Krieg ohne Grenzen

Das Hauptquartier der türkischen Polizeikräfte in der Stadt Cizre im Südosten des Landes ist am Freitag durch einem Autobombenanschlag der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vollständig zerstört worden. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu starben bei dem Anschlag elf Polizisten, fast 80 weitere seien verletzt worden. Dagegen sprach die kurdische Nachrichtenagentur Firat unter Berufung auf Augenzeugen von »Dutzenden« getöteten Beamten. Bilder zeigten ein vollständig zerstörtes mehrstöckiges Haus. Die Regierung verhängte eine Nachrichtensperre.

In dem Gebäude waren unter anderem der polizeiliche Nachrichtendienst sowie Aufstandsbekämpfungseinheiten untergebracht. Von hier aus operierten die aus türkischen Faschisten und Dschihadisten gebildeten Sondereinheiten PÖH, die für den Tod von mehr als 300 Zivilisten in Cizre verantwortlich gemacht werden. So waren während monatelanger Ausgangssperren im vergangenen Winter 140 Menschen – darunter der Vorsitzende des Volksrates von Cizre, Mehmet Tunc – in den Kellern ihrer von den PÖH beschossenen Häuser verbrannt.

Mit dem Anschlag solle auf die Situation ihres in Isolationshaft gefangenen Vorsitzenden Abdullah Öcalan hingewiesen werden, erklärte die Guerilla, die in den letzten Wochen bereits rund ein halbes Dutzend Anschläge auf Polizeizentralen in kurdischen Städten verübt hatte. Seit April letzten Jahres durfte Öcalan keinen Besuch mehr von Verwandten, Anwälten oder kurdischen Politikern empfangen, seit Monaten fehlt von ihm jedes Lebenszeichen. Mehrere auf der Gefängnisinsel Imrali im Marmarameer stationierte Offiziere waren nach dem gescheiterten Militärputsch Mitte Juli wegen mutmaßlicher Verbindungen zu den Putschisten verhaftet worden. Zudem kursieren Gerüchte, wonach die Ermordung des PKK-Vorsitzenden Teil des Putschplans gewesen sein soll.

Bereits am Donnerstag war in der Schwarzmeerprovinz Artvin die Wagenkolonne des Vorsitzenden der kemalistisch-sozialdemokratischen Republikanischen Volkspartei (CHP), Kemal Kilicdaroglu, in ein Feuergefecht zwischen einer PKK-Einheit und der Armee geraten. Der Oppositionsführer blieb unverletzt. Innenminister Efkan Ala beschuldigte umgehend die PKK, einen Anschlag auf Kilicdaroglu verübt zu haben. Das wies die kurdische Guerilla am Freitag zurück: »Die Aktion richtete sich definitiv nicht gegen die CHP und Kemal Kilicdaroglu. Ziel waren die Einsatzkräfte des türkischen Staates.« Der Angriff der »Revolutionären Vereinigten Volksbewegung« (HBDH), zu der sich die PKK mit neun marxistisch-leninistischen Organisationen zusammengeschlossen hat, habe einem Konvoi der Armee gegolten. Von der dahinter fahrenden Kolonne des CHP-Vorsitzenden habe die ­Guerillaeinheit nichts gewusst.

85962Im Norden Syriens beschossen die türkischen Invasionstruppen in der Nacht zum Freitag kurdische Stellungen nahe der Stadt Manbidsch. Die »Volksverteidigungseinheiten« (YPG) hätten sich nicht, wie von den USA gefordert, auf das Ostufer des Euphrat zurückgezogen, hieß es zur Begründung aus Ankara. An der Seite der türkischen Truppen vorrückende Kämpfer der »Freien Syrischen Armee« setzten nach Angaben der syrisch-kurdischen Nachrichtenagentur Hawar bei einem Angriff auf das Dorf Dandania bei Manbidsch chemische Kampfstoffe ein. Bilder zeigen Dorfbewohner mit Hautverätzungen.

