Communiqué zum Tanz dich Frei 2.0 vom 2.Juni 2012

Gestern haben sich ca.18000 Menschen in der Stadt Bern versammelt und sind dem Aufruf des Tanz dich Frei gefolgt. Um 00.00 Uhr waren Bundesplatz wie auch Bärenplatz komplett mit Tanzenden gefüllt, gleichzeitig hielten sich bei der Heiliggeistkirche weitere Soundmobile mit hunderten Partygänger_innen auf.
12 Wagen starteten auf dem Vorplatz der Reitschule und der Schützenmatte. Die riesige Menschenmenge setzte sich gegen 21:00 Uhr in Bewegung Richtung Bahnhofplatz. Die Strassen wurden komplett von Tanzenden in Beschlag genommen.
Auf dem ganzen Weg bis zum Bundesplatz fanden diversen Livekonzerte statt, zwischendurch verstummte die Musik zugunsten einer politischen Rede. Auf dem Baldachin wurden Transparente mit Bezug auf politische Gefangene und die Tanz dich Frei Bewegung aufgehängt.
Auf dem Bundesplatz wurde ein längerer Halt gemacht und die Leute feierten ausgelassen, zu verschiedenen Musikstilen – Von Goa über Techno, Punk, Electro, Dubstep, Rock bis Hip-Hop waren alle Stilrichtungen vertreten. Zu später Stunde zogen sich die Wagen auf die Schützenmatte zurück, wo Patent Ochsner noch ein spontanes Konzert gaben.

Mit der Veranstaltung wurde auf die Stadtentwicklung aufmerksam gemacht:
Das Kernanliegen der aktuellen Stadtentwicklung ist es der Entstehung einer A-Stadt entgegenzuwirken. Das heisst eine Stadt mit einem übermässigen Anteil an Armen, Alten, Arbeitslosen, Autonomen, Ausländer_innen, Asozialen und Anderen zu vermeiden.
Niemand fragt uns, ob diese Politik unseren Vorstellungen entspricht. Denn das tut sie nicht!
UNSER Problem ist, das IHRE Aufwertungspolitik sich einzig und allein an den Bedürfnissen eines kleinen, wohlhabenden Bevölkerungsteils orientiert, denn nur Menschen mit Geld bringen die erwünschten Profite. All jene, die nicht zu dieser Schicht gehören, bleiben einmal mehr auf der Strecke. Obwohl der Nutzen nur einigen Wenigen vorbehalten ist, wirkt sich diese Politik im Alltag von uns allen aus. Die Nutzung des öffentlichen Raums wird grundsätzlich eingeschränkt, unliebsame Personengruppen aus diesem weggewiesen. In privaten Geschäften und immer mehr auch auf öffentlichen Plätzen werden wir von Kameras überwacht. Das (Nacht-)leben wird zusehends eingeschränkt. Politische Aktionen werden nicht toleriert und im Keim erstickt um eine möglichst hohe Abschreckung zu erreichen. Und dies sind nur einige Beispiele.

Auch wir wollen eine A-Stadt verhindern. Diese besteht für uns aber aus Aufwertungspolitik, Ausgrenzung und Ausbeutung. Wir wollen uns nicht auf der Nase herumtanzen lassen, sondern selber bestimmen, wo und wann wir tanzen!

Wir sind enttäuscht von den Vereinnahmungsversuchen der politischen Parteien, die sich jetzt mit fremden Federn schmücken wollen und die Tanz dich Frei Veranstaltung für ihren Wahlkampf missbrauchen!
Die Organisator_innen der Veranstaltungen sind in einem basisdemokratischen, ausserparlamentarischen Bündnis zusammengeschlossen und gehören zu den sogenannten Linksaktivisten. Es ist absurd wie die CVP zu behaupten, linksalternative Kreise würden das Strassenfest mit antikapitalistischen Anliegen vereinnahmen – wir organisieren es desshalb!

Wir begrüssen die Eigeninitiative von anderen, die jetzt erneut zu einem Tdf 2.1 aufrufen, möchten jedoch betonen, dass wir mit der Organisation dieses Anlasses nichts zu tun haben, sondern unglücklicherweise den selben Namen dazu verwendet wird.

Herzlichen Dank allen Teilnehmer_innen!

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Tag der offenen Tür am 12. Juni im ehemaligen Restaurant Hammer

Mehr als 1’200 Menschen haben eine Petition gegen den Abriss des Wohn- und Kulturort “Hammer” unterzeichnet und am 22. Mai 2012 der Stadt eingereicht. Leider reichte diese Petition und ein dringliches Postulat an den Stadtrat bisher nicht den Hammer zu retten.

