Communiqué zum verhinderten Antifaschistischen Abendspazierg

Rund 300 Personen besammelten sich bereits bei der Reitschule, viele andere warteten rund um den von Polizisten umzingelten Bahnhofplatz.
Die Berner Polizei mit Unterstützung aus den Kantonen Zürich, Basel Land, Solothurn, Aargau St.Gallen, Tessin, Graubünden besetzten den ganzen Nachmittag die Stadt Bern. Mehr als 60 Kastenwagen, Gitterwagen und zwei Wasserwerfer wurden aufgefahren, um unsere Demonstration zu verhindern.
Trotz dem geradezu faschistisch anmutenden Polizeiaufgebot und den Einschüchterungen vom Rot/Grünen Gemeinderat und allen voran dem Sicherheitsdirektor Nause fanden viele Antifaschist*innen den Weg nach Bern. Wir haben heute ein weiteres Mal in die hässliche Fratze der sogenannten Demokratie geblickt, die nichts zulässt, was sich nicht bedingungslos ihren zutiefst autoritären Regeln unterwirft.

antifaabend2015Wir wollten heute unsere Argumente und unsere Überzeugung gegen Faschismus und Nationalismus auf die Strasse tragen. Die Regierung Berns wollte diese Demonstration um jeden Preis verhindern.Wir danken allen, die sich nicht von den blauen Hampelmännchen und -weibchen einschüchtern liessen. Die Absicht dieses repressiven Vorgehens ist klar: Sie wollen Antifaschist*innen keinen Raum geben.
Angesichts der Übermacht der Polizei haben wir uns entschieden, den martialischen Aufmarsch der Staatsmacht ins Leere laufen zu lassen. Wir wollen unsere Anliegen weiterhin auf die Strasse tragen und rufen darum auf, am 17.10.15 erneut zahlreich auf die Strasse zu gehen, um gegen Faschismus, Nationalismus, Staat, Kapital und jegliche Form von Hierarchie anzukämpfen.

Für eine Welt, in der Herrschaftsformen hinterfragt, bekämpft und überwunden werden. Eine Welt, in der viele Welten Platz haben.

Heute ist nicht alle Tage; wir spazieren wieder – keine Frage!

Quelle: http://ch.indymedia.org/de/2015/10/96007.shtml

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Vorprogramm vom antifaschistischen Abendspaziergang

Wir rufen auf zum Antifaschistischen Abendspaziergang am 10. Oktober 2015 um 20 Uhr bei der Heiliggeistkirche in Bern

„Antifa heisst: Tag für Tag das Ganze hinterfragen! Gemeinsam Herrschaft bekämpfen“.

antifaabendspaziergangIn Zeiten der zunehmenden Menschenfeindlichkeit und der ständigen Hetze gegen Flüchtende und Migrant*innen sind wir als Antifaschist*innen gefragt. Wir wollen nicht tatenlos zusehen, wie sich Rassismus und Nationalismus in unserer Gesellschaft weiter ausdehnt: Widerstand dagegen ist notwendig!
In der Schweiz haben sich in jüngster Vergangenheit rechtsextreme Übergriffe vervielfacht. So wurde im Sommer 2014 in Bern eine Demonstration gegen die FIFA von Faschos und Hooligans angegriffen. Nur kurze Zeit später wurde ein besetztes Haus in Matzenried von bewaffneten Neonazis gestürmt. In Villmergen und in Dietikon wurden innerhalb weniger Monate Asylzentren in Brand gesetzt und dabei gab es einen Toten und mehrere Schwerverletzte. Vergangenes Wochenende (12.09.15) griffen türkische Faschisten mit Stöcken und anderen Waffen eine Platzbesetzung diverser kurdischer Gruppen an, die sich dagegen selbstverständlich zur Wehr setzten. Die Polizei schritt ein, verletze dabei weitere kurdische AktivistInnen durch Gummischrot- und Pfefferspray, anstelle die faschistischen Angreifer anzuhalten. Sogar der Autofahrer, der in die kurdische Menschenmenge fuhr, wurde wieder auf freien Fuss gesetzt. Leute wie Willi, Nause und die Polizeieinsatzleitenden beweisen zum wiederholten Mal, dass die Polizei ideologisch den Faschisten und Rechten näher steht als linken und freiheitlichen Menschen. Die Polizei und der Justizapparat repräsentieren den gewalttätigen und mächtigen Staat und führen seine Macht aus. Dass sie freiheitliche, alternative, anarchistische und kommunistische Menschen, Hausbesetzende, organisierte Refugees und weitere Gruppen als Bedrohung sehen und diese bekämpfen, macht sie zum Teil des Problems. Diese polizeilichen, rassistischen und faschistischen Übergriffe gehen einher mit dem schleichenden Rechtsrutsch der Schweizer Bevölkerung, massgeblich vorangetrieben durch den salonfähig gewordenen und in breiten Kreisen akzeptierten Nationalismus. Gerade die vielen rassistischen Medienberichte (die sicher bald wieder Überhand nehmen – die kurze „Solidaritätswelle“ in Blick und Co. darf als ekelerregende Heuchelei bezeichnet werden) sowie die nationalistischen und teils hetzerischen Wahlplakate haben dazu beigetragen, Rassismus akzeptabel erscheinen zu lassen. Von der SVP weiss man schon lange, dass sie sich über Nationalismus und Rassismus definiert und so auf Stimmenfang geht. Doch auch die „linkeren“ Parteien und etablierte Gewerkschaften sind nicht besser. Auch sie spielen mit Worten wie „Herkunft“, „Fremde“, „andere Kultur“ und „Wirtschaftsflüchtlinge“. Keine der Parteien hat ernsthafte, grundsätzliche Kritik an Grenzen, Ausweisen, Nationalitäten zu bieten: Für den nationalen Wohlstand geht auch die Schweiz über Leichen. Gleichzeitig ist die gesamteuropäische Politik für den Tod tausender Flüchtlinge vor ihren Grenzen verantwortlich und dafür, dass Menschen direkt hier, vor unseren Haustüren, wie Ungeziefer behandelt werden.