Quelle: http://www.jungewelt.de/2016/08-27/001.php

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Demo in Zürich: Erdogan und die AKP stoppen (27.8)

Seit bald einem Jahr hat die türkische Regierung unter Erdogan den Krieg in Nord-Kurdistan (dem Südosten der Türkei) erneut aufgenommen. Ein grausamer Krieg wird geführt, in dem vertrieben, gefoltert und ermordet wird. Der Krieg richtet sich gegen die fortschrittliche Bewegung in der Region, welche gestärkt durch die Erfahrung der Revolution in Rojava eine reale Alternative zu den Gesellschaftsmodellen der AKP oder des türkischen Militärs darstellt.

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Auch im Westen der Türkei laufen staatliche Angriffe gegen alle Menschen, die der gewalttätigen Autokratie von Erdogan und der AKP etwas entgegensetzen. Seien es massive Polizeieinsätze gegen linke Quartiere in Istanbul oder Ankara, Versammlungsverbote gegen Demonstrationen zum Frauenkampftag am 8. März sowie der Gay Pride oder die versuchte Gleichschaltung von kritischen JournalistInnen: Der Staat versucht plattzumachen, was sich gegen die politischen Visionen des türkischen Präsidentenpalasts stellt.

Der versuchte Militärputsch Mitte Juli repräsentiert derweil den Konflikt zwischen zwei Fraktionen der Elite in der Türkei und es geht weder beim Putsch noch bei dessen Abwehr durch die AKP-Regierung um die Wiederherstellung von demokratischen Grundrechten. Jede dieser Fraktionen ist auf ihre jeweils eigene Art und Weise reaktionär, keine repräsentiert auch nur in Ansätzen so was wie Fortschritt.

Nachdem der Putsch gescheitert ist und die AKP in einer ersten Phase die Gunst der Stunde nutzt, um die Reihen der Justiz, des Militärs und der Polizei mit noch mehr ihrer Leute zu füllen sowie den ganzen Bildungsbereich umzukrempeln, muss in einer zweiten Phase damit gerechnet werden, dass der Krieg gegen die fortschrittliche Bewegung in Kurdistan und in der Türkei fortgesetzt und intensiviert wird. Staaten wie die Schweiz oder Deutschland werden sich davor hüten, allzu laut dagegen anzubellen. Zu wichtig ist die Türkei als Türsteher an den Grenzen zur EU, als Mitglied der NATO oder als Abnehmer von Waffen und anderen Rüstungsgütern.

Umso wichtiger ist es, die Solidarität zwischen fortschrittlichen Kräften dort und hier zu verteidigen und weiter zu stärken. Überlassen wir das Feld weder den VerteidigerInnen der AKP noch des Militärs. Es gibt eine linke, kämpfende Bewegung in Kurdistan und der Türkei, die auch jetzt nicht zurückweichen wird, sondern weiterhin für mehr Autonomie vom türkischen Zentralstaat kämpfen wird. Lasst uns sie unterstützen und ihre Kämpfe mit den unsrigen verbinden!

Unterstützen wir den Widerstand in Kurdistan und der Türkei!

Erdogan und die AKP stoppen!

Demo, Samstag, 27. August, 14 Uhr Helvetiaplatz

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Demo in Brunnen

Bunte Demo gegen Rassismus in Brunnen
Hinschauen und Handeln – Rassist_innen auf dem Rütli die Plattform entziehen!
6.8.2016 – 14:15
Bahnhof Brunnen

Seit Jahren können sich Rechtsradikale und andere Rassist_innen ungestört auf dem Rütli versammeln, ohne dabei auf entschlossene Gegenwehr zu stossen.

Es gibt keinen Grund, dies zu tolerieren – wenn Nazis sich sicher fühlen und ungestört treffen können, öffnet dies weiteren Raum für rassistische Ideen und Taten. Setzen wir dem Verbreiten von menschenverachtendem und rückwärtsgewandtem Gedankengut ein Ende!

Während in den Städten vermeintliche Stille eingekehrt ist, haben sich Rechtsradikale vermehrt in die ländlichen Gegenden zurückgezogen und organisieren sich von dort aus. Setzen wir auch dem ein Ende.
Es ist an uns, den Widerstand selbst zu organisieren. Gehen wir dorthin, wo sich die Rechtsradikalen tatsächlich treffen und wohlfühlen – stören wir ihre Oase der Ruhe.

Keine Nazis in Brunnen und nirgendwo.
Rassismus im Alltag erkennen und bekämpfen: bleiben wir menschlich.