Viele Schritte wurden getan, doch es bracht noch mehr Leute, die ein Zeichen setzen und sich solidarisieren!

Deshalb laden wir ein zum:

TAG DER OFFENEN TÜR 12. JUNI IM ehemaligen RESTAURANT HAMMER.

ab 19 Uhr

Apéro im Garten

Hausführungen mit Justo Derungs und Sam Pirelli

Zur Info: Das ehemalige Restaurant Hammer auf dem Littauer Boden wird seit rund 16 Jahren kulturell belebt.

Die Besitzerin des Grundstücks, die ewl (Energie Wasser Luzern) hat vor das Haus im Herbst 2012 ersatzlos abzureissen und aus grundwasserschutz-technischen Gründen zu renaturieren. Diese etwas fadenscheinigen Gründe (Das Haus steht neben der Schnellstrasse Littau-Malters und ist Nachbarin eines Fast-Food-Standes, der in derselben Schutzzone steht) und auch die Lücke die dadurch in der bereits arg bedrohten Kulturlandschaft Luzern Stadt entstehen soll, bewegen verschiedenste Personen dazu diesem Abriss entgegenzuwirken.

mehr Infos: www.hammerbleibtwild.tk

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Sa, 02.Juni 2012 – Tanz dich Frei 2.0 – Strassenfest in Bern

Letztes Jahr sind wir am 16. April im Rahmen des „Tanz dich Frei“- Strassenfests mit 700 Leuten durch die Berner Innenstadt gezogen. Auch in diesem Jahr werden wir mit Live-Acts, Open Mic Freestyle Rap und verschiedenen DJs die Stadt Bern ihrem tristen grauen Alltag entreissen.

Am 2. Juni findet das „Tanz dich Frei 2.0“ statt. Wir brechen um 20:00 Uhr bei der Reitschule in Bern auf. Kommt farbenfroh kostümiert, die Tanzbeine schwingend und gut gelaunt. Denn wir haben Grund uns die Stadt zurück zu erobern.

Das Kernanliegen der heutigen Stadtentwicklung ist es der Entstehung einer A-stadt entgegenzuwirken. Das heisst eine Stadt mit einem übermässigen Anteil an Armen, Alten, Arbeitslosen, Autonomen, Ausländer_innen, Asozialen und Anderen zu vermeiden.
Niemand fragt uns, ob diese Politik unseren Vorstellungen entspricht. Denn das tut sie nicht!
UNSER Problem ist, das IHRE Aufwertungspolitik sich einzig und allein an den Bedürfnissen eines kleinen, wohlhabenden Bevölkerungsteils orientiert, denn nur Menschen mit Geld bringen die erwünschten Profite. All jene, die nicht zu dieser Schicht gehören, bleiben einmal mehr auf der Strecke. Obwohl der Nutzen nur einigen Wenigen vorbehalten ist, wirkt sich diese Politik im Alltag von uns allen aus. Die Nutzung des öffentlichen Raums wird grundsätzlich eingeschränkt, unliebsame Personengruppen aus diesem weggewiesen. In privaten Geschäften und immer mehr auch auf öffentlichen Plätzen werden wir von Kameras überwacht. Das (Nacht-)leben wird zusehends eingeschränkt. Politische Aktionen werden nicht toleriert und im Keim erstickt um eine möglichst hohe Abschreckung zu erreichen. Und dies sind nur einige Beispiele.

Auch wir wollen eine A-Stadt verhindern. Diese besteht für uns aber aus Aufwertungspolitik, Ausgrenzung und Ausbeutung. Wir wollen uns nicht auf der Nase herumtanzen lassen, sondern selber bestimmen, wo und wann wir tanzen!

Tragen wir unseren Protest am Samstag, dem 2. Juni lautstark und tanzend auf die Strasse:

Treffpunkt: 20:00 Uhr / Vorplatz Reitschule

Spiel doch mit – sei dabei – tanz dich frei – zwei!

Zu den aktuellen Umständen in Bern:

Der Alltag in den Städten soll möglichst “ruhig” und “störungsfrei” verlaufen, und wo diese Ruhe gestört wird oder auch nur werden könnte, muss interveniert werden – so die aktuelle Doktrin. Lärmende Jugendliche auf öffentlichen Plätzen, so genannt Randständige an den Bahnhöfen, aber auch Bier trinkende Bargänger_innen auf der Strasse vor einem Lokal oder Lärmemissionen eines Konzertes werden zu Problemen erklärt, welche nicht mehr ins gewünschte Stadtbild passen.

