit Wikileaks – ohne dass eine Anklage gegen die Organisation vorliegt, geschweige denn eine Verurteilung. Gleichzeitig wird die technische Infrastruktur von Wikileaks anonym über das Internet attackiert. Dies sind Angriffe auf ein journalistisches Medium als Reaktion auf seine Veröffentlichungen. Man kann diese Veröffentlichungen mit gutem Grund kritisieren, ebenso die mangelnde Transparenz, welche die Arbeit der Plattform kennzeichnet. Aber hier geht es um Grundsätzliches: die Zensur eines Mediums durch staatliche oder private Stellen. Und dagegen wenden wir uns. Wenn Internetunternehmen ihre Marktmacht nutzen, um ein Presseorgan zu behindern, käme das einem Sieg der ökonomischen Mittel über die Demokratie gleich. Diese Angriffe zeigen ein erschreckendes Verständnis von Demokratie, nach dem die Informationsfreiheit nur so lange gilt, wie sie niemandem weh tut.

2. Publikationsfreiheit gilt auch für Wikileaks

Die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verbriefte Publikationsfreiheit ist eine Grundlage der demokratischen Gesellschaften. Sie gilt nicht nur für klassische Medien wie Zeitungen oder Fernsehanstalten. Das Internet ist eine neue Form der Informationsverbreitung. Es muss den gleichen Schutz genießen wie die klassischen Medien. Längst hätte es einen weltweiten Aufschrei gegeben, wenn die USA ein Spionage-Verfahren gegen die New York Times, einen finanziellen Kreuzzug gegen den Spiegel oder einen Angriff auf die Server des Guardian führen würden.

3. Recht auf Kontrolle des Staates

Die Kriminalisierung und Verfolgung von Wikileaks geht über den Einzelfall hinaus. Die Veröffentlichung als vertraulich eingestufter Informationen in solchen Mengen soll verhindert werden. Denn die Menge an Dokumenten liefert der Öffentlichkeit einen weit tieferen Einblick in staatliches Handeln als bisherige Veröffentlichungen in klasssischen Medien. Der Journalismus hat nicht nur das Recht, sondern die Aufgabe, den Staat zu kontrollieren und über die Mechanismen des Regierungshandelns aufzuklären. Er stellt Öffentlichkeit her. Ohne Öffentlichkeit gibt es keine Demokratie. Der Staat ist kein Selbstzweck und muss eine Konfrontation mit den eigenen Geheimnissen aushalten. Wir, die Initiatoren und Unterzeichner, fordern, die Verfolgung von Wikileaks, die dem Völkerrecht zuwiderläuft, zu stoppen. Wir fordern alle Staaten und auch alle Unternehmen auf, sich diesem Feldzug gegen die bürgerlichen Rechte zu widersetzen. Wir fordern alle Bürger, bekannt oder unbekannt, in politischen Positionen oder als Privatpersonen, auf, für die Einstellung der Kampagne gegen die Meinungs- und Informationsfreiheit aktiv zu werden. Wir laden alle ein, sich an dem Appell für die Medienfreiheit zu beteiligen.

Die Unterzeichner dieses Appells:

taz

Frankfurter Rundschau

Der Freitag

Tagesspiegel

European Center For Constitutionel and Human Rights (ECCHR)

Perlentaucher.de

Telepolis

Berliner Zeitung

netzpolitik.org

AK Zensur

Neues Deutschland

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Bolivien klagt gegen Cancún-Resultat

Sozialistische Regierung sieht nach UNO-Klimakonferenz Prinzipien verletzt. Veto Boliviens basiert auf Forderungen von Basisbewegungen

Von Steffen Lehnert
Quelle: amerika21.de

Nach Angaben des bolivianischen Botschafters bei der UNO, Pablo Solón, wird die Regierung dieses Andenlandes die auf der UN-Klimakonferenz im mexikanischen Cancún getroffenen Beschlüsse vor dem Internationalen Gerichtshof im niederländischen Den Haag anfechten. Gegenüber dem staatlichen Fernsehsender BoliviaTV begründete er diese Entscheidung am Montag telefonisch. Das Konsensprinzip sei nicht respektiert und multilaterale Spielregeln seien verletzt worden, so Solón. Deswegen werde seine Regierung rechtliche Schritte einleiten.