Es ist an der Zeit, den Rassismus in all seinen Facetten zu benennen. Wir müssen uns gegen die vorherrschende rassistische und nationalistische Stimmung wehren und den antifaschistischen Kampf führen!

Quelle: http://revolutionär.ch/wordpress/

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Bombige Zusammenarbeit

1974 wurde während einer antifaschistischen Kundgebung in Brescia eine Bombe gezündet, die acht Menschen tötete und mehr als 100 verletzte. Kürzlich verurteilte ein italienisches Gericht einen Neofaschisten und einen Geheimdienstinformanten wegen ihrer Beteiligung an dem Massaker.

Drei verschiedene Gerichtsverfahren, mehr als ein halbes Dutzend Urteile, zumeist Freisprüche, und schließlich Ende Juli doch noch ein unerwarteter Richterspruch: Carlo Maria Maggi, einst Chef des venezianischen Ablegers der neofaschistischen Gruppierung Ordine Nuovo, und Maurizio Tramonte, seinerzeit Informant des Militärgeheimdienstes SID, wurden für ihre Beteiligung an dem Bombenattentat am 28. Mai 1974 auf der Piazza della Loggia in Brescia zu lebenslanger Haft und Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe verurteilt. Der Sprengstoff war während einer antifaschistischen Kundgebung gezündet worden, acht Menschen wurden getötet, mehr als 100 zum Teil schwer verletzt. Nun sah es ein italienisches Gericht erstmals als erwiesen an, dass Mitglieder neofaschistischer und geheimdienstlicher Organisationen gemeinsam ein Massaker (italienisch strage) verübten, um in der italienischen Gesellschaft ein Klima der Angst und Einschüchterung zu erzeugen und den politischen Einfluss linker und gewerkschaftlicher Bewegungen zurückzudrängen. Somit hat es 41 Jahre gedauert, bis die in der Zeitgeschichte als »Strategie der Spannung« bezeichnete staatsterroristische Kooperation in einem Urteil von der italienischen Justiz anerkannt wurde.

Die breite Öffentlichkeit hatte von dem im Frühjahr eröffneten Verfahren kaum Notiz genommen, auch die Urteilsverkündung im Juli war nur eine kurze Tagesmeldung. Einige ältere Kommentatoren würdigten den Richterspruch zwar als historisch, merkten aber an, dass es wohl zugleich das letzte Urteil in einem Verfahren zu den staatlichen Massakern gewesen sein dürfte. Die Mehrheit der jüngeren Generation Italiens kennt die politische Geschichte der siebziger Jahre ohnehin nur noch aus der popkulturellen Aufarbeitung, wobei in den Kino- und Fernsehproduktionen die Rolle des Staatsapparats eher außen vor bleibt und die Rechten als sympathische Outlaws inszeniert werden. Manlio Milano, dessen Frau zu den acht Todesopfern des Anschlags zählte, beklagte denn auch die Schwäche eines Urteils, das um Jahrzehnte zu spät kommt.