Diese Entwicklungen sind auch im Bezug auf die Reitschule zu sehen: So hat anfang Mai der Regierungsstatthalter eine verschärfte Betriebsbewilligung für die Reitschule erlassen, welche beispielsweise vorsieht, dass Gäste, welche nach 00:30 Uhr im Innenhof – also faktisch im Innern der Reitschule – noch Getränke konsumieren, inklusive deren Begleitung weggewiesen werden müssen. Diese Verfügung tritt am 11. Mai 2012 um 00:30 Uhr in Kraft.

Dazu:
Medienmitteilung der Reitschule und Medienberichte: http://ch.indymedia.org/de/2012/05/86375.shtml

Das “Tanz dich Frei 2.0” soll ein klares politisches Statement an Stadt und Staat sein! Wir setzen uns gegen die Auswirkungen der aktuellen Politik zur Wehr, um unseren eigenen Platz zu erkämpfen – ohne Bewilligung, denn wir wollen keine behördliche Erlaubnis, um eben genau gegen deren Politik zu demonstrieren!

Quelle: http://switzerland.indymedia.org/de/2012/05/86416.shtml

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Soli Konzert für Revolutionäre AktivistInnen in Griechenland @ Sedel

Freitag, 25. Mai 2012
Musikzentrum Sedel
21h

Die Situation in Griechenland spitzt sich immer mehr zu. Das neoliberale, von der EU aufgezwungene System befindet sich, trotz aller „Rettungsversuche“ im Zusammenbruch. So werden beispielsweise Sozialleistungen immer mehr gekürzt, Regelungen von Mindestlöhnen abgeschafft und das Bildungssystem Schritt für Schritt privatisiert.
Im gleichen Zug wird der Repressions-Apparat immer stärker und nimmt faschistoide Züge an. Es werden willkürlich Menschen verhaftet, zusammengeschlagen & mit haltlosen Vorwürfen vor Gericht gestellt.
Mit diesem Konzert versuchen wir unsere GenossInnen ein wenig in ihrem Kampf zu unterstützen, kommt zahlreich & helft mit!!!
-SHADY AND THE VAMP (Garage RocknRoll Punk) http://www.myspace.com/shadyandthevamp
-A RIVER CROSSING (Post-Rock) http://soundcloud.com/arivercrossing
-KAPNORTH (Classic Rock/Electro/Progressive) http://www.myspace.com/kapnorth
-TS KAIXO (Revolutionary Tunes)

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Exempel Griechenland

Am heutigen Mittwoch dürfte das erste große Kräftemessen zwischen dem neu gewählten französischen Präsidenten François Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel anstehen. Auf einem informellen EU-Gipfeltreffen in Brüssel will Hollande offiziell auf die Einführung von europäischen Anleihen – sogenannten Eurobonds – drängen, mit denen die Zinslast der südeuropäischen Krisenländer verringert werden könnte. Er werde diese von der Bundesregierung bisher abgelehnten Euro-Bonds »nicht allein vorschlagen«, erklärte der französische Staatschef ominös kurz nach dem G-8-Gipfeltreffen in Camp David. Bislang ist aber unklar, welche Staats- und Regierungschefs außer Italiens Premier Mario Monti diese Forderung noch unterstützen werde
Aus Berlin kamen umgehend negative Signale. Finanzstaatssekretär Steffen Kampeter bezeichnete Euro-Bonds am Montag gegenüber dem Deutschlandfunk als das »falsche Rezept zur falschen Zeit mit den falschen Nebenwirkungen«. Auch ein Treffen der Finanzminister Deutschlands und Frankreichs am selben Tag brachte keine Annäherung. Berlin verweigert sich diesem Vorhaben, da es die Zinslast für Deutschland anheben und den Spardruck von den europäischen Krisenländern nehmen würde.

Kurz vor dem Showdown zwischen Merkel und Hollande deuteten sich aber erste Risse in der Front der Befürworter der Euro-Bonds aus den europäischen Krisenstaaten an. Spaniens konservativer Premier Mariano Rajoy forderte rasche Lösungen, wie umfassende Interventionszusagen der EZB auf den Kapitalmärkten, da Eurobonds als schnelle Hilfsmaßnahmen ungeeignet seien. Polens Finanzminister Jacek Rostowski machte klar, weshalb die »Interventionen« auf den Finanzmärkten unabdingbar seien: »Europa muß dem Teufelskreislauf entkommen, einerseits Griechenland nicht im Euro halten zu können, und andererseits es sich nicht leisten zu können, Griechenland rauszuschmeißen«. Ohne massive Gelddruckerei der EZB würden die Finanzsektoren und öffentlichen Finanzen weiterer südeuropäischer Länder nach einem Ausscheiden Griechenlands zusammenbrechen.

