Besetztes Fabrikgelände in Olten

Seit dem 28. Dezember 2015 besetzen wir, das Kollektiv RêveOlten, das aus mehreren jungen, kreativen, selbst bestimmenden und anders denkenden Menschen besteht, das leerstehende Fabrikgebäude an der Industriestrasse Olten.

oltenbesetzung
Wir finden es eine Frechheit, dass eine Liegenschaft über Jahre ungenutzt leer steht. Und das in einer Zeit, in der Lebens-/Kulturraum knapp ist. Uns, RêveOlten geht es aber um weit mehr, als nur eine neue Bleibe. Es fehlt allgemein ein Platz um Neues auszuprobieren und ein anderes Zusammenleben zu versuchen. Auch Ideen für kulturelle Anlässe oder zum Beispiel einer Vokü sind vorhanden. Momentan freuen wir, das Besetzer_innen-Kollektiv, uns über alle Menschen, die sich einbringen möchten oder auch nur kurz auf ein Getränk vorbeischauen möchten.

Wir wollen einen Freiraum für unkommerzielle Anlässe und einen Platz schaffen, wo unterschiedlichste Kulturen aufeinander treffen können. Bei uns sind alle herzlich willkommen. Wir suchen interessante Diskussionen, sowie das leben in einer Gemeinschaft ohne Hierarchie, Kapitalismus, Sexismus, Rassismus, Nationalismus oder Homophobie.
Unsere Ziele sind:
VoKüs (Volksküchen vegan, freegan, vegetarisch oder ab und zu auch mal Fleisch)
VVs (Volksversammlungen für die BesetzerInnen, BewohnerInnen der Gemeinde)
Infoladen, Bibliothek (Poster, Kleber, Buttons, Bücher)
Konzerte, Kunstraum
Erhalt und Renovation des leerstehenden Gebäudes sowie Gestaltung einer Werkstatt, eines Gratisladens. Ein Ort für verschiedenste Aktivitäten, wo man musizieren, spielen, tanzen, werken, malen, basteln kann.
Wer Zeit und Lust hat kann sich in verschiedene Projekte einbringen oder gleich sein eigenes Projekt vorstellen.

Für ein selbstbestimmtes Leben! Ohne Zwang und Unterdrückung

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Mythos gebrochen

»Islamischer Staat« nach 133 Tagen aus syrisch-kurdischer Stadt Kobani vertrieben. Verteidiger sehen Gefahr dennoch nicht gebannt

Als »Sieg der Freiheit über die Dunkelheit« bezeichnete das Generalkommando der kurdischen Volksverteidigungskräfte YPG am Montag abend die Befreiung der nordsyrischen Stadt Kobani (arabisch: Ain Al-Arab). 133 Tage lang hatte die Terrororganisation »Islamischer Staat« (IS) die hauptsächlich von Kurden bewohnte Stadt belagert und zeitweise große Teile erobert. Seit Montag ist das vorbei. In kurdischen Städten in der Türkei lösten die Siegesnachrichten spontane Jubelfeiern aus. Nun müsste noch das Umland von Kobani befreit werden, erklärte das YPG-Generalkommando.

kobane4Die Befreiung von Kobani habe bewiesen, dass ein gerechter Widerstand nicht zu besiegen sei, erklärte die Co-Vorsitzende der sozialistisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD), Asia Abdullah, die während der Kämpfe in der Stadt geblieben war. »Der Widerstand in Kobani hat den Mythos der Unbesiegbarkeit des IS nun endgültig gebrochen.« Das werde allen Menschen, die in Syrien und im Irak gegen den IS kämpfen Hoffnung geben. Abdullah warnte zugleich, dass der Sieg nicht gleichbedeutend mit einem Ende der Gefahr sei. Der IS sammele seine Kräfte für weitere Angriffe auf die kurdische Selbstverwaltungsregion. Auch sei jetzt internationale Unterstützung beim Wiederaufbau der in weiten Teilen zerstörten Stadt erforderlich, damit die in die Türkei geflohene Zivilbevölkerung in ihre Häuser zurückkehren kann.

Kobani, der kleinste der drei Selbstverwaltungskantone im von Kurden Rojava genannten Norden Syriens, war schon mehrfach Ziel von Angriffen radikaler Dschihadisten, die stets zurückgeschlagen werden konnten. Doch beim letzten, Mitte September 2014 begonnenen, Großangriff setzte der IS schwere Waffen einschließlich Dutzender Panzer ein, die er zuvor im irakischen Mosul erbeutet hatte. Dem waren die nur leicht bewaffneten kurdischen Einheiten nicht mehr gewachsen. Unterstützung erhielten die Angreifer zudem aus der Türkei. So wurden ihnen in den Tagen vor der Offensive mit Zügen Waffen und Munition an die Grenze geliefert. Zudem konnten die IS-Kämpfer ihre Verwundeten in türkischen Krankenhäusern versorgen und in mindestens einem Fall ermöglichte ihnen die türkische Armee einen Angriff von türkischem Territorium aus auf Kobani.
RLK 2015 Beilage