Wir alle sind gefragt. Lasst uns gemeinsam den Mythos Rütli begraben, denn Kuhwiese bleibt Kuhwiese!

Quelle: http://ch.indymedia.org/de/2016/06/97651.shtml

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Freiheit für Nekane! Kundgebung am Freitag, 29. Juli 2016 in Luzern

NekaneKundFreiheit für Nekane!

Kundgebung am Freitag, am 29. Juli 2016 um 18:30 Uhr

beim Jesuitenplatz (bei Stadttheater) Luzern

 

 

Nekane Txapartegi, Baskin und Mutter einer 8-jährigen Tochter, sitzt in Zürich in Auslieferungshaft, nachdem sie als demokratisch gewählte Stadträtin aus der baskischen Kleinstadt Asteasu…

 

  • …von der spanischen paramilitärischen Polizei Guardia Civil 1999 entführt wurde und fünf Tage in einer Kontaktsperre vollkommen ausgeliefert war, ohne Kontakt zu einem Anwalt oder Arzt ihres Vertrauens noch zu ihren Angehörigen

 

  • …von der spanischen Polizei brutal gefoltert und sexuell misshandelt wurde

 

  • …von der spanischen Polizei gezwungen wurde, ein Geständnis zu unterzeichnen

 

  • … von der spanischen Justiz wegen des unter Folter erzwungenen Geständnisses

in einem Massenprozess zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt wurde

 

  • …2007 aus Spanien geflohen ist

 

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg hat Spanien bereits

acht Mal verurteilt, weil Foltervorwürfe nicht untersucht und die Verantwortlichen

nicht angeklagt werden. Das letzte Mal Ende Mai 2016.

 

Die Auslieferung von Nekane verstösst gegen die von der Schweiz ratifizierte Antifolterkonvention.

 

Wir fordern die sofortige Freilassung von Nekane! Nein zur Auslieferung! Free them all!

mehr Infos: www.freenekane.ch       Kontakt: FreeNekaneLuzern@gmx.ch

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Geduldsfaden gerissen

Drogen, Teeniemassen, Übergriffe: Die Berner Reitschule hat ihre eigene Schliessung verfügt, weil sie nicht alle städtischen Probleme ausbaden will.

Nachdem die Berner Reitschule am Samstag erklärte, «bis auf Weiteres» ihre Türen zu schliessen, wäre auch der Diskussion um das Kulturzentrum eine vorübergehende Pause zu wünschen. «Hat sich (sic!) in der Berner Reitschule ausgefeiert?», fragte sich der «Blick», der «Bund» diagnostizierte bei den BetreiberInnen «Überforderung» und «totale Hilflosigkeit», und Thomas Jauch, Kommunikationschef der CVP Schweiz, nutzte auf Twitter die Gelegenheit für den abgelutschten Spruch, es sei jetzt «Zeit für eine Umnutzung! An bester Lage der Stadt Bern braucht es einen Neubau (Büro, Wohnungen, Parkanlage).»

Sobald es um die Reitschule geht, treffen die Interessen rechter LokalpolitikerInnen auf jene der news- und skandaljagenden Medienhäuser. Die einen brauchen den ewigen Schuldigen, die anderen einen Aufreger im Titel. Die entscheidende Frage, was die BetreiberInnen ausgerechnet jetzt dazu veranlasst hat, die Reitschule vorübergehend zu schliessen, ist hingegen von sekundärem Interesse.

Nach längerem Schweigen hat sich die Mediengruppe der Reitschule mittlerweile dazu geäussert, was sie zu dem Schritt bewogen hat: «Namentlich haben sich letzte Freitagnacht mehrere gewalttätige Vorfälle im Grossraum Schützenmatte ereignet, bei welchen Menschen in ihrer psychischen und physischen Integrität verletzt worden sind.» Genaueres will die Mediengruppe «aus Respekt vor der Privatsphäre» der Betroffenen nicht sagen. Das Sicherheitspersonal der Reitschule habe sofort Hilfe geleistet, die Personen betreut und professioneller Hilfe übergeben, wie es weiter heisst. Was auch immer genau geschehen ist: Es hat dazu geführt, dass den ReitschülerInnen der Geduldsfaden gerissen ist.

