Wer ist Lagota?
LAGOTA kommt vom Spanischen und heisst „der Tropfen“.
LAGOTA ist eine politische Gruppierung, die sich als Teil der ausserparlamentarischen Linken versteht. Sie bietet eine Plattform, auf der sich interessierte Personen mit politischen Themen auseinandersetzen können.
LAGOTA setzt sich zum Ziel, das politische Bewusstsein der Gesellschaft zu fördern. Ihr Antrieb ist die Überzeugung, dass das kapitalistische System überwunden werden muss, um die bestehenden Herrschaftsverhältnisse abzuschaffen.Lagota Web
Bleiberecht-Demo am 6. Oktober 2012 in Luzern
Die Stimmung in der Schweiz wird zunehmend fremdenfeindlich. Asylsuchende werden gezielt schikaniert und es wird gegen sie aufgehetzt.
Deshalb organisieren wir am 6. Oktober 2012 in Luzern eine Demonstration.
In Luzern wurde eine Ausgangssperre für Asylsuchende ab 22:00 Uhr beschlossen. Menschen werden aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihrer Religion öffentlich angeprangert und schikaniert. Sie werden als Gruppe verurteilt und nicht mehr als die Individuen wahrgenommen, die sie eigentlich sind. Sie sind keine Menschen sondern Fremde. Durch die Diskussionen im Nationalrat zum Thema Nothilfe oder die Volksinitiative „Gegen Masseneinwanderung“, welche von der SVP im Februar dieses Jahres eingereicht wurde, wird diese Haltung noch verstärkt.
Es scheint als müssten diese Menschen wieder einmal mehr als Sündenbock und Ventil für die derzeitige wirtschaftliche Verunsicherung herhalten.
Gegen diese Missstände wehren wir uns. Jede und jeder hat das Recht sich frei zu bewegen, unabhängig von Grenzen oder Herkunft. Wir fordern mehr Toleranz und Respekt.
Die Akzeptanz eines Menschen darf nicht von dessen Herkunft abhängig sein.
So steht auch die Demo am 6. Oktober unter dem Motto: „Bleiberecht für alle.“
Das Bewilligungsgesuch für die Demonstration wurde eingereicht. Organisiert wird sie vom „Bündnis 6. Oktober“, welches sich aus unterschiedlichen Gruppen zusammensetzt.
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Grosse Töne, kleiner Zulauf
Es hätte «einer der grössten patriotischen Aufmärsche der Neuzeit» werden sollen. Schliesslich zogen am letzten Sonntag nur knapp 200 RechtsextremistInnen auf die Kuhwiese ob dem Vierwaldstättersee. Was sich sonst noch rechts tummelt.
Von Hans Stutz

Zur Erinnerung: Vor sieben Jahren marschierten noch rund 700 aufs Rütli. Am 1. August 2005 hatten sie den Festredner, SVP-Bundesrat Samuel Schmid, beschimpft und ausgebuht und die traditionelle 1.-August-Feier der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG) gestört. Die Folge: Seit 2006 ist die SGG-Feier nur noch mit Tickets zugänglich, und die Rechtsextremen verloren die Auftrittsmöglichkeit an der nationalistischen Erinnerungsfeier.
Auf einen jährlichen Rütliausflug wollten die Rechtsextremen allerdings nicht verzichten. In den vergangenen Jahren mobilisierte jeweils die Partei National Orientierter Schweizer (Pnos), dieses Jahr erhielt sie Unterstützung von der Heimatbewegung, der Helvetischen Jugend, der Avalon-Gemeinschaft, der Hammerskin-Unterstützungsorganisation Crew 38 und dem Naziskin-Netz Blood and Honour Schweiz, dazu vom Waldstätterbund und den Kameradschaften Baden-Wettingen, Innerschweiz und Morgenstern, Letztere beheimatet in der Region Sempach. Auf ihrer Homepage hatte auch die Genfer Gruppe Genève Non-Conforme das Flugblatt verbreitet. Die Organisatoren hatten – gemäss der Pnos-Homepage – «seit Wochen per SMS, Facebook und anderen Netzwerken» mobilisiert. Im Klartext: Viel Mobilisierungsarbeit, doch mickriger Aufmarsch.
Die Szene dümpelt vor sich hin
In der Tat, die Deutschschweizer Rechtsextremenszene dümpelt vor sich hin. Zwar sympathisieren – gemäss Erkenntnissen des Nationalforschungsprojekts über Rechtsextremismus – rund vier Prozent der EinwohnerInnen der Schweiz mit antidemokratischen, autoritären und gewaltbereiten Haltungen und Ansichten, auch liebäugelt ein noch grösserer Bevölkerungsanteil mit fremdenfeindlichen und rassistischen Vorstellungen, doch die Rechtsextremen ernten nur wenig Zulauf.