Doch die Hoffnung des IS auf einen schnellen Sieg wurde durch die Guerillataktik der YPG verhindert. Nach einem auf drei Wochen ausgedehnten Rückzug aus den Dörfern des Kantons, der die Flucht der Zivilbevölkerung ermöglichte, verwickelten sie die Miliz im Stadtgebiet von Kobani in einen verlustreichen Häuserkampf. Sprecher des US-Verteidigungsministeriums hatten, zu dem Zeitpunkt, an dem die US-Luftwaffe bereits IS-Stellungen im Irak und in Syrien bombardierte, erklärt, der Fall Kobanis sei nicht auszuschließen. Erst in Reaktion auf den Widerstand in der Stadt begann die US-geführte Koalition, auch bei Kobani verstärkt Angriffe zu fliegen. Andernfalls hätte die Supermacht ihre Glaubwürdigkeit eingebüßt. Die bald nur noch sporadisch geflogenen Luftangriffe stabilisierten zwar die Front der Verteidiger, doch sie verschonten die Nachschubrouten des IS weitgehend. So entstand der von Beobachtern kurdischer und sozialistischer Parteien vor Ort bekräftigte Eindruck, die USA zielten nicht auf Vernichtung des IS, sondern setzten auf ein gegenseitiges Aufreiben der Dschihadisten und der kurdischen Milizen.

Die militärische Wende brachten 150 Peschmerga-Kämpfer der irakisch-kurdischen Regionalregierung, die ab November mit dringend benötigten panzerbrechenden Waffen den YPG-Einheiten Feuerschutz gaben. Auf Seiten der YPG kämpften zudem mehrere hundert arabische Mitglieder der »Freien Syrischen Armee«, Internationalisten der Marxistisch-Leninistisch-Kommunistischen Partei (MLKP) aus der Türkei und Freiwillige aus aller Welt. Wie viele Menschenleben der Krieg in Kobani gekostet hat, ist noch unklar. Schätzungen gehen von bis zu 500 Gefallenen auf Seiten der Verteidiger und einer mindestens doppelt so hohen Zahl getöteter IS-Kämpfer aus.

 

Quelle: http://www.jungewelt.de/2015/01-28/016.php

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Communiqué zum Anti-WEF Fest in Bern

Dieses Jahr wählten wir ein Fest um unserem Widerstand gegen das WEF Ausdruck zu verleihen (Artikel dazu in der JUNGE WELT). Am Nachmittag begannen wir das Fest mit dem Kinderprogramm, zahlreiche Kinder und Junggebliebene spielten, zeichneten und tobten sich auf dem Vorplatz der Reitschule aus. Der Kindernachmittag wurde von der Polizei aus der Ferne beobachtet und gefilmt.
AntiweffestAm Abend fanden sich mehrere hundert Personen zum Fest ein. Neben den Rappern von „Tarick one & Mutz“ und „Chaostruppe“ spielten auch die Punkband „Raptus di Follia“ am Anti-WEF Fest und erfreuten die Besucher_innen.
Zeitgleich wurde die gesammte Stadt Bern mit Polizisten in Vollmontur und Gitterwagen belagert. Hoffentlich frohren sie sich im Schneefall die Füsse ab!

Während des WEF, sind alle Augen auf Davos gerichtet und der Staat versucht jegliche Form von Widerstand im Keim zu ersticken. Doch unser Kampf gegen den Kapitalismus und die Unterdrückung ist nicht auf ein paar Tage im Januar beschränkt.

Heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder, keine Frage!

Aktueller Text zum WEF: Nicht die Welt hat Probleme – ihr seid das Problem!

 

Quelle: http://revolutionär.ch/wordpress/?p=854

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Angst schafft Fakten

Belgien: Sicherheitslage dient als Begründung für Demonstrationsverbote

»Haben wir die Situation unter Kontrolle? Ich weiß es nicht«, gab der sozialdemokratische Bürgermeister von Brüssel, Yvan Mayeur, am Mittwoch abend nach einem Treffen mit den Amtskollegen der umliegenden Gemeinden zu. Thema war eine engere Zusammenarbeit bei Sicherheitsfragen. Grundtenor: Anschläge wie in Paris oder im letzten Mai auf ein jüdisches Museum in Brüssel lassen sich nicht immer verhindern. Alleine in Brüssel gäbe es mindestens 70 Personen, die Kontakt zu extrem radikalen Muslimen in Syrien hätten, sagte Mayeur.

belgienSeitdem eine Antiterroreinheit vor einer Woche bei einer Hausdurchsuchung im wallonischen Verviers zwei mutmaßliche Dschihadisten erschossen hat, gibt sich Belgien wachsam. Die belgische Regierung hob umgehend die Sicherheitsstufe an. Nun müssen sich die Belgier an die 300 schwerbewaffneten Soldaten gewöhnen, die in Brüssel und Antwerpen vor wichtigen öffentlichen Gebäuden Wache schieben. Auch vor den jüdischen Schulen stehen sie in ihren Tarnanzügen, die Kinder müssen jeden Morgen an ihnen vorbei. Immerhin haben diese Schulen wieder geöffnet, am Tag nach dem Feuergefecht in Verviers blieben sie für 24 Stunden geschlossen. Der israelische Geheimdienst hatte angeblich über die Botschaft in Brüssel dazu geraten.