Die Reitschule hat in der Bundeshauptstadt schon lange soziale Aufgaben übernommen, indem sie sich darum kümmert, was auf ihrem Vorplatz und dem davor gelegenen Parkplatz Schützenmatte geschieht. Nicht weil ihr diese Aufgabe offiziell zugeteilt wurde – sondern schlicht, weil sich die sozialen Probleme der Stadt Bern vor ihrer Haustür sammeln.

Wer schon einmal an einem Freitag- oder Samstagabend auf dem Vorplatz war, kennt die Situation: Im Schnitt 500 Leute tummeln sich an jedem Wochenendabend aufs Neue vor den Türen des autonomen Kulturzentrums bis auf die Parkplätze der Schützenmatte: vor allem Jugendliche, aber auch vereinzelt Junkies, Alkis und DealerInnen. Dass es bei so vielen Menschen, ob zugedröhnt oder nicht, zu Gewaltausbrüchen kommen kann, ist nicht verwunderlich. Die BetreiberInnen der Reitschule machen das ihnen Mögliche, damit es auf dem Vorplatz friedlich bleibt, indem etwa ihr eigener Sicherheitsdienst jeweils auf dem Vorplatz interveniert. Doch sie können keineswegs für alles, was in der 500-köpfigen Menge draussen geschieht, verantwortlich gemacht werden.

Ebenso wenig wie dafür, dass all diese Leute überhaupt auf den Vorplatz kommen. Der Drogenhandel hat sich 1998 unter die Brücke vor der Reitschule verschoben. Die rot-grüne Stadtregierung hatte ihn damals durch die Polizeiaktion «Citro» aus der Innenstadt in Richtung Schützenmatte gedrängt. Die Junkies kommen heute jeweils zum Konsumieren unter die Brücke, wenn das Fixerstübli auf der gegenüberliegenden Strasse geschlossen ist, die Wartezeiten zu lang sind oder sie dort Hausverbot haben. Schon seit Jahren fordert die Reitschule deswegen eine Entlastung in Form einer zweiten Drogenabgabestelle an einem anderen Ort. Und für die Jugendlichen fehlen in der Stadt Räumlichkeiten, in denen sie sich ungestört aufhalten können. Auf der Strasse scheinen sie für die StadtbewohnerInnen offensichtlich nicht zumutbar, weswegen sie die Polizei von den meisten öffentlichen Plätzen vertreibt.

Die selbstverfügte Schliessung ist für die Reitschul-AktivistInnen folglich vor allem ein Mittel, um die aufgeheizte Stimmung auf dem Vorplatz abzukühlen. Es ist übrigens nicht der erste Streik der Reitschule: Der fand im Herbst 1988 statt, als die BetreiberInnen aus Frust über den ausufernden Alkoholkonsum anstelle von politischem Engagement einen Bierstreik verordneten und einen Monat lang kein Bier mehr verkauften. Bleibt zu hoffen, dass diesmal die erhitzte Debatte durch die Schliessung wieder nüchterner wird.

Quelle: http://www.woz.ch/-6fa5

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Zerstörte Zukunft

Weltweit sind 65 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung. Mehr als die Hälfte sind Kinder

Weltweit lebten Ende vergangenen Jahres 65,3 Millionen Menschen als Vertriebene und Flüchtlinge. Das geht aus dem Jahresbericht hervor, den das UNHCR, die für diesen Personenkreis zuständige Hilfsorganisation der Vereinten Nationen, am 18. Juni veröffentlichte. Das ist ein Anstieg von 9,75 Prozent, zwölf Monate zuvor hatte die Zahl bei 59,5 Millionen gelegen. Fast die Hälfte der neu Hinzugekommenen, 2,5 Millionen Menschen, entfällt auf den Jemen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate führen dort seit März 2015 einen von den USA unterstützten Interventionskrieg.