Solón kritisierte explizit das Verhalten der Präsidentin des Gipfels, der mexikanischen Außenministerin Patricia Espinosa. Diese hatte in der abschließenden Nachtsitzung das Veto Boliviens gegen die Abschlusserklärung bewusst übergangen.

Auch wenn Solón nicht über die Gründe der fehlenden Rückendeckung der bolivianischen Position seitens anderer lateinamerikanischer Verbündeter spekulieren wollte, stellte er klar: “Weder (Boliviens) Stimme noch seine Souveränität sind angeschlagen. Wir haben Prinzipien, die wir nicht verraten.”

Die bolivianische Delegation hatte unter anderem kritisiert, das geteilte Abkommen von Cancún würde den Weg für die Abschaffung der Kyoto-Verpflichtungen auf dem Folgegipfel in Durban ebnen.

Ebenso wurden von La Paz die Höhe und die Herkunft der Gelder für einen “Grünen Fonds” hinterfragt. Bolivien hatte gefordert, dass die Industrienationen genauso viel Geld zur Rettung des Klimas bereitstellten wie sie für die Rüstung ausgeben. Dieser Betrag hätte Solón zufolge die anvisierten 100 Milliarden US-Dollar um ein 15-faches überstiegen. Zudem sei die für den Ökologie-Fonds zugesagte Summe irreführend, da gerade einmal 20 Prozent aus den Staatshaushalten stamme, während der Restbetrag durch Kredite, Privatinvestitionen und die umstrittenen Klimazertifikate zustande komme.

Bolivien hatte im April dieses Jahres zur ersten “Weltklimakonferenz der Völker” nach Cochabamba eingeladen und sich verpflichtet, die Positionen der 35.000 Teilnehmenden aus Basisbewegungen und regierungsunabhängigen Organisationen nach Cancún zu tragen. Pablo Solón selbst war viele Jahre in solchen Bewegungen seines Landes aktiv.

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Nur die dümmsten Kälber…

…wählen ihren Metzger selber!

Das ungarische Parlament hat mit den Stimmen der rechts-konservativen Regierungsmehrheit den Umbau des staatlichen Rentensystems beschlossen. Der private Teil der Altersvorsorge geht an den Staat über.

Das Geld aus der Altervorsorge soll Ministerpräsident Viktor Orban Spielraum für seine Wirtschaftspolitik schaffen. Diese sieht unter anderen Steuersenkungen für Unternehmen und wohlhabende Familien mit Kindern vor.

Die privaten Zusatzversicherung sind seit 1998 obligatorisch. In den letzten 12 Jahren haben rund 3 Millionen Bürger knapp 14 Milliarden Franken angespart. Nun wurden sie faktisch enteignet.

In Ungarn fanden erst im April dieses Jahres die Parlamentswahlen statt. Die rechtskonservative Fidesz hat im Bündnis mit der Christlich-Demokratischen Volkspartei KDNP einen Erdrutschsieg errungen. Neu ins Parlament wurde zudem die rechtsextreme Partei Jobbik gewählt. Kaum ein halbes Jahr später erhalten die Bürger bereits die Quittung für ihr Wahlverhalten.

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Moutons de garde

hallo freunde und freundinnen der bunten schafe

… eine andere welt ist moeglich!!!

Weil die Welt nicht nur weiss oder schwarz ist;
Weil der Respekt gegenüber Andersdenkenden gewahrt werden muss;
Weil durch Hass und Ausgrenzung die Probleme nicht gelöst werden;

Wir, die Bewohnerinnen und Bewohner der Schweiz, rufen die
politischen Parteien, die Lobbies und die Medien des Landes dazu
auf, jede Entwicklung, die Hass, Angst, Rassismus und
Fremdenfeindlichkeit schürt, ausnahmslos zurückzuweisen und zu
verurteilen.