Tatsächlich gebe es in der Frage der Lockerung der Geldpolitik »Bewegung«, berichteten US-Medien kurz nach dem G-8-Gipfel. Berlin muß schlicht die Geldschleusen der EZB öffnen, um seine Drohung eines Ausschlusses Griechenlands aus Euro-Zone und EU wahrmachen zu können. Flankiert von der entsprechenden Berichterstattung in den Massenmedien bereitet die Bundesregierung diesen Abschied von Griechenland bereits vor. Finanzminister Schäuble habe kurz nach den Wahlen in Hellas gegenüber »verschreckten« EU-Diplomaten erläutert, entsprechende Eindämmungsmaßnahmen vorbereitet zu haben, sollten Griechenlands Wähler nicht der Wahlempfehlung der Bundesregierung Folge leisten, berichtete der britische Telegraph.

Berlin wird auch alles daransetzen, an Griechenland ein Exempel zu statuieren, um so einen Disziplinierungseffekt bei den anderen europäischen Schuldenstaaten zu erreichen und hierdurch die eigene Dominanz in der Euro-Zone zu zementieren: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung formulierte diese Machtlogik der Abschreckung folgendermaßen: »Warum sollten andere Staaten noch sparen, wenn sie sehen, daß ein smarter Enddreißiger in Athen die gesamte Euro-Zone in die Knie zwingen kann?« Bundesbankpräsident Jens Weidmann forderte die europäischen Zentralbanken schon mal auf, ihre Exposition in Griechenland zu reduzieren. Die Bundesregierung ist sichtlich bemüht, in dieser Hinsicht möglichst bald unumkehrbare Fakten zu schaffen, da die Krisendynamik die Stimmungslage in der Euro-Zone weiter zuungunsten Deutschlands verschieben dürfte.

Zugleich startete im Vorfeld des heutigen Gipfels das deutsche EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen einen Testballon, mit dem er eine massive »Vertiefung« der europäischen Währungsunion forderte. Die »Vorteile der Währungsunion« seien »so überragend«, daß diese durch eine Fiskalunion, eine Finanzmarktunion und eine politische Union erweitert werden müsse. Diese in Vorfeldorganisationen deutscher Außenpolitik immer wieder lancierten Überlegungen zielen auf eine umfassende Aushöhlung der Souveränität der Euro-Staaten ab. Bisher verweigern sich diesem Unterfangen angesichts der gegenwärtigen Machtarithmetik nicht nur die meisten europäischen Krisenstaaten, sondern auch das ökonomisch immer weiter hinter Deutschland zurückfallende Frankreich.

Quelle: http://www.jungewelt.de/2012/05-23/028.php

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Lese- und Diskussionsrunde: Anarchismus und Bestrafung

Dienstag, 22. Mai 2012
Jugendkulturzentrum Industrie 45
Veranstalter: systembruch Zug

Für Anarchisten ist das Problem von „Abweichung“ und „Kriminalität“ in einer libertären Gesellschaft sowie der Umgang damit von zentraler Bedeutung.
Bei eingehender Betrachtung muss man nicht nur auf merkwürdige Einwände reagieren, auch die Durchführbarkeit des anarchistischen Projekts im Allgemeinen, eine soziale Organisation ohne Staat, Gesetze oder andere ökonomische oder moralische Einschränkungen, muss erklärt werden.

Jede Gesellschaft hat ihre „Abweichler“, ebenso eine anarchistische Gesellschaft. Wenn der Schutz der menschlichen Gemeinschaft nicht eine Pflicht sondern ein Recht ist, sollen sich Individuen oder Gruppen dann einfach zurücklehnen und nichts tun wenn ihnen Schaden zugefügt wird oder sie missbraucht werden? Ist es immer, unter allen Umständen notwendig nichts weniger als die Freiheit zu wollen, selbst für unsere Gegner? Selbst für Gegner, die selbst Proletarier sind? Freiheit für all jene, die sich „anti-sozial“ verhalten, auch für „Monster“? Wird es notwendig sein, all diese Taten geschehen zu lassen oder werden Sanktionen und Bestrafung existieren müssen? Und wenn ja, was für welche und aus welchen Gründen?

Die Texte nehmen wir wie immer mit und lesen dann gemeinsam, ihr braucht also nichts vorher machen oder mitbringen.

Jeden zweiten Dienstag lesen wir einen politischen Text oder schauen einen Film an. Zusammen versuchen wir diese Gesellschaft zu analysieren, zu verstehen, und neue Ideen zu entwickeln. Alle sind willkommen, man braucht weder Vorwissen noch eine bestimmte Meinung zu haben. Vorschläge für Texte oder Filme können wir immer brauchen, teilt uns diese einfach mit.

