Demo wir tragen eure Krise nicht!

Der Sommer ist da, die Fall-Zahlen rückläufig, die Schweiz hat sich ein fettes Stück vom globalen Impfkuchen gesichert und die Aktienkurse steigen: Ende gut, alles gut also, und Zeit, Strandferien zu buchen, wie uns die Wirtschaftsverbände und Tourismussektoren weismachen wollen?

NEIN. Zeit, auf die Strassen zu gehen und zu kämpfen! Denn nichts ist gut. Nicht für uns!


Für uns, die wir keine Aktien haben, sondern nach einem Jahr Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit pleite sind. Für uns, deren Renten und Bildung zwecks Bezahlbarmachung von Investitionsprogrammen angegriffen werden. Für uns, deren Verwandte gestorben sind, weil die Wirtschaft um jeden Preis am Laufen gehalten werden musste. Für uns Frauen* und FLINTA, die wir noch mehr unbezahlte Care-Arbeit ausrichten müssen und uns überall auf der Welt verschärfter patriarchaler Gewalt ausgesetzt sehen. Für uns Jugendliche, die keine Chance haben, auf August eine Lehrstelle zu finden. Für unsere Geschwister im globalen Süden, deren Gesundheit einmal mehr dem Patentschutz untergeordnet wird und für unsere Freund*innen, die an den verriegelten Toren Europas ermordet werden.

Kurz, für alle jene, für welche das kapitalistische Ausbeutungs- und Unterdrückungs-System schon lange vor der Pandemie scheisse war, für die gibt es heute erst recht nichts zu jubeln. Aber vergessen wir nicht, es ist nicht einfach nur ein Virus, der die bestehenden Ungleichheiten vertieft hat, sondern der Umgang mit dessen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Nebenwirkungen seitens derer, die über eine Entscheidungsmacht verfügen. Es sind dieselben Entscheidungsmachttragenden mit denselben (Profit-) Interessen, welche für sich in Anspruch nehmen, auch in Zukunft zu entscheiden, wer die Kosten dieser Krise (und anderer, wie etwa jener des Klimas) zu tragen hat.

Und wieder sagen wir: NEIN. Es ist Zeit, jenem gut geölten Herrschaftsapparat mit all seinen Wirtschaftsbossen, Politiker*innen, Medien und Bullen in die Beine zu grätschen. Wir werden ihnen nicht morgen die Entscheidungsgewalt abringen können. Aber jeder öffentliche Widerspruch, jeder gemeinsame Moment auf der Strasse ist ein Sandkorn in ihrem Getriebe und gleichzeitig ein kleiner, notwendiger Schritt hin zu jenem Tag, an welchem wir genügend stark sind, ihre Ordnung ins Wanken zu bringen.

1. Mai – 21.Mai – 14.Juni: Bringen wir unsere Erfahrungen, unsere Wut und unsere Hoffnungen auf der Strasse zusammen! Raus am 10. Juli um 16:00Uhr auf den Bullingerplatz.

Wir tragen eure Krise nicht – kämpfen, streiken, enteignen!

Quelle: https://barrikade.info/article/4647

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