Newsletter Solidaritätskomitee Rojava-Luzern

23/12/2015

Aus den kurdischen Städten, die von den türkischen Truppen belagert werden, erreichen uns in diesen Stunden grausamste Bilder, die wir hier nicht veröffentlichen wollen. Wohnquartiere werden rücksichtslos bombardiert, Frauen und Männer auf offener Strasse erschossen, Kinder werden misshandelt und zu Tode geprügelt. Es sind unaushaltbare Bilder. Es sind unhaltbare, schwerste Verbrechen, die die türkischen Sicherheitskräfte in diesen Stunden begehen.

Die aktuelle Entwicklung lässt nur einen Schluss zu: Die türkischen Sicherheitskräfte führen Krieg. Es ist ein rassistischer und antikommunistischer Krieg gegen Kurdinnen und Kurden. Es ist ein faschistischer Krieg.

Die Türkei ist unter Erdogan zu einem faschistischen Mörder- und Verbrecherstaat geworden.

Und was macht der Westen, der im Namen der Menschenrechte gegen Saddam Hussein Krieg geführt hat? Er schaut weg – und klopft Erdogan bei nächster Gelegenheit wieder kumpelhaft auf die Schulter. Schliesslich ist die Türkei ein verlässlicher Nato-Partner. Schliesslich löst die Türkei willfährig das europäische Flüchtlingsproblem.

Schlimmer noch: die westlichen Staaten machen nicht einfach nichts, sie unterstützen die türkischen Verbrechen sogar tatkräftig mit – unter anderem mit Waffenlieferungen.

Auch Schweizer Firmen verdienen jedes Jahr mit. Die Schweiz liefert jährlich für ca. 4 Mio. Franken Waffen an die Türkei. Das muss aufhören, sofort. Wenn es dem Bundesrat Ernst wäre mit der viel beschworenen “humanitären Tradition der Schweiz”, dann würde er endlich handeln und Schluss machen mit Waffenlieferungen an die faschistische Türkei. Er würde Schluss machen mit den freundschaftlichen Beziehungen mit dem Regime Erdogan. Er würde die türkischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die Ermordung und Verhaftung Unschuldiger verurteilen. Doch wir wissen, was wir von unserem rechtsbürgerlichen Bundesrat erwarten können: Nichts dergleichen. Dicke Geschäfte will er machen, alles andere ist Nebensache.

Deshalb müssen wir die Solidarität in die eigenen Hände nehmen. Unsere Solidarität gilt der leidgeprüften Bevölkerung in den kurdischen Städten, und denen, die sich den Schergen und Bluthunden Erdogans mutig entgegenstellen. Unsere Solidarität gilt den politischen Gefangenen in den türkischen Gefängnissen.

Liebe Freundinnen und Freunde, sensibilisiert eure Bekannten für das, was gegenwärtig abgeht in den türkisch besetzten Gebieten, sie liegen nicht weit weg von hier. Beteiligt euch an Solidaritätsaktionen für Kurdistan. Storniert eure Reisen in die Türkei.

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Renitente Nr. 3

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