Die angespannte Lage im Land hat Auswirkungen bis in die Provinz. In der wallonischen Kleinstadt Louvain-la-Neuve hat ein örtliches Museum, das dem Comiczeichner Hergé (»Tim und Struppi«) gewidmet ist, eine Ausstellung abgesagt, in der Karikaturen des Satiremagazins Charlie Hebdo gezeigt werden sollten. Die Polizei und der Bürgermeister hatten der Einrichtung den Schritt nahegelegt, berichteten belgische Zeitungen. »Das Museum ist nicht dazu da, Öl ins Feuer zu gießen«, erklärte der Leiter. Außerdem trage er die Verantwortung für seine Mitarbeiter, das Risiko könne er nicht eingehen.

Das Demonstrationsrecht ist ebenfalls betroffen. In Antwerpen hat der Bürgermeister Bart De Wever eine für Montag geplante Kundgebung des Pegida-Ablegers in Flandern verboten. Die große linke Gegendemo darf ebenfalls nicht stattfinden, zu der das außerparlamentarische linke Aktionsbündnis »Hart boven Hard« (Herz über hart) aufgerufen hatte, das vor allem gegen die Sozialkürzungen der belgischen Regierung protestiert.

Auch in Antwerpen ist es die schwierige Sicherheitslage, die als Argument für das Verbot herhalten muss. Die Einsatzkräfte seien im Moment nicht in der Lage, die Demonstrationen zu schützen, so De Wever. Man kann getrost davon ausgehen, dass dem Bürgermeister die Entscheidung nicht furchtbar schwer gefallen ist. Schließlich ist er auch Vorsitzender der nationalistischen »Nieuwe-Vlaamse Alliantie« (Neue Flämische Allianz), die in Brüssel in der Regierung sitzt und maßgeblich am Sozialabbau beteiligt ist, gegen den »Hart boven Hard« normalerweise auf die Straße geht. Auf der anderen Seite will sich De Wever von den Pegida-Anhängern wohl nicht den Platz als Flanderns größter Patriot streitig machen lassen. Bei dem Ableger handelt es sich, so berichten belgische Zeitungen, nämlich vor allem um Anhänger des extrem nationalistischen »Vlaams Belang« (Flämisches Interesse).

Unterdessen haben die belgischen Behörden mehr Details über die beiden in Verviers getöteten Männer preisgegeben. Es handelte sich demzufolge um einen 26jährigen und einen 23jährigen aus dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek, beides Belgier. Im letzten April sollen sie sich für drei Monate in Syrien aufgehalten haben. Im Juli seien sie nach Belgien zurückgekehrt und umgehend untergetaucht. Der Staatsschutz habe die beiden seit September beobachtet.

Bei Hausdurchsuchungen in Brüssel und Verviers waren insgesamt 13 Personen verhaftet worden. Gegen sechs von ihnen leitet der Staatsanwalt nun ein Verfahren ein, meldete die Nachrichtenagentur AFP. Drei bleiben vorerst in Untersuchungshaft. Einem dritten Mann, der den Zugriff in Verviers überlebte, wird vorgeworfen, einen bewaffneten Aufstand geplant zu haben. Er beteuert weiterhin, er sei nur zu Besuch gewesen und habe von den Plänen der beiden anderen nichts gewusst. In der Wohnung fanden die Beamten auch den Pass eines Niederländers. Der Betreffende soll aber bereits vor einiger Zeit nach Spanien oder Frankreich geflohen sein. Seine Eltern hatten ihn offenbar schon vor einem Jahr vermisst gemeldet.

Quelle: http://www.jungewelt.de/2015/01-23/027.php

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Antirassistischer Abendspaziergang – gegen Pegida!

antipegidaGemeinsam gegen Pegida, Rassismus und islamophobe Hetze!

Nachdem in Deutschland bei sogenannten Montagsdemonstrationen massenhaft Pegida-RassistInnen auf die Strasse gingen, versucht diese Bewegung auch in der Schweiz Fuss zu fassen. Im Internet gibt es Pegida Schweiz seit November 2014. Einen deutlichen Anstieg der „Likes“ auf Facebook erhielten sie erst nach dem Attentat auf „Charlie Hebdo“. Ermutigt vom Onlineecho rufen die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ zu ihrer ersten Demo in der Schweiz auf.