Auch der subkulturelle Rechtsextremismus – insbesondere Naziskinheads – hat an Anziehungskraft für männliche Jugendliche aus Dörfern und Kleinstädten eingebüsst. Auf das Rütli marschierten vergangenen Sonntag auch wenige Naziskinheads, sowohl von Blood and Honour wie auch von den Hammerskins. Doch noch immer reichhaltig ist in der Deutschschweiz das Szeneangebot für rechtsextreme Musik und Literatur, besonders das Angebot an Tonträgern neonazistischer Bands, die Nachfrage ist offenbar gross – zumindest wenn man sich auf die «Ausverkauft»- beziehungsweise «Derzeit ausverkauft»-Hinweise der Anbieter stützt.
Auch der Aufbau politischer Strukturen ist ins Stocken geraten. Die Pnos, gegründet im September 2000, betreibt nur noch Sektionen im Oberaargau, im Emmental und in Basel, dazu noch die Infoportale Aargau und Zürich. Von der Bildfläche verschwunden sind die Sektionen Schwyz, Willisau, Berner Oberland und Freiburg. Die Parteizeitung erscheint seit dem vergangenen Jahr nicht mehr monatlich, sondern nur noch vierteljährlich. Und Mitte Juni 2012 meldete die Partei, dass sie auf weitere Wahlbeteiligungen verzichten werde. Man erhoffe sich, «die Strukturen innerhalb der Partei zu festigen». Offen sei, wann die Partei «an den nächsten Wahlen» teilnehmen werde.
Die Pnos hatte seit ihrer Gründung eine dünne Personaldecke, allerdings konnte sie die vielen Abgänge jeweils ersetzen. Seit kurzem ist die Parteispitze nun ausschliesslich Männersache. Denise Friedrich, die einzige Frau im Bundesvorstand, trat vor wenigen Monaten «aus persönlichen Gründen» zurück. Wie stark die Parteiarbeit mit dem Engagement einzelner Aktivsten verknüpft ist, demonstrierte vor einem Jahr Michael Vonäsch, einst Vorsitzender der inzwischen inaktiven Pnos-Sektion Willisau. Er beklagt zuerst, dass «praktisch alles an [ihm] hängen» geblieben sei. Dann bedankt er sich bei «den wenigen Personen», die die Partei in den letzten Jahren «immer tatkräftig unterstützt» hätten. Den politischen Träumen kann er aber nicht entsagen. Er liebäugelt mit der Gründung einer «starken, nationalen Kantonalpartei». Er denkt dabei an «die Schweizer Demokraten und einige Exponenten der JSVP». Er übersieht: Rechts der SVP gibt es in der Schweiz keine Aussicht mehr auf politischen Erfolg.
Nur in Zürich soll es für die Pnos aufwärtsgehen. Ein bis anhin unbekannter «T. Schüler», «Verwalter» des Pnos-Infoportals Zürich, berichtet von einem «deutlichen Anstieg von Mitgliedern und Interessenten». Er muss bescheiden sein, zur Gründung einer Ortsektion reicht es noch (?) nicht, trotz der «tatkräftigen Unterstützung» (Pnos-Infoportal Zürich) durch die Europäische Aktion (EA), angeführt vom Holocaustleugner Bernhard Schaub. Die Frage wird sein, ob dies trotz unterschiedlicher politischer Vorstellungen möglich ist. Die EA will die nationalen Grenzen überschreiten. Sie strebt ein nationalsozialistisches Europa an. Bereits sollen «Landesweiter» in mehreren Ländern tätig sein. Anfang September will die EA «im südwestdeutschen Sprachraum» ein grosses «Europafest» durchführen.
Viel Aktivismus in der Region Genf
Rechtsextreme pflegen Kontakte meist innerhalb ihrer Sprachregionen. Auch auf dem Rütli blieben die Deutschweizer Rechtsextremen weitgehend unter sich, trotz der Rede des Westschweizers Philippe Brennenstuhl. Unterschiedlich ist auch die Entwicklung in den beiden Landesteilen: Stagnation, ja Rückgang in der Deutschschweiz, seit Monaten jedoch viel Aktivismus in der Region Genf. Vier Gruppen sind dort aktiv, erst Anfang Juni gründeten sich die Gruppe Égalité et Réconciliation (E&R), als «Linke der Arbeit und Rechte der Werte, für eine nationale Aussöhnung» («gauche du travail, droite des valeurs, pour une réconciliation nationale»). E&R-Sektionen, gegründet von Alain Sorel, einst Kommunist, später im nationalen Vorstand des Front National, bestehen bereits in mehreren französischen Regionen.