Machen Sie mit, indem Sie die Unterstützungserklärung
unterschreiben und/oder den “Moutons de Garde” Badge tragen!

moutonsdegarde.ch

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Zusammenfassung der autonomen Sommeruni 2010

Die Autonome Sommeruni hat sich diesen August in Luzern mit der Krise der Linken auseinandergesetzt. Unter dem Titel „Warum heute nicht mehr 68 ist“ fanden an fünf Abenden Vorträge und Diskussionen statt.

Es wurde versucht, Kritikmöglichkeiten durch theoretische und empirische Analysen neoliberaler Gesellschaftsformationen auf verschiedenen Ebenen auszuloten. Im Anschluss an die Vorträge wurde dann jeweils nach der Bedeutung dieser Veränderungen für eine linke Kritik gefragt. Denn: Transformierte Strukturen verändern auch die Voraussetzungen und Möglichkeiten einer kritischen Haltung gegenüber diesen Prozessen. Die Autonome Sommeruni suchte in diesen zwei intensiven Wochen eine »Denknische«; von der politischen Arbeit und dem ständigen Drang nach öffentlicher Anerkennung abgelöste Räume, in welchen in Ruhe eine Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Verhältnissen stattfinden kann.
Die Vorträge und die engagiert geführten Diskussionen gaben aufschlussreiche Einblicke in die verschiedensten Bereiche der vom Neoliberalismus geprägten Gesellschaft und zeigten, vor welchen Problemen kritische Debatten heute stehen. Der Anspruch war dabei nie einen ganzheitlichen Überblick zu geben. Deshalb kann auch diese Zusammenfassung nur in stark verallgemeinerter und gekürzter Form die besprochenen Prozesse und Phänomene skizzieren.

DOWNLOAD der Zusammenfassung als pdf:
http://denknischen.files.wordpress.com/2010/12/zusammenfassung_denknischen.pdf

LINK [denknische]
http://denknischen.ch/

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Ku-Klux-Klan ja, Wikileaks nein

Von M. Conradi und J. Kuhn
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/kreditkartenfirmen-lieber-ku-klux-klan-als-wikileaks-1.1033641

Visa und Mastercard sperren seit Tagen alle Spenden an Wikileaks, radikale Organisationen dürfen weiter mit den Diensten der Unternehmen rechnen. Jetzt liefert Wikileaks neue Munition: Die USA sollen Lobbyarbeit geleistet haben – für Visa und Mastercard.

So schnell geht es manchmal. Was eben noch ein seit Jahren erfolgreicher Werbespruch war, kann zum Fluch werden, wenn Internetnutzer mit dem Gebaren eines Unternehmens nicht einverstanden sind. Innerhalb weniger Stunden verbreitete sich jetzt der verballhornte Slogan eines Kreditkartenunternehmens durch deutsche Foren und Blogs: “Pressefreiheit ist unbezahlbar, für alles andere gibt es Mastercard.”

Am vergangenen Montag war bekanntgeworden, dass Spenden an die Enthüllungsplattform Wikileaks über Mastercard nicht mehr möglich sind. Nur einen Tag später zog mit Visa das zweite große Kreditkartenunternehmen der Welt nach. Zuvor hatte bereits der Online-Bezahldienst PayPal seine Zusammenarbeit mit Wikileaks eingestellt.

Der Ku-Klux-Klan ist kein Problem, Wikileaks hingegen schon

Viele Blogger und Kommentatoren vermuten hinter den Entscheidungen eine politische Einflussnahme amerikanischer Regierungsstellen. Das bestreiten Mastercard, Visa und PayPal zwar vehement. Auffällig ist aber doch, dass zumindest die beiden Kreditkartenfirmen sonst keineswegs zimperlich sind bei der Auswahl ihrer Kunden. Unproblematisch finden Visa und Mastercard offenbar, dass über ihren Service Spenden an den politischen Arm des rassistischen Ku-Klux-Klan abgewickelt werden.