Der Rassismus von Pegida mit dem Feindbild Islam funktioniert beispielhaft: Alle MuslimInnen werden in einen Topf geworfen und zur allgemeinen Gefahr erklärt. Um die sogenannt „eigene Kultur und Nation“ zu retten, greifen die Pegida-RassistInnen alle MuslimInnen und MigrantInnen an und führende PolitikerInnen werden als „Bücklinge vor dem Islam“ und „Förderer von Einwanderung“ bezeichnet.
Kein Wunder tummeln sich bei den InitiantInnen von Pegida Schweiz viele Neonazis. Ob aus Pegida eine faschistische Massenbewegung wird, ist aber noch offen. Pegida trägt den rassistischen Konsens auf die Strasse. Dieser ist in der Schweiz längst salonfähig. Öffentliche Bekennntnisse zur Ausbeutung, Unterdrückung, Stigmatisierung und Diskriminierung von MigrantInnen gehören für Parteien, Behörden und KapitalistInnen zum Alltag.

Während im Kapitalismus die immergleichen profitieren, stehen wir im gegenseitigen Wettbewerb um Arbeitsplätze, Wohnungen usw. Wer beispielsweise die Schuld an Arbeitslosigkeit den AusländerInnen zuschreibt, verpasst dass die ArbeitgeberInnen nach ihrem Interesse, dem Gewinn, ArbeiterInnen einstellen und entlassen. Der Konkurrenzzwang führt bei vielen zu Verdrängungswillen, Hass und dem Wunsch, sich einer schützenden Nation zugehörig zu fühlen. Daher richtet sich der Ärger und die Verzweiflung der Pegida-AnhängerInnen gegen alljene, die als „unschweizerisch“ empfunden werden.

Wir sind für die revolutionäre Abschaffung eines Systems, dass uns in einen gegenseitigen Wettbewerb zwingt und uns gegeneinander aufhetzt.
Rassismus, Nationalismus und Islamophbie zu erkennen und zu brechen, fordert ein, ihnen bei jeder Gelegenheit entgegenzutreten. Egal, ob sich die Rechtspopulist_innen, Neonazis und Otto-Normal Rassist_innen bei Pegida, in der Economiesuisse-Loge oder auf dem Albisgüetli versammeln: Wir werden ihre Versammlungen mit allen Mitteln und auf allen Ebenen verhindern!
Kein Fuss breit den Rassistinnen

Pas de guerre entre les peuples, pas de paix entre les classes.

Promenade vespérale anti-raciste contre Pegida!

Le mouvement xénophobe et raciste Pegida tente de prendre racine en Suisse. Le 16 février ils prétendent organiser une première démonstration de force. Tenens-leur tête!

Ensemble contre Pegida, contre le racisme et contre la campagne de dénigrement islamophobe.

Lundi 16 février. Le lieu de rassemblement sera communiqué prochainement.

Quelle: https://www.facebook.com/events/335904043265414/?ref_newsfeed_story_type=regular&source=1

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Anti WEF 2015

Vom 21. bis zum 24. Januar 2015 treffen sich einmal mehr die führenden Vertreter_innen von Wirtschaft und Politik am Weltwirtschaftsforum WEF in Davos.
Abgeschottet von der Aussenwelt gleicht Davos in diesen Tagen einer Fes- tung. Mit einem massiven Militär- und Polizeiaufgebot soll die Sicherheit der Teilnehmer_innen gewährleistet werden. Unter dem Motto: “The New Global Context” (Der neue globale Zusammenhang) steht der laufende poli- tische, soziale,wirtschaftliche und technologische Wandel im Mittelpunkt.


Die Teilnehmer diese Forums geben vor, die Welt verbessern zu wollen. Dabei sind genau diese Heuchler CEOs, Manager_innen und Ver- waltungsräte von Unternehmen, welche auf der ganzen Welt Menschen ausbeuten und die Umwelt zerstören.

Trotz 45 Weltwirtschaftsforen hat sich auf dieser Welt nichts geändert. Täglich verhungern Menschen, Flüchtlinge ertrinken im Mittelmeer auf der Flucht vor Armut, Verfolgung und Krieg. Arbeiterinnen und Arbeiter werden ausgebeutet und einige Wenige bereichern sich.
Es wird sich auch nichts ändern solange das kapitalistische Wirtschafts- system nicht überwunden ist.
Wir wollen uns nicht vorgeben lassen, wie wir uns zu organisieren haben. Nehmen wir unser Leben selbst in die Hand!

Lasst uns gemeinsam gegen das WEF festen!

Flyer: Was hat unser Alltag mit dem WEF zu tun?

12. Januar: Anti WEF Solilotto, um 15 Uhr in der Brasserie Lorraine.

24. Januar: Referat und Diskussion zum Thema “Das Geld und seine Alterna- tiven: so (a)sozial wie der Warentausch und der Markt es sind. Ein kritischer Blick auf den Nutzen von Alternativwährungen.” 15 Uhr in der Autonomen Schule denk:mal.

24. Januar: Anti WEF Fest auf der Schützenmatte vor der Reitschule in Bern.

Quelle: http://www.buendnis-gegen-rechts.ch/

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Politische Leichenfledderei

Wie die extreme Rechte von dem Massaker in Paris profitieren will

Es dauerte nur wenige Stunden, bis die ersten rechten Rattenfänger sich daran machten, politisches Kapital aus dem islamistischen Terroranschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo zu schlagen.