Auch die Gruppe Genève Non-Conforme verknüpft die Klage über den ungerechten Kapitalismus mit europazentrierten und rassistischen Ansichten, opportunistisch als «Kampf gegen die Globalisierung» umschrieben. Sie orientiert sich an den Vorstellungen einer neofaschistischen Bewegung um das Römer Zentrum Casapound, in einem besetzten Haus, in dem Wohnungen ausschliesslich italienischen Staatsbürgern vorbehalten sind. Direkt eingebunden in französische Zusammenhänge sind die Jeunes identitaires genevois und die Naziskingruppe Artam Brotherhood. In den vergangen Monaten machen sich die Identitaires in Genf kaum noch bemerkbar. Anders die Artam Brotherhood: Sie lädt ihre Anhänger auch zum wöchentlichen Kampftraining.
Quelle: http://www.woz.ch/1232/rechtsextremismus/grosse-toene-kleiner-zulauf
Aktuelle Repression
Repression betrifft immer mehr Leute. Sei es nun im alltäglichen Leben, beim Ausgehen, bei Anti-WEF-Protesten oder am 1. Mai. Wir kennen hierfür nur eine Antwort: Solidarität – Diese ist unsere Waffe; Unterstützt die von Repression bertoffenen, informiert euch, wie ihr euch gegen die Staatsmacht schützen könnt und solidarisiert euch!
Ein Überblick zu den aktuellen politischen Gefangenen in der Schweiz, zu Soliarbeit, zur Repression und deren Verhinderung.
Repression?
Die Herrschenden und die Reichen versuchen die Klammer immer enger zu ziehen, so dass bald alles, was ihnen nicht passt, gegen Strafe verboten werden soll. Der Gummiparagraf ‘Landfriedensbruch’ wird versucht soweit auszudehnen, dass bereits ein zusammenstehen unliebsamer Personen zu einer Verhaftung führen kann. Am 1. Mai wird mit einem martialischen Polizeiaufgebot beinahe verunmöglicht, seinen Protest gegen das System zu zeigen. Wem es nicht destotrotz gelingt, wird verfolgt. Ungebrochene Gefangene erhalten eine Sonderbehandlung und werden nicht wie üblich nach 2/3 ihrer Haftzeit entlassen. Sogenannt ‘illegale Partys’ werden regelmäßig brutal von der Polizei angegriffen und nicht selten aufgelöst. Es wird alles mögliche getan, um die diversen Bewegungen zu spalten oder gar gleich zu verbieten.
Momentane Politische Gefangene – Ein Überblick:
Marco Camenisch:
Dem Anti-Atom Aktivisten und überzeugten Anarchisten Marco Camensich wird ein Attentat auf ein Startstrommäste und ein Mord an einem Grenzbeamten beschuldigt. Camenisch sitzt seit 1991 zuerst in Italien und seit 2002 in der Schweiz im Knast. Weitere Informationen: Dossier zu Marco Camenisch von Augenauf
Im Frühjahr 2012 hätte Marco aufgrund der normalerweise üblichen 2/3 Regelung, welche besagt, dass man nach 2/3 der Haftstrafe auf Bewährung freigelassen wird, in die Freiheit entlassen werden sollen. Dies wurde ihm mit der Begründung, dass er ein ungebrochener Anarchist sei jedoch verweigert.
Texte und Infos zu Marco:
Marco zu seiner verweigerten Entlassung
Dossier RHI
Silvia, Billie und Costa:
Die drei AnarchistInnen Billie, Silvia und Costa wurden vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona bezüglich eines angeblich geplanten Anschlages auf ein Nanotechnologie-Labor von IBM angeklagt und zu Haftstrafen verurteilt. Mehr Infos: Prozess gegen Silvia, Billy und Costa in Bellinzona
Mittlerweile wurde Silvia freigelassen und nach Italien abgeschoben – Artikel zu Silvias Freilassung
Die beiden Anderen sitzen noch immer in schweizer Knästen.