Bereits in den ersten beiden Gerichtsverfahren der achtziger Jahre wegen des Attentats in Brescia waren Mitglieder aus dem auf einen Staatsstreich sinnenden neofaschistischen Lager zunächst verurteilt, aber von höheren Instanzen freigesprochen worden. Als in den neunziger Jahren aufgrund von Kronzeugenaussagen ein drittes Verfahren eingeleitet werden konnte, beklagte die Staatsanwaltschaft ein auffallendes Desinteresse seitens der Politik und der Medien. In den Verhandlungen ergab sich ein eindeutiges Bild: Die Geheimdienste waren von der Politik beauftragt worden, die Opposition zu unterdrücken, die Agenten überließen die Ausführung den rechten Terrorgruppen und manipulierten anschließend die Ermittlungsverfahren.

Doch aus Mangel an Beweisen endete auch dieser Prozess 2010 mit Freisprüchen für die fünf Hauptangeklagten. Die Bestätigung des Urteils in zweiter Instanz erachtete das Kassationsgericht im Frühjahr 2014 dann allerdings überraschend als »ungerechtfertigt«, es ordnete für zwei der Angeklagten die Wiederaufnahme des Verfahrens an. Mit Maggi wurde nun ein Verantwortlicher der ausführenden Neofaschisten, mit Tramonte ein Agent des Staatsapparats verurteilt.

Wegen seines Alters und seines angeblich schlechten Gesundheitszustands wird der 80jährige Maggi die Haftstrafe nicht mehr antreten müssen. Der 63jährige Tramonte hat dagegen keine Aussicht auf Haftverschonung; das könnte ihn zur Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden veranlassen. Denn weiterhin sind weder die Tatvorbereitung noch die Rolle der politischen Verantwortlichen aufgeklärt. Federico Sinicato, der Anwalt der Opferfamilien, versteht das Urteil deshalb auch als Ansporn, weiter auf die Aufarbeitung der Geschichte der staatlichen Massaker zwischen 1969 und 1980 zu drängen.

Die erste Bombe, die ihm Rahmen der Strategie der Spannung gezündet wurde, explodierte am 12. Dezember 1969 in der Landwirtschaftsbank an der Piazza Fontana in Mailand. Es folgten 1970 und 1974 Anschläge auf Züge, der Anschlag in Brescia und schließlich am 2. August 1980 das Massaker am Hauptbahnhof in Bologna, bei dem 85 Menschen getötet und über 200 verletzt wurden. Anlässlich des 35. Jahrestags wurden in diesem Sommer auf der Gedenkfeier von den staatlichen Repräsentanten die üblichen Reden gehalten, so als hätte es nicht eine Woche zuvor das Urteil zum Anschlag in Brescia gegeben. Staatspräsident Sergio Mattarella raunte von »dunklen Ecken« in der Geschichte, von Auftraggebern und eventuellen Komplizen, die nicht ermittelt worden seien. Er versprach aber keine Aufklärung, sondern nur ewiges Gedenken an die unschuldigen Opfer, die für immer Teil des nationalen Gedächtnisses seien. Pietro Grasso, der Präsident des Senats, forderte ein Gesetz, das die Manipulation von Ermittlungsverfahren unter Strafe stellt. Der Vorschlag selbst ist bereits wieder ein Ablenkungsmanöver, denn es fehlt nicht an Strafgesetzen, sondern an politischem Willen, die Terrorakte und die Geschichte ihrer Vertuschung aufzuklären.

Seit den neunziger Jahren belegen staatsanwaltschaftliche Untersuchungen und Zeugenaussagen von ehemaligen Rechtsterroristen, dass zahlreiche Geheimdienstler und Neofaschisten in den Nachkriegsjahren Mitglieder der Nato-Geheimorganisation Gladio waren und dass die Terrorakte gegen die Zivilbevölkerung unter der Beteiligung, zumindest aber mit Duldung von Gladio-Angehörigen stattfanden. Der erste Anschlag in Mailand kann als exemplarisch für die Strategie der Spannung gelten. Getötet wurden zufällige Bankkunden, verantwortlich gemacht wurden zwei Anarchisten, Giuseppe Pinelli und Pietro Valpreda. Pinelli starb noch in der Nacht seiner Vernehmung durch einen ungeklärten Fenstersturz aus einem oberen Stockwerk der Präfektur. Seine und Valpredas Unschuld sollte erst Jahre später anerkannt werden. Als sich Ermittlungen gegen den Ordine Nuovo nicht mehr vermeiden ließen, wurden Verurteilungen in erster Instanz durch höhere Instanzen wieder aufgehoben. Auch Maggi profitierte 2005 von der Annullierung einer vorausgegangenen Verurteilung. Für das Massaker an der Piazza Fontana wurde bis heute niemand juristisch zur Rechenschaft gezogen.