 

charlieDer Publizist Jürgen Elsässer gab schon am 7. Januar die entsprechende Parole aus: “Wer jetzt noch gegen PEGIDA demonstriert, spuckt auf die Gräber der Toten in Paris.” Die ermordeten Satiriker seien der Beweis dafür, dass “dass PEGIDA mit den Warnungen vor den Gefahren einer weiteren Islamisierung Recht” habe, es gelte nun, auf ein “strenges Durchgreifen gegen islamistische Parallelgesellschaften und Hassprediger” zu drängen.

Ganz auf dieser Linie mobilisiert die Pegida zu einer “Trauerkundgebung” in die Hauptstadt der Bewegung, nach Dresden. Offensichtlich hoffen die Organisatoren dieser xenophoben Massenbewegung, durch die Anschläge weiteren Zulauf zu erhalten. Schützendeckung erhielt Pegida auch durch den AfD-Vize Alexander Gauland, der den Forderungen dieser offen fremdenfeindlichen Bewegung nun “besondere Aktualität und Gewicht” beimesen wollte.

Zu dumm nur, dass ein Blick auf das Positionspapier der Pegida sofort klar macht, dass hier vor allem die rechtsextreme Parole “Ausländer raus!” die Grundlage nahezu aller Forderungen, die auf eine Verschärfung des Asylrechts, Null-Toleranz-Politik gegenüber Ausländern und schnellere Abschiebungen abzielen, bildete. Dass es den deutschen Rechten gerade nicht um einen effektiven Kampf gegen den islamistischen Faschismus geht, macht ihre Forderung nach der Unterbindung jeglicher Unterstützung für die einzige politische Kraft im Syrien deutlich, die erfolgreich militärisch gegen den Islamischen Staat vorgeht – die PKK samt ihrer syrischen Schwesterparteien.

In Frankreich sehen hingegen die Nazis des Front National (FN) ihre große Stunde gekommen. Die Führerin des FN, Marine Le Pen, forderte Frankreich auf, in einen Krieg gegen den Fundamentalismus zu ziehen. Zudem plädierte Le Pen für ein Referendum über die Wiedereinführung der Todesstrafe. Im nordwestfranzösischen Le Mans und südfranzösischen Port-la-Nouvelle scheinen Rechtsextremisten bereits dem Aufruf Le Pens gefolgt zu sein: Dort wurde Moscheen mit Handgranaten und Feuerwaffen angegriffen.

Diese Taktik politischer Leichenfledderei seitens der extremen Rechten entbehrt nicht einer gewissen Tragikomik, die ebenfalls Gegenstand einer Satire sein könnte: Das Prädikat “islamkritisch” verdient Charlie Hebdo nur deswegen, weil es eins der wenigen Satireblätter war, die sich überhaupt trauen, die Absurditäten dieser Religion offen aufs Korn zu nehmen. Weitaus häufiger aber waren gerade die französischen Rechtsextremisten das Objekt der beißenden Satiren Charlie Hebdos, die als KZ-Wärter, fanatische Antisemiten oder als rassistische Brandstifter das Titelblatt des Magazins bevölkerten. Letztendlich haben die ermordeten französischen Satiriker alle Glaubenskrieger mit Hohn und Spott überzogen – unabhängig davon, ob diese diese nun von einer islamischen oder nationalistischen Ideologie verblendet sind.
Die “abendländischen Werte” der Rechten ähneln verdächtig dem schieren Wahnsinn, den die islamistische Ideologie ausgebrütet hat

Solche Petitessen sind der nun zur großen Hatz auf den Islam mobilisierenden Rechten aber egal. Rund 18.000 neue Fans hat die FN-Führerin auf Facebook verbuchen können, nachdem sie zum Krieg gegen den Islamismus aufrief. Denn dies ist genau die Konfrontation, auf die der europäische wie islamische Rechtsextremismus zielstrebig hinarbeitet: auf einen Glaubenskrieg, der beiden gleichermaßen irren Ideologien zur unangefochtenen Hegemonie im jeweiligen Kulturkreis verhelfen soll. Pegida und FN tun letztendlich das genaue Gegenteil dessen, was sie propagieren – sie wollen den Glaubens- und Kulturkrieg gegen den Islam gegen die bloße Einwanderung entfachen, um das Rad der Geschichte zurückdrehen zu können. Letztendlich würde im Verlauf dieser drohenden Auseinandersetzung der gesamten Gesellschaft die Ideologie der Rechten aufgenötigt, das Denken in kulturalistischen oder rassistischen Kategorien verallgemeinert.