Gefangener vom NT-Areal:
Am 2. Juni 2012 fand in Basel auf dem nahezu leerstehenden NT-Areal eine Party mit über 1000 BesucherInnen statt. Es wurde friedlich mit Live-Musik gefeiert. Die Polizei hielt sich lange Zeit im Hintergrund. Als ein Zivilpolizist unter den BesucherInnen entdeckt wurde, wurde dieser zum Gehen aufgefordert. Er widersetzte sich und es kam zu einer Auseinandersetzung, worauf der Polizist flüchtete. Uniformierte Beamte setzten direkt im Anschluss Gummischrot ein und eine Person wurdeverhaftet und in Untersuchungshaft gesteckt. Nach der Party kam es zu diversen Übergriffen von Seiten der Polizei. Siehe hierzu: Communiqué der Antirep-Gruppe Basel
Der Festgenommene sitzt seitdem in Basel in U-Haft. Der Genosse vom Aufbau Winterhur ist wohlauf und kämferisch.
Mehr Infos und Supportmöglichkeiten (Aufbau)
Gefangenen vom 1. Mai 2012:
Über zwei Monate nach dem 1. Mai 2012 in Zürich, wurden sechs Personen verhaftet. Die Mehrzahl von ihnen sitzt noch heute in Untersuchungshaft in verschiedenen Knästen im Kanton Zürich. Ihnen wird hauptsächlich Landfriedensbruch vorgeworfen. Bereits am 1. Mai wurde ein Genosse grundlos festgenommen und zwei Wochen in U-Haft gesteckt.
Die Gefangenen werden von Anwälten betreut und von aussen mit Geld, Kleidern, Essen und fleissigem Grüßen von ausserhalb unterstützt.
Texte und Informationen:
Solidaritätserklärung
Freiheit für die Gefangenen vom 1. Mai 2012: RJZ und Aufbau
Am 28. Juli gab es einen Aktionstag bei dem diverse Aktionen für die Gefangenen vom 1. Mai 2012 durchgeführt wurden – Bericht zum Aktionstag
Weitere Repression:
Auch wenn keine U-Haft oder Haftstrafen angesetzt werden, so läuft der Repressionsapperat auf Hochtouren. Alleine in Bern wurden in letzter Zeit mehrere Partys und Demos gewaltsam aufgelöst und hunderte Personen wegen Landfriedensbruch angeklagt.
Beispiele:
Anti-Rep Demo – Die Demo wurde im Juni 2011 in Bern brutal von der Polizei gestoppt und über 180 Personen wurden verhaftet.
Antifa Demo in Diepoldsau – In Diepoldsau wurden Antifas von der Polizei verhaftet, weil sie ein Nazifreffen der Europäischen Aktion (EA) verhindert wollten. Die verhafteten wurden größtenteils wegen Hausfriedensbruch angeklagt und verurteilt.
Anti WEF-Demo 2012 – Die Demo wurde im Januar 2012 noch vor dem Erreichen des offiziellen Besammlungsortes von der Polizei gekesselt und sämtliche Leute wurden festgenommen. Auch auf dem Platz vor der Heiliggeistkirche, wo die Besammlung stattfinden sollte, wurden Leute eingekesselt.
In Zürich wurden am 17. September 2011 bei einer illegalen Party auf dem Central Personen festgenommen und wegen Landfriedensbruch angeklagt. Große Teile der Verhafteten wurden in U-Haft gesteckt. Mittlerweile wurden viele freigesprochen und entschädigt.
Am 18. Januar 2012 wurde in Zürich anlässlich des World Economic Forums in Davos die Schweizer Nationalbank mit Farbe angegriffen. Zwei Leute wurden von der Polizei festgenommen. Mindestens einer von ihnen wurde beinahe zwei Wochen in U-Haft gehalten. Mehr Infos
Arbeit gegen Repression:
Gegen die Repression hilft nur Solidarität. Solidarisiert euch mit den Befroffenen. Schützt euch vor der Repression. Hier einige Infos:
RJZ Anti-Rep Broschüre
Rote Hilfe – Was tun wenns brennt?
Antirep Aarau – Was will der Staatsschutz?
In diversen Städten gibt es Ermittlungsausschüsse (EAs) oder Rote Hilfe Gruppen. Informiert euch und werdet aktiv. Eine Liste:
Bern – EA Bern: ea[at]immerda[dot]ch
Zürich, Basel – Rote Hilfe: rotehilfe[at]aufbau[dot]org
Aargau – AE Aargau: antirepaarau[at]immmerda[dot]ch
Gegen Repression – für die Revolution!
Solidarität ist unsere Waffe!
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Aktion gegen den Naziaufmarsch auf’s Rütli
In der Nacht vom 2.8. auf den 3.8.12 wurden 4 Transparente in Brunnen und 4 Transparente in Luzern gegen Rassismus gehängt.