40,8 Millionen Menschen sind Vertriebene in ihrem eigenen Land, hauptsächlich aufgrund von Bürgerkriegen. Hinzu kommen 24,5 Millionen, die gezwungen sind, außerhalb ihres Heimatlands zu leben. Nur diese werden vom UNHCR als »Refugees«, Flüchtlinge, bezeichnet. Lediglich 3,2 Millionen von ihnen befinden sich auf dem Gebiet der EU, der USA oder in anderen Industrieländern. Das sind gerade mal 4,9 Prozent der Gesamtzahl.

fluchtIm Gegensatz dazu leben 86 Prozent aller vom UNHCR registrierten Flüchtlinge und Vertriebenen »in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen, die in der Nähe von Krisensituationen liegen«. Der Anteil erhöht sich auf mehr als 90 Prozent, wenn man die palästinensischen Flüchtlinge hinzurechnet. Unter den zehn Ländern, die am meisten Flüchtlinge aufgenommen haben, sind fünf afrikanische Staaten mit ausgesprochen niedrigem Pro-Kopf-Einkommen. An ihrer Spitze liegt Äthiopien, gefolgt von Kenia, Uganda, der Demokratischen Republik Kongo und dem Tschad. Weltweit betrachtet, hat kein anderes Land so viele Flüchtlinge aufgenommen wie die Türkei, die von der deutsch geführten EU in die Rolle eines Pufferstaats für die »Festung Europa« gedrängt wird: 2,5 Millionen Menschen sind es nach Angaben des UNHCR. Im Verhältnis zur Bevölkerung leben am meisten Flüchtlinge im Libanon, dort kommen 183 Schutzsuchende auf 1.000 Einwohner.

Unter den Herkunftsländern der Flüchtlinge liegen Syrien mit 4,9 Millionen, Afghanistan mit 2,7 Millionen und Somalia mit 1,1 Millionen an der Spitze. Zudem sind auch innerhalb dieser drei Länder viele Menschen auf der Flucht. Die meisten solcher »Binnenvertriebenen« gibt es mit 6,9  Millionen in Kolumbien, gefolgt von Syrien mit 6,6 Millionen und Irak mit 4,4 Millionen. 51 Prozent aller Flüchtlinge und Vertriebenen weltweit sind nach Angaben des UNHCR Kinder.

Fakten und Prognosen zur Lage von Kindern und Jugendlichen insbesondere in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara enthält ein am Dienstag vergangener Woche veröffentlichter Bericht des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF). Zwar sei es seit den 1990er Jahren weltweit gelungen, die Kindersterblichkeit und den Anteil der Menschen, die in »extremer Armut« leben müssen, um fast 50 Prozent zu senken. Aber die Lage und die Zukunftssaussichten sind immer noch erschreckend und für die vergleichsweise reichen Industrieländer beschämend. Falls nicht massive Verbesserungen umgesetzt werden, würden UNICEF zufolge zwischen 2016 und 2030 fast 70 Millionen neugeborene Kinder »aus verhinderbaren Gründen« sterben, ohne das fünfte Lebensjahr zu erreichen. Insgesamt 167 Millionen Kinder würden 2030 in »extremer Armut« leben. Derzeit haben Angola, der Tschad und Somalia weltweit die höchste Kindersterblichkeit. 15,7 Prozent, 13,9 Prozent bzw. 13,7 Prozent aller Neugeborenen werden in diesen Ländern nicht einmal fünf Jahre alt.

UNICEF weist auch darauf hin, dass gegenwärtig ungefähr 124 Millionen Kinder im entsprechenden Alter keine Schule besuchen. Darüber hinaus hätten in einigen Regionen 40 Prozent der Kinder, die die Grundschule absolviert haben, trotzdem nicht ausreichend lesen, schreiben und rechnen gelernt. Für Babys von Müttern ohne Schulbildung sei das Risiko, vor dem fünften Lebensjahr zu sterben, fast dreimal so hoch wie für andere Kleinkinder. Um die Situation entscheidend zu verbessern, wären riesige Investitionen erforderlich. Derzeit fehlen laut UNICEF jährlich 8,5 Milliarden Dollar, um die Schulbildung von 75 Millionen Kindern in den am schlimmsten betroffenen Krisengebieten zu finanzieren.