Auf der Internetseite der Knights Party (The Knights of the Ku Klux Klan) heißt es: “Spenden Sie online mit Ihrer Visa/Mastercard”. Einzige Voraussetzung der Extremisten: Der Geldgeber möge “weiß und nicht von gemischtrassiger Abstammung sein.” Auch ein “nicht weißer” Ehepartner ist ein Ausschlussgrund.

Auf derselben Seite wirbt die Knights Party für einen angeschlossenen Devotionalienhandel. Im Angebot hier: Sammelfiguren aus Keramik. Der Kapuzenmann mit zum Hitlergruß ausgestreckten Arm kostet nur 24,95 Dollar, mit leuchtenden Augen zehn Dollar mehr – zahlbar bequem mit Visa oder Mastercard.

Transparenz unterstützen? Nicht mit der Kreditkarte

Die Knights Party ist nur ein Beispiel einer langen Liste von fragwürdigen Organisationen, mit denen die Kreditkartenfirmen zusammenarbeiten. Auch die in amerikanischen Medien immer wieder als “extremistisch” und “rechtsaußen” eingestufte John Birch Society lässt sich gerne Spenden über Visa und Mastercard zukommen, genauso prangen die Logos der beiden Marktführer auf den Internetseiten von radikalen Abtreibungsgegnern, Schwulenhassern oder Pornographieanbietern.

Alles Mögliche könne er mit seinen Kreditkarten kaufen, schreibt der Technik-Journalist und Auto Jeff Jarvis in seinem Blog, “aber ich kann sie nicht benutzen, um Wikileaks, Transparenz, den ersten Zusatzartikel zur Verfassung (der die Presse- und Meinungsfreiheit in den USA garantiert; Anm. d. Red.), oder eine echte Reform der Regierung zu unterstützen.”

Wikileaks wurde nie verurteilt

In ihrer Verteidigung argumentieren die in die Kritik geratenen Kreditkartenfirmen haarfein: Es könne zwar vorkommen, dass Kunden moralisch fragwürdig seien. Ihre Statuten würden es aber verbieten, illegale Organisationen oder Tätigkeiten zu unterstützen. Solange die Knights Party in den USA also nicht verboten wird, gibt es für Visa und Mastercard keinen Grund, die Zusammenarbeit einzustellen.

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Griechenland: Ausnahmezustand, Knast und Polizeigewalt

Kurz vor dem zweiten Jahrestag des Mordes an Alexis und einem weiteren geplanten Generalstreik für den 15.Dezember spitzt sich die Situation in Griechenland wieder zu. Nachdem vor einigen Wochen eine anarchistische Aktivistin auf der Straße von der Polizei halb totgeschlagen wurde und sich die Situation vieler politischer Gefangener in Griechenland weiter verschlechtert, wurden gestern mehrere Personen in einem Studi-Wohnheim in Thessaloniki von Anti-Terror-Einheiten verhaftet. Zusätzlich gab es Razzien in Athen in mindestens drei Häusern sowie in Agrinio. Die Polizei behauptet in den Häusern Waffen und Sprengstoff gefunden zu haben, allerdings rundern sie bereits zurück, indem nach einer Prüfung die 13 gefundenen Schusswaffen in Athen als “nicht im Zusammenhang mit terroristischen Angriffen verwendet” befunden wurden. Gemeint sind hiermit die Stadtguerillia-Aktionen der letzten Monate, die vor allem in Athen stattfanden. Mindestens 7 der gestern in Athen verhafteten Personen erwartet ein Gerichtsverfahren.

Zu den Razzien siehe auch: http://de.indymedia.org/2010/12/295750.shtml und http://de.indymedia.org/2010/12/295770.shtml

Heute, am 6.Dezember 2010 jährt sich der Mord an Alexis zum zweiten mal: “Alexis is gone for two years: he’s gone to a university occupation in London, standing behind a barricade in Rome, protesting in the streets of Dublin…” (from the greek streets)