Das Attentat in Brescia 1974 weist eine Besonderheit gegenüber dem Anschlagsmuster der Strategie der Spannung auf: Die Bombe wurde nicht in einer zufälligen Menschenmenge gezündet, sondern während einer Kundgebung, die von kommunistischen und katholischen Gewerkschaften als Reaktion auf neofaschistische Umtriebe in der Provinzhauptstadt organisiert worden war. Auf der Piazza della Loggia wurde also gezielt der politische Gegner angegriffen. Giovanni De Luna, Historiker an der Universität von Turin, rät deshalb, die staatlichen Massaker nicht nur im weiten Kontext des Kalten Kriegs zu sehen, sondern die konkrete innenpolitische Situation in Italien und die Entwicklung der postfaschistischen Rechten zu beachten. Bis 1974 hatte die Strategie der Spannung ihr Ziel nicht erreicht. Im Gegenteil, die Democrazia Cristiana (DC), die als antikommunistische Volkspartei die italienische Regierungspolitik bestimmen sollte, war wiederholt zu Bündnissen mit den sozialistischen Parteien gezwungen. Im Frühjahr 1974 schien die konservativ-katholische Hegemonie in der Gesellschaft endgültig verloren, als sich per Volksentscheid eine Mehrheit für das Recht auf Ehescheidung aussprach.

In der Folge radikalisierten sich die reaktionären Kräfte und sammelten sich (auch) außerhalb der DC. Eine Reihe gerichtlicher Untersuchungen konnte den Nachweis erbringen, dass es Verbindungen von Licio Gellis Geheimloge P2 zur Strategie der Spannung gab. Der Logenmeister selbst wurde unter anderem wegen Falschaussagen im Ermittlungsverfahren zum Bombenattentat in Bologna verurteilt. Als Ausführende wurden drei junge Mitglieder der rechten Terrorzelle Nuclei Armati Rivoluzionari (NAR, Bewaffnete revolutionäre Zellen) verurteilt. Da Valerio Fioravanti, Francesca Mambro und der zur Tatzeit noch minderjährige Luigi Ciavardini die Tat stets bestritten und sich als rechte Revolutionäre jenseits der Tradition der Altfaschisten um den Ordine Nuovo verstanden haben, gibt es bis heute auch unter vielen Linken Zweifel, ob mit ihrer Verurteilung nicht von den wirklichen Verantwortlichen und ihren Auftraggebern abgelenkt werden sollte.

Tatsache ist, dass Gelli spätestens ab den achtziger Jahren seinen »Plan zur demokratischen Wiedergeburt« Italiens auch mit anderen Mitteln verfolgte. Er verhalf dem P2-Mitglied Silvio Berlusconi zum Aufbau eines Medienimperiums und schließlich zur Übernahme der Macht. In seinen Regierungsbündnissen fand eine bis heute einflussreiche Rechte aus nostalgischen Alt­faschisten, ehemaligen Rechtsterroristen, Separatisten und Rassisten aller Generationen zusammen. Deshalb ist zu erwarten, dass es auch auf der nächsten Gedenkveranstaltung im Dezember nicht um die Aufklärung der Geschichte der von Teilen des Staats unterstützten Massaker und ihrer Vertuschung geht, sondern die Regierung nur weiter Betroffenheit demonstrieren wird.

Quelle: http://jungle-world.com/artikel/2015/39/52753.html

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26.9. 16h ZH: REFUGEES WELCOME Demo gegen das Grenzregime

Um Krieg, Krise und diktatorischen Regierungen zu entkommen, beschliessen viele Menschen sich in Bewegung zu setzen und sich anderswo ein Leben aufzubauen. In weiten Teilen der Welt bietet der Kapitalismus nichts als miese Arbeits-, Umwelt- und Lebensbedingungen. Die europäischen Staaten sind beteiligt an der Verschärfung ökonomischer Krisen und an der Eskalation von Kriegen. Auch die Schweiz ist vorne mit dabei. Hier werden Gelder von Diktatoren gehortet, Waffen in alle Welt geliefert und eine ausbeuterische Wirtschaftspolitik mitgetragen. Gleichzeitig mobilisiert das europäische Grenzregime ein immenses Polizei- und Militärdispositiv, das in Form von Grenzschutz, Frontex und Dublin-Abkommen die Migrant_innen auf immer gefährlichere Routen drängt. Dass so viele Menschen auf dem Weg nach Europa sterben ist nicht die Schuld von „Schlepperbanden“, sondern der menschenfeindlichen Politik der Migrationsabwehr.