Auf den 5. August 2012 rufen die Pnos, Blood and Honours und die Hammerskins dazu auf gemeinsam aufs Rütli zu marschieren um den Nationalfeiertag der Schweiz zu feiern.
Ihre diskriminierende Haltung wollen wir nicht einfach so hinnehmen.
Kein Platz dem Rassismus!!!
In Brunnen und überall!!!
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Schweizer Konsulat in Marseille besetzt – Solidarität mit Levent Capa!
Eine Gruppe von 20 AktivistInnen hat am Freitag, 27. Juli 2012 das Schweizer Konsulat in Marseille für ca. 30 Minuten besetzt. Der Schweizer Konsul liess daraufhin die BAC (brigade anti criminalité) aufbieten. Bis auf Durchsuchungen und einer Personenkontrolle konnten alle AktivistInnen das Gebäude unversehrt verlassen.
Grund für die Aktion war die Verhaftung und geplante Ausschaffung von Levent Capa, einem türkischen Flüchtling in der Schweiz. Levent Capa verbrachte in der Türkei 11 Jahre im Gefängnis wegen seines politischen Engagements bei Devrimci-Sol. Aufgrund der anhaltenden staatlichen Repression und der Furcht vor einem erneuten Prozess flüchtete Levent Capa im Jahre 2011 nach Europa. Er stellte ein Asylgesuch in der Schweiz und hielt sich danach vorwiegend in Paris auf, wo er sich ebenfalls politisch engagierte. Bei einem Termin auf dem Polizeipräsidium in Clingnancourt wurde er informiert, dass er sich auf Ersuchen der schweizerischen Behörden zum Abschluss seines Asylverfahren in die Schweiz zu begeben habe. Auf sein Nachfragen hin, versicherte man ihm auf dem Schweizer Konsulat in Paris, dass er nichts zu befürchten habe, da ihn die Schweiz als politischen Flüchtling anerkennen werde. Am 21. Juli 2012 begibt er sich in die Schweiz. Er wird am 23. Juli 2012 in Bern verhaftet und in Ausschaffungshaft genommen, mit der Begründung, dass sein Asylgesuch bereits im November 2011 abgewiesen wurde und die Frist für eine Beschwerde längst verstrichen sei. Den negativen Entscheid hat er jedoch nie erhalten! Als ihn Schweizer AktivistInnen am Freitagmorgen, 27. Juli 2012 im Gefängnis besuchen wollen, wird ihnen gesagt, dass Levent bereits auf dem Weg zum Flughafen Zürich sei. Bis zum Abend des 29. Juli ist nichts über seinen Aufenthalt bekannt. Alle Kontakte in der Türkei wissen nichts über eine erfolgte Rückkehr. Die Schweizerischen Behörden betonen, dass für sie der Fall nach der Übergabe an die türkischen Behörden erledigt sei und hüllen sich ansonsten in Schweigen.
Am Abend des 29. Juli 2012 wird bekannt, dass Levent Capa am Freitag, 27. Juli 2012 in die Türkei ausgeschafft wurde, wo er unmittelbar nach der Ankunft für zwei Tage in Haft genommen wurde. Im Moment ist er frei, es erwartet ihn jedoch in den nächsten Monaten ein erneuter Prozess, der auf eine mehrjährige Gefängnisstrafe abzielt.
Ein politischer Aktivist und ehemaliger Häftling wird in einen für seine Foltermethoden bekannten Staat ausgeschafft, obwohl ihm dort weitere Folter und Gefängnis drohen. Ein weiteres trauriges Kapitel der schweizerischen und europäischen Migrationspolitik!
Solidarité avec Levent Capa! Non aux expulsions! Ni frontières, ni nations!!!
Mehr Infos auf Indymedia Paris: http://paris.indymedia.org/
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Interview: Bergarbeiterinnen im Streik
Die BergarbeiterInnen im Spanischen Staat streiken seit acht Wochen. Subventionen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze wurden meist zweckentfremdet. Unter den Streikenden sind auch viele Frauen. Ein Gespräch mit Maria González, Bergarbeiterin aus der Grube “María Luisa” in Asturien.
Seit Wochen streiken BergarbeiterInnen im Spanischen Staat gegen die Kürzung von staatlichen Subventionen um zwei Drittel. in deren Folge werden Minen geschlossen und Tausende Kumpels entlassen. An dem Arbeitskampf in Asturien sind nicht wenige Frauen beteiligt. Wie viele arbeiten unter Tage?