Jugendkulturzentrum Industrie 45
Industriestrasse 45, 6302 Zug

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Frankfurt: Blockaden und Polizeirepression

Trotz Totalverbot, Ausnahmezustand und Massenfestnahem haben heute tausende Menschen versucht in das von tausenden Polizeibeamten besetzte Bankenviertel von Frankfurt/Main zu gelangen. Ziel war es den Widerstand gegen die Krisenpolitik von EZB, Merkel und den Irrsinn des kapitalistischen Wirtschaftens ins finanzielle Zentrum des deutschen Imperialismus zu tragen und die Europäische Zentralbank und das Frankfurter Bankenzentrum für einen Tag symbolisch lahmzulegen. Dieses Ziel wurde schon im Vorfeld erreicht, weil Innenbehörden, Polizei und Bankleitungen aus purer Panik die Stadt und sich komplett selbst blockieren und es eigentlich keine Protestierenden mehr bedarft hätte.
Trotz massiver Polizeirepression im gesamten Stadtgebiet und zahlreicher Kessel gelang es hunderten Menschen kurzfristig auf dem Willy Brandt-Platz vor der EZB eine Blockade durchzuführen. Zuvor hatten es über 1000 Leute geschafft sich zu einem Demonstrationzug richtung Bankenviertel zu formieren und das Versammlungsverbot zu durchbrechen. Nach Räumung der Blockade ging die Polizei in den Seitenstrassen und am Basler Platz immer wieder mit Schlagstockeinsatz gegen Demonstrant_innen vor und Verhaftete wahlos Menschen. Vor Maredo in der Freßgaß versammelten sich hunderte Menschen um gegen die Bespitzelung der Mitarbeiter und miese Arbeitsbedingungen zu protestieren. Weitere versuche Blockaden oder Versammlungen zu formieren wurden von einem Grossaufgebot der Polizei gekesselt, die Polizei führt Massenfestnahmen durch. Unter anderem wurden am Schweizer Platz, an der Beethovenstr/Kesselhofweg und am Willy-Brandt-Platz Kessel errichtet und verhaftet. Bisher sind über 400 Menschen im Polizeigewahrsam. In Italien fanden zahlreiche Solidaritätsaktionen statt, unter anderem in Rom und in Venedig, wo das deutsche Konsulat besetzt wurde.

Fotos:
http://www.fr-online.de/blockupy-frankfurt,15402798,16064608.html

Soliaktion in Rom:
http://twitter.com/#!/Valleoccupato/status/203484193378930688/photo/1

Video Demo:
 http://www.youtube.com/watch?v=1AdDCqm9Jgw&feature=youtu.be

Video Blockaden:
http://www.graswurzel.tv/p202.html

immer aktuelle Infos auf:
 http://www.arab.blogsport.de

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Meldungen zu Rechtsextremismus und Rassismus in der Schweiz

Diverse Meldungen aus dem Blog www.hans-stutz.ch

Eschenz TG, 8. Mai 2012

An jenen Tag, an dem Demokraten dem Ende des Zweiten Weltkrieges gedenken, melden sich auch Anhänger des untergegangenen nationalsozialistischen Regimes zu Worte. Dieses Jahr auch der Schweizer Holocaust-Leugner Bernhard Schaub. Auf der Homepage der “Europäischen Aktion”, deren Mitbegründer Schaub ist, schreibt er: “Wir sehen keinen Grund zur Freude.” Er sieht sich “vor dem Sarkophag, in dem das Deutsche Reiche lebendig begraben liegt”. Und dieses Grab sei durchsichtig “und wir sehen darin eine wunderschöne Tote, die in Wirklichkeit nicht tot” sei. Wie im Märchen hofft Schaub auf Wunder, wie Schneewittchen soll der Nationalsozialismus wieder auferstehen: Es gelte, so Schaub, “die Träger des Sarges” zu Fall zu bringen. Da kann er noch lange warten!
  
Hof an der Saale, 1. Mai 2012
 
An der rechtsextremen Kundgebung “Zeitarbeit abschaffen – Soziale Ausbeitung stoppen!” werden auch Grussworte von “Philippe Eglin von der Partei National Orientierter Schweizer (PNOS)” verlesen.
  
Donaueschingen, 30. April 2012

Kurz vor Mitternacht laufen rund 50 fackeltragende Rechtsextremisten überrraschend durch das Städtchen, versteckt hinter weissen Masken. Sie skandieren “Damit jeder weiss, dass Du ein Deutscher warst”. Einige Teilnehmer werfen brennende Fackel gegen einen Kebabstand, doch ohne grösseren Schaden. Die Polizei kann einige Männer anhalten, sie haben Wohnsitz in Karlsruhe und in der Schweiz.