stacheldrahtWir freuen uns, dass sich viele Leute solidarisch mit den Geflüchteten zeigen und den Druck auf die Behörden erhöhen. Die Aussetzung des Schengen-Abkommens und die Schliessung der Grenzen diverser EU-Mitgliedsstaaten zeigen jedoch: Es gibt keinen Grund zur Euphorie. Die Grenzkontrollen werden weiter brutalisiert. Anfang September haben Migrant_innen, die auf dem Weg nach Deutschland in Ungarn aufgehalten wurden, selbstorganisiert das Grenzregime unterlaufen und die europäischen Staaten in Verlegenheit gebracht. In diesen Tagen erkämpfen sich die Geflüchteten die Durchreise durch Serbien und Ungarn. Die Reaktion darauf ist nun einmal mehr die Herbeiführung von Notstandssituationen, die den Behörden freie Hand ermöglichen sollen. Auf diese Weise werden Massnahmen legitimiert, die unter anderen Umständen nicht in Frage kämen: Grenzzäune werden errichtet, humanitäre Aufgaben werden NGOs und linken Strukturen überlassen, Staaten öffnen und schliessen ihre Grenzübergänge im Wochenrhythmus. In der Schweiz ist es wieder salonfähig geworden, Geflüchtete in Zelten und Bunkern unterzubringen.

Die rassistische Stimmungsmache gegen Migrant_innen prägt weiterhin alle Ebenen der Politik und der öffentlichen Meinung. Im Zuge der globalen Krise des Kapitalismus, die auch vor den ökonomischen Zentren nicht Halt macht, erhöht sich der Druck auf die arbeitenden Klassen. Auch in Westeuropa werden Verschlechterungen der Arbeits- und Lebensbedingungen durchgesetzt. Die Ideologie von Konkurrenz, Leistung und Profit führt zu sozialer Ausgrenzung und Entsolidarisierung. Vor diesem Hintergrund erhalten Nationalismus, Rassismus, Sexismus und Homophobie starken Aufwind. Lassen wir nicht zu, dass gegen Migrant_innen gehetzt wird! Es ist wichtig, dass wir praktische Solidarität zeigen und sowohl die Menschen unterstützen, die an den Grenzen aufgehalten werden, als auch diejenigen, die bereits unter entwürdigenden Umständen in der Schweiz leben. Es gilt materielle Hilfe zu leisten, aber auch Fluchthilfe zu organisieren und Kämpfe von Migrant_innen zu unterstützen – beispielsweise den anhaltenden Widerstand des No-Bunker-Kollektivs in Genf.

Wehren wir uns gemeinsam gegen die systematische Marginalisierung, Illegalisierung und Inhaftierung von Geflüchteten! Unterstützen wir weltweit emanzipatorische Kämpfe wie die selbstverwaltete Region Rojava, die vielen Menschen aus der Region Zuflucht und Perspektive bietet. Kämpfen wir gemeinsam für globale Bewegungsfreiheit und für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung!

Quelle: http://switzerland.indymedia.org/de/2015/09/95887.shtml

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Revolutionäres Politwochenende zum 100jährigen Jubiläum der Zimmerwalder Konferenz

Die Aktualität der Zimmerwalder Konferenz

Zum Zeitpunkt der Konferenz von Zimmerwald vom 5. – 8. September 1915 tobte der 1. Weltkrieg bereits seit einem Jahr. Die ArbeiterInnenbewegung in den europäischen Ländern war durch den Verrat der 2. Internationalen und dem Einzug an die Front massiv geschwächt. Die Zimmerwaldner Konferenz war denn auch der Versuch der revolutionären Kräfte, der internationalen Arbeiterbewegung inhaltliche und organisatorische Impulse zu geben. Die russische Revolution 1917 und die Aufstände 1918 in Deutschland und Ungarn sind ein Zeugnis dafür, auf welch fruchtbaren Boden diese Politik gestossen ist. Mit einem Politprogramm versuchen wir, die Bedeutung dieser Ereignisse für revolutionäres Handeln heute nutzbar zu machen.

zimmerwalderkonferenzFr. 2.10., 19:00 Auftaktveranstaltung im Volkshaus Zürich mit Nick Brauns (Historiker und Autor der jungen Welt)

Sa. 3.10., Ab 12:00 Politprogramm an der Hardstrasse 35 (u.a. mit T. Derbent, Nick Brauns und weiteren über aktuelle Themen wie Griechenland, Rojava oder die Frage des revolutionären Bruches)

So. 4.10., Revolutionärer Spaziergang nach Zimmerwald (Treffpunkt 12 Uhr beim Carparkplatz HB Zürich. Carticket reservieren unter info@aufbau.org, am Politwochenende oder im Vertrieb (Kanonengasse 35, Zürich).)

Zum detaillierten Programm (Deutsch/ Français/ English/ Italiano)

Die Geschichte in die eigenen Hände nehmen!