Quelle: http://www.jungewelt.de/2016/07-06/076.php

 

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WUUP! Wuuup! Festival vom 1. bis 2. Juli im Sedel Luzern

2016 07 01-02 wuupwuup010716
Programm + Infos

Freitag:
20:00 Türöffnung
21:00 Autonomal / Hip Hop
22:00 Grimelshäuser/ Punk
anschliessend Soli-Youtube-Jukebox-Party

Samstag:
12:00 Brunch
14:00 Soli-Mojito-schlürfen im Sedel-Garten
15:00 Diskussion + Offener Austausch über laufende und anstehende Mobilisierungen/ Projekte usw. in der Schweiz, Österreich und evt. Deutschland
20:00 Küfa + Türöffnung
21:00 Lev Bro/ Hip Hop
22:30 NH3/ Ska Punk
24:00 Blockwart + Basur
anschliessend Mukke von Loukanikos

Sonntag:
10:00 Kater-Brunch

Camping:
Für den Campingplatz steht uns eine begrenzte Fläche zur Verfügung, die aber ausreichen wird. Bitte reist nicht alleine mit einem 6-Frau-Zelt an.

Shuttle:
Der Sedel-Shuttle fährt an beiden Tagen ab 20:00 Uhr
ab Sedel ’57 und ’27
ab Löwenplatz (Sitzbank bei Businsel) ’03 und ’33
ab Bundesplatz (vor Tankstelle) ’10 und’40
ab Kasernenplatz (Veloplatz vor Museum) ’15 und’45

Einnahmen:
Alle Einnahmen von Küfa/ Brunch/ Eintritt/ Tombola/ Jukebox/ Mojitos & Drinks an der Kasse werden dringend benötigt um die Verfahrenskosten der 4 Verhafteten der letztjährigen Mai-Demo sowie der über 20 laufenden Verfahren im Zusammenhang mit der Besetzung “Gundula” zu decken. Getroffen hat es wenige – gemeint sind wir alle! Kommt in den Sedel und solidarisiert euch mit den Betroffenen.

Hintergrund:
http://www.zentralplus.ch/de/news/gesellschaft/3637557/Demonstranten-beschuldigen-Luzerner-Polizei.htm

http://www.zentralplus.ch/de/news/gesellschaft/5495530/«Gundula»-ist-jetzt-obdachlos.htm

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Wann hast du das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht?

Das Haus an der Sternmattstrasse 68 wird nach jahrelangem Leerstand wiederbelebt. Es ist ein Raum, wo Menschen gemeinsam leben, machen, denken und lernen, ohne einem Nutzungskonzept gerecht werden zu müssen, ohne sich einer höheren Instanz oder einer Geldgeberin gegenüber zu rechtfertigen, ohne beim Staat oder bei Privatpersonen dafür zu betteln.

offene HäuserLeben ist eine Tätigkeit, kein Zustand.

Wir alle stecken in Strukturen und Mechanismen fest, die uns im Alltagstrott gefangen halten. Wir sind umgeben von einer Gesellschaft, die uns weismachen will, dass Stillstand der kapitalistischen Wirtschaft tödlich ist. Deshalb fällen wir unsere Entscheidungen meistens in Abhängigkeit von Kapital und Rentabilität.
Diese Zwänge hindern uns daran, zu überlegen, was wir für unser Leben wirklich wollen. Wir sind gefangen in einem Klima von Ängsten; Die Angst davor, den Job zu verlieren. Angst davor, andere könnten produktiver – was gleichgesetzt wird mit „besser“ – sein. Angst davor, die eigene soziale Stellung zu verlieren. Angst vor der ungewissen Zukunft. Angst davor, frei zu sein und aus der Reihe zu tanzen.
Und was ist die Angst vor Not denn anderes als Not?
Diese Ängste sind Symptome unserer Gesellschaft. Einer Gesellschaft, in welcher ein ständiges Konkurrenzdenken herrscht und die auf Egoismus aufbaut.

Leben ist aktiv, nicht passiv.

Wenn wir anfangen, uns gemeinsam zu überlegen wie wir unsere Leben gestalten wollen, schaffen wir ein Klima, in dem wir unsere Entscheidungen auf Grundlage dessen treffen, was wir tatsächlich wollen und nicht darauf, was gerade am besten aussieht in unserem Lebenslauf. Es ist absurd, unser Leben nach Regeln auszurichten, denen wir nie zugestimmt haben.

Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein!

Mit einem Ort, der sich nicht nach den bestehenden Konventionen richtet, schaffen wir eine Basis, die es uns ermöglicht, unser Leben selber zu gestalten. Wir schaffen uns ein Versuchslabor, um uns selber auszuprobieren. Frei von der Angst, zu scheitern.

Es sind alle Menschen herzlich willkommen, Teil dieses Ortes zu sein und diesen mit eigenen Ideen mitzugestalten.