Quelle: http://www.hans-stutz.ch/start.html

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Die Rache der Berner StubenhockerInnen

In Bern streitet man sich mal wieder um die Reitschule. Lärmklagen brachten den Berner Statthalter Christoph Lerch dazu, den Vorplatz sperren zu wollen. Und Bern freut sich über die grösste Nachtdemo seit den achtziger Jahren.

Wer regiert eigentlich unsere Städte? Es ist nicht die Mauch Corine, nicht der Morin Guy, nicht der Maudet Pierre und auch nicht der Tschäppät Alexander. Es sind auch nicht die Pharmaindustrie, die Bankenwelt, Glencore oder Swatch. Nein. Wir werden regiert von Menschen, die ein allzu unbeschwertes Verhältnis zu ihrem Telefonhörer pflegen. Sie tippen die 117 ein, weil sie die Feierlust der anderen nicht aushalten: Unsere Städte werden regiert von LärmklägerInnen.

Meistens bleiben sie anonym. Und es reicht, wenn die vielen Melodien der Nacht nur sie ganz allein stören. Lärm ist, wenn LärmklägerInnen sagen, es sei Lärm. Mächtig sind sie mit ihren Telefonhörern und ihrer leisen Stimme, die sagt: «Es stört mich.» Diese Macht ist der LustfeindInnen Lust. Die Rache der StubenhockerInnen, die Antwort der Zurückgelassenen. Manchmal rufen sie dreimal an pro Nacht, viermal, fünfmal, zehnmal. Was anderen die «sääxsääxsääxdreimaldiesäächs», ist ihnen die 117: ihre liebste Servicenummer. Stadtpolitik ist Lärmpolitik, «Erlaubt ist, was nicht stört», schrieb sich die Stadt Zürich einst auf die Fahnen. Es war die Kapitulation einer demokratisch gewählten, rot-grünen Regierung vor den anonymen LärmklägerInnen – Pardon, vor den «Arbeitstätigen, die Ruhe verdienen».

In Bern, Hauptstadt des konsequent angewendeten Wegweisungsartikels und viktorianischer Parkordnungen sowie Besitzerin eines rigiden Bahnhofsreglements, das weder Bettlerinnen noch Abhänger duldet, gabs mal eine Lärmklägerin, die nicht anonym blieb. Man nannte sie «Frou Müller». Charlotte Müller ist Soziologin an der Pädagogischen Hochschule in Bern und wohnt über dem ehemaligen Berner Club «Sous Soul». Dreimal wechselte sie im selben Haus die Wohnung, am Ende zog sie im Parterre ein. «Dort, wo die Bässe wummern», wie sie sagte. Umso näher Frau Müller dem «Sous Soul» rückte, desto aussichtsloser wurde dessen Lage: Am 30. Dezember 2011 musste das Konzertlokal schliessen, die Lärmklagen der Nachbarin hatten es zu Fall gebracht. Frau Müller sagte: «Der Lärm dringt in meine Träume ein.» Man hasst das, was man insgeheim am meisten liebt, sagen die PsychoanalytikerInnen.

«Figg di, Frou Müller» war ein kleiner «Shitstorm» im Netz, es folgten ein paar Partys. Nun aber hat das Feindbild Müller einen prominenteren Nachfolger gefunden: Chris­toph Lerch, kantonaler Regierungsstatthalter für die Stadt Bern und Sozialdemokrat, hat vor zwei Wochen verfügt, dass auf dem Vorplatz der Reitschule ab halb ein Uhr 
nachts Schluss sein muss mit Feiern. Die Massnahmen scheinen unter den gegebenen Verhältnissen illusorisch: Der Vorplatz sollte von der Reitschule um diese Zeit geräumt, die Leute weggewiesen, der Getränkeausschank auf dem Vorplatz und der Verkauf über die Gasse im Innern der Reithalle eingestellt, der Innenhof ruhig sein. Zu viele LärmneurotikerInnen hatten zu oft ihre ­liebste Servicenummer gewählt.