In der angespannten gegenwärtigen Lage würde es wohl reichen, wenn die Angriffe gegen muslimische Einrichtungen und Moscheen zu Todesopfern führen sollten, um die Eskalationsspirale weiter zu treiben. Eine solche Polarisierung der krisengeschüttelten westlichen Gesellschaften entlang rechtsextremer Frontverläufe würde die Erosion der ohnehin bedrohten zivilisatorischen und demokratischen Errungenschaften massiv beschleunigen. Die Faschisierung der westlichen Postdemokratien kann gerade in einem solchen letztendlich irrsinnigen Glaubenskrieg vollzogen werden. Wie gesagt, schon jetzt stellt der Front National eifrig die Wiedereinführung der Todesstrafe zur Debatte. Beim nächsten Anschlag steht vielleicht die Wiedereinführung der Folter auf der Tagesordnung.

Dabei sehen sich europäische und arabische Faschisten zum Verwechseln ähnlich. Beiden Ideologien ist eine pluralistische, offene und vielfältige Gesellschaft verhasst. Während der islamistische Faschismus einen religiös homogenen Gottesstaat anstrebt, wollen Europas Rechtsextremisten eine rassisch oder kulturell “reine” Gesellschaft erkämpfen. Die Rückbesinnung auf zumeist frei erfundene “traditionelle Werte” wird in beiden verfeindeten Lagern ausgiebig praktiziert. Mit der hysterischen Kritik an “Gender Mainstreaming” und der Emanzipation sexueller Minderheiten kommt in Europa dieselbe Verachtung Schwuler zu Ausdruck, die im arabischen Kulturkreis oft tödliche Folgen nach sich zieht. Der islamistische Hass auf Frauen spiegelt sich in der Verachtung des Feminismus, den die neue europäische Rechte kultiviert.

Die “abendländischen Werte”, die die Rechte gerade mitten in der Krise erfindet, ähneln somit verdächtig dem schieren Wahnsinn, den die islamistische Ideologie ausgebrütet hat. Und selbstverständlich erfahren beide Ideologien ihren Aufschwung aufgrund der zunehmenden sozioökonomischen Verwerfungen, die die Krise produziert (dazu siehe: Von grünen und braunen Faschisten. Beide extremistischen Lager reagieren auf den unverstandenen Krisenprozess mit dem Aufbau von Feindbildern und einer Flucht in die Identitätsbildung und Identitätspolitik. So absurd es klingen mag, aber am Vorabend der nun europaweit dank des deutschen Spardiktats einsetzenden Deflation ist der politische Diskurs plötzlich von den Hirngespinsten und Wahnvorstellungen des Front National, der Pegida-Nazis oder der korrespondierenden islamistischen Ideologien bestimmt.
Die bestialische Brutalität, mit denen die Täter in Paris vorgingen, spiegelt sich in den Morden der deutschen Rechtsextremisten des NSU

Erinnerungen würden nun aufkommen, falls die spätkapitalistische Gesellschaft noch über ein historisches Bewusstsein verfügen würde. Der Zusammenbruch der Sowjetunion oder Jugoslawiens vollzog sich ebenfalls in einer ähnlich irren Form, als Menschen, die über Jahrzehnte miteinander – oder zumindest nebeneinander – lebten, plötzlich wegen irgendwelcher Nebensächlichkeiten übereinander herfielen.

Die Bürger der Sowjetunion oder Jugoslawiens wurden in deren Bürgerkriegsgebieten genötigt, sich eine neue Identität zuzulegen, sich nun als Abchase, Armenier, Kroate, Serbe, Bosnier oder Transnistrier zu begreifen. All diesen Bürgerkriegen ging ein sozioökonomischer Zerfall und Zusammenbruch der damaligen staatssozialistischen Gesellschaften voraus, der erst den Zündstoff für die damaligen Schlächtereien lieferte. Das ökonomische Scheitern der autoritären Modernisierungsregime bildete die Grundlage für den politischen Zusammenbruch des “Real Existierenden Sozialismus”, auf dem blutige neonationalistische Welle folgte.

Das offiziell in die Deflation abgedriftete Europa steht nun ebenfalls am Rande des wirtschaftlichen Zerfalls. Diese blutigen Zerfallsprozesse im Osten könnten sich in einigen Jahren nur als Vorboten eines regelrechten Weltbürgerkrieges erweisen, der – angefacht durch irre Krisenideologien – aus der gegenwärtigen Krise des kapitalistischen Weltsystems entspringt. Eigentlich tobt dieser Weltbürgerkrieg bereits in den Zusammenbruchsgebieten des Weltmarktes, in weiten Teilen Afrikas, des arabischen Raumes oder Mittelamerikas. Es stellt sich nur die Frage, ob er nun auch auf Europa übergreifen wird. Die europäische wie islamistische Rechte arbeitet jedenfalls fleißig daran.