– Stella Matta –

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Belebung des Hauses an der Sternmattstrasse 68

Es ist wieder was los in Luzern:

In der Nacht auf Sonntag wurde das Haus an der Sternmattstrasse 68 belebt. Dieses Haus stand mehrere Jahre leer, nun wird es wieder genutzt. Die Sterne mögen matt sein, unsere Vision ist es nicht: wir wollen eine Stadt, in der Freiraum nicht nur eine Floskel im Wahlkampf ist.

Während Räume jahrelang durch Leerstand besetzt gehalten werden, wird mit der Belebung der Sternmattstrasse 68 Raum für Diskussion und Begegnung geschaffen. Luzern ist wie viele andere Städte mehr und mehr eine Stadt, in der jeder Quadratmeter zum Konsumort wird. Wir schaffen freien Raum an einem Ort, der bisher für nichts anderes genutzt wurde. Wir verstehen dieses leere Haus als Einladung, es zu gestalten und laden alle ein, an der Belebung diese Ortes teilzunehmen.

Die Sternmattstrasse 68 ist ein Ort, der uns befreit von der Idee von Konsum und Verwertung. Ein Ort, der uns stark macht für den Kampf gegen alles, was uns bewertet, klein macht, uns sagt wir seien zu langsam, zu dick oder zu schwach. Ein Ort, der uns befreit, um Mensch zu sein. Das Privileg von massivem Eigentum in einer Welt, die Menschen unterdrückt, nehmen wir nicht länger hin. Denn Protest ist, wenn wir sagen, was uns nicht passt. Widerstand ist, wenn wir dafür sorgen, dass das, was uns nicht passt, nicht länger geschieht.

Diese Belebung ist als Widerstand zu verstehen gegen eine Stadtentwicklung, die nur wenigen zugute kommt. Die Belebung der Sternmattstrasse 68 ist ein Beitrag an ein lebenswertes und offenes Luzern.

Danke für Ihre Berichterstattung und freundliche Grüsse,

Stella matta

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Freiheit für Nekane!

Nekane Txapartegi wurde vor zwei Monaten in Zürich verhaftet und sitzt seit dem im Gefängnis. der Spanische Folterstaat will ihre Auslieferung, dies weil sie angeschuldigt wird ETA-Mitglied zu sein.Free_Nekane

Nekane musste aufgrund Folter und Verfolgung aus Spanien flüchten. Hier ein kleiner Auszug aus einem Interview welches Nekane bezüglich der Folter in Spanien gab:

„Als ich mich nach drei Tagen verweigerte, wurde die Folter noch heftiger. Ich glaube noch am selben oder nächsten Tag sollte ich wieder aussagen. Diesmal lassen sie mich auswendig lernen, was ich sagen soll. Sie sagten mir, du bist die, hast das und das getan und musst den oder jenen beschuldigen. Ich sage dir, die Folterungen waren einfach nicht mehr zum Aushalten, denn es kommt auch die psychologische Folter hinzu. Sie sagten mir, dass sie meine Familie verhaften würden und dass schon einige andere Leute verhaftet worden seien. Ich wusste nicht, wer alles verhaftet wurde. Ich wusste nur, dass ein Freund, Mikel Egibar, dabei war, denn irgendwann führten sie mich zu ihm, um zu sagen, dass er mich für die ETA angeworben habe. Dann haben sie uns in gegenüberliegenden Zellen bei offenen Türen gefoltert, so dass wir gegenseitig die Folter des anderen hörten. Das Schlimmste war, als sie uns noch die Ultraschallbilder der schwangeren Frau von Mikel gezeigt haben. Sie sagten, wenn ihr nicht aussagt und es gibt eine Fehlgeburt, seid ihr selbst schuld. Und dann fangen sie wieder mit der Folter an. Sie sagen dir, wenn du nicht das sagst was wir wollen, kommst du hier nicht raus. Irgendwann kommt der Augenblick, wo du das alles nicht mehr aushalten kannst.“

Den Ganzen Bericht findet ihr hier: Interview

Veranstaltung zu Nekanes Fall in Bern: Mittwoch 8.Juni um 20Uhr im Kino der Reitschule

Quelle: http://revolutionär.ch/wordpress/

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