Dieser Vorplatz ist eine Legende

Aber die Reitschule, das letzte Autonome Jugendzentrum (AJZ) aus den wilden 80ern, das anders als etwa die Rote Fabrik in Zürich bis heute nicht in den Organen der Stadtbehörden verdaut wurde und eigentlich noch immer besetzt ist, ist nicht das «Sous Soul». Nur schon ihr Vorplatz ist eine Legende: 1981, bei der ersten Besetzung, ein Rausch der Drogen und der Gewalt, grillierten ein paar Punks einen gestohlenen Kranich aus dem Tierpark Dählhölzli. Für die Stadt war das damals zu viel: Die Reitschule wurde geräumt und mit Stacheldraht umzäunt. Nach der Räumung des Kulturzentrums Zaff und des «freien Landes Zaffaraya» wurde die Reitschule 1987 erneut besetzt. Ihr Vorplatz hat seitdem mehrere offene Drogenszenen, Angriffe der Stadtbehörden mit Beton aller Art, Naziüberfälle und Strassenschlachten überlebt. Heute tummeln sich dort an schönen Wochenenden bis zu 2000 Menschen und feiern.

So ereilte Christoph Lerch dasselbe Schicksal wie Charlotte Müller: Bern war zugepflastert mit seinem Konterfei, überall hiess es: «Figg di, Herr Lerch». Auf Facebook sah man ihn am Telefonhörer in seinem Büro, die linke Hand vor der Kameralinse, die Finger zu einer schräg aufwärts gerichteten Pistole geformt. Die Berner Juso-Stadträtin Tanja Walliser kommentierte: «Lerchs berufliche Umorientierung: telefonische Mas­turbationsberatung für Frauen.» Die Stadt kannte für ein paar Tage kein anderes Thema mehr als Lerchs Verfügung. Christian Pauli, Präsident von «bekult», dem Verband der Berner VeranstalterInnen, sagt darauf der WOZ: «Wir erwarten von einer rot-grünen Stadtregierung, dass sie sich hinter die Reitschule stellt. Das entspricht der Mehrheit der Stadtbevölkerung, die Reitschule wurde schon fünfmal an der Urne bestätigt.» Rahel Ruch, die Stadträtin (Legislative) der Jungen Alternativen, sagt: «Wir fordern erstens die Rücknahme der Verfügung. Zweitens muss der Gemeinderat endlich ein Nachtlebenkonzept vorlegen, drittens müssen die andauernden Kampagnen gegen die Reitschule aufhören, und viertens müssen wir endlich wieder ernsthaft über den Wegweisungsartikel, die Parkordnung und das Bahnhofsreglement diskutieren.» Im Herbst seien Wah­len, dann könne man diesen «Amok-Stadtrat», das Stadtparlament mit vier grünen Parteien und seinen unberechenbaren Mehrheiten, endlich anders zusammenwählen.

Stadtpräsident Alexander Tschäppät, SP, beschwichtigt: «Wir wissen, was wir an der Reitschule haben. Der Gemeinderat steht hinter ihr. Aber das Nachtleben lässt sich meiner Meinung nach nicht verkonzepten.» In einer Medienmitteilung von vergangener Woche hatte der Gemeinderat Lerchs Verfügung allerdings noch begrüsst. Weiter hiess es dort: «Wer sich ans Gesetz hält, darf sich jederzeit im öffentlichen Raum aufhalten.» Für Tom Locher, Reitschüler der ersten Stunde und in der Reitschulmediengruppe tätig, ist deshalb klar: «Es geht wie immer auch um die Kontrolle des öffentlichen Raums. Und auf dem Vorplatz lässt sich eben nicht immer alles kontrollieren. Das passt der sonst allgegenwärtigen Polizei nicht – vor allem nicht den Ruhe- und Ordnungstrategen in der Führungsetage, die medial und auf politischer Ebene vermehrt Stimmung gegen die Reitschule machen.»

«Dann nehmen wir uns die Stadt»

Vergangene Freitagnacht dann, es war die zweite Nacht, in der die Verfügung von Statthalter Lerch in Kraft war, erlebte Bern die grösste Nachtdemo seit den glorreichen Tagen der achtziger Jahre, 3000 Leute tanzten vergnügt durch die frühmorgendliche Stadt. Der Vorplatz der Reitschule wurde kurzerhand auf den Valser Gneis des Bundesplatzes verlegt: «Nehmt ihr uns den Vorplatz, nehmen wir uns die Stadt» war das Motto. Weiter stand auf einem Flugblatt: «Unser Lebensraum soll nicht von Politik, Behörden und Polizei verplant, reglementiert und überwacht werden, um im Standortwettbewerb gut abzuschneiden.» CVP-Gemeinderat und Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause sagt der WOZ: «Wir haben das Signal verstanden.» In der Berner Zeitung sagte er, der Grossteil an der Demo sei spontan anwesendes Partyvolk gewesen. Ob Nause wirklich verstanden hat?