Quelle:  www.aufbau.org

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Basel: Demo NoBorder – NoNation – NoConex

Weder Grenzen noch Nationen. Conex15 sabotieren.

Die vom 16.-25. September in der Nordwestschweiz stattfindende Truppenübung der Schweizer Armee “CONEX15” formuliert das Bedrohungsszenario wie folgt: “In einem fiktiven Europa der Zukunft, mit neuen Ländern und Grenzen, herrscht Wirtschaftskrise. Die Folgen wirken sich auch auf die Schweiz aus: Verknappung der Vorräte, Schwarzhandel, kriminelle Organisationen. Grosse Öl-, Gas- und Getreidevorräte werden zum Ziel von Sabotagen und Plünderungen. Ausserdem führen ethnische Spannungen zu grösseren Flüchtlingsströmen in die Schweiz.”

Im gegenwärtigen Europa treibt die Wirtschaftskrise immer mehr Menschen in die Armut und teilweise können grundlegendste Lebensbedürfnisse nicht befriedigt werden. Für Millionen von Menschen nur eine Realität: Leere Geldbeutel und tägliches Kämpfen, um sich irgendwie über Wasser halten zu können.

nobordersnonationsIm Europa der Gegenwart, wie auch in der Schweiz, werden die Grenzen schon heute militarisiert. Migrant_Innen, die vor Krieg, Unterdrückung und Elend fliehen, um in Europa nach einem besseren Leben zu suchen, treffen auf befestigte Grenzschutzanlagen, werden mit Flugzeugen, Drohnen, Schiffen und Satellitenüberwachung daran gehindert, die Grenzen zu überqueren. Dies ist umso grotesker, wenn man sich ansieht, wie die europäischen Staaten an der Ausbeutung und „Destabilisierung“ anderer Länder beteiligt sind.

Für die Menschen, denen die gefährliche Einreise gelingt, wartet ein Leben in den Lagern und Knästen der Demokratien Europas: Ein Leben unter Überwachung und Kontrolle, den Mühlen der Asylgesetze ausgeliefert und der ständigen Bedrohung ausgesetzt, wieder ausgeschafft zu werden. Gleichzeitig wird wiederum aus den Menschen Profit geschlagen, entweder in dem sie als billige Arbeitskräfte ausgebeutet werden oder durch ihre Verwaltung, welche ihnen ein selbstbestimmtes Leben verunmöglicht. So profitieren auch in der Schweiz eine Menge Firmen, wie z.B. ORS, Securitas etc., an der Verwaltung der Lager, der Kontrolle der Migrant_innen etc.

Die Fragen, die Szenarien, auf die im Rahmen dieser Militärübung Antworten gesucht werden, sind für uns die Fragen der Regierenden und derer, die in diesem kapitalistischen System die Macht besitzen und/oder an seinem Fortbestand festhalten: Es ist die Frage, wie die gesellschaftlichen und politischen Machtpositionen weltweit aufrecht und die Kapitalgewinne gesichert werden können; wie man die Menschen dazu bringt, sich immer weiter ausbeuten zu lassen; wie man „unerwünschte“ Migrant_innen davon abhält, nach Europa resp. in die Schweiz zu kommen. Und schliesslich wie man all jene mundtot macht, die gegen all das kämpfen oder auch einfach nach Selbstermächtigung streben.

Ihre Antworten sind immer dieselben: Verschärfung der Gesetze, Ausbau des Repressionsapparates mit seinen Bullen und Knästen und wenns nötig erscheint der Einsatz des Militärs.

Die Militärübung Conex 15 ist ein Beispiel, wie eine solche Antwort aussieht und nur eine Sichtbarmachung der Strategien und Ziele der Herrschenden.

Zusätzlich geht es bei der Übung um eine psychologische Wirkung, die sie auf die Bevölkerung haben soll: Ein Bedrohungsszenario von “Aussen” wird heraufbeschworenen und gleichzeitig betont, dass man seine „stabile Demokratie und Wirtschaft schützen müsse“. Militarisierung und Repression sollen dadurch legitimiert werden, wobei sich die Menschen auch an die Präsenz von Soldaten auf den Strassen gewöhnen sollen, genauso wie daran, dass man Menschen in Lagern einsperrt.

Wir verlangen nicht mehr Demokratie oder einen gerechteren Kapitalismus. Denn auch die Demokratie ist nur eine Regierungsform, die dazu dient die Menschen im kapitalistischen System zu kontrollieren und zu verwalten und sie davon abzuhalten, selbst zu denken und zu handeln, indem Ihnen Mitbestimmung vorgegaukelt wird. Demokratie, Nationalstaat und Kapitalismus dienen ein und derselben Logik: Der Verwertbarkeit und der Kontrolle der Menschen. In dieser Logik werden Grenzen, Lager, Knäste, Ausschaffungen etc. immer existieren.

