Dezentraler Aktionstag in Aarau

Am Samstag, 8. Juni 2013 fand in Aarau zum dritten Mal das Nächtliche Tanzvergnügen, eine «Reclaim the Streets» für autonome Freiräume und gegen die herrschenden Verhältnisse, statt. An diesem Abend nahmen sich etwa 2000 Menschen den Raum, den sie dringend benötigen,ohne eine Bewilligung dafür einzuholen.

Dank der krawallorientierten Berichterstattung sogenannter Journalist_innen und wegen einer falschen Einschätzung der Kantonspolizei waren am besagten Samstag 450 Polizist_innen, darunter auch welche aus den Kantonen Basel-Landschaft und Bern sowie ein Wasserwerfer im Dienst. Dies verursachte laut den Behörden Sicherheitskosten von Fr. 500’000.-.

Empörte Steuerzahler_innen, Politiker_innen von Rechts bis Links und nicht zuletzt auch oben genannte Medienschaffende forderten umgehend die Abwälzung der Sicherheitskosten auf die Organisator_innen.

Das darauf folgende juristische Geplänkel interessiert uns nicht. Es ist uns egal, ob es gemäss dem Aargauer Polizeigesetz erlaubt ist, Sicherheitskosten für politische Anlässe auf Organisator_innen zu übertragen oder ob sich dies aufgrund der Meinungsfreiheit nicht mit der Bundesverfassung verträgt. Wir sehen ganz grundsätzlich nicht ein, weshalb wir uns an die Regeln einer Gesellschaft, die auf Ausbeutung, Konkurrenz, Unterdrückung, Machterhalt und Ausgrenzung funktioniert, halten sollten.

Deswegen wird es auch in Zukunft nicht klappen, Aarau mit Drohungen und Strafen sauber, still und angepasst zu machen. Wir werden uns nicht verkriechen um darauf zu warten, dass vielleicht irgendwann irgendwelche Bussen eintreffen werden. Nein, wir werden auch weiterhin den sogenannt öffentlichen Raum – der immer mehr durch wirtschaftliche Interessen, Reglementierungen, Überwachung und Repression bestimmt wird – in Anspruch nehmen.

Daher rufen wir für den Samstag, 31. August 2013 zu einem dezentralen Aktionstag in Aarau auf. Nehmt euch den öffentlichen Raum zurück: spielt, malt, kocht, musiziert, besetzt, inszeniert, feiert… Lassen wir uns nicht vorschreiben, wer unter welchen Bedingungen die Stadt nutzen darf. Kein Einschüchterungsversuch wird den Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung unterdrücken können.

Wir bleiben wild, wir bleiben lebendig und wir bleiben unbequem!
Selbstverwaltete Freiräume werden nicht erbettelt, sondern erkämpft!

KAZ [Kampagne für ein autonomes Zentrum]

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/90498

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