In der Grube “María Luisa” arbeiten 2000 BergarbeiterInnen, darunter 200 Frauen. Ich fing mit 29 Jahren an. Zuvor haben wir einen langen Kampf dafür geführt, dass Frauen in den Minen arbeiten können. Jeden Tag fahre ich 689 Meter unter die Erde, in einem “Käfig”, wie wir es nennen. Wir wissen, zu welcher Uhrzeit wir reinfahren, aber nicht, ob wir wieder rauskommen. Es ist eine sehr harte Arbeit in der Mine, für Männer und für Frauen. Deswegen sind wir aber auch so entschlossen und kämpferisch. Mein Großvater arbeitete in der Mine und mein Vater auch, dort starb er im Alter von 47 Jahren. Es war besonders schwer für meinen Bruder, in der Grube zu arbeiten, in der mein Vater gestorben ist.
Was für Jobs machen Frauen in den Minen?
Wir machen die gleiche Arbeit wie die Männer. Aber natürlich ist es schwieriger für eine Frau, zum Beispiel wegen der fehlenden Toiletten unter Tage. Dennoch behandeln uns die Männer mit viel Respekt, zumindest im Vergleich zu anderen Sektoren, in denen ich gearbeitet habe. Es gibt viel Kameradschaft, weil wir alle die gleiche, harte Arbeit machen.
Für das Recht, in der Mine zu arbeiten, musste ich zunächst vor dem Verfassungsgericht klagen und gewinnen. 1985 begehrten Frauen, unter Tage zu arbeiten, nachdem eine Firma etwa 1.000 neue Stellen ausgeschrieben hatte. Das Urteil kam im Dezember 1992, bis dahin durften Frauen nicht im Bergbau arbeiten.
Wie sind die Arbeitsbedingungen?
Für beide Geschlechter sind sie unmenschlich. Wir müssen aufpassen, dass unser Brot nicht von Kakerlaken und Ratten aufgefressen wird. Es ist sehr feucht und sehr heiß unten, so dass wir nach acht Stunden nassgeschwitzt sind. Ein Unfall im Bergwerk ist nicht das Gleiche wie bei einer anderen Arbeit. Als ich anfing, hatte ein Kumpel einen Unfall, und ich musste ihn allein fast 300 Meter schleppen. Ich rettete ihm das Leben. Am nächsten Tag musste ich um sechs aufstehen und zur Arbeit gehen, wie an jedem anderen Tag.
Wir sind fast 700 Meter in der Tiefe, in der Dunkelheit. Wir sehen kein Licht und merken nur an den Gerüchen, ob es draußen Sonne oder Regen gibt.
In den Medien heißt es, die Bergarbeiter seien privilegiert, mit relativ hohen Löhnen und Rentenansprüchen …
Wieso redet man nicht über die Polizisten, die mit 52 in Rente gehen? Es kann doch kein Privileg sein, die Gesundheit oder das Leben in der Grube zu lassen. Die harte Arbeit vereint uns. Deswegen sind wir stolz darauf, dass wir jetzt kämpfen.
Die Unternehmen haben nach der Schließung von Minen Subventionen für das Schaffen anderer Arbeitsplätze in der Region bekommen. In der Regel haben sie damit Scheinfirmen aufgebaut, wieder geschlossen und so ein Vermögen gemacht. Diese Hilfen waren jedoch für die Diversifizierung der Wirtschaft in den Dörfern nach der Schließung der Mine, damit wir auch alternative Arbeitsplätze bekommen. Doch die Mehrheit der Unternehmen hat sich das Geld einfach eingesteckt.
Wie organisieren sich die Frauen im Streik?
Im Laufe des Arbeitskampfes organisierte sich eine “Plattform der Bergarbeiter-Frauen”, darin haben sich sowohl Frauen von Bergarbeitern als auch Bergarbeiterinnen selbst zusammengeschlossen. Wir organisieren uns, um die Demonstrationen zu unterstützten und damit man uns hört, weil die Medien uns boykottieren. Es ist unglaublich, in einer Demokratie verhalten sich die Medien als wäre es eine Diktatur.
Wie reagiert der Staat auf den anhaltenden Protest?
Die Nationalpolizei dringt in die Häuser ein und greift alle an, auch alte Menschen und Kinder. Sie notieren Nummernschilder von Autos. Wenn jemand seinen Wagen stehen lässt, um zu protestieren oder eine Barrikade zu bauen, werden die Reifen durchstochen. Die Regierung tut alles, um unseren Streik zu stoppen. Aber nicht einmal die Hälfte von dem, was passiert, kommt in den Nachrichten.