“Seit Monaten kennt der griechische Staat auf die soziale Frage, die überall im Lande mit Streiks, Besetzungen und Demonstrationen gestellt wird, nur eine Antwort: mehr Polizei, Verhaftungen, Abschiebungen, noch mehr Polizei. Verhandelt wird nur mit den anderen europäischen Regierungen und diversen Geldgebern, ein Selbstgespräch der Eliten. Die Bevölkerung taucht dabei lediglich als Summe der Steuereinnahmen minus der (weiter zu senkenden) Ausgaben für die Verwaltung auf – oder als Störfaktor.” (aus dem indymedia-Artikel zur Polizeigewalt bei der Anti-IWF Demo)

Die schwerverletzte Aktivistin braucht auch weiterhin finanzielle Hilfe für die Kosten im Krankenhaus und für das anstehende Gerichtsverfahren. Außerdem brauchen die Menschen in Griechenland mehr solidarische Öffentlichkeit und sichtbare Solidarität. Hierzu heißt es im gleichen Artikel zur Anti-IWF Demo:

“Die Betroffene wünscht sich ausdrücklich, dass nicht ihre Person ins Zentrum gerückt wird. Sie sieht sich nicht als Opfer, sondern als aktiven Teil der sozialen Kämpfe gegen ein Regime, das in seiner Logik alltäglich über Leichen geht, um die herrschende Ordnung aufrecht zu erhalten. Die eskalierende Polizeigewalt in Athen, insbesondere der Delta-Einheit, ist Teil einer Strategie der Aufstandsbekämpfung, die Unerschrockene willkürlich brutal attackiert, um all jene nachhaltig einzuschüchtern, die bisher vielleicht noch nicht demonstrieren, aber die Ziele der Kämpfenden teilen und darüber nachdenken, sich ihnen anzuschließen.”

Weitere Informationen zur Polizeigewalt auf der Anti-IWF Demo in Athen Mitte November:
http://www.indybay.org/newsitems/2010/11/26/18665048.php
http://www.occupiedlondon.org/blog/2010/11/16/416-american-activist-seriously-injured-in-the-head-by-delta-motorcycle-police/

Für den 11.Dezember ist eine Demonstration unter dem Titel “WIE LANGE NOCH KÖNNEN WIR DEN GLOBALEN TOTALITARISMUS TOLERIEREN?” in Athen geplant.

Alfredo Bonanno ist am 23.November aus der griechischen Haft entlassen worden, nachdem er über ein Jahr wegen eines Bankraub-Vorwurfes gesessen hatte:

“Am heutigen Monta fand der Prozess gegen Alfredo und Christos statt. Er endete damit, dass Alfredo zu vier Jahren Haft verurteilt wurde, aber da er schon über ein Jahr im Knast sass und über 70 Jahre alt ist, wird er morghen entlassen werden. Christos wurde zu acht Jahren und neun Monaten verurteilt und wird vorraussichtlich Ende 2011 entlassen werden.” (so Anarchist Black Cross Berlin)

Schlechter geht es dagegen Savvas Xiros, der trotz Verstoß der griechischen Justiz gegen Gesetzesgrundlagen und ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte weder Haftverschonung noch ärztliche Behandlung erfährt:

“Der EuGHMR kritisiert, daß sich die Richter die Zuständigkeit für eine Entscheidung über medizinische Fragen angemaßt haben, ohne Spezialisten zu Rate zu ziehen. Im Urteil wird weiter die Entscheidung des Gerichtes kritisiert, Savvas Xiros die zur Behandlung beantragte Haftverschonung nicht gewährt zu haben.” ( Netzwerk für die Freiheit aller politischen Gefangenen aus einem Artikel in der Jungen Welt vom 26.11.)

Im Fall des schwerverletzten Gefangenen gibt es eine Unterschriftenaktion seiner Verteidigung:

“Die Verteidigung von Savvas Xiros hat eine Initiative zur Sammlung von Unterschriften gestartet, um das Selbstverständliche zu fordern: Die Entlassung von Savvas Xiros aus dem Gefängnis. Die gesammelten Unterschriften werden zur Unterstützung eines entsprechenden Antrages verwendet werden.”

Aktuell gibt es einen Aufruf für Giannis Dimitrakis, der seit 2006 wegen Bankraubes sitzt und dessen Verfahren heute in eine weitere Runde gehen wird.