Wir haben keine Antwort auf diese Fragen innerhalb dieser Ordnung und dieses Systems. Unsere einzige Antwort ist die Wut über diese Welt mit ihren Grenzen und Mauern und die Solidarität mit all jenen, die in den Lagern und Knästen dieses Systems verschwinden, weil sie angeblich nicht hierher gehören.

Für eine Welt ohne Grenzen und Nationen! Für eine Welt ohne Lager und Knäste!

Dies ist ein Aufruf Conex15 und das ganze Migrationsregime zu stören und zu sabotieren!

 http://noconex15.noblogs.org/
 http://ausdemherzenderfestung.noblogs.org/

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Gegen den Krieg und das Massaker in Kurdistan!

Für heute Samstag 12.09.2015 12 Uhr wurde auf dem Helvetiaplatz in Bern zu einer Demonstration gegen Krieg und Massaker in den kurdischen Gebieten aufgerufen. Obwohl die Polizei kurz vor Versammlungsbeginn die Bewilligung wieder entzog, versammelten sich rund 500 bis 600 Menschen um ihre Solidarität auszudrücken.

nopasaran

 

Türkische Nationalisten mobilisierten auf 14 Uhr ebenfalls zu einer Kundgebung auf dem Helvetiaplatz. Die berner Polizei zeigte von Anfang an auf welcher Seite sie stand, indem sie der kurdischen Solidaritätsdemo die Bewilligung entzog, während den Nationalist*innen eine Bewilligung erteilt wurde. So waren sie im Verlauf das Tages immer wieder sehr bemüht die kurdischen Sympathisant*innen zu vertreiben, damit türkische Nationalisten ihre menschenfeindlichen Meinungen verbreiten konnten.
Bereits um 13 Uhr erfolgte die erste Drohung die Demonstration mit Pfefferspray und Gummischrot auflösen zu wollen, an der sich auch Familien mit Kindern und älteren Menschen beteiligten. Wie unüberlegt die Forderung der Polizei war, zeigte sich an ihrem sporadischen Aufgebot und ihrem unkoordinierten verhalten. Ab 13.30 zogen die ersten Kleingruppen von türkischen Nationalisten an der Demo vorbei und provozierten die anwesenden Personen mit menschenfeindlichen Parolen oder Symbolen.
Ein erster Angriff konnte nur dank dem beherzten Eingreifen solidarischer Menschen abgewehrt werden. Die Reaktion der Polizei war ein massiver Einsatz von Tränengas und Gummischrot. Die Demo zogen sich anschliessend auf die Höhe der Kirchenfeldbrücke zurück.
Beim Dalmaziquai fuhren türkischen Nationalist*innen mit Autos vor und stiegen mit Holzlatten bewaffnet aus, um die Demonstration anzugreifen. Wieder entschlossen sich die anwesenden Menschen den Angriff solidarisch zurückzuschlagen. Bei dieser Aktion fuhr ein Auto in eine kurdische Menschenmenge und gab im letzten Moment absichtlich Vollgas, was eine klare Tötungsabsicht signalisiert.
Die Polizei verhinderte, dass Menschen an die Unfallstelle vordringen konnten um den angefahrenen Personen zu helfen. Zum wiederholten Mal wurde Gummischrot auf Kopfhöhe abgefeuert und Pfefferspray eingesetzt. Immer wieder setzten sich die Menschen auf den Boden und zeigten, dass sie keine aggressiven Absichten hatten und lediglich zu den Verletzten wollten. Die Polizei reagierte ihrerseits mit Gummischrot auf zwei Metern Distanz. Eine mögliche Massenpanik auf der Brücke wurde somit willentlich in Kauf genommen. Das einzige Ziel, die Demonstration in die Innenstadt zu drängen sollte mit allen Mitteln durchgesetzt werden. Gleichzeitig zogen rund 50 türkische Faschisten zum Helvetiaplatz und griffen die verbliebenen Personen an.
Heute konnte wir keine Inhalte rüber bringen und unsere Solidarität gegenüber der Barbarei des türkischen und des islamischen Staates wurde auch hier in Bern angegriffen. Verantwortlich dafür ist die Haltung der berner Polizei und das Auftreten der Faschisten, welche nicht zum ersten mal Hand in Hand zusammenarbeiten.