In allen Bergbau-Dörfern Spaniens gibt es Proteste. In Asturien ist der Bergbau besonders stark verwurzelt, hier gibt es die meisten Minen, und der Arbeitskampf ist gewaltig. Die Regierung hatte zunächst 300 Polizisten aus Madrid hierher geschickt, dann weitere 400. Nun sind schon mehr als 1000 Angehörige der Nationalpolizei in Asturien, neben der Zivilgarde. Sie versuchen unseren Widerstand zu brechen.
Denn wenn wir BergarbeiterInnen demonstrieren, bauen wir Barrikaden und kämpfen mit unseren Leben. Wir haben keine Angst zu sterben. Hoffentlich kopieren uns andere Menschen und nehmen uns als Beispiel. Nicht nur dieses ganze Land sondern die ganze Welt muss sich bewegen.
Interview: Cynthia Lub (Clase contra Clase) und Wladek Flakin (Revolutionäre Internationalistische Organisation)
Eine kürzere Version dieses Interviews erschein in der jungen Welt vom 26. Juli
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Die «Brunen»* wollen an den Steg
Seit Jahren treffen sich Neonazis im August auf dem Rütli. Die Antifa Bern hat schon oft darüber berichtet.
Dieses Mal scheint es, als hätte die serbelnde Pnos endgültig ihre Vorherrschaft in der rechtsextremen Szene verloren. Es war absehbar, dass die PNOS, nachdem sich das einzige Parlamentsmitglied freiwillig aus dem Stadtrat zurückgezogen hat und sich die Hälfte der lokalen Sektionen auflöste, nicht mehr die Kraft hat, alleine diesen Aufmarsch zu organisieren.
Nun mobilisiert die PNOS zusammen mit verschiedensten Kleinstgruppen, die ihr in den letzten Jahren noch ohne eigene Ansprüche gefolgt sind – und zu denen sie zumindest öffentlich und offiziell stets einen gewissen Abstand gehalten hat. Wohl hat die Partei damit den parlamentarischen Weg endgültig verlassen. Mit ihrer Bündnisstrategie wollen die vertretenen Gruppierungen der ganzen Naziszene neuen Schwung geben. Denn: Die Aktivitäten der Neonazis sind seit den Aufsehen erregenden Ereignissen um die Jahrtausendwende stark rückgängig.
Einzige Ausnahme ist der Kanton Genf, in welchem an diesem Samstag, dem 28. Juli, ein grössere rechtsextreme Veranstaltung stattfinden soll. Dies nur wenige Wochen, nachdem ein Mitglied der veranstaltenden Organisation einen Musiker, der an der «Fête de la musique» in Genf auftrat, mit einem Messer attackierte und verletzte.
Ein Grund für den Schwund der rechtsextremen Szene dürfte der Kurs der SVP sein. Er deckt sich in vielen realpolitischen Fragen mit demjenigen der Neonazis. In der SVP ist die Chance zudem viel grösser, ein Amt zu erhaschen, und für die Kampagnen steht unendlich viel mehr Geld zur Verfügung. Man sollte lediglich seine Äusserungen etwas demokratisch kaschieren, was gar nicht so einfach zu sein scheint.
Spannend wird, wie sich die Hammerskinorganisation Crew38 und die Blood&Honour-Naziskins begegnen werden, gab es doch vor einigen Jahren oftmals auch handgreifliche Auseinandersetzungen zwischen den beiden Gruppierungen.
Daneben dürfte es einen Konflikt zwischen den «Heimattreuen Patrioten» – so das Motto des Aufmarsches – und der Heimatbewegung geben, welche eine Redimensionierung der Schweiz zu einer alemanischen Eidgenossenschaft fordert und die Romands und Tessiner an Frankreich beziehungsweise Italien abtreten will.
Antifa Bern
*Die Veranstalter wollen sich, gemäss ihrem Plakat, in «Brunen» am Schiffsteg treffen.
PS: In Genf findet diesen Samstag als Reaktion auf die geplante Neonazi-Veranstaltung ein Antifa-Fest statt: http://ch.indymedia.org/fr/2012/07/86988.shtml
Solidarisieren wir uns mit den Antifas aus Genf!
Ausgangssperre aufheben – Asylgesetz abschaffen!!!