Die Parallelen zwischen Grünen und Braunen Nazis lassen sich übrigens auch in deren Praxis mühelos aufdecken. Die bestialische Brutalität, mit denen die Täter in Paris vorgingen, spiegelt sich in den Morden der deutschen Rechtsextremisten des NSU, die ihre willkürlich ausgesuchten Opfer – deren einziges “Verbrechen” darin bestand, nicht zur deutschen “Volksgemeinschaft” dazuzugehören – ebenfalls kaltblütig hinrichteten. Vielleicht liegt gerade hier, in dieser Amnesie des öffentlichen Bewusstseins, die größte Obszönität des gegenwärtigen Aufstiegs der extremen, völkischen Rechten in Deutschland. Es sind keine zwei Jahre seit dem Beginn des Prozesses gegen den NSU vergangen, dessen Mordserie neun Einwanderer zum Opfer fielen, und Deutschlands Nazis hetzen wieder mitsamt Massenanhang gegen Ausländer – und sie spielen sich dabei wieder als die berüchtigte verfolgte Unschuld auf.

Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/43/43809/1.html

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Anti-WEF-Fest 2015

Quelle: www.revolutionaer.ch

Auch dieses Jahr gegen das WEF aktiv werden! Grosses Anti-WEF-Fest am 24. Januar 2015 auf der Schützenmatte vor der Reitschule in Bern. Genaues Programm folgt

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USA: Tod durch Polizei

Erneut schwarzer Jugendlicher von weißem Beamten erschossen. Großkundgebung gegen Polizeigewalt in New York am Silvesterabend angekündigt
ftpusaAm späten Dienstag abend (23.15 Uhr Ortszeit, 6.15 Uhr Mitteleuropäischer Zeit am 24. Dezember) wurde an einer Tankstelle in Berkeley im US-Bundesstaat Missouri der 18jährige schwarze Teenager Antonio Martin von einem weißen Polizisten erschossen. Am 9. August war der unbewaffnete 18jährige schwarze Michael Brown in der Nachbarstadt Ferguson ebenfalls von einem weißen Polizisten erschossen worden. Im August und Oktober wurden zwei weitere junge Afroamerikaner in der Region von St. Louis von weißen Beamten getötet. Nach dem Tod von Michael Brown war es weit über den Bundesstaat hinaus zu wochenlangen Protesten gegen rassistische Polizeigewalt in den USA gekommen. In mehreren Fällen wurden die Polizisten nicht angeklagt. Für den Silvesterabend ruft nun das Bündnis »Gegen Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA« zu einer Großkundgebung am New Yorker Times Square auf.

Nach den tödlichen Schüssen am Dienstag versammelten sich nach Polizeiangaben bis zu 300 Leute an der Tankstelle. Einige hätten Steine und Feuerwerkskörper auf die anwesenden etwa 50 Polizisten geworfen. Zwei Beamte seien verletzt und vier Personen festgenommen worden. In der Nacht zum Donnerstag fanden in Berkeley weitere Trauerkundgebungen und Protestdemonstrationen statt. Für etwa 45 Minuten blockierten die Teilnehmer eine Autobahn. Bis zu 150 Personen waren nach einer Nachtwache an der Tankstelle, an der der Jugendliche erschossen worden war, weitergezogen. Sie blieben weitgehend friedlich. Einige wurden von der Polizei, die mit einem Großaufgebot in Kampfausrüstung angetreten war, angeblich daran gehindert, in einen Kosmetikladen einzubrechen. Mindestens zwei Personen wurden in Gewahrsam genommen. Deutsche Medien wie Spiegel online berichteten von »Krawallen« nach den tödlichen Schüssen.

Der Polizeichef von St. Louis, Jon Belmar, erklärte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz, Martin habe am späten Dienstag abend an der Tankstelle eine Pistole auf einen Polizisten gerichtet, der daraufhin drei Schüsse abgegeben habe. Die Polizei sei wegen eines Diebstahls gerufen worden. An der Tankstelle seien zwei Männer auf den Polizeiwagen zugekommen. Als der 18jährige eine Neun-Millimeter-Pistole auf den Beamten gerichtet habe, habe dieser keine Wahl gehabt. Nach ersten Erkenntnissen hat eine Kugel den Verdächtigen getroffen, eine zweite ein Fahrzeug, und eine dritte Kugel ist noch nicht wiedergefunden worden. »Wir glauben nicht, dass der Verdächtige seine Pistole benutzt hat«, erklärte Belmar. Vor Ort fanden die Ermittler nach seinen Angaben eine Neun-Millimeter-Pistole, deren Seriennummer entfernt worden sei. Die Polizei fahndet nach dem Begleiter des erschossenen Jugendlichen. Martin war laut Polizei wegen Körperverletzung und mutmaßlichen Raubüberfällen bekannt. Bei dem Polizisten handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 34jährigen weißen Beamten, der seit sechs Jahren im Dienst ist. Weder trug er seine »Body Camera« noch war die Kamera in seinem Wagen eingeschaltet.

Fast zeitgleich mit der Erschießung Martins veröffentlichte die US-Website tmz.com ein Video, auf dem ein früherer Polizist aus Los Angeles auf einer Party, an der zahlreiche Polizeibeamte teilnahmen, ein Lied auf den Tod von Michael Brown nach der Melodie des Erfolgssongs »Bad, bad Leroy Brown« von Jim Croce anstimmte. Die Polizeibehörde Los Angeles hat eine Untersuchung des Vorfalls angeordnet.