Am Montagabend dann, es war schon ziemlich spät, meldete sich auch noch Statthalter Lerch bei der WOZ. Er war fix und fertig: «Sachlicher Kritik hätte ich mich immer gestellt, aber mit diesen Angriffen auf meine Person habe ich nicht gerechnet.» Ansons­ten kein Kommentar. Nur noch eins: «Ich bin seit 30 Jahren Mitglied im Förderverein ProWOZ.» Für den 2. Juni ist in Bern schon die nächste Nachtdemo angekündigt. Einige meinen, es könnte ein heisser Berner Sommer werden.

Quelle: http://www.woz.ch/1220/reitschule-bern/die-rache-der-berner-stubenhockerinnen

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Vorplatz Reitschule Bern: 5000 gegen die Wüste der Ordnung

Bern, 12. Mai 2012, 00.30 Uhr

Medienmitteilung

Umzug der Vorplatz-Weggewiesenen

Sehr geehrte Medienschaffende

In diesen Minuten werden, wie von Regierungsstatthalter Lerch angeordnet, die auf dem Vorplatz der Reitschule Anwesenden weggewiesen. Um die Folgen dieser kulturpolitisch und sozial harten Massnahme zu lindern, werden die Weggewiesenen mit der Spezial-Aktion “Rattenfänger von Hameln” auf der Suche nach einem neuen Verweil- und Begegnungsort musikalisch begleitet, von einem Nachtleben-Care-Team betreut und mit Gratis-Getränken versorgt.

Wie lange diese Suche dauern wird, ist leider unbekannt – sind doch viele öffentliche Plätze und Parks in der Stadt Bern durch Verreglementierung, Überuniformierung und temporäre kommerzielle Nutzung nicht nur für Vorplatz-Weggewiesene quasi unzugänglich geworden.

Die Reitschule Bern hofft, mit dieser Massnahme einen Lösungsansatz für die Bewältigung der Folgen der repressiven Nachtleben-Politik aufzuzeigen.

Die Reitschule Bern wird in den nächsten Tagen in ihren Strukturen über die weiteren juristischen und politischen Schritte beraten.

Unten finden Sie den Text des am Anlass verteilten Flugblatts.

Mit freundlichen Grüssen

Mediengruppe
Reitschule Bern

FLUGBLATT

Nehmt ihr uns den Vorplatz, nehmen wir uns die Stadt

Ab dem 11. Mai 2012 gelten für die Reitschule verschärfte Betriebsauflagen (Zitat aus der Verfügung von Regierungsstatthalter Lerch: “Gäste, die Getränke nach 00.30 Uhr im Freien (inkl. Innenhof) konsumieren, sind wegzuweisen.”). Damit wird schon wieder versucht, aus der Reitschule einen angepassten und pflegeleichten – normalen – Kultur- und Gastrobetrieb zu machen. Etwas, das die Reitschule nie war und niemals sein will!

Was bei der Reitschule immer wieder versucht wird, ist in der restlichen Stadt schon lange gang und gäbe. Es geht um Aufwertungspolitik, und die betrifft uns alle. Wenn wir uns im öffentlichen Raum aufhalten, werden wir von der Polizei oder von Securitys kontrolliert, schikaniert oder weggeschickt. Im öffentlichen Raum sollen mehr und mehr nur noch profitorientierte Veranstaltungen stattfinden. Damit wird er faktisch privatisiert – wie etwa auf der Grossen Schanze für die City Beach und das Orange Cinema.

Kultur und Freizeitangebote finden fast nur noch in Clubs statt, und auch das nur, solange sich niemand beschwert. Wer nicht genügend Geld für den Eintritt und die Drinks hat, muss draussen bleiben.
Gleichzeitig finden wir auch immer weniger Wohnungen, denn von Neubauwohnungen und Altbausanierungen profitieren meist nur Gutverdienende.

In der neoliberalen Gesellschaft befinden sich Städte in einem ständigen Konkurrenzkampf, um Unternehmen und damit Arbeitsplätze und Steuerzahler_innen anzuziehen. Dabei werden die Interessen der Bewohner_innen untergeordnet und unangepasste oder nicht so einfach zu vermarktende (Frei-)Räume zu Hindernissen, die verschwinden oder angepasst werden müssen.

Kurz, die Stadt soll für reiche Steuerzahler_innen attraktiv, schick und sauber sein. Mittels Überwachung, Polizei und privaten Sicherheitskräften werden dafür all jene vertrieben, die nicht in dieses Stadtbild passen.

Unser Lebensraum soll jedoch nicht von Politik, Behörden und Polizei verplant, reglementiert und überwacht werden, um im Standortwettbewerb gut abzuschneiden. Im Gegenteil: Wie unsere Stadt gestaltet ist, bestimmen wir selber!

Unsere Stadt – unser Raum – unsere Reitschule

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