Zusätzlich wird der Prozess gegen einige Gefangene der “conspiracy of the cells of fire” am 17.Januar stattfinden, 3 der 5 Beschuldigten haben sich zu der militanten Gruppe bekannt. In einer Liste von “antiautoritären und anarchistischen Gefangenen” stehen noch immer 22 Personen, die in griechischen Knästen sitzen.

Ein interessanter, allerdings älterer Artikel zur Situation in griechischen Knästen findet sich unter: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25767/1.html

Regelmäßige gewerkschaftsnahe Informationen zur Situation in Griechenland gibt es unter: http://labournet.de/internationales/gr/index.html

Regelmäßige Nachrichten von den Straßen gibt es auf dem Blog vom Kollektiv “voices of occupied london”: http://www.occupiedlondon.org/blog/ sowie auf dem Blog “act for freedom”: http://actforfreedomnow.blogspot.com/

Quelle: http://a3yo.noblogs.org/post/2010/12/06/griechenland-ausnahmezustand-knast-und-polizeigewalt/

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Menschenrechtsverteidigerin in Chiapas erneut attackiert

Unbekannte haben in der mexikanischen Stadt San Cristóbal de las Casas der Gemeindesprecherin Margarita Martínez gedroht, sie zu ermorden. Einige MenschenrechtsverteidigerInnen, mit denen Margarita Martínez zusammenarbeitet, wurden ebenfalls bedroht.

Laut Angaben von Margarita Martínez verließ sie am 24. November ein Café in der Stadt San Cristóbal de las Casas, als sich ihr drei Männer näherten, zwei zu Fuß und einer in einem Kleintransporter. Sie sagten ihr “mach, was wir dir befehlen oder wir erschießen dich” (tienes que hacer lo que te decimos si no te damos tres plomazos). Ihr wurde ein Brief gegeben, der an “Diego” adressiert war, den Vorsitzenden der Menschenrechtsorganisation Centro de Derechos Humanos Fray Bartolomé de Las Casas. Diese Organisation unterstützt Margarita Martínez in einem Fall, den sie gegen PolizistInnen und andere BeamtInnen eingeleitet hat, die ihr Haus am 8. November 2009 unrechtmäßig durchsucht hatten. In dem Brief aus ausgeschnittenen Zeitungsbuchstaben hieß es “Diego, das Leben der Familie Martínez liegt in deinen Händen, ihr werdet euch verantworten müssen, ihr verdammten Verteidiger”. (Diego en tus manos esta la vida de esta familia enfrentarás cargos defensores de la verga).

Dann befahlen die Männer Margarita Martínez, ein Taxi zum Friedhof zu nehmen, “damit du mit deinen Toten sprechen kannst, denn du wirst sie bald wiedersehen” (para que puedas platicar con tus muertitos porque ya pronto te vas a encontrar con ellos). Danach sollte sie zum Markt der Stadt fahren “ohne herumzugammeln, du bist nämlich eine tote Frau” (sin hacer pendejadas porque eres persona muerta). Sie nahm ein Taxi und konnte sehen, dass ihr die drei Männer in einem Kleintransporter folgten. Als die Männer sie wegen des Verkehrs aus den Augen verloren, stieg sie aus dem Taxi aus und rannte davon.

Margarita Martínez und ihre Familie erhalten Polizeischutz. Am 24. November stand Margarita Martínez ein Polizeibeamter bereit, aber sie konnte ihn nicht finden, als sie das Café verließ. Kurz danach wurde sie von ihren Angreifern bedroht.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Margarita Martínez und ihr Ehemann, der Aktivist Adolfo Guzmán Ordaz, unterstützen regionale indigene Gemeinschaften in Comitán im Bundesstaat Chiapas. Die Gemeinschaften fordern einen Platz für ihre Verkaufsstände in der Stadt Comitán und organisieren Demonstrationen und Straßenblockaden, um Druck auf die Behörden auszuüben. Margarita Martínez und Adolfo Guzmán Ordaz sind Mitglieder der regionalen Organisation Enlace Comunicación y Capacitación, die indigene Gemeinschaften und ländliche Gemeinden im Bereich der Menschenrechte und nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung schult.