Quelle: http://www.jungewelt.de/2014/12-27/066.php

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Besetzen gegen den Verfall

Anfang Dezember wurde ein besetztes Stadtteilzentrum in Istanbul geräumt. Die Gezi-Bewegung kämpft jedoch weiter gegen die autoritäre und konservative türkische Regierung.

Wie jeden Tag seit einer Woche waren auch am Morgen des 9. Dezember Dutzende Menschen zum Nachbarschaftshaus im Istanbuler Stadtteil Kadı­köy gekommen. Vor knapp einem Jahr war das marode, leerstehende Haus besetzt und das Stadtteilzentrum Caferağa Dayanışması Mahalle Evi eröffnet worden. Anfang Dezember dieses Jahres erhielten die Besetzerinnen und Besetzer einen offiziellen Räumungsbescheid von der Stadtverwaltung. Seither waren sie und ihre Unterstützerinnen und Unterstützer in steter Alarmbereitschaft. An jenem Dienstag machte die von der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) regierte Stadtverwaltung ernst: die Polizei riegelte die Straßen ab und stürmte das Gebäude. Danach war es verwüstet, die Einrichtung kurz und klein geschlagen.

Bereits kurz nach der Besetzung am 11. Januar 2014 wurde das Haus zu einem beliebten Treffpunkt. Die Besetzerinnen und Besetzer hatten es aufgeräumt, geputzt und mit gespendeten Möbeln, Büchern, Musikinstrumenten, einem Foto­labor und einem Café ausgestattet. Außerdem machten sie Reparaturen und ließen Stück für Stück den früheren Glanz des Gebäudes in der Hacı Şükrü Sokak wieder aufleben. Über 100 Menschen kamen jeden Tag, besuchten Musik- und Sprachkurse, Literaturtreffen und Gartenbaukurse, organisierten Selbsthilfe oder saßen bei einem warmen Chai zusammen. Nachts wurde das Haus abgeschlossen, denn die Besetzerinnen und Besetzer waren übereingekommen, dass niemand in dem Haus schlafen sollte.

Für die Besetzung hatten sie eine rechtliche Grauzone genutzt. Das türkische Recht besagt, dass ein Haus nach 15 Jahren Leerstand an die Stadt übergeht. Dieses Haus stand jedoch erst zehn Jahre leer. »Wo kein Eigentümer, da keine Beschwerde«, dachte man sich. Zudem waren sich die Besetzerinnen und Besetzer der Unterstützung der Nachbarschaft sicher und hofften auf Hilfe von der Bezirksregierung der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP). Doch sie hatten die Rechnung ohne die Istanbuler Stadtverwaltung unter Oberbürgermeister Kadir Topbaş (AKP) gemacht, der denkmalgeschützte Gebäude unterstehen.

Die Stadtentwicklung unter der AKP kritisiert die Gezi-Bewegung seit ihrer Entstehung im Sommer 2013. Bald schon ging es ihr nicht mehr nur um den Schutz von Bäumen im Gezi-Park, sondern um generelle Kritik an der wachsenden Macht des türkischen Staates. Der Protest verlagerte sich an neue Orte: kollektive Cafés wurden gegründet, Stadtteilforen entstanden, Betriebe gingen in Selbstverwaltung über. Und einige Menschen fragten sich: Wenn wir schon aus dem öffentlichen Raum vertrieben werden, warum nehmen wir uns nicht die Häuser? Im Juli 2013 eröffnete das erste politisch besetzte Haus in der Türkei, Don Kişot Sosyal Merkezi. Anfang 2014 folgte das zweite, nun geräumte Caferağa Dayanışması Mahalle Evi. Beide lagen im linksliberal geprägten Bezirk Kadıköy. Dort, auf der asiatischen Seite Istanbuls, gibt es viele historische Gebäude, die vor sich hin rotten.

Dieser Verfall alter Gebäude ist in ganz Istanbul zu beobachten, verantwortlich dafür ist vor allem die AKP. Sie sichert sich ihre politische Macht durch den wirtschaftlichen Aufschwung und den Bauboom. Viele alte Gebäude mit europäischen Einflüssen werden dem Verfall preisge­geben, dann abgerissen und durch Großprojekte ersetzt. Sogar die Bebauung des Gezi-Parks ist trotz gerichtlichen Verbots wieder auf dem Tisch.

Die Hausbesetzerinnen und -besetzer hätten vor der Räumung eigentlich noch einen Termin beim Kaymakam Birol Kurubal, einem hohen Landesbeamten in Istanbul, gehabt. Doch nicht zum ersten Mal setzte sich die AKP-Regierung über geltendes Recht hinweg. Der Widerstand gegen die Politik der AKP und Präsident Recep Tayyip Erdoğans reaktionäre Pläne dürfte jedoch ungebrochen weitergehen, es ist bereits eine Wiederbesetzung geplant.

Quelle: http://jungle-world.com/artikel/2014/51/51138.html

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