Wir lassen uns nicht brechen – Schulter an Schulter gegen den Faschismus

Quelle: http://revolutionär.ch/wordpress/?p=1645

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Infoveranstaltung zu “Widerstandsbekämpfung” am So. 13.9

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Kundgebung für Solidarität ohne Grenzen in Luzern am 8.9.15

solikundgebung0Solikundgebung

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Die Berner Polizei beendet eine Polit-Party mit Pfefferspray

Am frühen Samstagabend versammelten sich laut Medienmitteilung des Projekts „Strafbar” gegen 150 Menschen beim Gaswerkareal in Bern. Mit Konzerten, Getränken und Essen gegen freie Kollekte wollten sie zum dritten Mal in diesem Jahr mit „kulturellen und politischen Beiträgen dafür werben, dass die kapitalistische Produktionsweise und der bürgerliche Staat überwunden werden.” Einige Stunden nach Beginn setzte die Polizei der Party mit einem Pfefferspray und einer Festnahme ein abruptes Ende.

freiraumZuvor ging eine Stunde nach Veranstaltungsbeginn—um 19:00 Uhr—bei der Kantonspolizei Bern eine Lärmklage ein. Die Kantonspolizei machte sich ein Bild vor Ort und vereinbarte mit den „Strafbar”-Aktivisten, die Veranstaltung gewähren zu lassen—sofern diese friedlich bleibe und um 22:00 Uhr beendet werde.

Nach Aussage der Veranstalter löste sich die Veranstaltung wie vereinbart um 22:00 Uhr auf und rund 60 Jugendliche begleiteten das Sound-Mobil auf dem Weg nach Hause. Auf dem Heimweg stoppte ein Kastenwagen der Kantonspolizei die sich auflösende Party. Rund zehn Polizisten in Vollmontur hätten die Strasse blockiert. Sie schlugen scheinbar mit einem Gewehrkolben auf der Fahrerseite die Autoscheibe des Sound-Mobils ein. Dem Fahrer hätten sie zwei Mal eine grosse Menge Pfefferspray ins Gesicht gesprüht.

Die Polizei bestätigt, in ihrer Medienmitteilung, dass sie eine Scheibe des Sound-Mobils eingeschlagen und Pfefferspray eingesetzt habe. Allerdings habe der Lenker des Sound-Mobils im im Schritttempo einen Polizisten angefahren—dieser sei unverletzt geblieben—und den Lieferwagen abgesperrt. Anwesend sei die Polizei gewesen, weil gegen 22:00 Uhr weitere Lärmklagen eingingen. Daraufhin suchte sie ein klärendes Gespräch mit den Aktivisten, die in Richtung Innenstadt zogen. Dort fand gerade ein Festival statt, das die Polizei nicht durch die Aktivisten stören lassen wollte.

Nach anfänglicher Gesprächsbereitschaft stiess die Polizei auf teils vermummte Aktivisten und aggressive Grundstimmung—sie spricht von mehrfachen massiven Angriffen, unter anderem mit „erhobenen Fahrrädern.”

Auch die versammelten Aktivisten blieben nicht unverschont: Nach „Strafbar”-Medienmitteilung habe die Polizei ohne Vorwarnung aus nächster Nähe Pfefferspray in die Menge gesprüht und die Party-Aktivisten mit angelegten Gummischrotgewehren bedroht. Die Polizei spricht von defensivem Pfefferspray-Einsatz und einem sicheren Gummischrot-Warnschuss in die Luft. Zehn Polizeiwagen schlossen nach Aussagen der Aktivisten einen Kreis um die 60 Jugendlichen und kesselten diese ein. Der Lenker des Sound-Mobils wurde verhaftet.

Die „Strafbar”-Aktivisten bezeichnen das Vorgehen der Polizei als „selten brutal und unverhältnismässig.” Ohne offensichtlichen Anlass seien Pfefferspray und Polizeiknüppel gegen friedliche und unbewaffnete Jugendliche zum Einsatz gekommen.

„Strafbar” beruft sich auf die gleichnamige Aktionsform der Berner „Bewegung der Unzufriedenen”. Diese war in den 80ern massgeblich an der Entstehung des autonomen Jugend- und Kulturzentrums Reitschule beteiligt.

Die Kantonspolizei Bern stand schon öfters in der Kritik bezüglich ihrem Umgang mit Freiräumen. Im Mai bezeichnete die Medienstelle der Reitschule den Versuch der Polizei, einen betrunkenen Jugendlichen festzunehmen als „dilettanitisch, brutal und unverhältnismässig”. Der Jugendliche soll zuvor parkierte Autos beschädigt haben. Ein gutes Jahr früher sei die Polizei mit „gezogener Schusswaffe” für eine Dealer-Razzia in das Restaurant der Reitschule eingedrungen.

Quelle: http://www.vice.com/alps/read/die-berner-polizei-geht-mit-pfefferspray-gegen-polit-aktivisten-vor

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