Am 8. November 2009 hatten Angehörige der bundesstaatlichen Polizei das Haus von Margarita Martínez und Adolfo Guzmán Ordaz ohne Durchsuchungsbefehl durchsucht. Die Durchsuchung war anscheinend ein Versuch, das Ehepaar von seiner Arbeit mit indigenen Gemeinschaften abzubringen. Die beiden sind seitdem Morddrohungen und Einschüchterungsversuchen ausgesetzt; so wurde Margarita Martínez am 25. Februar 2010 entführt. Dies geschah offenbar aus Rache für die Ermittlungen gegen PolizistInnen und andere Beamtinnen, die für die Durchsuchung verantwortlich waren. Die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates soll Berichten zufolge vor kurzem wichtige Maßnahmen bei der Untersuchung dieses Zwischenfalls ergriffen haben.

Die Interamerikanische Menschenrechtskommission forderte die mexikanischen Behörden im März 2010 auf, für die Sicherheit der Familie Guzmán-Martínez zu sorgen.

EMPFOHLENE AKTIONEN

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, TELEFAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin in großer Sorge um die Sicherheit von Margarita Martínez und ihrer Familie sowie um Diego Cadenas und seine KollegInnen bei der Menschenrechtsorganisation Centro de Derechos Humanos Fray Bartolomé de Las Casas.
  • Ich fordere Sie höflich auf, den Betroffenen unverzüglich ihren Wünschen entsprechend wirksamen Schutz zu gewähren.
  • Führen Sie umgehend eine unabhängige und umfassende Untersuchung der Morddrohungen gegen Margarita Martínez und früherer Einschüchterungen gegen sie und ihre Familie durch.
  • Ich möchte Sie an ihre Verpflichtung erinnern, die Sicherheit aller MenschenrechtsverteidigerInnen zu garantieren, wie in der UN-Erklärung über MenschenrechtsverteidigerInnen von 1998 dargelegt.

APPELLE AN

INNENMINSTER
Lic. José Francisco Blake Mora
Secretaría de Gobernación
Bucareli 99, 1er. piso, Col. Juárez
Delegación Cuauhtémoc
México D.F., C.P. 06600, MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Minister/Estimado Señor Secretario)
Fax: (0052) 55 5063 3405
E-Mail: secretario@segob.gob.mx

GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES CHIAPAS
Lic. Juan José Sabines Guerrero
Gobernador del Estado de Chiapas
Palacio de Gobierno
1er. piso, Col. Centro, Tuxtla Gutiérrez
C.P. 29000, Chiapas, MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Governor/Estimado Señor Gobernador)
Fax: (0052) 961 618 8087/88
E-Mail: secparticular@chiapas.gob.mx

GENERALSTAATSANWALT DES BUNDESSTAATES CHIAPAS
Mtro. Raciel López Salazar
Procurador General de Justicia del Estado de Chiapas
Libramiento Norte Oriente No. 2010, Col. El Bosque
Tuxtla Gutiérrez
C.P. 29049, Chiapas
MEXIKO
(korrete Anrede: Dear Attorney General/Estimado Señor Procurador)
Fax: (0052) 961 616 5724
E-Mail: pgje-chiapas@hotmail.com

KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
S.E. Herrn Francisco N. González Díaz
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23 700
E-Mail: mail@mexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 7. Januar 2011 keine Appelle mehr zu verschicken

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Expressing concern for the safety of Margarita Martínez and her family and for Diego Cadenas and his colleagues at Fray Bartolomé de las Casas Human Rights Centre;
  • Urging the authorities to provide them with effective protection in strict accordance with their wishes;
  • Calling on the authorities to carry out a full and impartial investigation into these death threats and into previous acts of intimidation against Margarita Martínez and her family;
  • Reminding them of their duty to guarantee the safety of all human rights defenders as established by the 1998 UN Declaration on Human Rights Defenders.

Quelle: Amnesty International

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