Am 13ten Juni entschied der Nationalrat, neben anderen unzähligen Verschärfungen, dass sämtliche Asylsuchende von Anfang ihres Aufenthalts in der Schweiz an im Nothilferegime zu führen sind. Das heisst, neben 10Franken Coop- / oder Migrosgutschein, einem Bett (oft unter der Erde -> Zivilschutzbunker…) und Krankenversicherung, gibt es nichts. Die Menschen dürfen weder Arbeiten, noch zur Schule gehen., und oft werden Reisebeschränkungen auf einzelne Kantone, oder gar Gemeinden auferlegt.
(Menschen mit Negativentscheid -”abgewiesene Asylsuchende”- leben schon seit einigen Jahren unter diesen unmenschlichen Bedingungen.)
vor etwa 2 Wochen mussten wir erfahren, dass -seit Jahren das erste Mal wieder- ein Ausschaffungsflug in den Kongo durchgeführt wurde. (unter anderem ein über 55 jähriger Mensch, der etwa 10 Jahre in der Schweiz gelebt hat.)
Gut eine Woche später erzählt Polizeikommandant Henseler in der NLZ, es wirke bedrohend, wenn gleichzeitig 60 Menschen aus Nordafrika unter dem KKLdach Schutz suchen würden. In einem solchen Fall sei es sinnvoll, Rayonverbote auszusprechen.
Und gleichzeitig – dies der vorübergehend tragische Höhepunkt der Schweizer Fremdenfeindlichkeit – gibt es Kollektivstrafen gegen Asylbewerbende. Da beim Luzernfest Taschendiebe aus Nordafrika erwischt worden seien, tritt ab dem Montag dieser Woche bei sämtlichen Asylzentren des Kantons eine Ausgangssperre für alle BewohnerInnen in Kraft. Ab 22 Uhr haben die InsassInnen wieder in den Bunkern zu sein. Tun sie das jedoch nicht, wird ihnen das Essensgeld (160 Fr. im Monat -> 5.50 im Tag) gekürzt.
Dieser Zustand – diese Gesetze und deren Verschärfungen sind absolut unmenschlich!
und müssen JETZT bekämpft werden!
ZEIGEN WIR, DASS WIR MIT DIESER POLITIK NICHT
EINVERSTANDEN SIND!
ES IST ALLERHÖCHSTE ZEIT, IM HIER UND JETZT WAS
ZU ÄNDERN!!!
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Turbulente Szenen vor Asylzentrum
Mehrere Asylsuchende haben lautstark gegen die Lebensbedingungen in der Zivilschutzanlage Hochfeld im Berner Längassquartier protestiert. Brenzlig wurde es vorübergehend, als die Polizei ausrückte und für Ordnung sorgen wollte. Verschiedene Bewohner hatten geplant, ihre Matratzen aus der unterirdischen Zivilschutzanlage zu holen und ins Freie zu bringen, wie Jacqueline Kalbermatter vom Komitee gegen Fremdenhetze und Asylbusiness vor den Medien sagte. Das Komitee hatte zu einer Medienkonferenz vor der Unterkunft gerufen.
Geplant war, die Unterkunft zu bestreiken, sagte Kalbermatter weiter. Doch die Asylsuchenden seien von der Zentrumsleitung aufgehalten worden, als sie die Matratzen hinausbringen wollten. Dann sei die Polizei alarmiert worden. Beim Eingang der Unterkunft kam es daraufhin zu turbulenten Szenen; es waren auch lautstarke Diskussionen zu hören. Einer der Polizisten sagte vor den Anwesenden, der Zutritt zur Unterkunft sei nur für die Bewohner gestatten.
Mit Liedern protestiert
Alle anderen würden Hausfriedensbruch begehen, wenn sie in die Anlage gelangten. Die Polizei sperrte entsprechend den Zugang zur Unterkunft ab. Die Bewohner verzichteten vorerst darauf, Matratzen ins Freie zu bringen und versammelten sich vor der Unterkunft, um mit Liedern gegen ihre Situation zu protestieren. Die Medienkonferenz des Komitees gegen Fremdenhetze und Asylbusiness konnte nach der Aufruhr doch noch stattfinden. Auf Anfrage wollte die Leiterin des kantonalen Migrationsdienstes, Iris Rivas, noch keine Stellung nehmen.
Seit längerem protestieren verschiedene Organisationen wie das Bleiberecht-Kollektiv gegen die Lebensbedingungen in der unterirdischen Zivilschutzanlage Hochfeld. Unter anderem seien die Platzverhältnisse prekär und für die Kinder sei die Situation besonders schwierig.
Quelle: www.tagesanzeiger.chhttp://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Turbulente-Szenen-vor-Asylzentrum/story/18080957
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